Ein Mädchen sein, eine Frau werden – sexuelle Gewalt als roter Faden

Kopf einer Frau mit Lichtspiel

Valeri Pizhanski (CC BY-NC-ND 2.0)

Die Störenfriedas sind ein Projekt von Frauen für Frauen. Wir wollen den feministischen Diskurs beleben und unterschiedliche Ansätze zur Diskussion stellen. Deshalb erscheinen an dieser Stelle regelmäßig Gastbeiträge, die nicht zwangsläufig die Haltung der Störenfriedas wiedergeben, aber wichtige Impulse für die feministische Debatte geben können.

Inhaltshinweis: In diesem Artikel werden körperliche, sexuelle, psychische Gewalt oder auch Folter beschrieben.

Den folgenden Beitrag schrieb unsere Leserin Klara, nachdem sie über diesen Blog stolperte. Sie schrieb uns:

Ich habe ihn gelesen und dachte mir, wie viel sexuelle Gewalt eine Frau wirklich erfährt, und das, auch ohne vergewaltigt zu werden. Es ist erschreckend und ich habe angefangen zu sammeln was mir eigentlich schon alles passiert ist. Ich komme auch auf eine ziemlich lange Liste, und sicher habe ich noch einiges Vergessen verdrängt, denn sie entstand innerhalb der letzten Stunde. Ich konnte dieses Gefühl von Scham so gut nachempfinden. Mir ist nie etwas „wirklich schlimmes“ wie eine Vergewaltigung zugestoßen, und ich habe mich sexuell trotz dessen auch sehr frei entfaltet und bin mit mir, meinem Körper und meiner Sexualität im reinen. Trotzdem hat es mich schockiert zu sehen wie viel auch ich unfreiwillig erlebt habe und wieviel Gewalt aus meinem unmittelbaren Umfeld kam. Und ich denke, dass es so oder ähnlich jede Frau schon erlebt hat. Oft wird es verdrängt und abgetan, aber es sollten auch die kleinen Verletzungen ernstgenommen werden. Sie halten uns klein und lassen uns machtlos fühlen. Sie machen uns zu Objekten.

Als Reaktion auf den Artikel schrieb Klara ihre eigenen Erfahrungen auf:

  1. Im Kindergarten legte sich ein Junge während des unbeaufsichtigten Mittagsschlafes immer nackt abwechselnd auf alle Mädchen. Er hörte irgendwann auf, nicht weil die Kindergärtnerinnen eingriffen, sondern weil seine Mutter ihm erzählte dadurch entstehen Kinder.
  2. Im Kindergarten spielten wir als 4er Clique, ein Mädchen, 2 Jungen und ich. Irgendwann wollten die Jungs unsere Vaginas sehen und überredeten uns. Im Gebüsch zeigten wir sie und sie begannen mit Stöcken gegen unseren Schamlippen zu piken, wie man es mit toten Tieren macht. Wir schämten uns.
  3. Mit 13 oder 14 fuhr ich mit Freundinnen ins Kino. In der U-Bahn setzte sich ein Mann in das leere 4er Abteil neben uns und begann in seiner Hose zu masturbieren. Wir waren beschämt und hatten Angst. Als wir ausstiegen holte er seinen Penis raus. Wir erschraken und rannten den ganzen Weg bis zum Kino.
  4. Ich war grade 15 geworden und hatte meinen ersten Freund, er war 18. nach einem Monat fingen wir an miteinander zu schlafen, ich dachte ich müsste, schließlich war er älter. Nach einem Monat wollte er Analsex ausprobieren. Er kannte es aus Pornos und sagte Frauen gefällt das. Als er ihn direkt trocken reinschob schrie ich vor Schmerzen. Sie ließen nach 2h nach. Wir waren beide schockiert.
  5. Ein Mann in der S-Bahn beobachtet mich und meine Freundin durch die Scheibe und masturbiert dabei. Sie schreit laut „Ih ein Perverser“. An der nächsten Station rennte er aus der Bahn. Wir fühlen uns gut.

