Kategorie: Der Gentleman der Woche

Unser Gentleman der Woche: Die neue Anti-Abtreibungswerbung von Durex

Kondom auf der Straße

MIKI Yoshihito | Flickr | CC BY-2.0

Die Werbung hat einen neuen Höhepunkt in der Verbreitung von sexistischen Geschlechterklischees und Unterdrückung der Frau erreicht – und zwar in Form eines neuen Werbespots, der vom Kondomhersteller Durex gefördert wird. Zu sehen sind die Figuren einiger Frauen. In warnendem Ton heißt es dann: „Alle fünf Minuten entscheidet sich eine Frau zu einer Abtreibung“. Weiter geht es mit eindringlicher Stimme: „Sex ohne Verhütung führt zu ungewollten Schwangerschaften. Verwende zuverlässigere Verhütungsmethoden“. Das Schlussbild zeigt einen Schriftzug, der besagt, dass diese Werbung von Durex gefördert wird. Leider ist es uns trotz intensiver Recherche nicht gelungen, herauszufinden, wer hinter diesem Werbeclip steckt, wenn er von Durex nur gefördert wird, vermuten aber, dass es entweder christliche Gruppen, militante Lebensschützer oder sonstige Frauenhasser sind.

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Unser Gentleman der Woche: Attila Hildmann

Hund mit Zigarette und Hut im Vintage-Stil

Jhayne (modfied) via Flickr, CC BY-NC-SA 2.0

Ne Weile schauen wir uns das ja schon an und fragen uns ob wir nun Mitleid oder Ekel empfinden sollen, für den selbst ernannten Vegan-Guru Attila Hildmann.

Zunächst fanden wir den Selbstveredelungs-Veganismus vom „Vendler“ ja in erster Linie peinlich: Vegan ernähren, dann klappts auch mit dem Sixpack. Jo, wer drauf steht. Von uns aus. Er ist halt offenbar kein politischer Veganer.

Vegane Ernährung als Potenzmittel und den Porsche fürs große Ego? Jo, wers braucht.  Und: Irgendwo muss die fette Kohle, die man mit seinem Fun-Veganismus verdient, ja auch hin.  Die Schwelle zur Grenzwertigkeit war hiermit jedenfalls bereits deutlich überschritten.

Aber sein neuestes Projekt überschreitet alle Grenzen des schlechten Geschmacks:

Mit Vegangangsta.tv, einer „Foodporn“-Cooking-Show, bei der es „fucking“ und „bitches“ im Minutentakt hagelt, soll die Kasse weiter aufgebessert werden, denn wir wissen ja:

Sex sells einfach. Das ist auch keine Parodie, sondern das ist Teil des Konzepts. […] Das ganze Ding ist auch dafür da, andere Zielgruppen zu erreichen – die Jugend steht auf Gangsterrap und guckt auch mal ’nen Porno. Für mich sind das Stilmittel, um meine Message von veganem Bioessen und Fairtrade in die Welt zu tragen.

Auf seiner Facebookseite schreibt er außerdem:

Man nehme: 1 Halstuch = 5 Euro im Army-Shop; 1 vollbusige Freundin = 0 Euro; ein bisschen Gossenslang = 0 Euro; eine gute Slowmo-Kamera = 50 Euro am Tag; ein tätowierter Strongman = 0 Euro Aufruf über Facebook....Resultat - deutschlandweite mediale Aufmerksamkeit = unbezahlbar! hahaha die Welt ist doch zu einfach gestrickt für mich. Sex und ein bisschen Provokation und alle flippen aus! Ich mach dann mal weiter...am Sonntag ist der nächste Dreh! Bewirb dich als Vegangsta Girl: motherfucker@vegangsta.tv

Man nehme: 1 Halstuch = 5 Euro im Army-Shop; 1 vollbusige Freundin = 0 Euro; ein bisschen Gossenslang = 0 Euro; eine gute Slowmo-Kamera = 50 Euro am Tag; ein tätowierter Strongman = 0 Euro Aufruf über Facebook….Resultat – deutschlandweite mediale Aufmerksamkeit = unbezahlbar! hahaha die Welt ist doch zu einfach gestrickt für mich. Sex und ein bisschen Provokation und alle flippen aus! Ich mach dann mal weiter…am Sonntag ist der nächste Dreh! Bewirb dich als Vegangsta Girl: motherfucker@vegangsta.tv

