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Stillen in der Pornowelt

Schon vor fünfzig Jahren (gefühlt, vielleicht auch vierzig) fordern Frauen, das Recht auf öffentliches Stillen. Wenig hat sich hier getan, vielleicht auch gar nichts. Allerdings kam es in den vergangenen Jahren zunehmend zu Angriffen gegenüber stillende Frauen auf öffentlichen Plätzen, in Cafes und Restaurants.

Diese Gewalt gegenüber Müttern geht überhaupt nicht. Durch die Sexualisierung der Frau sieht man sowieso Brüste überall, und die große Mehrheit von Männern konsumiert täglich Pornos, und sieht hier auch als Folge täglich  Brüste, zusätzlich zu den Brüsten einer eventuellen Partnerin. Aus welchem Grund werden dann Frauen beschimpft und beleidigt ?  Sie sorgen für ihr Kind und nähren es, mit warmer Milch und Körperwärme.

Aber eigentlich ist der Grund für diese Abwertung von stillenden Müttern sehr klar. Durch die Sexualisierung der Frau und ihrer Brüste, folglich, ist aus den Brüsten ein reines „Fickobjekt“ für den Mann geworden. Und als Folge entscheidet im Patriarchat der „Mann“ wann Brüste genutzt werden und wie sie genutzt werden. Wenn Frauen es wagen, ihre Brüste zum Stillen einem Säugling zu geben, wird es dann ungemütlich.

In jedem Fall fand ich diese Forderung des öffentlichen Stillens von Frauen immer sehr merkwürdig, da ich nie besonders viel Lust hatte meine Brust öffentlich für fremde Männer auszupacken, damit Sie hierzu masturbieren können. Frauen werden schon bekleidet belästigt, und in muslimischen Ländern teilweise sogar belästigt, obwohl Sie komplett verschleiert sind. Ich war mir deshalb immer im Zweifel, ob ich dann auch noch eine entblößte Brust zeigen sollte. Ich war immer sehr ungeschickt, und es wäre mit nie gelungen diskret zu Stillen wie es manchen Frauen durchaus gelingt.

Stillen in der Öffentlichkeit wird seit einiger Zeit wieder zunehmend als feministisches Thema gehyped. Und natürlich und ganz sicher sollte öffentliches Stillen möglich sein. In einer anderen Welt und in einem anderen Universum ist es vielleicht auch möglich. Die Welt ist aber nicht so wie sie mir gefällt oder gefallen würde.

Wir leben in einer pornofizierten Welt; eigentlich ist alles mittlerweile Porno. Und dieser Porno ist auch kein Kuschelporno mit glücklichen Frauen mit Agency, sondern Gewalt, Hard-Core. Und in dieser Welt  sind auch Genres wie „breast feeding porn“ (Laktationsporno) und „birthing porn“ für einige Männer spannend. Geburtspornos (Birthing Porn)sind auch ein interessantes Thema, aber ein anderes Mal. Zusätzlich zur Pornifizierung im Internet hat übrigens seit einigen Monaten die Sexualisierung der Brüste Einzug gehalten in die Werbewelt des Essens. Ständig sieht man Werbung, in der Essen in Brustform serviert wird, gerne für die gesamt Familie. Sehr schön ist der „Mozarellaburger“, der aussieht wie zwei weiße Brüste mit Brustwarzen aus Basilikum. Kein Witz. Männer müssen also sogar schon Essen sexualisieren durch Brüste. Ich warte allerdings noch auf Phalluswiener für die Schwiegermutter.

Würde ich in der Öffentlichkeit stillen wollen oder kann ich diese Forderung nach öffentlichem Stillen sinnvoll erachten? Genauso wie ich es als normal ansehen würde, dass Kinder nackt spielen können, so würde ich nicht auf die Idee kommen sie dies tun zu lassen, denn ich möchte nicht, das sie eine kostenlose Masturbationsvorlage für Pädokriminelle sein könnten. Zusätzlich hierzu gibt es die Aktivität des Stillens im Erwachsenenalter als sexuelle Handlung. In anderen Worten, eine doch sehr große Anzahl an Personen tendiert zur Sexualisierung des Stillens (erotische Laktation). Ich möchte auch nicht als Frau ganz selbstbestimmt meinen Säugling in der Öffentlichkeit säugen müssen und das Risiko eingehen, dass Männer dies direkt als Masturbationsvorlage nehmen, entweder sofort oder auf Kamera gefilmt. Nicht wirklich.

In den USA wurde schon ein Fall bekannt, in dem eine Frau sich für ein Aufklärungsvideo zum Thema Stillen hat aufnehmen lassen, mit ihrer Tochter als Säugling, und dann tauchte dieses Video auf  Pornoseiten auf. Sie klagte vor Gericht. Aber in jedem Fall demonstriert dieser Fall, dass Stillen nicht von allen Menschen als einfache Nahrungsaufnahme von einem Säugling betrachtet wird.