  6. Mit 16 betrank ich mich mit meinem damals besten Freund und Anderen. Es war zu viel Alkohol und er wollte sich um mich kümmern. Auf dem Weg zu ihm kamen wir an einem leeren Grundstück vorbei. Er begann mich zu küssen und wollte das ich ihm einen blase. Ich wollte nicht und nach mehrmaligen bitten ließ er von der Idee ab. Stattdessen masturbierte er. Die Erinnerungen daran kam erst zurück als ich am nächsten Tag Spermaflecken auf meiner Jacke fand. Als ich ihn fragte was am Abend passiert war, sagte er „nichts“. Aus Scham tat ich, als könnte ich mich nicht erinnern.
  7. Es waren Kirchentage in Köln, meine Freundin und ich(16&15) waren Abends auf einem U-Bahnhof als ein älterer großer Mann anfängt uns zu sagen das wir endlich mal einen riesigen schwarzen Schwanz bräuchten. Er fantasierte laut wie er uns gewalttätig ficken würde. Wir hatten Angst. Alle Fahrgäste auf dem Bahnsteig schauten weg.
  8. Mit 18 war ich mit Jungs aus meiner Klasse feiern. Vlt trank ich zu viel. Vlt. waren es KO Tropfen. ALs ich zu mir kam, war es hell und ich saß auf einem Stuhl vor der Bäckerei neben dem Club. Meine Hose war offen. Von meinen Freunden war niemand da. Ich machte meine Hose schnell zu und ging nach Hause. Später sagten sie mir ich wäre irgendwann verschwunden gewesen und sie dachten ich wäre gegangen. Von meiner offenen Hose erzählte ich nichts. Bis heute weiß ich nicht was passiert war, ich hatte keine Schmerzen und hoffe das ich nur zu betrunken war meine Hose nach der Toilette zu zu machen.
  9. Mein Freund den ich im Alter von 16-18 hatte, war leicht pummelig. Irgendwann fing er an mich zu ärgern, ich müsse langsam auf mein Gewicht aufpassen, das ärgern wurde zum piesacken und eh ich mich versah machte er mich regelmäßig runter. ich wäre zu fett (170cm, 57kg). Es ging soweit das er mir im Streit vor die Füße spuckte. Als ich mich endlich trennte, war ich bereits depressiv und hatte viel von meinem Selbstwertgefühl verloren. Erst tat es ihm erst leid, er wollte mich zurück, als er merkte das seine Entschuldigungen nichts halfen. wünschte er mir das meine Depressionen echt sind und ich für immer an ihnen leiden solle. Danach begannen unterdrückte Anrufe zu allen Tages und Nachtzeiten. Sie endeten an dem Tag, an dem er eine neue Freundin hatte.
  10. In der 12. Klasse fuhren wir nach Istanbul auf Kursfahrt. Egal wo wir waren, Straßenbahn, Basar, Straße wir wurden permanent in der Anonymität der Massen begrapscht und befummelt. Die Lehrer taten es als Kultur ab und rieten uns nur in Gruppen und am besten mit Jungs die Stadt zu erkunden.
  11. Mit 19 waren eine Freundin und ich in einer Bar. Wir saßen am Tresen und tranken das Gleiche (2 Shots 1 Bier). Ab dem Moment wo ich aufstand fehlt mir jede Erinnerung. Meine Freundin erzählte mir ich konnte kaum laufen, habe mich beim warten auf den Nachtbus nur noch übergeben. Sie setzte mich in ein Taxi und fuhr mich nach Hause, wo ich erst nach 4 Anläufen die 5 Stufen zum Haus hochkam.
  12. Seit ich 19 bin, lebe ich alleine. Auf meinen Wegen zur U-Bahn und S-Bahn höre ich fast täglich Pfiffe, Flüstern, Rufe, Anmachen. Mal sind sie laut, mal leise, nur für meine Ohren bestimmt. Ich ziehe nicht alles an was ich schön finde. Oder habe Sachen zum wechseln dabei um den Hin- und Nachhauseweg unauffälliger gekleidet zu gehen. früher habe ich versucht wegzuhören, doch wenn man sowas überhört und hinnimmt, fühlt man sich schwach, schäbig und machtlos. Mittlerweile sage ich meistens was, das hilft mir und meinem Selbstbewusstsein, aber viel mehr würde es mir helfen wenn Männer mich nicht belästigen würden.
  13. Mit Anfang 20 stehe ich abends auf einem U-Bahnhof als eine Gruppe von Männern in meinem Alter kommt. Der U-Bahnhof ist voll mit Menschen. Sie bilden einen Kreis um mich und fangen an mir zu sagen, dass ich mal wieder einen guten deutschen Schwanz bräuchte. Dass sie es mir besser besorgen können als die Ausländer in meinem Kiez. Alle schauen weg.
  14. Im selben Jahr laufe ich Nachts von der S-Bahn nach Hause. Ein Auto fährt die Straße entlang wird langsamer und fährt im Schritttempo neben mir her. Die 2 Männer fantasieren was sie jetzt mit mir anstellen wollen. Wieder sind es deutsche, die mich von den Qualitäten ihrer „deutschen Schwänze“ überzeugen wollen. Ich Pöbel zurück, das Pfefferspray in meiner Jackentasche schon Griffbereit, im Kopf durchspielend wie ich sie beide im Zweifel überwältigen kann. Bloß keine Angst zeigen, bloß kein Opfer werden. Als ein Streifenwagen die Querstraße entlangfährt fahren sie endlich weiter.
  15. Mit 23 sitze ich abends in der U-Bahn nach Hause. Ein älterer Mann sitzt am anderen Ende des Wagons und starrt mich an. Nach einer Weile setzt er sich in das 4er Abteil neben mir um. Als meine Station kommt versuche ich möglichst lange sitzen zu bleiben und erst im letzten Moment auszusteigen. Trotzdem springt er schnell auf und auch raus. Als ich den Bahnhof verlasse sehe ich ihn nicht. trotzdem versuche ich dicht hinter einem Pärchen zu laufen. nach 200m bemerke ich das er auf der anderen Straßenseite, mich permanent anstarrend, mitläuft. Ich mache eine Faust um ein Feuerzeug in meiner Jackentasche und hoffe das das Pärchen lange genug den selben Weg hat. Nach 10 Minuten gibt er auf und dreht um.
  16. Ich arbeitete in einem Café, mein Chef war Mitte Ende 50 und ich war viel allein mit ihm im Laden. Fast täglich macht er Bemerkungen über meine Figur, meine Jeans, ist beleidigt wenn meine Klamotten nicht so eng sind. Ich habe eine große Klappe und gebe immer Konter. Höhepunkt dieser Arbeit: er erzählt mir was für ein toller Hecht er in meinem Alter war. Und das er mich jetzt hier in der Küche auch einfach vergewaltigen könnte, wenn er wollte, sind ja schließlich keine Gäste da. Seiner Frau gegenüber, die manchmal zu besuch war habe ich nie etwas gesagt, ich brauchte den Job und das Geld und dachte sie würde mir eh nicht glauben. Zu Weihnachten bekam ich Geld, es reichte für die nächsten 2 Monate so das ich nie wieder kam und mir in der Zeit was neues suchte.
  17. Mit 24 wachte ich morgens neben meinem Freund auf und bemerkte das meine Vagina sehr feucht war. Er erzählte mir dann, das sei Sperma denn er hätte während ich schlief mit mir geschlafen. Als er mitten in der Nacht wach wurde, hat er mir einen Finger in die Vagina gesteckt und festgestellt, dass sie feucht war. Vorsichtig schlief er mit mir, angeblich dachte er ich wäre wach und das wär eine Art Rollenspiel und das ich mich nur schlafend stellte.
  18. Mit 25 traf ich ihn auf einem Festival (wir waren nicht mehr zusammen versuchten aber Freunde zu bleiben, ich hatte bereits einen Neuen von dem ich ihm aber nichts erzählt hatte, um seine Gefühle nicht zu verletzen). Sobald wir nicht mehr nüchtern waren versuchte er wieder mich zu küssen und mit mir zu schlafen. Meine Hose hatte er schon unten und rieb seinen Penis zwischen meinen Oberschenkeln. Nur nach mehrmaligen betteln er möge aufhören, ließ er doch von mir ab. Ich fühlte mich schuldig(hatte ich falsche Signale gesendet?) und schmutzig. Am nächsten Tag erzählte ich ihm von meinem neuen Freund um zu verhindern wieder in diese Situation zu kommen. Er rastete aus, schmiss einen Stuhl, beleidigte mich, drohte mir mit sozialer Ausgrenzung und brach den Kontakt zu mir ab.

Manche dieser Geschichten habe ich nie jemandem erzählt, oft aus Scham. Sie jetzt mit euch zu teilen, fühlt sich befreiend an. Ich hoffe, dass es anderen Frauen das Gefühl gibt, sich für solche Geschichten nicht schämen zu müssen.

21 Kommentare

  1. Punkt 17 IST eine Vergewaltigung, ich weiß so was redet man sich immer schön, weil man sich das gute Bild vom Freund nicht kaputt machen will bzw. weil man die Wahrheit nicht erträgt (ich hab meine Vergewaltigung auch jahrelang nicht verstanden/geleugnet und mich gewundert, woher meine Posttraumatische Belastungsstörung kommt), aber dein Ex ist ein Vergewaltiger

  2. Ich finde es wirklich groß, sich all dem nochmal zu stellen und es aufzuschreiben. Ich fühle mich an viele widerwärtige Situationen erinnert, an die ich mich nicht mehr erinnern wollte, die ich verdrängt habe. Ich hatte immer das Gefühl, dass ich schuld bin, dass ich etwas falsch gemacht oder „provoziert“ habe. Es ist, als hätte ich das als „Ausnahmen“ und „Ausrutscher“ meiner selbst oder des jeweiligen anderen abgehakt. Nur wenige Situationen sind noch richtig lebendig und das sind meist die mit den eigenen Partnern gewesen. Situationen wie mitten im Sex plötzlich angeschrien zu werden, dass ich doch mit Absicht nicht käme und das nur nervig herauszögern würde. Ein anderer sagte das Wort „disgusting“ als er sah, dass ich mich während ich auf ihm war selbst an der Klitoris berührte und es genoss (wohl eine Beleidigung für seinen …). Und der Mann, der viel älter war als ich und mir mit 16 erklärte, dass Sex bei Erwachsenen nunmal dazugehöre und, dass ich ihn viel zu lange hinhalten würde, wenn ich jetzt schon seit zwei Monaten noch nicht mit ihm schlafen wolle. Er versuchte es so lange und immer wieder, bis ich nachgab. Ich fühlte mich danach wie der letzte Dreck und ich begann ihn zu verachten. Er war tatsächlich in mich verliebt und wunderte sich, warum ich mich nicht weiter emotional auf ihn einlassen konnte. Dann war da der Typ, der auf einer Party heftig mit mir knutschte und wir ein wenig auf den Kleidern fummelten… später bekam ich zu hören, was für eine Schlampe ich sei. Die U-Bahn und Stadtsituationen, die alten Männer, die mich beim Trampen als Teenagerin mitnahmen und sofort fragten, ob ich einen Freund habe und was wir so machen würden und ob ich nicht mit ihnen… usw. Mir wird schlecht, wenn ich an all das denke. Mir IST schlecht. Ich denke, wir alle vergessen das nie und es beeinträchtigt grundlegend unser Vertrauen zu Männern. Vor allem, da sich kein Mann um diese Dinge schert… keiner sich zuständig fühlt, sich die Jungs in den Schulen zur Brust zu nehmen und ein paar Takte mit ihnen über das zu sprechen, was respektvollen Umgang mit Frauen ausmacht. Es hat einfach keinen Sinn, wenn nur Frauen das tun. Doch: Welchen Mann juckt das? Wer fühlt sich zuständig? Wer schaut überhaupt hin? DAS ist es, was den Respekt beeinträchtigt. Das ist es bei mir, was meinen Respekt vor Männern schwer beschädigt hat. Nicht die Idioten. Es sind die Schweiger. Die „Geht-mich-nix-an-Typen“. Also: Fast alle.