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Unser Gentleman der Woche: Gregor Gysi

Hund mit Zigarette und Hut im Vintage-Stil

Jhayne (modfied) via Flickr, CC BY-NC-SA 2.0

Dieses Bild ziert seit heute mittag die Facebookseite von Gregor Gysi, dem Fraktionsvorsitzenden der Linksfraktion im deutschen Bundestag  Wir erinnern uns: DIE LINKE ist die Partei, die sich immer wieder gerne das Label „feministisch“ gibt. Und Gregor Gysi derjenige, der trotz diverser Beschlüsse zur Mindestquotierung keine weibliche Mit-Fraktionsvorsitzende an seiner Seite dulden will.

Gysi kommentiert den Bild-Post übrigens wie folgt

„Es gibt verschiedene politische, sehr politische Gründe, weshalb ich gerne unseren Neujahrsempfang besuche.“

Beifall bekommt er zu Hauf: Eine Stunde nach dem Posten hat das Bild bereits mehr als 3.000 Likes und über 300 Kommentare (meist männlicher Facebook-User).

Kostprobe gefällig?

„Gysi du Player“

„gregor du alter milf hunter“

„Gregor du hengzt (sic)“

„Bei Gysi läuft“

„SIE ALTER PLaYboYyyyyyY“

„So nen Bild hätt ich von Gehard Schröder erwartet ^^ Wo ist das Goldkettchen?^^“

„de Babo“

„voll der Checker“

„Gregor, du machst Hugh Hefner Konkurrenz“

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Unser Gentleman der Woche: Carsten Rohleder für die Aussage: „Ein Bordell gehört in eine Großstadt“

Hund mit Zigarette und Hut im Vintage-Stil

Jhayne (modfied) via Flickr, CC BY-NC-SA 2.0

Die Legalisierung der Prostitution hat so einige absurde Blüten getrieben. Aktueller Höhepunkt ist ein Interview, dass die Ruhrgebietszeitung „Der Westen“ mit Carsten Rohleder geführt hat. Rohleder besitzt einen gewerblichen Betrieb für Zimmervermietung in der Düppenbecker Straße in Hagen. Anwohner protestieren, es ist von Zuhälterei die Rede. Dagegen verwahrt sich Rohleder und betont den sozial wichtigen Aspekt seines Angebots: „Ein Bordell, egal wie man sowas finden mag, muss in einer Stadt quasi vorgehalten werden. Ein Bordell ist wichtig für bestimmte Prozesse in einer Stadt. Man sieht das doch in den USA, wo Prostitution verboten ist. Dort ist die Rate der Sexualstraftaten weit höher als hierzulande. Ein Bordell gehört in eine Großstadt als wichtiger Anlaufpunkt.
Carsten Rohleder glaubt also an den bereits über 100 Jahre alten Schwachsinn, dass Prostitution so eine Art Abwassersystem für männliche Triebe sei – auch im prüden 19. Jahrhundert glaubte man das, und tolerierte Prostitution deshalb. Diese Haltung ist voller Abwertung für die Frauen in der Prostitution – die mit ihrer Tätigkeit für die scheinbar unkontrollierbaren Triebe von Männern herhalten sollen und sie ist Ausdruck einer Drohgebärde: Wird Prostitution auch nur eingeschränkt, läuft jede Frau Gefahr, vergewaltigt zu werden. Folgt man dieser Logik, dann dürfte es in Städten wie Frankfurt oder Saarbrücken angesichts der Dichte von Bordellbetrieben überhaupt keine Vergewaltigungen mehr geben. Wir alle wissen: das Gegenteil ist der Fall. Einige Frauen müssen sich laut der Logik von Carsten Rohleder dennoch für Sex bezahlen lassen, damit die Gesellschaft vor den Trieben der Männer beschützt wird. Das offenbart ein Männerbild, in dem es außer Frage steht, dass die Gesellschaft und nicht der Mann selbst für seine Triebe verantwortlich ist – ein armseliges Männerbild in jedem Fall und ein Frauenbild, in dem diese bestenfalls Objekte männlicher Sexualität sind, die wiederum als quasi unkontrollierbare Naturgewalt betrachtet wird. Die Annahme, dass Prostitution Vergewaltigungen reduziere wurde bereits mehrfach widerlegt – tatsächlich erhöht legale Prostitution die Vergewaltigungsrate, weil Männer daran gewöhnt werden, Sex jederzeit verfügbar zu haben – ob nun gegen Geld oder mit Gewalt.