Und als Folge dieser gesamten Problematik der Erotisierung und Pornofizierung eines sehr einfachen körperlichen Vorgangs stellt sich die Frage, ob öffentliches Stillen für Frauen das nonplusultra feministischer Forderung sein sollte. Ist es zu bedrohlich oder teuer Cafes zum Stillen, oder noch besser Lounges zur Laktation, nur für Frauen zu fordern, die man auch überall finden könnte? Ist es zu schwer reine Frauenräume für Mütter und andere Frauen zu fordern, die auch Frauen muslimischer Herkunft ein Stillen ermöglichen würden ohne in die Wohnung gesperrt zu sein für das Stillen?

Im feministischen Diskurs, und im Diskurs überhaupt zu diesem Thema, wird gefordert, dass Frauen nicht für öffentliches Stillen bestraft werden sollten zum Beispiel durch Hausverbot oder Blicke. Natürlich muss Stillen überall möglich sein, ohne Diskussion, aber der Diskurs zum öffentlichen Stillen hinterlässt ein „Geschmäckle“. Ein patriarchales Geschmäckle, wie so alles was Frauen tun, und wo  es insbesondere um Frauenkörper und Selbstbestimmung geht.

Die Geschichte des Stillens war immer eng verbunden und verwoben mit der Geschichte des Feminismus und der Rolle der Frau. Abhängig von der Notwendigkeit und Forderung von Frauen außer Haus zu arbeiten, da Arbeitskräfte benötigt wurden, oder aus anderen kapitalistischen Gründen, gab es immer wieder Wellen des pro Stillens und des contra Stillens. Zeitweise wurde propagiert: nur die Brust ist das Beste für Mutter und Kind. Erbitterte Kämpfe wurden zu diesem Thema geführt, fast bis auf das Messer.

Frauen, die nicht stillen wollten, wurden massive Schuldgefühle eingeredet, da sie nicht automatisch das Beste und das Natürlichste für ihr Kind wollten.  Es entwickelte sich zeitweise fast so eine Art heiliger Mutterkult, mit Stillgruppen, eine fast heilige, geheimnisvolle Tätigkeit, für die man in eine geheimen Kreis aufgenommen wurde. Stillen ist aber nichts besonderes, nicht wirklich. Das Neugeborene hat einen Saugreflex und wird  trinken, wenn es in die Nähe einer Brustwarze (oder Saugflasche) gelangt. Funktioniert bei allen Säugetieren so und die meisten geraten vom Stillen nicht in Exstase ob ihrer spannenden säugenden neuen Rolle. Nicht mehr und nicht weniger. Die Gegenbewegung wiederum propagierte, das Stillen nicht feministisch sei, da es Väter von einer nahen Bindung zum Säugling ausschließen würde und Frauen wieder zum Opfer ihrer Natur werden würden durch das Stillen.

Stillen bedeutet natürlich eine Grenzüberschreitung in einem gewissen Sinn, denn der eigene Körper stellt Nahrung für einen anderen Menschen zur Verfügung und eine stillende Mutter muss sich dem Hungergefühl des Säuglings sozusagen unterordnen und sich nach den Bedürfnissen nach Nahrung des Babies richten. Das aufopfernde weibliche Prinzip sozusagen. Nicht mehr und nicht weniger. Da das Stillen sozusagen schon alleine deshalb sehr einschränkend ist, volle Brüste Schmerzen verursachen und teilweise schmerzende und entzündete Brustwarzen, wird beim Stillen Oxytocin ausgeschüttet. Oxytocin verstärkt emotionale Bindungen, die soziale Interaktion und ist das Hormon des Vertrauens und der Ruhe.  Und dies wird eben ausgelöst durch körperliche Prozesse.

Der Kontext aufkommender, sehr deutlicher Forderungen, sollte also betrachtet werden, gerade da wir im Patriarchat leben und es vielleicht noch eine andere Zielsetzung gibt, wenn ein bestimmtes Thema gepuscht wird. Überall in den Medien existieren Berichte über Frauen die für das öffentliche Stillen auf die Barrikaden gehen.

Vielleicht wird die Forderung des öffentlichen Stillens gestellt, damit Frauen wegen sexueller Übergriffe gar nicht erst auf die Idee kommen wirkliche Frauenstillräume einzufordern, in denen sie geschützt wären vor sexuellen Übergriffen und Belästigungen. Frauenstillräume, oder noch besser Lounges zur Laktation, würden auch tatsächlich nur für Frauen sein und alleine diese Forderung ist ja unverschämt. Frauen haben zur Verfügung zu stehen, auch mit ihrer körperlichen Funktion der Laktation. Überall und das ist ganz natürlich. Sie wollten schon immer vor Männern ihren Säugling Stillen unter den Blicken des Tischnachbarn, der davon träumt selbst an dieser Brust zu hängen. Davon das Stillen ein natürlicher Vorgang ist, wird er trotzdem von einigen Männern als sexueller Vorgang gesehen.