    Danke für diese Zusammenstellung. Danke fürs Erinnern, auch wenns schmerzt.

  3. Ich kenne diese Situationen auch zu gut.
    Mein Schlagzeuglehrer war in dem Alter meiner Eltern. Nach der zweiten Stunde umarmte er mich. Ich dachte, das sei irgendwie „normal“ für ihn. Als er dann irgendwann anfing mich zu begrapschen, bin ich nicht mehr hin gegangen.
    Ich hatte oft trotz Unlust Sex mit meinem jeweiligen Freund, weil ich überzeugt war, dass Männer das regelmäßig brauchen.
    Beim kellnern, Karneval und Silvester, haben Männer immer wild gegrapscht.
    Ich hatte in der Gastronomie insgesamt sechs Chefs. Vier davon haben mich versucht anzugrapschen.
    In der Bahn, im Bus, in Clubs, mitten auf der Straße, im Bekanntenkreis, betrunken oder nüchtern, Männer haben mich immer angegrapscht, angelabert, Sexuell gemeint umarmt. Im vorbei gehen angefasst, beim vorbei gehen angezischt, angeflüstert, angepfiffen.
    Die meiste Zeit meines Lebens dachte ich, das sei normal und ich müsse höflich sein. Ich war beschämt und blieb freundlich, gerade in Situationen mit Bekannten (oder Chefs oder Gästen).
    Mittlerweile bin ich sofort auf 180, wenn mich einer anlabert. Mir tut es gut, das raus zu lassen und die meist ungläubige Reaktion zu beobachten.
    Es ist mir aber trotzdem Nicht angenehm. Ich hasse die selbstverständlichkeit, mit der manche Männer sich über klare Signale von Frauen hinweg setzen und sich auf widerliche Art körperlich nähern!
    Das ist KEIN Kompliment. Auch anzischen, anpfeifen, anlabern sind keine Komplimente.
    Mein Männerbild war nie das beste. Aber die Mischung aus medial transportierten stereotypen Weisheiten und den Männern, die mir immer wieder begegnet sind, hat es nicht verbessert.

  4. Danke fürs Aufschreiben!
    Genau so eine Liste habe ich selbst auch schon geschrieben…als mir mit Anfang 20 klar wurde, daß ich in meinem Freundes/Bekanntenkreis kaum eine (weibliche) Person kenne, die nicht mindestens Belästigung kennenlernen musste.

    Zum Thema Scham: Nicht WIR sollten uns schämen und mit dieser Art Erlebnissen hinter dem Berg halten, sondern die Täter, die für ihre Taten die Verantwortung haben.
    Die Zeit des stillen (beschämten) Schweigens sind vorbei (siehe #aufschrei,#hollerback,#ichhabenichtangezeigtweil).
    Austausch und vor allem: Sichtbar machen der Taten sind dran!
    Nochmals: Danke an Dich!

  5. Das ist ja fürchterlich!Ich bin lange aus dem Alter raus, wo ich auf der Straße sexuell belästigt werde und komme wohl in das Alter,wo man eher versuchen wird, mir die Tasche zu klauen. Derlei Gewaltsames habe ich in meiner Jugend nicht erlebt, es beschränkte sich auf Pfiffe von meist südeuropäischen Bauarbeitern, wenn man an den Baugruben vorbei ging. Das hat mich damals schon zum Platzen gebracht, ich habe sie unflätig beschimpft. Abends in der Straßenbahn konnte es auch unangenehm werden, weswegen ich nie allein unterwegs war. Später habe ich in Italien und in Westberlin studiert, da erinner ich nur, dass ich, wenn ich mit dem nachtbus unterwegs war, mir sicherheitshalber Strecken zum Laufen aussuchte, wo mehrere Kneipen auf dem Weg lagen, um notfalls dort hineinspringen zu können. ich konnte damals wahnsinnig schnell rennen und verließ mich darauf, d.h. ich hatte sowas wie das Gefühl, ich häng‘ sie alle ab. Einla fragte mich auf offener Straße ein Pickelknabe, ob ich ihm für 30 Mark beim Onanieren zusehen würde. Ich war einfach nur verdutzt und sagte spontan „nö“ und ging dann weiter.In der Vorlesung angekommen erzählte ich den Vorfall meinen Kommilitoninnen, die herzlich darüber lachten. Es war ja auch zum Lachen- einerseits. Aber Bedrohungen durch Gruppen kamen eigentlich nicht vor, das ist wohl der Unterschied. Ich hatte keine Angst bei diesem versuchten Exhibitionismus.

  6. Liebe Klara,

    wenn ich lese was Du schreibst werde ich richtig wütend. Weil ich die gleichen Geschichten aus meiner Jugend erzählen könnte. Ich bin Jahrgang 1952. Weil ich die gleichen Geschichten hunderte Male in meinen Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungskursen, die ich 20 Jahre unterrichtet habe, gehört habe. Weil Frauen und Mädchen sich immer noch schämen. Weil sich seit meiner Jugend nichts geändert hat.

    Es müssen ganze Legionen von Männern sein, die in Zugabteilen vor Frauen wichsen. In jedem SV-Kurs, den ich gab, haben sich, wenn eine Frau sich getraut hat davon zu erzählen das ihr das passiert ist, vier weitere gemeldet, denen dies auch passiert ist.

    Wieviel Prozent der Frauen sollen laut den wissenschaftlichen Untersuchungen Erfahrungen mit sexueller Gewalt gemacht haben? Ich weiss es gerade nicht. 25%? ⅔? 75%? Glaube ich nicht. Wir haben alle diese Erfahrungen gemacht. Den meisten meiner Schülerinnen sind sie aber erst während des Kurses wieder eingefallen. Oder sie haben sich erst dann getraut sie zuzugeben. Weil sie sich schämten. Die Täter schämen sich nicht. Sie halten uns in Angst und Schrecken. Damit wir an unserem Platz bleiben. Damit wir vom Schutz von Männern abhängig bleiben.