Unser Gentleman der Woche: Gottfried Locher für seine Ansichten zu Prostitution

Hund mit Zigarette und Hut im Vintage-Stil

Jhayne (modfied) via Flickr, CC BY-NC-SA 2.0

Gottfried Locher ist der Präsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes SEK und äußert sich in seinem jüngsten Buch auch zu Prostitution. „Befriedigte Männer sind friedlichere Männer„, erklärt er, deshalb leisteten Prostituierte einen unverzichtbaren Dienst für die Gesellschaft. Würde der „Triebstau“ zu groß, wäre die Gefahr von Vergewaltigungen viel größer. Für die Frauen selbst sei Prostitution zwar schädlich, aber immerhin mache es die Gesellschaft friedlicher. Die These vom „Triebstau“ der Männer, die Prostitution als eine Art Abwasserkanal für ihre Triebe brauchen, stammt aus dem vorletzten Jahrhundert. Damals wurden Prostituierte ebenfalls stigmatisiert, aber für ihre Dienste an der Gesellschaft gnädig geduldet. Damit bestätigt Locher ein sexistisches Weltbild, in dem Männer aufgrund ihrer angeblich unkontrollierbaren Triebe ein Anrecht auf Befriedigung durch käuflichen Sex haben. Der Zusammenhang zwischen Prostitution und Vergewaltigung wurde hinreichend untersucht. Prostitution vermehrt sexuelle Gewalt und verringert sie nicht, da Prostituierte oft sogar mehrfach Opfer sexueller Gewalt werden und der Anspruch auf sexuelle Verfügbarkeit auch auf andere Frauen übertragen wird.

Unser Gentleman der Woche: Steve Santagati für seine Kommentare zu dem Catcalling-Video aus New York

Gentleman der Woche

Jhayne (modified) via Flickr, CC BY-NC-SA 2.0

Gentleman der Woche

Jhayne (modified) via Flickr, CC BY-NC-SA 2.0

Das Video von Shoshana B. Roberts ging in wenigen Tagen um die Welt. Es zeigt die junge Frau, wie sie zehn Stunden lang in schlichter schwarzer Kleidung durch New York läuft und dabei über 100 mal von Männern angesprochen und belästigt wird (engl.: „catcalling“). Einige verfolgen sie sogar regelrecht. Es ist ein schockierendes Video, das zeigt, wie weit verbreitet Sexismus und sexuelle Belästigung sind – Frauen auf der Straße sind offensichtlich Freiwild. Shosona B. Roberts erhielt kurz darauf Morddrohungen für das Video, auch Rassismus warf man ihr vor, weil in dem Video vor allem Männer mit dunkler Hautfarbe gezeigt werden. Der Spiegel berichtete über die Morddrohungen – und die Kommentare zu dem Artikel sprechen Bände. Frauen sollten lieber dankbar sein, wenn man ihnen ein Kompliment mache, hieß es und es müsse ja wohl noch erlaubt sein, einer Frau auf der Straße einen guten Tag zu wünschen. Auf CNN fand am Sonntag eine Diskussion zu dem Video statt, bei der sich der Autor und „Datingexperte“ Steve Santagati für den Gentleman der Woche qualifizierte. Er behauptete unter anderem, Frauen würden sich nicht über Belästigungen beschweren, wenn die Männer „hot“ wären. Für Frauen gäbe es nichts Schöneres, als wenn ihn einen Mann sage, dass sie gut aussähen. Im Übrigen sollten Frauen lieber mal zeigen, dass sie stark seien und solche Männer zur Rede stellen oder eben einfach nicht in der Großstadt leben. Stand-Up Comedian Amanda Seales wies ihn darauf hin, dass erst kurz zuvor eine Frau in Detroit Opfer eines Mordes geworden war, weil sie sich gegen sexuelle Belästigung wehrte und bezog sich auf den Fall der 27jährigen Mary Spears, die erschossen wurde, weil sie sich geweigert hatte, einem Fremden ihre Telefonnummer zu geben.
Santagati empfahl ihr darauf hin, sich doch eine Waffe zu kaufen.