Die Fotos von stillenden Frauen, die gerne veröffentlicht werden, sind teilweise erotisiert und wirken teilweise so, als wenn es ein Ziel sein könnte, Kinder auch zu erotisieren durch den Zusammenhang der sexuellen Merkmale der Mutter. Im Breastfeedingpornobereich wird der Fokus auf große Brüste mit großen Brustwarzen gelegt und es ist dann schon etwas befremdlich, wenn auf Aufnahmen stillender Mütter genau große Brustwarzen und Brüste im Vordergrund sind.

Die Pornokategorie Breastfeeding umfasst Bilder vom Trinken und dem Herausspritzen der Muttermilch, ähnlich wie Spermaaufnahmen.

Wenn Säuglinge Teil des Pornos sind, dann identifiziert sich männliche Betrachter mit dem Säugling. Im Laktationsporno werden aber meistens Erwachsene gestillt, oft Väter, aber auch Söhne  oder Frauen. Es gibt auch den Fetisch, Muttermilch zu trinken, und Frauen haben ihre Milch schon verkauft, abgesehen von der „Amme“ die in früheren Jahrhunderten mit ihrer Milch die Kinder der Reichen ernährte, da das Stillen eines den Tieren ähnliches Verhalten war. Ob dies eine emotionale Bindung zwischen Amme und Kind förderte, wage ich anzuzweifeln. Auf amerikanischen Seiten verkaufen schon Frauen ihre „überschüssige“ Milch. Die meisten Käufer sind angeblich männlich und die Brustmilch wird als „liquid gold“ (flüssiges Gold) bezeichnet. Mit niedlichen Fotos ihrer Babies werben sie bei Käufern für ihre gesunde Milch, die wie gesagt, eher männlich sind und Brustmilch lecker finden (fürwasauchimmer).

Auch in  „feministischen“ Kreisen findet man die Behauptung, dass Stillen eine sinnliche Erfahrung sei und einen Orgasmus auslösen kann. Es kann also ganz deutlich gesehen werden, dass es auch beim Thema Stillen darum geht, oder gehen kann, Grenzen aufzulösen und natürliche Vorgänge zu sexualisieren und zu pornofizieren. Allein durch die Forderung das Frauen öffentlich stillen sollten, wird sich daran nichts ändern. Wahrscheinlich würde das ganze in unserer Pornogesellschaft darin enden, dass Männer sich in Foren austauschen, wo sie am häufigsten stillende Mütter treffen können um einen Blick zu ergattern für ihre späteren Fantasien.

Es ist absolut und völlig sinnlos in dieser Pornowelt etwas als natürlich zu deklarieren, denn es wird, so viel ist sicher, weiter pornofiziert werden. Ich möchte Räume nur für Frauen in dieser Scheisspornowelt. Ansonsten wird man selbst, und das eigene Baby, eventuell Teil eines Laktationspornos, Dank Smartphones und weiterer diskreter Kameras.

 

http://www.wcsh6.com/videos/news/weird/2014/03/15/2072652/ (der Fall des Stillvideos, das auf Pornoseiten auftauchte).

http://matriarchat.info/schwangerschaft-und-geburt/stillen.html (Beispiel für den erklärten Zusammenhang vom Stillen mit Orgasmen).

http://www.onlythebreast.com/buy-sell-donate-breast-milk/

http://www.bbc.com/news/uk-england-34467613

https://www.muttermilch-boerse.de/kaufen-verkaufen/muttermilch-kaufen

http://stillbeziehungen.tk/

Die „natürliche“ Geburt: Macht über Frauenkörper

gesundheit
Screenshot Facebookseite des Bundesministeriums für Gesundheit vom 10. Juni 2016

Gesundheitsminister Gröhe (CDU) hat sich schon des Öfteren als paternalistischer Hüter des Frauenwohls offenbart, etwa, als er dagegen war, die Pille danach rezeptfrei auszugeben, angeblich, um die Frauen zu schützen. Wenn die CDU sich um Frauenkörper sorgt, kommt dabei selten etwas Gutes heraus, zu tief reichen die christlich-patriarchalen Wurzeln dieser Partei (wir erinnern uns kurz daran, dass die CDU den Satz „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ nicht im Grundgesetz haben wollte und Adenauer anschließend mehrere Jahre verfassungswidrig gegen ihn handelte und auch die Sache mit der Vergewaltigung in der Ehe war noch Mitte der 90er Jahre nicht allen CDUlern einsichtigt, vom Thema Abtreibung wollen wir gar nicht erst anfangen). Nun aber hat Gröhe zu unserem Leidwesen nach der Schlappe mit der Pille danach erneut das Thema „Frauenkörper“ – und dabei natürlich ihre Reproduktionsfähigkeit – für sich entdeckt. In einer Pressemitteilung verkündete sein Ministerium, dass vier Studien mit einem Gesamtvolumen von 150.000 Euro sich mit Kaiserschnitten in Deutschland beschäftigen werde.  Kaiserschnitte, so heißt es, sollen nur noch dann durchgefüht werden, wenn sie medizinisch notwendig seien. Wann sie das sind, soll anhand einer Leitlinie, in die die Ergebnisse der vom Bundeministerium für Gesundheit durchgeführten Studien einfließen, festgelegt werden. Wer sich nun das Verhältnis der CDU zu Frauenkörpern in der Vergangenheit ansieht, ahnt bereits, dass das Wohl der Frauen hier die geringste Rolle spielt.

