#imzugpassiert – Frauenabteile sind keine Lösung gegen übergriffige Männer

Bahnsteig, Bahnhof

Public Domain

Sexuelle Belästigung ist (nicht nur) in Deutschland trauriger Alltag. Berichte von masturbierenden Männern, anzüglichen Bemerkungen, Fotografieren unter dem Rock sind uns allen bekannt. Wir haben uns mehrfach mit diesem Thema auseinandergesetzt (zum Beispiel hier, hier oder hier)

Traurig: Während nach den sexuellen Übergriffen von Köln (Pseudo)-Feministen aus allen Ecken gekrochen kamen, sind jene Frauen, die auf Twitter unter dem Hahstag #imzugpassiert ihre Erfahrungen schildern mal wieder nur hysterische Feminazis und verklemmte Ziegen, die mal wieder maßlos übertreiben. Auch in der (vergleichsweise Neben)-Debatte in deutschen Medien wird (mal wieder) kein Zusammenhang zu der Gesellschaft in der wir leben (Stichwort: Porn Culture) hergestellt. (#funfact: Unter jenen, die sich in die Debatte einmischen und ihre unschönen Erfahrungen schildern, befinden sich auch jene Frauen und Transfrauen, die die Kritik an der Pornographisierung unserer Gesellschaft und am System Prostitution ebenfalls für hysterisch und prüde halten)

Auslöser der Debatte: Die Mitteldeutsche Regiobahn will Zugabteile nur für Frauen einrichten. Prima. Frauen und Kinder – übrigens die HauptnutzerInnen des ÖPNV – sollen sich nun also in zwei extra Waggongs quetschen, damit sie unbehelligt von sexuellen Übergriffen bleiben. Es ist ja lobenswert, dass sich ein Regionalverband Gedanken um die Sicherheit von Frauen macht, aber nicht immer ist gut gemeint auch gut gemacht.

Richtiger wäre: Eine Kampagne gegen sexuelle Gewalt im ÖPNV und die klare Ansage: Wer Frauen und Mädchen belästigt muss entweder in einen Extra-Waggon oder bekommt gleich ein Fahrverbot für den Verbund. Prügelnde Fussball-Holligans dann bitte gleich dazu.

2 Kommentare

  1. Genau! Wieder wird so getan, als mache „man“ (endlich) was für Frauen, dabei ist auch das wieder einmal ein typisch (männlich???)
    undurchdachter „Schnellschuss!“ Hauptsache es tönt gut und „man“, (wer ist das?) sieht, das die OePNV aktiv wird und „etwas“ für Frauen macht.
    Etwas machen! Einfach das Nächstliegende, (von den Indern abgeschaut!) aber ja keine langfristige und vor allem täterrelevante Strategie! Es erinnert an die „Armlänge Abstand“ und ist einfach armselig! Hängt einen Wagon für übergriffige Männer und Randaliere an, oder besser noch, werdet endlich mutig und schmeisst sie mit saftigen Bussen aus dem OeV. Das ist sicher besser als dieser“Pseudo-Frauenschutz“. Es geht ja darum, dass Frauen wieder einmal aus dem öffentlichen Raum gedrängt werden sollen und (Augenwisch, Augenwisch!) nur im Séparé…. oder zuhause…….. sicher sind.
    Falls das so ist, Ausgangsverbot für die Täter und nicht für die Opfer!

  2. verrückte Welt, natürlich muss in den Extra-Wagon, sollte dann auch als solcher gekennzeichnet werden, nur wer sexuell belästigt oder anderes.
    das wäre ein Zeichen! Stattdessen die Frauen in ein Extra-abteil setzten zu wollen, sagt in Zukunft:
    Sexuell belästigt zu werden ist normal, wenn du dich daher als Frau zu den anderen „Menschen“ setzt, dann wolltest du das!!!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.