Das Video in ganzer Länge mit seinen unglaublichen Aussagen seht ihr hier:

 

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Hier ist das erschreckende Video von Shoshona B. Roberts

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Unser Gentleman der Woche: Jürgen von der Lippe für seine „Genderscheiße“

Gentleman der Woche

Jhayne (modified) via Flickr, CC BY-NC-SA 2.0

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Jürgen von der Lippe gehört zum Entertainment-Urgestein der Bundesrepublik. Nun hat er sich im Spiegel-Interview als sexistischer Dino geoutet, der mit den Anforderungen der Gleichberechtigung nicht mehr klar kommt. Die „Genderscheiße“ mache ihn fertig, erklärte er dem Spiegel und von Frauenquoten hält er auch nichts. Sie würden Frauen in Positionen bringen, nur weil sie das richtige Geschlecht hätten. „Wenn ich ‚Mit-Glieder‘ sage, müsste ich politisch korrekt doch auch ‚Mit-Mösen‘ sagen“, schiebt er nach und man fragt sich, was schlimmer ist. Milde drüber lächeln, weil Opi mit der modernen Welt nicht mehr klar kommt, oder sich entsetzen darüber, dass solche Sprüche tatsächlich noch gedruckt werden. Wir versuchen es mal anders: Lieber Herr von der Lippe – wenn Sie sich mit den Hintergründen der Frauenquote beschäftigt hätten, wüssten Sie, dass sie notwendig ist, weil viele Frauen wichtige Positionen aufgrund ihres Geschlechts NICHT bekommen. Die „Genderscheiße“ dient dazu, mehr als die Hälfte der deutschsprachigen Bevölkerung, nämlich die Frauen, sprachlich sichtbar zu machen. Der Spruch mit den „Mit-Mösen“ zeigt, welches Frauenbild Sie haben und warum Sie dringend in Rente gehen sollten. Vielleicht haben Sie dann Zeit darüber nachzudenken, wie viel Erfolg als Entertainer Sie als Frau gehabt hätten. Bevor die „Genderscheiße“ losging.

Unser Gentleman der Woche: Maroon 5 für sein frauenhassendes Stalkervideo „Animal“

Gentleman der Woche

Jhayne (modified) via Flickr, CC BY-NC-SA 2.0

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Die „Blurred Lines“ von Robert Thicke führten zu heftigem Protest im Netz. Umso erstaunlicher also, dass Maroon 5 mit „Animal“ nun glauben, blutigen Frauenhass und Gewalt gegen Frauen als erfolgreiches Thema einsetzen zu können. Hier finden sich kein augenzwinkernder Sexismus mehr wie in „Blurred Lines“, stattdessen explizite Gewalt- und Sexszenen, die in Blut getaucht sind. In „Animal“ spielt Adam Levine einen Stalker, der einer Frau nachstellt, sie nachts beim Schlafen fotografiert und mit einem Schlachtermesser davon träumt, wie er sie umbringt. Der Text beschreibt, wie der Stalker sein Opfer verfolgt, sich an ihrer Angst und ihrem Schmerz berauscht und die blutige Gewalt gegen sie schließlich der eigentliche Höhepunkt für ihn ist. Er schleicht sich in einer Disko an sie heran und bringt sie dazu, mit ihm zu schlafen, während er in den dazwischengeschnittenen Szenen in einem Kühlhaus voller Schweinehälften ihren blutigen Tod besingt, ihr erzählt, wie er sie lebendig aufessen wird. Das Widerlichste daran: Im Text ist die Begründung für sein Verhalten, dass sie wie Tiere seien – „animals“. Falsch, Maroon 5. Tiere sind nicht das Vorbild für diese Art von inszenierter Gewalt an Frauen, sondern die kranken Gedanken frauenhassender Männer. Das Video ist eine Triggerorgie für alle, die je von Stalkern betroffen waren, es macht aus Frauenhass und Gewalt an Frauen einen besingbaren Teil der Popkultur und bleibt dabei vollkommen unkritisch, im Gegenteil: Das Video aus Sicht des Täters ist eine Bild für Bild Anleitung für jeden Stalker und Gewaltverbrecher an Frauen, der Text liefert die passende Hymne dazu. Wir Frauen kommen darin nur noch als Schlachtvieh vor.

