Mama zwischen Sorge und Recht

Buchcover: Mama zwischen Sorge und Recht

Carola Fuchs: Mama zwischen Sorge und Recht, selbst verlegt, 2014

Alles fing so gut an. Als Carola und Thomas sich ineinander verlieben und sich dann auch noch ein Kind ankündigt ist, scheint ihr Glück perfekt. Aber mit der Geburt des gemeinsamen Kindes verändert sich Thomas, er streitet, droht, wird gewalttätig, bis Carola ihn mit der gemeinsamen Tochter verlässt. Was wie der Anfang eines neuen Lebens klingt, entwickelt sich zu einem Albtraum in Sachen Umgangsrecht und Unterhalt. Carola Fuchs beschreibt in „Mama zwischen Sorge und Recht – die aberwitzigen Erfahrungen einer Mutter in Sachen Umgang“ auf sehr humorvolle Art und Weise den alltäglichen Irrsinn, der in deutschen Familiengerichten abläuft. Ihr Ex-Partner besteht auf seinem Umgangsrecht und will das Kind zwingen, auch die Nächte bei ihm zu verbringen. Das Kind wehrt sich – Polizei, Jugendamt, Anwälte, Kinderpsychologen und Familienberater werden eingeschaltet. Man sieht sich vor Gericht – immer wieder. Die Mutter will er abwechselnd zurück oder dämonisiert sie als umgangsverweigernde Mutter. Das Erstaunliche: Nicht nur der Richter am Familiengericht gibt ihm Recht – auch das Jugendamt kümmert sich mehr um seine Interessen als um die des Kindes.  Die Autorin hat erlebt, was tausende Mütter durchmachen. Bei Familiengerichten und Jugendämtern wird die Rolle des Vaters zunehmend gestärkt – und die Mütter abgewertet. Ganz gleich, wie lächerlich und unverantwortlich die Väter sich benehmen, das ewige Credo von „Ein Kind braucht seinen Vater“ wird auch gegen den expliziten Willen des Kindes durchgesetzt. Es stellt sich die Frage, um was es bei solchen Entscheidungen eigentlich geht – um das Kind? Oder nicht vielmehr um die Verfügungsgewalt des Vaters über SEIN Kind.

Carola Fuchs gelingt es, ihre Geschichte mit viel Witz und Einfühlungsvermögen zu erzählen und so auf die Schieflage in der Wahrnehmung von Jugendamt und Richtern aufmerksam zu machen. Die Mutter wird in die Verantwortung genommen, ihr Kind notfalls auch zum Umgang zu zwingen, während der Vater nur auf seinem Recht pochen muss. Die Kinder sind die Leidtragenden. Es ist zu wünschen, dass noch viel mehr Mütter den Mut haben, ihre Geschichte öffentlich zu machen, damit nicht bei jeder Gelegenheit das reflexhafte Geschrei von den armen, benachteiligten Vätern ausbricht.

1 Kommentare

  1. Super, dass ihr euch auch um dieses Thema annehmt! Die Frauenbewegung hat heir in den letzten Jahren geschlafen! Es ist an der Zeit, dass Frauenrechte WIEDER auch für MÜTTER gelten!

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