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Die Sackaffäre

 

Eigentlich ist genug gesagt worden über Jogi Löw und sein Sackkraulen mit anschließender Geruchsprobe. Alle Medien, ob sozial oder nicht, machten dieses Verhalten zum Thema. Allerdings ist die Frage, was denn letztendlich über das „Sackkraulen“ oder sein Griff in den „Schritt“ gesagt wurde.

Zu denken, dass hier eine Abwertung und Reflektion über widerliches männliches Verhalten stattfinden würde, weit gefehlt. Es wird gefeiert. Mittlerweile.

Joachim Löw ist schließlich ein Held des Fußballs, des Sports der wahren Männlichkeit. Eine Ikone. Was er tut, wird zum Vorbild. Befürchte ich.

Wahrscheinlich wird es sogar zu einem neuen Ritual der Männlichkeit sogar für Kinder..

Es wurde in den letzten Tagen zum Inbegriff der wahren, wahrhaftigen Männlichkeit und Zeichen des Alphatiers.

Die Facebookseite von Klett Kinderbuch publizierte in diesem Kontext die Überschrift:“ Warum mit dem Puller spielen besser ist als Fußball spielen..“ aus dem Buch „Benimm Dich-Bloß nicht“. Mir ist es unklar, wieso die Buchautoren Probleme mit dem Wort „Penis“ haben, so sie doch so offen sind, und stattdessen von Puller sprechen. Jungen in einem Alter welches das Fußballspielen ermöglicht, können sicherlich ein Wort wie Penis aussprechen. Auf der Abbildung jedenfalls greifen sich Jungencartoonfiguren in ihre Hosen und eine Unterschrift sagt:..“Der einzige echte Männersport…“ Ich bin mir unschlüssig, was ich hieraus Schlussfolgern sollte, aber anscheinend scheinen sich Männer ausschließlich für Penisspiele mit sich selbst zu interessieren, laut Klett Kinderbuch und den Autoren.

Aber unabhängig vom Thema Sackkraulen kommentiert Klett Kinderbuch auf der Seite….

Und freuen Sie sich jetzt schon auf den Nachfolgeband unseres Buches „Etwas mehr als Kuscheln“, denn „Viel mehr als ein Kuss“ beginnt mit einer heißen Selbstbefriedigungsszene – eines Mädchens…“. Ich freue mich, dass Klett Kinderbuch Joachim Löw zum Anlass nehmen konnte, schon für kleine Kinder Pornoszenen zu kreieren mit „heißen“ Selbstbefriedigungsszenen von einem Mädchen.

Aber zurück zur riechenden Sackaffäre. Stellen wir uns vor, eine Frau in einer Macht- und Führungsposition, eine Alphafrau sozusagen, und sei es im Sport, würde sich zwischen die Beine fassen um zu kontrollieren, ob vielleicht ihr Tampon noch dicht ist, oder aber um zu überprüfen , ob sie Ausfluss oder schon ihre Periode hat, und den Finger danach an ihre Nase halten zum Riechen, in der Öffentlichkeit..Ich kann mir die Reaktionen darauf noch nicht einmal denken.

Die beste Erklärung für Joachim Löw und sein Verhalten wurde übrigens von einem Experten für Körpersprache im Fernsehen gegeben. Das Verhalten zeigt demnach Unsicherheit, beziehungsweise Anspannung in dieser Situation, und Menschen müssen sich dann spüren. Indem wir uns selbst anfassen, stellen wir ein Gefühl von Sicherheit her. Damit wir uns sicher fühlen, schlafen wir deshalb am besten im eigenen Bett. Der arme Joachim Löw. Wieder nur ein Mann der sich nach Sicherheit und Nähe sehnt…..Irgendwie ähnelt sich das Skript immer wieder. Männliches Fehlverhalten wird so gut wie immer auf fehlende Nähe und Unsicherheit, Stress und Anspannung zurückgeführt.

Aber tatsächlich ist das Verhalten wirklich zutiefst männlich. Grenzen werden nicht respektiert gegenüber anderen. Sich durch Betrachtung der Videosequenz vorstellen zu müssen, wie der Sack von Joachim Löw riecht, ist eindeutig eine Grenzüberschreitung.

Die Erklärungen für das Verhalten waren auch sehr angenehm. Lukas Podolski sagte, dass 80% der Männer sich Mal am Sack kraulen (vor welchem Publikum aber?) und auch die Erklärung von Löw war männlich..„Ich habe die Bilder gesehen. Man ist voller Adrenalin und Konzentration. Die Dinge, die passieren, kann man gar nicht bewusst wahrnehmen. Aber ich versuche, mich in irgendeiner Form anders zu verhalten.“ Er distanziert sich sozusagen sprachlich von sich selbst und scheint, trotz innigem Kontakt mit seinem Sack, nicht zu wissen was er tut, denn es passieren ja „nur Dinge“. Joachim Löw sagt auch nicht zu, ekelhaftes Verhalten zu lassen, sondern sagt nur zu, etwas anders zu machen. Man kann gespannt sein, was er da auf Lager hat.