Unsere Gentlemen der Woche: Peter Strutynski und der Bundesausschuss Friedensratschlag für ihre Erklärung anlässlich der Verleihung des Friedensnobelpreises an Malala Yousafzai und Kailash Satyarthi

Malala Yousafzai

By Russell Watkins/Department for International Development (https://www.flickr.com/photos/dfid/14714344864/) [OGL or CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

Am 10. Oktober 2014 gab das norwegische Nobel-Komitee in Oslo die diesjährigen PreisträgerInnen in der Kategorie „Friedensnobelpreis“ bekannt. Ausgezeichnet wurden die 17 jährige Schülerin Malala Yousafzai aus Pakistan und der 60jährige Ingenieur und Menschenrechtler Kailash Satyathi aus Indien. Ausgezeichnet „für ihren Kampf gegen die Unterdrückung von Kindern und jungen Menschen und für das Recht aller Kinder auf Bildung“. Die Welt – auch wir Störenfriedas – gratulierte(n) freudig überrascht. Die Welt, bis auf Peter Strutynski, seines Zeichens Sprecher des Bundesausschuss Friedensratschlag. Der erklärte im Namen der Organisation, „die Entscheidung in Oslo ist mut- und ideenlos“. Das finden wir wiederum mehr als ideenlos. Noch ideenloser finden wir indes die Alternativen, die die Kasseler Altherren-Riege, vertreten durch Peter Strutynski, statt dessen anzubieten hätte: einen Ex-CIA-Agenten für eine an sich banale Erkenntnis, und einen per Internationalem Haftbefehl gesuchten Frauenhasser für … Tja, für was eigentlich? Weiterlesen

Unser Gentleman der Woche: Marcel Guderjahn von der LINKEN Magdeburg für seine Sorge um „männerfeindliche“ Saunazeiten

Gentleman der Woche

Jhayne (modified) via Flickr, CC BY-NC-SA 2.0

Gentleman der Woche

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Man hat es ja nicht leicht als Mann und als Linker. Immerzu droht die Ungleichbehandlung durch das ewig bevorzugte, weibliche Geschlecht. Kein Wunder also, dass Marcel Guderjahn, Stadtrat der LINKEN in Magdeburg sich sofort zur Aktion berufen fühlte, als eine Magdeburger Sauna ihre Öffnungszeiten änderte, so dass die Herren nun zwei Stunden weniger in der Woche saunieren dürfen als die Frauen. „Männerfeindlichkeit“ witterte der geschlechtersensible Stadtrat da sogleich und setzte sich für die besorgten Bürger ein, die ihn auf diesen Umstand aufmerksam gemacht hatten. Immerhin ist Gleichbehandlung ein im Grundgesetz verbriefter Anspruch – und genau gegen jenen vermutet Guderjahn nun einen Verstoß – zu Ungunsten der Männer. Es bleibt zu hoffen, dass sich der engagierte Politiker ebenso für die Gleichbehandlung von Frauen einsetzt. Einschlägige Bemühungen konnten bei einer Kurzrecherche nicht gefunden werden. Wir freuen uns, wenn wir eines Besseren belehrt werden.