    Meine Wünsche:
    – Lernt endlich massenhaft Kampfsport. Am Besten feministische Selbstverteidigung. Dann wird die Welt sicherer, weil Frauen sich selbst beschützen und sich gegenseitig helfen können.
    – Organisiert Euch um die Gesellschaft wirkungsvoll zu verändern.
    – Tragt den Feminismus weiter.

    Wir sind nicht dafür verantwortlich, dass es ist wie es ist. Aber wir sind dafür verantwortlich, wenn es so bleibt wie es ist. Wenn wir heute nichts tun, dann leben wir morgen wie vorgestern.

  7. Liebe Klara,

    zunächst vielen lieben Dank für deine Offenheit. Das, was du erlebt hast, ist für eine junge Frau sehr viel, nicht außergewöhnlich viel, denn das begegnet vielen Frauen, dennoch zu viel.
    Dafür gibt es keinen Grund zur Scham, keinerlei Grund dich zu fragen, warum DIR das passiert ist und keinen Grund dir die Frage zu stellen, ob du etwas falsch gemacht bzw. die falschen Signale gesendet hast.

    All das ist Unfug. Du hast nichts falsch gemacht, es gibt keinerlei Grund dich zu schämen.
    Schämen müssen sich einzig die Jungen und Männer.
    Und das tun sie nicht. Oder wenn, nur sehr selten.

    Deprimierend, ich weiß.

    Aber ich möchte deinen Fokus auf einen anderen Aspekt lenken. Einer, der tatsächlich dich betrifft.

    Du schreibst: „Mir ist nie etwas „wirklich schlimmes“ wie eine Vergewaltigung zugestoßen, und ich habe mich sexuell trotz dessen auch sehr frei entfaltet und bin mit mir, meinem Körper und meiner Sexualität im reinen.“

    Ich habe deinen Beitrag zweimal gelesen. Den Satz sogar noch öfter. Und ich möchte dir gerne etwas dazu schreiben – und das hat beleibe nicht den Grund, dir den Glauben an dich nehmen – im Gegenteil.

    Ich möchte schlicht, dass du den Fokus mehr auf dich und deine Wünsche, Bedürfnisse, Wahrnehmung und Empfindungen lenkst.

    Aus diesem Grund versuche ich dir an einem Beispiel klar zu machen, worauf ich hinaus will.

    „17. Mit 24 wachte ich morgens neben meinem Freund auf und bemerkte das meine Vagina sehr feucht war. Er erzählte mir dann, das sei Sperma denn er hätte während ich schlief mit mir geschlafen. Als er mitten in der Nacht wach wurde, hat er mir einen Finger in die Vagina gesteckt und festgestellt, dass sie feucht war. Vorsichtig schlief er mit mir, angeblich dachte er ich wäre wach und das wär eine Art Rollenspiel und das ich mich nur schlafend stellte.“

    Dein Freund ist ohne dein Einverständnis in dich eingedrungen, denn du hast geschlafen.
    Dein „angeblich“ sagt mir, dass dir das bewusst war, denn du hast ihm seine Erklärung nicht geglaubt.

    Was mich dann irritiert ist aber Folgendes:
    – „er hätte während ich schlief mit mir geschlafen“
    – „Vorsichtig schlief er mit mir“

    Für mich hat das nichts mit “ miteinander schlafen“ zu tun, sondern mit Missbrauch.
    Er hat eine Situation ausgenutzt, in der du nicht bei Bewusstsein warst. Und auch wenn er dabei vorsichtig war, damit er dich nicht weckt, war es Gewalt. Er hat sich an dir vergangen. Er hatte nicht dein Einverständnis, und das gehört, wenn man mit einander schläft, einfach dazu.
    Ansonsten schläft man nämlich nicht miteinander.

    Und genau das führt mich zu dem zuerst zitierten Satz.

    Deine Sexualität ist nicht minder wert als die eines Mannes.
    Kein Mann hat ein Anrecht auf deinen Körper, auch nicht, wenn du mit ihm in einer Beziehung bist.
    Du hast nie etwas Schlimmes erlebt?

    Doch, ich finde, das hast du, auch wenn du dir das aus Selbstschutz vielleicht nicht eingestehen magst.
    Dein damaliger Freund, jemand, dem du eigentlich vertrauen können müsstest, hat dich missbraucht, hat deine Grenzen überschritten – etwas, das ihm absolut nicht zusteht – auch nicht als dein Freund.

    Ich weiß nicht, welche Vorstellung du von Vergewaltigung hast?

    Vielleicht denkst du, dass das etwas ist, was dir in einer dunklen Straße durch einen Fremden passiert?
    Diese Fälle gibt es, ja.
    Sie machen ca. 20 -25 % aller Vergewaltigungen aus.

    50 % geschehen durch Partner oder Expartner.
    Und die restlichen durch Bekannte bzw. Familie.

    Und es ist nicht immer offensichtliche Gewalt dabei.

    Dein Freund hatte nicht dein Einverstandnis.
    Du hast geschlafen.
    Er hat deine Grenzen missachtet
    Kann er da mit dir geschlafen haben?

  8. Es tut mir aufrichtig leid das du solche Erfahrungen durch uns Männer machen musstest. Ich bin immer wieder entsetzt und es beschämt mich zu welch üblen Taten wir fähig sind. Es erinnert mich daran, das die meisten von uns zu solchen oder ähnlichen Belästigungen fähig sind. Es gibt dabei kein schlimm oder weniger schlimm. Sexuell belästigt hat nahezu jeder Mann schon einmal eine Frau in irgendeiner Form. Auch beschämt mich das Wegschauen und tolerieren solcher Belästigungen, was ja einen selbst zum Mittäter werden lässt. Auch wenn wir vergangenes nicht ungeschehen machen können, so finde ich zukünftig die Kraft und den Mut, einzuschreiten. Deswegen finde ich es gut, das du diese Erfahrungen aufschreibst und uns daran erinnerst.
    Mit nachdenklichen Grüssen
    Silvio

  9. So eine Liste bekommt glaub ich fast jede Frau zusammen, wenn sie lange genug nachdenkt.
    Ich bin auch langsam aus dem Alter raus, in dem ich ständig von Männern auf der Straße verfolgt, unter einem Vorwand angeredet, angestarrt und angefasst werde. Quasi vom verschüchterten Häschen zur handtaschenschwingenden Furie, wenn sich auch nur einer wagt nach der Uhrzeit zu fragen. Von „man kann doch mal fragen“ Angeboten zum Sex mit Wildfremden, teilweise gegen Geld ganz zu schweigen (sie fragten wirklich ganz nett, so dass man als A*loch dastand bei Ablehnung). Mir wird richtig schlecht (und ich bin heilfroh, dass ich keine Tochter habe), wenn mir heute bewusst wird, was mir vor allem als Minderjährige alles passiert ist. Diese Taten werden nicht als Gewalt oder Mobbing (ja, es war regelrechtes Mobbing von fremden Männern gegen mich, anders kann ich es nicht sagen), sondern als lustige Begebenheiten angesehen. Bei mir kam noch der ständige Druck dazu, einen Freund vorweisen zu können, da ich mit 15/16 die Frechheit besaß, keinen zu haben. Da habe ich mich dann noch weniger getraut von den Attacken zu erzählen, weil ich mich 1. schämte keinen Freund zu haben und 2. in ähnlichen Situationen mir Dinge wie „sei doch froh…, wie willst du je jemanden kennen lernen, wenn man dich nicht ansehen, ansprechen, anfassen darf…, irgendwann ist der Lack ab…“
    Ich wünsche mir, dass statt Mädchen stundenlang in der Sonne im Kreis um die Turnhalle laufen zu lassen, sie an den Stufenbarren zu hängen, sie Choreographien tanzen zu lassen, im Sportunterricht richtige Selbstverteidigung oder eben Deeskalation gelernt werden. Mit 12/13 ist kein Mädchen (ich war damals noch ein Kind mental) auf die Attacken der meist sehr viel älteren Männer vorbereitet. Generell waren sie immer viel älter, heute werde ich von regelrecht steinalten Opis belästigt. Macht mir keine Angst mehr, die kann ich mit einer Hand umhauen, aber auch diese Altersdifferenz hat mich immer so geschüttelt. Was habe ich als 16jährige einem 40jährigem zu erzählen oder er mir, älter als meine Eltern.