Vor einiger Zeit gab es ein Urteil in der Schweiz, dass es zukünftig muslimischen Schülern untersagt der Lehrerin nicht die Hand zu geben. Es ist mittlerweile allerdings durch Löw richtig männlich westlich den „Löw“ zu machen und sich die Hodensäcke zu reiben und danach an den Händen zu riechen. Es bleibt den muslimischen Schülern hier nur übrig diesem männlichen, westlichen Ritual nachzugehen und der Lehrerin danach die Hand zu geben. In der Regel bezieht sich das Handschlagthema übrigens fast nie auf Mädchen, die Lehrern nicht die Hand geben.

Aber abgesehen davon: Und jetzt? Ich will jedenfalls noch weniger einem Mann die Hände schütteln, wie zuvor, als mir nur Studien zu fehlendem Händewaschen nach dem Toilettengang bekannt waren.

Und ich bin gespannt, ob sich ein noch offenerer Umgang mit Sackkraulen verbreiten wird (den „Löw“en machen). Hört sich schon mal sehr gut an. Ich kann es kaum erwarten. Breitbeinige Männer in den öffentlichen Verkehrsmitteln, die Frauen nicht durch Masturbation sexuell belästigen, sondern sagen werden, dass sie doch nur wie wahre Männer den Löwen kraulen. Weitere Missverständnisse von Frauen sind hier schon vorprogrammiert, die dies nicht erkennen und arme Männer wegen Belästigung anzeigen wollen, obwohl es nur gejuckt hat, oder der Mann einsam war und sich spüren musste.

http://www.spiegel.de/sport/fussball/joachim-loew-zur-schritt-affaere-anders-verhalten-a-1097859.html

http://www.welt.de/vermischtes/article155672936/Muslimische-Schueler-muessen-Lehrerinnen-die-Hand-geben.html

Pornokonsum und seine Folgen

"End Rape Culture"
Chase Carter via Flickr, [CC BY-ND 2.0]
Eine Auswahl an Studienergebnissen dokumentiert:

 

Pornokonsum erhöht das Aggressionspotential des Konsumenten

M. Allen, D. D’Allesio & K Brezgel: A meta-analysis summarizing the effects of pornography II, Human Communication Research, 22 (2) (1995): 258-283

 

Pornokonsum erhöht die Akzeptanz von Vergewaltigungsmythen beim Konseumenten (z.B. Wenn eine Frau einen kurzen Rock trägt, trägt sie eine Mitverantwortung, …)

M. Allen et al: Exposure to pornography and acceptance of rape myths, Journal of Communication, 45 (1) (1995), 5-26

 

Es gibt einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Nutzung von Porno und positiven EInstellungen in Bezug auf Gewalt gegen Frauen.

Hald et al: Pornography and attitudes supporting violence against women

 

Pornonutzung erhöht die Wahrscheinlichkeit sexuelle Straftaten zu begehen

E. Oddone-Paolucci, M. Genius & C. Violato: A meta analysis of the published research on the effects of pornography, in: C. Violato, E. Oddone-Paolucci & M. Genius: The changing family and Child Development (Ashgate, 2000),

 

Pornokonsum führt zu einer psychischen Desensibilisierung, die zu einer heruntergesetzten Empathie mit Opfern führt und dem Glauben, dass Opfer eine Vergewaltigung genießen, Einstellungsveränderungen, einer höheren Wahrscheinlichkeit Aggression auszuüben

C. Itzin, A. Taker & L. Kelly: The evidence of harm to adults relating to exposure to extreme pornographic material: a rapid evidence assessment (REA), report, Ministry of Justice, 2007

 

Pornokonsumenten halten niedrigere Strafen für Vergewaltiger als angemessen (Befürwortetes Strafmaß bei Vergewaltigung einer Tramperin: Pornokonsumenten 5 Jahre, Nichtkonsumenten 10 Jahre)

D. Zillman & J. Bryant: Pornography, sexual callousness and the trivilization of rape, Journal of Communication, 32 (4), 1982, 10-21

 

Männer urteilten signifikant häufiger, dass ein unter KO-Tropfen gesetztes Vergewaltigungsopfer „bekam was sie wollte“ und Befriedigung aus der Tat zog, nachdem sie einen sexuell objektifizierenden Film angeschaut hatten (nicht einmal ein Porno)

M.A. Milburn, R. Mather & S.D. Conrad: The effects of viewing R-rated movie scenes that objectify women on perceptions of rape, Sex Roles, 43 (9/10) (2000), S. 645-664

 

Pornokonsum beeinflusst nach eigenen Angaben der Konsumenten signifikant die sexuelle Aggression gegenber Frauen, und zwar unabhängig von anderen Faktoren.