  10. Ich schäme mich zuzugeben, dass ich erst 48 Jahre alt werden musste, bis bei mir der „Groschen“ fiel und ich ca. 70% aller sexuellen“Intimitäten“ unter „Nötigung und/oder leichter Vergewaltigung “ einordnen konnte.
    Bis dahin tat ich immer so, als sei alle bestens; und es sei eben NUR ich, die ein bisschen prüde (geblieben) sei. Bis auf einen Freund, haben alle sog. „Freunde“ mit Nötigung, Druck, Gemeinheit, Liebesentzug, und auch nächtlichen Übergriffen „gearbeitet“. Als mir das dann endlich klar wurde, ist mir zuerst einmal tagelang schlecht geworden. Das Schlimmste war, dass die Männer dann immer mich hingestellt haben als Eine, mit der halt etwas nicht stimmt. Sie hingegen fanden das alles und ihr Verhalten völlig in Ordnung und auch lustig. Diese Erkenntnis hat mich so tief beschämt, dass ich nie darüber gesprochen habe. Es war ja klar in dieser übersexualisierten Zeit, dass bei mir angeblich etwas nicht stimmte.

  11. Silvio, es hilft nicht, sich schuldig zu fühlen oder Männer generell anzuklagen. Es ehrt Dich zwar, dass Dir das leid tut, aber wir müssen uns schon fragen, woher diese Verhaltensweisen eigentlich kommen und warum sie so tief verinnerlicht sind, warum Gewalt so wenig tabuisiert ist. Es gibt nämlich auf der Welt noch einige wenige mutterrechtliche Gesellschaften, in denen Frauen nicht sexuell belästigt oder gar vergewaltigt werden. Viele dieser Gemeinschaften brauchen nicht einmal eine Polizei, weil sie einfach nicht gewalttätig werden müssen. Natürlich leben dort auch Menschen und die haben auch aggressive Affekte und auch – impulse, aber er scheint, dass sie irgendetwas anderes machen. Dort haben Frauen auch die Wirtschaftsmacht in den Händen, nicht die Männer. Und sie verteilen die Güter gerechter, wie auch das Anhäufen materieller Güter dort kein Sozialprestige mit sich bringt.
    Ich selbst habe mich ein einziges Mal verschätzt, wobei aber alles gut ausgegangen ist, aber ich hatte einfach nur Glück.
    Ich kam nach einem stressigen Nachtdienst mit nachfolgendem Tagdienst todmüde mit dem Zug an einem Bahnhof an, wo ich mein Auto geparkt hatte, um nach hause zu fahren (ich arbeitete in einer anderen Stadt). Ich bemerkte, dass ich wohl das licht angelassen hatte und die Batterie leer war. kein Auto weit und breit, das mir hätte Starthilfe geben können. Ich wollte (damals gab es noch keine Handys) den ADAC rufen, die Telefonzelle war aber besetzt.Ic lief genervt davor auf und ab, um dem telefonierenden Mann drinnen zu signalisieren, dass ich auch noch telefonieren will. Nach einer gefühlten Ewigkeit macht ich die Tür auf und fragte, ob es noch lange dauert. Der Kerl sagte „Ja“ und machte die Tür wieder zu. Ich schnaubte vor Wut und fluchte halblaut vor mich hin- zu recht, wie ich fand und immer noch finde. Nach einer weiteren Ewigkeit kam Mr. Unverschämt aus der Zelle, baute sich vor mir auf und sagt“Bloß weil Sie’n Weib sind glauben Sie wohl, dass sie alles machen können!“ Hä? Ich verstand nur Bahnhof, sah ihn wohl auch entgeistert an, woraufhin er fortfuhr, er habe das Fluchen wohl gehört, wo ich denn wohl meine Erziehung gehabt hätte (Das hätte man eher ihn fragen sollen). Ich schaute immer verdutzter, dachte, der spinnt, und sagte nur „Ich glaube kaum, dass Sie das was angeht.“ Daraufhin merkte ich, wie er anfing, Affekt zu pumpen- ein Kleiderschrank von einem Mann, dem ich, obwohl immer eher groß und kräftig, nicht gewachsen gewesen wäre. Ich reagierte spontan und erklärte ihm, wenn er hier gewalttätig werden wolle, bekäme er juristische Probleme. Ich war einfach so wütend, dass mich gar nichts schreckte, und die Drohung meinte ich ernst. Das muss er bemerkt haben, denn er holte noch einmal tief Luft, drehte sich um und zog Leine. Uff!! Das hätte schief gehen können. Der Bahnhofsplatz war noch von Menschen besucht, deshalb war ich so überrascht und konnte mir nicht vorstellen, dass jemand so blöd ist , In Gegenwart von vielen Zeugen jemanden zusammenzuschlagen. Das war 1994, heute wäre ich da weit vorsichtiger.

  12. Auch ich könnte so eine Liste erstellen. Meist waren es nur „Kleinigkeiten“, wie blöde sexualisierte Anmachen von deutlich älteren Männern als ich dim Teeniealter war. Aber auch der sexuelle Missbrauch durch meinen Stiefgrossvater im Alter von ca. 4, den ich erst in einer Hypnosesitzung erfahren durfte/musste, sowie weitere Missbräuche durch Bekannte oder einen Betreuer in einem Ferienlager, der mich fast mit einem Messer getötet hat, welches er nach mir geworfen hat. Ich weiss gar nicht, wie oft ich in meinen 47 Jahren missbraucht und vergewaltigt wurde, da ich auch so naiv war anzunehmen, dass das ja alles normal sei, wenn der Partner einen im Schlaf anfängt zu penetrieren oder wenn man sturzbetrunken und seit 1,5 Jahren von diesem Typen getrennt nach dem Kotzen auf dem Boden gefickt wird, halb bewusstlos. Ach Scheisse, und ich wundere mich, warum ich so eine Riesenwut auf Männer habe…zum Glück zeigt die sich nicht im täglichen Umgang miteinander.

  13. Liebe abgenervt,

    ich habe ähnliches gedacht, als ich diesen Abschnitt 17 gelesen habe. Gleichzeitig frage ich mich: Wie geht man damit um, dass man missbraucht wurde. Ist es, wenn man nicht weiß, wie man damit umgehen soll, auch okay selbst zu definieren, wann man missbraucht wurde und in welchem Maß man das so empfindet?