N. M. Malamuth, T. Addison & M. Kos: Pornography and sexual aggression: are there reliable effects and can we understand them?, Annual Review of Sex Research, 11 (1) (2000), S. 26-91

 

Frauen, die an einem Programm für Opfer häuslicher Gewalt teilnahmen, waren signifikant häufiger sexueller Gewalt ausgesetzt wenn der Partner Pornokonsument war.

J. Hinson Shope: When words are not enough: the search for the effect of pornography on abused women, Violence against Women, 10 (1) (2004), Seite 56-72

 

Je mehr Pornokonsum, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass der Partner Pornographiekonsum auch während des Sex mit dem Partner nachfragte um die Erregung aufrecht zu erhalten, und die Partnerin um pornographische Sexhandlungen bat

C. Sun et al: Pornography and the male sexual script: an analysis of consumption and sexual relations, Archives of Sexual Behaviour (2014), Seite 1-12

 

Zitiert nach Kat Banyard: Pimp State. Sex, Money and the future of equality, Faber & Faber, 2016 (Kaufen! Sehr empfehlenswert!)

 

Jahrezehntelange Forschung belegen, dass Pornokonsum schwerwiegende Konsequenzen mit sich trägt. Lasst euch nicht für dumm verkaufen!

Der Fall Gina-Lisa – Eine historische Chance für ein neues Sexualstrafrecht? #TeamGinaLisa

Frauen Islands - Quelle: FatGirlfoodsquad
Frauen Islands – Quelle: FatGirlfoodsquad

Bereits seit 2012 kämpft Claudia D. gegen den Vorwurf der Falschbeschuldigung: Der ehemalige Fernseh-Wettermoderator Jörg Kachelmann, der aus Mangel an Beweisen freigesprochen wurde, versucht auf diesem Wege, alles daran zu setzen, ihre Glaubwürdigkeit zu diskreditieren. Der nächste Prozesstag im Schadensersatzprozess vor dem Landgericht Frankfurt findet im Juli statt. Die Initiative für Gerechtigkeit bei sexueller Gewalt verfolgt den Fall von Beginn an, eine Übersicht der bisherigen Ereignisse ist auf deren Blog zu finden.

Der Fall Gina-Lisa ist also kein Einzelfall. Zu der Scham und der Angst, eine Tat sexueller Gewalt anzuzeigen, da „einem eh nicht geglaubt wird“, kommt für viele Betroffene nun die Last dazu, eine Tat eindeutig beweisen können zu müssen, weil sonst droht, selbst eine Verurteilung zu kassieren. Verfahren, in denen die Betroffenen im Übrigen wieder und wieder drangsaliert und retraumatisiert werden. Jahre, in denen man nicht mit dem schrecklichen Geschehen (so gut es geht) abschließen kann – Jahre die der Verarbeitung eines traumatisierenden Erlebnisses im Wege stehen.

Deutschland und das Sexualstrafrecht

Deutschland hat eine durchschnittliche Verurteilungsquote bei sexueller Gewalt von rund 8%. Wenn man die Vielzahl der erst gar nicht angezeigten Fälle (siehe auch #ichhabnichtangezeigt) hinzuzieht, dann muss man konstatieren, dass sexuelle Gewalt ein nahezu strafloses Verbrechen ist.

Im Mai 2011 verabschiedete der Europarat die so genannte Istanbul-Konvention, nach denen die Staaten offensiv gegen jegliche Form von Gewalt gegen Frauen vorzugehen haben. Dazu gehört auch eine konsequente Strafverfolgung der Täter. Jene Initiativen, die sich für Gerechtigkeit bei sexueller Gewalt einsetzen, halten eine Reform des Sexualstrafrechts für dringend erforderlich. Deutschland hat die Konvention bis heute nur unterschrieben, aber nicht ratifiziert. Der zuständige Minister, Bundesjustizminister Heiko Maas, sah bis Ende 2015 „keinen Handlungsbedarf“.

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Ein Nachtrag zur Nachhilfe und anderen Posts

Bild via Pixabay, Public Domain
Bild via Pixabay, Public Domain

Wisst ihr, ich habe heute Nacht wach gelegen, wie davor die Nacht auch. Eine Sache, die mich umtrieb, war die Frage, ob ich mit meinem letzten Post diesen Blog und meine lieben Redakteurinnen, die mir diese Plattform geben, blamiert habe oder ob ich mich in der Dokumentation dessen, was ich lächerlich finde, nicht selbst lächerlich mache oder mich ins gleiche Fahrwasser begebe. Tausendmal lag meine Maustaste auf dem Schalter, alle meine Beiträge wieder in den Entwurfsmodus zu versetzen. Weil sie auch etwas mit mir anrichten, aber das ist jetzt was anderes. Bei der Frage gestern und vorgestern habe ich mehr im Fokus gehabt, dass es im Grunde relativ sinnfrei ist, einen offenen Fight zu führen und die Leserinnenschaft in Unkenntnis über Details zu lassen. Dafür, das möchte ich betonen, bitte ich um Entschuldigung.