    Ich finde, wir müssen aufpassen, dass wir uns gegenseitig nicht in gewisser Weise „Gewalt“ antun, ohne es so zu meinen oder es zu merken, wenn wir anderen Frauen versuchen klarzumachen, dass sie von einem Mann wie ein Gegenstand benutzt wurden. Das zu fühlen, tut unfassbar weh. Es kann einem den Boden unter den Füßen wegziehen. Ich glaube, so manche Frau erkennt das was für sie wichtig ist, dann wenn sie sich dafür „reif“ fühlt. Für uns alle ist es ein Schock, wenn wir beginnen die Dinge neu zu definieren, die wir mit Männern (gerade denen, denen wir vertrauten und die wir liebten) erlebt haben. Am liebsten möchte man jede andere Frau „aufwecken“, wenn man ähnliches von ihr hört.

    Ich frage mich jedoch zunehmend: Ist das immer das Richtige? Vor allem, wenn die Gefahr durch diesen Arsch, der das Besagte getan hat, nicht mehr akut ist. Ja, möglicherweise könnte das Bewusstsein vor den nächsten miesen Typen schützen, die alles nur noch schlimmer machen, aber ich habe mehr und mehr das Gefühl, dass jede Frau ein Recht auf ihr eigenes Tempo und ihre eigenen Definitionen all der Dinge, die sie erlebt hat, haben darf. Ihre Wahrheit ist nicht mehr oder weniger wahr als deine oder meine. Sie sagt: Sie hat sich noch nie „wirklich“ vergewaltigt gefühlt. Ich denke, es ist okay, das so zu sehen. Sollte es notwendig für Klara sein, das eines Tages umzudefinieren, wird sie es sicher von sich aus tun, glaube ich.

    Liebe Grüße
    Susanna

  14. Liebe Susanna,

    ich verstehe dich, denn ich habe lange mit mir gehadert, ob ich das schreiben soll. Und die Gründe waren ähnlich denen, die du aufführst.

    Aber ich habe mich schlussendlich doch dafür entschieden.
    Und zwar aus einem einfachen Grund:

    Viele Frauen neigen dazu, Übergriffe als normal anzusehen, so wie Yvonne weiter oben auch über sich schreibt. So wie ich es selbst erlebt habe, so wie viele Frauen es erlebt haben.

    So lange eine Frau das aber für sich selbst nicht erkennt und letztlich auch als das benennt, was es ist, so lange wird sie das weiter in gewisser Weise unter Normalität verbuchen, sich fragen, was mit ihr nicht stimmt und damit vielleicht auch einer Sexualität oder Beziehung auf gegenseitiger Wertschätzung beruhend im Wege stehen.

    Klar kann ich sagen – was kümmert’s mich? Da mussten wir alle durch. Aber ganz ehrlich, will ich, dass eine junge Frau über lange Zeit das erlebt, was ich erlebt habe – die gleichen immer wiederkehrenden Verletzungen, Vertrauensbrüche, die gleichen Beziehungsmuster etc.?

    Vergewaltigung/ Missbrauch ist etwas, was in der Vorstellung von Frauen so oft nur mit Fremden in Verbindung gebracht wird. Und gäbe es nur diese Fälle, wären das ja schon fast paradiesische Zustände, dann dann gäbe es nur noch ca . 25 % sexuelle Gewalttaten von heute.

    Aber das, was Yvonne weiter oben schreibt, „Nötigung, Druck, Gemeinheit, Liebesentzug, und auch nächtlichen Übergriffen“ ist Alltag. In Beziehungen. Welche heterosexuell lebende Frauen hat dergleichen nicht erlebt?

    Und wenn eine Frau diese Übergriffe wie beispielsweise den, den ich weiter oben hervorgehoben habe, unter Sexualität (miteinander schlafen) verbucht, gehören sie damit zur „normalen“ Sexualität dieser Frau dazu.

    Soll das so sein? Als das gesehen werden? Soll sie noch 20 Jahre so leben?

    Ja, ich weiß, dass es schmerzhaft ist, das zu erkennen, und ja, ich war übergriffig, als ich es ausgeführt habe, aber ich konnte es einfach nicht „mit ansehen“, denn ich selbst hätte mir so sehr eine Frau gewünscht, dir mir das in meinen jungen Jahren gesagt, das, was ich erlebt habe, als das benannt hätte, was es war: Gewalt.

    Das hätte mir so vieles erspart.

  15. Ich bin schon immer noch entsetzt, wieviel sexuelle Übergriffigkeit bzw. Gewalt in Partnerschaften vorkommt. Wenn ich so etwas auch nur in Ansätzen- also Rollenzuschreibungen, was denn eine Frau sei oder zu sein habe, Ignorieren meiner Bedürfnisse über gewisse Zeiträume, Nichtwahrnehmen meiner Person, ja, auch sexuelle Anmache im Halbschlaf (ohne Penetration), Sexualisierung primär nicht sexueller Situationen, verbal artikulierte perverse Bedürfnisse (habe ich einmal erlebt), oder einfach auch generell uneinfühlsames Verhalten – in Ansätzen bemerkt habe, habe ich die Partnerschaft infrage gestellt und bin dann auch gegangen. Vielleicht hätte ich anderenfalls auch Gewalt erlebt so wie viele Frauen, die hier schreiben und wie noch mehr , von denen wir nichts wissen. Vor sowas habe ich Angst bzw. es widert mich an, vielleicht bemerke ich es deshalb früh. Anmache als Tennager durch wesentlich ältere Männer, die ich eher im Väterlichen verortete, kenne ich auch, von denen habe ich mich dann auch enttäuscht und sehr irritiert zurückgezogen. Ein Vater einer Sandkastenfreundin, der heute fast 90 ist, fragt meine Mutter immer nach mir- bis heute- und meint, ich könne ihn mal besuchen kommen. Armer Irrer. Ich bin allerdings auch der Meinung, dass man nicht nur mit einem Mann glücklich werden kann, sondern manchmal schon eine Trennung besser ist. Ich lebe seit 15 Jahren mit einer guten Freundin (keine Sexualpartnerin) in einem Haus, damit geht es mir gut. Mein Alter muss ich nicht allein verbringen und sie auch nicht. Das bringt die ganze Welt dazu zu glauben, wir seien ein Paar, was ja auch okay wäre, nur ist es ja gar nicht so. Aber soviel Freiheit darf wohl nicht sein im Patriarchat.

  16. Liebe Susanna und liebe abgenervt,
    die Frage der Definition ist eine wichtige. So wie es aus eigener Erfahrung schwer ist, wenn aus der Definition „Missbrauch“ plötzlich eine Degradierung zum „sexuellen Übergriff“ stattfindet um den Täter zu schützen, so ist es umgekehrt auch ein hartes Stück, wenn andere einem versuchen klar zu machen, dass es schlimm war was man erlebt hat. Wozu muss man solche Dinge immer möglichst präzise definieren? Ist es nicht viel wichtiger WIE man sich dabei gefühlt hat? Es kann einem den Boden unter den Füßen wegziehen, wenn von anderen starke Worte benutzt werden. Es hat seine Berechtigung, dass man andere Frauen wachrütteln will. Aber, dann hat man sie wachgerüttelt und lässt sie vor diesem Abgrund stehen. Das ist schwierig. Dann wird das Erfahrene in seiner Wertung plötzlich ganz anders.

    Leider kann ich auch so eine List schreiben. Und leider muss ich auch sagen, dass wir Frauen auch mitschuld sind. Daran dass sich nix ändert. Wir sollten überdenken wie wir unsere Töchter erziehen. Hat es nicht einen Grund, weshalb wir in der Pubertät so Ahnungslos überrascht werden? Ich will nicht darauf hinaus, dass wir Mädchen zu Männerhasserinnen erziehen sollen. Aber es wäre ein Anfang, wenn wir ihnen mehr Selbstvertrauen mitgeben. Ein Gefühl für ihren Körper. Keinen Ekel vor ihrer Periode. (Es ist erschreckend wie Frauen in den Foren über z.B. Menstruationstassen schreiben. Wie oft man zwischen den Zeilen lesen kann, dass sie ihre Periode ekelhaft finden. Wer hat ihnen gesagt, dass es ekelhaft ist?). Einen gesunden Umgang mit ihrer Vulva. Es ist völlig normal das jungs an ihrem „Puller“ rumspielen dürfen. Aber wenn Mädchen sich berühren und ihren Imtimbereich erkunden, dann sind es meist andere Frauen die sagen „fass das da unten nicht an!“. Warum? Jungs müssen sich ja anfassen, geht ja nicht anders. Aber warum haben wir so eine Angst davor, wenn ein kleines Mädchen sich im Intimbereich berührt? Wie sollen bei so einer Erziehung Frauen entstehen die Selbstbewusst sind? Dann lässt man Jungs auch mit dem Stock an seinen Schamlippen rumpicksen und schämt sich dafür, statt denen eine reinzuhauen. (keine Kritik an der Autorin, ich war als Kind ja nicht anders)
    Warum werden wir Frauen so sehr zur Defensive und Passivität erzogen?

  17. Man muss schon in der Lage sein, sich zu trennen, auch wenn es schmerzhaft ist. Sonst hören die Übergriffe nie auf. Trennungen gehören aber zum Leben dazu. Es gibt viele Menschen, die das nicht können, aus vielerlei Gründen. Dann ist es passend, sich professionelle Hilfe zu suchen, um aus der Falle herauszukommen und auch all die Selbstwertprobleme und die Probleme im Körpererleben anzugehen.

  18. Nochmal zum Thema wie Mädchen erzogen werden/wurden. Als ich im Alter von ca. 10 Jahren mit einer Gruppe in eine Ferienfreizeit fuhr und wir von dem perversen Betreuer gesagt bekamen, dass wir nachts die Unterhosen auszuziehen hätten, habe ich mich geweigert. Ich war ja, was mir zu dieser Zeit nicht bewusst war, Missbrauchsopfer durch meinen Stiefgrossvater. Ich also: nein, ich behalte meine Unterhose an. Daraufhin sagte ein gleichaltriges Mädchen zu mir, ich solle mich nicht so anstellen, das wäre doch schon in Ordnung, wenn die Jungs mal an die Schnecke fassen wollen. Sie selbst lässt das immer mit sich machen und findet nichts dabei. In diesem Feriencamp (das ist so ca. 35 Jahre her) wurde auf Befehl des perversen Betreuers bei einem Ausflug auf einen alten Friedhof die Mädchen von den Jungs gejagt und wer eine bekam, sollte sie ausziehen. Ich habe mich mit Händen, Füssen und Zähnen gewehrt. Was ich mit ansehen musste war, wie ein Mädchen nackt ausgezogen, von 4 Jungs an Händen und Füssen gehalten und mit auseinandergespreizten Beinen auf einem Grab liegend von diesem perversen Schwein von Betreuer fotografiert wurde. Ich habe mich damals nicht getraut, das jemandem ausser meiner Schwester zu erzählen, da ich mich für dieses Erlebnis geschämt habe.

  19. Oh mein Gott, Tanja, das ist ja grauenhaft. Ich hoffe, du hast für dich eine gute und sichere Umgebung aufbauen können, damit all das ein wenig heilen kann, was du erlebt hast… auch wenn es immer eine tiefe Wunde bleiben wird.

    Ich kann es jenen Frauen nicht verdenken, die sich eine Welt ohne Männer wünschen. An meinen schwärzesten Tagen, wenn ich mich wieder intensiv mit all dem beschäftigt habe, wie Frauen in der Welt leben und was für einer Folterherrschaft der gewaltsamen Kontrolle über ihre Sexualität sie erdulden müssen, geht es mir manchmal ähnlich… Wenn man die Augen und Ohren weit öffnet und nichts mehr verharmlost oder verschweigt, ist all das einfach überall. Das macht es so unerträglich, dass es eben KEINE Ausnahmen sind.

    Manchmal frage ich mich dann: WOHIN mit all der Wut?! Als Frau, als Mensch mit Gebärmutter, ist mir Töten von Grund auf suspekt. Gewalt ebenso. Ebenso weiß ich, dass es nichts bringt in all diesem Groll zu leben, den ich dann verspüre, manchmal bis hin zu Hass. Ich schaufele mich da immer wieder heraus, weil ich spüre, dass diese Gefühle mir selbst (und damit auch jenen, die mir am nächsten stehen) am meisten schaden und zu einer Lebensphilosophie führen, die nicht lebensfreundlich ist. Und doch ist immer wieder die Frage: WOHIN mit der WUT?!

    Trotz feministischem Engagements ist sie bei mir nicht ausreichend kanalisert. Es ist einfach unerträglich, was passiert und am liebsten möchte ich manchmal aus diesem friedfertigen Status raus… Es bleibt bei der Fantasie, weil ich denke, dass man dann auf das Niveau der armseligen Kreaturen absinken würde, die sich auf eine solche Art verhalten.

    Zudem denke ich: Es ist nicht notwenig, da die Evolution, die Natur offensichtlich schon dabei ist, bestimmte evolutionäre Fehler zu korrigieren. Auch, wenn das sehr langsam geht. Es ist bekannt, dass das Y-Chromosom zunehmend degeneriert. Männerrechtler führen es darauf zurück, dass der Mann immer mehr „unterdrückt“ werde ;). Ihre krude Begründung, warum dann das X-Chromosom weiterhin derart riesig im Vergleich zum Geschlechtschromosom des Mannes ist, würde mich nach Jahrtausenden der Unterdrückung der Frau dann tatsächlich interessieren. Nicht (käme eh nur Blödsinn 😉 ). Ich finde stattdesssen den Gedanken nicht abwegig, dass dieser Prozess eine Art Regulation der Natur darstellen könnte:

    Wenn man evolutionär denkt und die Evolution dafür sorgen soll, dass Leben weiter besteht und optimiert wird, dann ergibt es ja durchaus Sinn, dass ein Lebewesen geschwächt wird, das _alle_anderen_ Lebewesen inklusive der natürlichen Pflanzenwelt brutal auszubeuten und zu töten pflegt. Möglicherweise entsteht so in einigen tausend Jahren eine Welt, in der es Männer vermutlich noch gibt, sie allerdings weit weniger groß, weniger muskulös und weniger konkurrenzorientiert und testosteron-geschwängert sind, sondern sich jene im Ergut-Pool durchsetzen, die durch Intelligenz und Umsicht eine große Überlebens- und Anpassungsfähigkeit zeigten und für den Fortbestand der Menschheit sorgen, ohne dass alles andere darunter leiden muss, inklusive der Frauen. Sozusagen ein Abschmelzen dessen, was aggressive Männlichkeit unterstützt und eine genetische Auslese derer, die sich auf andere, klügere und lebensförderndere Weise durchsetzen und für den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen einsetzen, statt sie auszubeuten.