Dann aber, so irgendwann in dieser schlaflosen Nacht machte es Klick in meinem Kopf. Und ich wurde wütend. Weil ich mir dachte, wieso fangen da schon wieder diese Traumafolgen an zu ticken, die mich in Zweifel versetzen, warum ich nicht einfach mal stinksauer und fies sein darf? Ich wurde plötzlich so wütend darüber, dass ich mir den Kopf darüber zerbreche, evtl. was Lächerliches gemacht zu haben. Weil ich dabei vergessen habe, mit mir gnädig zu sein. Etwas, das man verlernt, im Klima von Gewalt.

ich werde nicht aufhören zu schreiben. Ich sehe das einfach nicht mehr ein.

Da draußen machen sich gerade selbst erklärte Feministinnen über Betroffene von sexueller Gewalt lustig und allen Anzeichen nach schämen sie sich nicht im Geringsten.

Und ich zerbreche mir den Kopf, bringe mich um meinen kostbaren Schlaf und denke darüber nach, das _Ich_ was falsch gemacht habe.

Wieviele Tränen ich vergossen habe wegen dieses hanebüchenen und unangemessenen Schuldgefühles, möchte ich garnicht erwähnen. Meine Augen bezeugen das gerade ziemlich gut, aber die seht ihr ja nicht.

Diese Welt ist so dermaßen verkehrt und verkorkst und täteridentifiziert, dass es mich ankotzt.

ich gehe jetzt schlafen. Ich brauche den Schlaf.

ich muss nämlich irgendwann mal gesund werden, auch wenn ich nicht daran glaube, dass das in Gänze geht.

Aber ich zerbreche mir nicht eine Nacht mehr den Kopf, weil ich vielleicht mal gemein war. Wahrscheinlich war ich es garnicht, aber falls doch: ich habe das verdammte Recht dazu.

Gute Nacht und schönes Wochenende!

 

Nachhilfe

pencil-152713_960_720Ich möchte mal kurz damit beginnen, wer ich bin, ich bin eine Prostitutionsüberlebende, wahrscheinlich – so die Glaskugel von Libfem X (nennen wir sie mal so)  –  weiß,  denn als Weiße hab ich es gut,  von unzähligen Typen gefickt zu werden und kenne keine Unterdrückung. Ich bin weiß und eine Frau – so die Glaskugel, wobei bei Frau bin ich mir nicht ganz so sicher – ist aber auch ein recht unwichtiges Kriterium geworden. Den WoC, den Roma-Frauen – ach was, lasst mal diese rassistische Komponente raus. Ist fieß.  AGENCY!!!! Die brauchen diese Überlebensmöglichkeit. Also bitte. Bitte.

Und die Frau mit der Glaskugel ist gerade unfassbar unterdrückt und zwar von Gören wie mir. Gemein.

Ich wollte ein paar Sachen erklären, auch wenn ich wenig Hoffnung in mir trage, dass es etwas nützt (setzt Introspektionsfähigkeit voraus, meine Prognose: ungünstig):

Silencing:

Silencing ist, Menschen mundtot zu machen. Menschen, die auf Realitäten aufmerksam machen. Frauen mundtot zu machen. Insbesondere dann, wenn sie von Gewalt, Vergewaltigung und anderen Widerlichkeiten erzöhlen.

Frauen haben auf gesilencte Stimmen aufmerksam gemacht und ihr formuliert es um. Ziemlich praktisch.

Wisst ihr,  der Grund warum man auf gesilencte Stimmen aufmerksam macht, ist Solidaritat. Das ist aber ein Konzept, das ihr entweder nicht verstanden oder vergessen habt.

Ja, die holde Gefolgschaft der Libfemfraktion betreibt gerade son bisschen Faktenverdrehung, ist ja nicht so, dass ich das nicht kenne, ich kenne ja die Lobby. Weiterlesen

Warum eine Bundespräsidentin kein Sieg des Feminismus ist

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Exchanges Photos via flickr (CC BY-NC-ND 2.0)

Joachim Gauck will nicht mehr Bundespräsident sein. Die Spekulationen laufen auch Hochtouren und schon gibt es eine fleißig auf Facebook beworbene Seite, die 68 Kandidatinnen für das Amt der Bundespräsidentin vorschlägt, alle samt hochgebildet und hochdekoriert. In den USA behauptet Hillary Clinton gerade, sie würde als erfolgreiche Präsidentschaftskandidatin der Demokraten Geschichte schreiben. Frauen, so sagt sie, sollten sie wählen. Weil sie eine Frau ist. „Gender Identity Politics“ nennt man das. Frausein wird in die Waagschale geworfen, um Frauen als Unterstützerinnen zu mobilisieren. Was aber bringt es den Frauen in Deutschland, in den USA wirklich, wenn Frauen die höchsten Ämter bekleiden? Dass das mit feministischem Siegestaumel nur wenig zu tun hat, zeigt ein ernüchternder Blick auf die Lage der Frauen unter zehn Jahren Kanzlerschaft von Angela Merkel. Wir kämpfen noch immer verzweifelt darum, dass „Nein“ endlich „Nein“ (oder konkret: Nur „Ja“ auch wirklich „Ja“) heißt und sexuelle Gewalt konsequent bestraft wird. Frauen werden nach wie vor schlechter bezahlt, Prostitution ist in Deutschland legal, sexistische Werbung allgegenwärtig und Frauen werden nach wie vor auf vielfältige Weise diskriminiert. Um „Frauenthemen“ machte Angela Merkel in ihrer Kanzlerschaft bislang erfolgreich einen Bogen – weil es ihrer Macht Abbruch getan hätte. Hillary Clinton verriet andere Frauen, als sie sie unter Druck setzte, die sexuellen Übergriffe ihres Mannes zu vertuschen. Und was wissen die Frauen, die jetzt als Kandidatinnen für das BundespräsidentInnenamt gefeiert werden, wirklich über Frauenalltag in Deutschland – und sind sie, nur weil sie auch Frauen sind, dazu geeignet, ihn zu verbessern?