    Neben dem Schutz der Frauen und Mädchen, lohnt sich finde ich die feminstische Arbeit auch deshalb: Das Bewusstsein in den Frauen schärfen, dass SIE die Auslese – ihre natürliche Funktion in der Natur – wieder unter ihre Kontrolle bekommen müssen und dann eben nicht jene Männer wählen, die den „Dicken“ machen, denn das sind genau jene, die die falschen Erbanlagen in die Zukunft tragen würden. Ich kenne immer mehr Frauen, die eine große Affinität für alles an Männern entwickelt haben, was Sanftheit und Stressresistenz, Intelligenz sowie ein gesundes Selbstwertgefühl ausstrahlt, das es nicht nötig hat, an jede Hausecke zu pinkeln um seine „Duftmarke“ zu hinterlassen (bildich gesprochen für: Überall „auftrumpfen“ müssen). Männer mit feinen Händen und feinen Gliedern, die ein großes Herz und zugleich eine enorme Zähigkeit im Umgang mit Widrigkeiten mitbringen, die man ihnen oft erst auf den zweiten Blick ansehen kann, avancieren immer mehr zu jenen, die begehrt sind. Der klassische Macho hingegen wird im Auswahlprozess langsam aber sicher immer mehr zum Verlierer. Das allerdings vor allem dort, wo die Gewaltherrschaft des Mannes über die Frau zumindest bereits gestört ist, so wie hier bei uns. In vielen Teilen der Welt ist sie ja noch vollkommen ungehemmt am wüten, bis hin zur Gesetzgebung und allem, was dazugehört. Zugleich zeigt uns der Sieg des Soziopathen Trump, der voll einen auf Männlichkeits-Proll macht, wie vulnerabel diese Errungenschaften sind und wie sehr wir alle jeden Tag gegen all die Backlash-Tendenzen gegenhalten müssen und niemals einschlafen dürfen. Wenn die Welt nach vier Jahren Trump noch nicht von Atombomben zerfetzt ist, bin ich zuversichtlich, dass dieser Backlash in den USA von all den starken Frauen dort mit Wucht aufgehalten werden wird und als nächstes eine Frau, vielleicht dann ja sogar Michelle Obama, ins Weiße Haus einziehen wird.

    Ebenso wie Bemühungen der Natur durch die Evolution für ihr eigenes Überleben zu sorgen, können und werden Frauen weltweit parallel dazu dafür sorgen, dass Frauen und Kinder in Zukunft sicherer und freier leben können. Dessen bin ich mir einfach sicher. Ich bin mir sicher, dass wir – wenn wir nicht nachlassen und nicht einschlafen – es schaffen werden. Ganz ohne Gewalt. Lebensfördernd und lebensfreundlich, denn darum geht es: Um eine lebensfördernde Umgebung, eine lebensfördernde Welt. Wir Frauen sind dafür zentrale Figuren, diese mitzuerschaffen und wir tun es weltweit jeden Tag. Die Gewaltherrschaft des Mannes WIRD enden. Dagegen kann er überhaupt nichts tun, außer uns alle und damit sich selbst auszulöschen. Das wäre der einzige Weg für ihn zu „gewinnen“. Möglich ist auch das… nur zahlt er dann eben den gleichen Preis. Zumindest die Natur könnte sich dann erholen und alles ginge weiter. Auch ohne Menschen. Ob es so weit kommt, dafür sind auch wir verantwortlich: Durch vorsichtige Auswahl derer, die sich fortpflanzen dürfen. WIR sind dafür verantwortlich, wer sich fortpflanzen darf. Das ist unsere Aufgabe, hier genauestens hinzuschauen und das Bewusstsein in Frauen hierfür immer mehr zu schärfen, dass davon alles abhängt.

  20. Danke, liebe Susanna,

    es tut gut, etwas Sanftes zu lesen in einer aggressiven Welt. Ich habe mich hier ziemlich „ausgekotzt“, aber wo auch sonst?

    Im realen Leben bin ich relativ friedfertig, habe in den letzten 1,5 Jahren eine Arbeitsstelle, die ich angetreten habe verändert aufgrund meiner positiven Art. Als ich dorthin kam, haben manche nicht mehr miteinander gesprochen, es herrschte Eiszeit. Jetzt haben wir ein gutes friedlichen und sehr kollegiales Verhältnis. Aber tief in mir drin brodelt es leider immer noch viel zu oft.

    Ich hatte weder eine gute Kindheit (wobei ich auch schöne Erinnerungen habe, sonst hätte ich das ja wahrscheinlich alles auch nicht überlebt) noch eine gute Partnerschaft, die auch auf Ausbeutung meinerseits (ich habe da leider mitgemacht) fusste. Erst vor ein paar Jahren schaffte ich es in einem riesigen Kraftakt mich aus dieser destruktiven Beziehung zu befreien. Ich hoffe, dass ich es irgendwann einmal schaffe, gut für mich zu sorgen.

    Viel Kraft an alle, die schlimmes erfahren mussten und bleibt so gut es geht friedlich 🙂

  21. Klara,ich würde das alles nicht abtun,als wäre Dir nie was „Schlimmes“ passiert.Ich sehe das anders…
    Dass das so runtergespielt wird,hat viel damit zu tun,dass es scheinbar in unserer Welt als „normal“ und „selbstverständlich“ gilt,andere Menschen wie einen Gegenstand zu behandeln und auszubeuten (bei Babys scheint das eine ganz normale Phase zu sein,danach sollte es allerdings gegessen sein ^^).
    Ich war auch mit Männern zusammen,die mich als „Gestörte“ abgestempelt haben,weil ich nicht der Auffassung war,dass Sex mit mir zu ihrem Grundrecht gehören würde ^^ Vor allem sind sie ansonsten auch nicht sonderlich gut mit mir umgegangen und haben sich dann darüber gewundert,warum ich dann irgendwann keinen Sex mehr mit ihnen haben wollte.Ich sollte also so tun,als wäre alles in Ordnung und mich ihnen weiter fröhlich hingeben.
    Sie haben mich dann auch unter Druck gesetzt,mich zum Sex gedrängt (wobei ich das zum Glück nicht lange mitgemacht habe.Allerdings wäre es besser gewesen,ich hätte es gar nicht getan) und mir ständig gedroht,dass sie sich eine Andere suchen,wenn ich mich weiter „so anstelle“ oder haben mir sogar gedroht,mir was anzutun,wenn ich nicht kusche…
    Auf jeden Fall war ich immer „die Böse“,die den armen Männern nicht ihre Bedürfnisse erfüllt,obwohl ich ehrlich gesagt auch nicht dafür zuständig bin.
    Es ist jetzt so,dass ich mich nie wieder auf so jemanden einlassen werde,wobei ich mir gar nicht sicher bin,ob ich überhaupt nochmal eine Beziehung mit einem Mann möchte.
    Jedenfalls nicht mit so einem „Kind“,dass mich nur als Bedürfnisbefriedigungs-Maschine ansieht.
    Ich kann jedem nur raten,sowas sofort zu unterbinden,egal um welche Grenzüberschreitungen es genau geht.Niemand hat das nötig und vor allem ist auch niemand,der anderen sowas antut,irgendwie dazu gezwungen,sowas zu tun (obwohl es Viele gibt,die die Verantwortung oder zumindest eine Teil-Verantwortung auf die Opfer übertragen).Jeder hat immer eine Wahl!

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