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Die Störenfrieda des Monats: Vandana Shiva

Dr. Vandana Shiva
Augustus Binu [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

„Wir brauchen eine neue Bewegung, die uns von der dominanten, alles durchdringenden Kultur der Gewalt, der Zerstörung und des Todes wegbringt hin zu einer Kultur der Gewaltlosigkeit, des Lebens und kreativen Friedens.“ Vandana Shiva

Vandana Shiva wurde am 5. November 1952 als Tochter eines Forstbeamten und einer Schulrätin in Dehradun, am Fuße des Himalayas in Indien geboren.

Ihre Eltern quittierten den Staatsdient und ließen sich später als Bauern nieder. Inspiriert durch diese lernte sie die Natur lieben und realisierte sehr früh die gravierenden Folgen der wirtschaftlichen Erschließung auf die Umwelt.

Vandana Shiva absolvierte zunächst ein Physikstudium und schloss das Studium mit einer Promotion in Quantenphysik ab. Sie arbeitete anschließend im ersten Kernreaktor ihres Heimatlandes, ohne sich über die gesundheitlichen Auswirkungen der Strahlenwirkung bewusst zu sein – im Studium lernte man darüber nichts. Gespräche mit ihrer Schwester, einer Ärztin, zu dieser Thematik führten zu einem Wendepunkt. [1]

In den 1970er Jahren schloss sich Vandana Shiva der ersten großen Umweltschutzbewegung Indiens, der Chipko-Bewegung, an und kämpfte gemeinsam mit vor allem Dorfbewohnerinnen gegen die kommerzielle Abholzung des Waldes, in dem sie aufgewachsen war und den ihr Vater als Förster bewirtschaftet hatte sowie gegen die daraus resultierende Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen. Die Frauen ketteten sich an Bäumen fest, um die Abholzung zu verhindern – mit Erfolg.

„Durch Patente und Gentechnik werden neue Kolonien geschaffen. Das Land, die Wälder, die Flüsse, die Ozeane, die Atmosphäre – alle sind sie kolonialisiert, ausgelaugt und verschmutzt. Jetzt braucht das Kapital neue Kolonien, in die es für seine weitere Akkumulation eindringen und die es ausbeuten kann. Diese neuen Kolonien sind sind aus meiner Perspektive die Innenräume der Körper von Frauen, Pflanzen und Tieren.“ Vandana Shiva [2]

Später richtete Vandana Shiva ein Umweltinstitut im Kuhstall ihrer Eltern ein, um Artenvielfalt zu erforschen. Sie erstellte ihre Umwelt- und Sozialstudien in enger Zusammenarbeit mit der Bevölkerung und sozialen Organisationen und sie erlangten hohes Ansehen.

Sie widmete sich in ihren aktivistischen Tätigkeiten und Publikationen insbesondere den Bereichen der Biodiversität, Biotechnologie und Bioethik, kämpfte gegen neoliberale Wirtschaftspolitik, Produktpiraterie und Genfood und machte sich für einen Paradigmenwechsel in der Landwirtschaft stark [3]. Weiterlesen

Elternschaft muss freiwillig sein! Warum es für Frauen ein Opt-Out geben sollte

Spende für die Störenfriedas
By TMagen (Own work) (modified) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons

Dieser Text ist eine Antwort auf einen Blogbeitrag von Antje Schrupp vom 31.05.2016. Da Diskussionen mit Antje Schrupp so lustig sind wie eine Wurzelbehandlung, bieten wir unseren Diskussionsbeitrag hier an. Die meisten von uns sind auf ihrem Blog sowieso schon blockiert. Andere haben da noch nie kommentiert. Antje Schrupp ist Journalistin und Politikwissenschaftlerin und publiziert und referiert auch zu feministischen Themen. Wir sind über ihre Beiträge selten erfreut, meist ehrlich enttäuscht. In ihrem Blog fordert sie nun eine Möglichkeit, sich aus der elterlichen Verantwortung und Verpflichtung zu befreien – für Väter. Bei diesem wichtigen Thema, der zentralen Basis weitreichender Drangsalierung von Frauen, sorgt sie sich um die Freiheitsechte der Väter. Wir sind baff.
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