Pornos sind Hassrede: Warum wir nicht länger wegschauen dürfen!

Vor kurzem hat Pornhub seine Statistiken für das Jahr 2016 veröffentlicht. 23 Milliarden Besucher hatte die Seite im vergangengen Jahr, 91 Milliarden Videos wurden angeschaut. Deutschland liegt mit seiner Nutzerdichte nur noch auf Platz 7, was zunächst erfreulich klingt, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als blanker Hohn gegenüber den Opfern sexueller Gewalt: Auf Platz 1 der am häufigsten gesuchten „Pornostars“ (so nennt es Pornhub selbst) liegt Gina-Lisa Lohfink, die im vergangenen Jahr erst einen Prozess gegen zwei Männer verlor, die sie gegen ihren Willen beim Sex filmten und das Video hochluden. Gina-Lisa Lohfink zeigte die Männer wegen Vergewaltigung an, die beiden wurden nicht nur freigesprochen, sondern Gina-Lisa Lohfink wurde parallel dazu in einem demütigenden Prozess zu einer hohen Strafanzahlung wegen einer Falschbeschuldigung verurteilt.

Zu den weltweit am häufigsten gesuchten Suchbegriffen gehören „Teen“ – also Filme, in denen die Darstellerinnen absichtlich auf ein minderjähriges Aussehen getrimmt werden, „Step Sister“, in dem inzestuöser bis erzwungener Sex unter Geschwistern dargestellt wird, sowie „Japanese“ und „Ebony“. Die beiden letzten Kategorien zeigen DarstellerInnen entlang ihrer Hautfarbe an, japanische Frauen gelten als besonders unterwürfig, schwarze Frauen als „wild“ und werden dementsprechend „rau“ behandelt. Alles beim Alten also in der Pornowelt: Sie ist rassistisch und verharmlost sexuelle Gewalt. Die Kritik daran ist nicht neu.

Kein Zweifel mehr: Pornos fördern ein Klima sexueller Gewalt und geschlechtlicher Diskriminierung

Neu ist, dass es inzwischen eindeutige Belege dafür gibt, welchen Schaden Pornografie anrichtet, wissenschaftliche Beweise, die nicht mehr wegzudiskutieren sind und trotzdem ist das Schweigen dazu ohrenbetäubend. Jungen ab acht kommen das erste Mal mit Pornografie in Kontakt und bei 23 Milliarden Besuchern weltweit kann davon ausgegangen werden, dass so ziemlich jeder Mann jenseits der 14 mit Zugang zum Internet Pornos anschaut. Gerne wird behauptet, Porno sei nur Fantasie, entscheidend sei es, den Unterschied zur Realität zu kennen. Aber stimmt das? Kann man sich mehrere Stunden die Woche Pornos ansehen, ohne das sich das Frauenbild verändert? Die Wissenschaft hat darauf eine ganz klare Antwort: Nein! Studien und Metastudien belegen eindeutig, dass Pornografie sexuelle Gewalt verursacht und ihre Auswirkungen relativiert und verharmlost.Die Ergebnisse der jüngeren Pornoforschung zeigen:

Die Macher der oben verlinkten Studie beendeten ihr Paper mit folgendem Satz:

„The results are clear and consistent; exposure to pornographic material puts one at increased risk  for developing sexually deviant tendencies, committing sexual offenses, experiencing difficulties in one’s intimate relationships, and accepting the rape myth.  In order to promote a healthy and stable society, it is time that we attend to the culmination of sound empirical research.“ (Quelle, Seite 3)

  • Der Konsum von Pornos führt dazu, Vergewaltigungsmythen für bare Münze zu nehmen, kein Wunder, ist doch ein „Nein“ im Porno nur allzu oft die Einladung, eine Frau auch gegen ihren Willen „zu nehmen“, was diese dann mit Lust erfüllt. Pornos behaupten, Frauen haben keinerlei eigenen Willen in der Sexualität, was immer mit ihnen gemacht wird, erregt sie. Das entspricht so ziemlich der häufigsten Ausrede von Vergewaltigern: „Sie wollte es doch auch“.
  • Wer Pornos schaut, neigt häufiger zu aggressivem Verhalten. Je gewalttätiger die Pornos sind, umso aggressiver wird der Konsument.

Trifft das auf jeden Mann zu, der Pornos schaut? Nein. Es gibt, wie immer, wenn es um Menschen geht, keinen Automatismus, der gesamtgesellschaftliche Effekt aber ist nicht länger kleinzureden. Nicht jeder, der Pornos schaut, verharmlost Vergewaltigungen oder begeht selbst welche, aber so ziemlich jeder der Vergewaltigungen relativiert und begeht, ist Pornokonsument. Was wir uns anschauen, beeinflusst unser Denken und Handeln, dieser Zusammenhang ist in den Sozial- und Neurowissenschaften seit Jahren belegt. Gerade wenn es sich um Bildmaterial handelt, ist der Zugang zu unseren un- und unterbewussten Urteilen und Weltanschauungen direkt, Bilder und FIlme sexueller Natur sprechen das älteste und stärkste Belohnungszentrum unseres Gehirns an. Kein Wunder, dass die Werbung sexuelle Motive bereits seit Ende der 1960er Jahre bewusst einsetzt, um Konsumenten zum Kauf zu bewegen – häufig bewusst gar nicht zu erkennen, wie Wilson Bryan Key in seinem Grundlagenwerk „Subliminal Seduction“ von 1974 nachwies. Was erst geschieht dann, wenn man diese Bilder bewusst und wie Pornhub zeigt, viele Stunden im Jahr anschaut? Noch dazu handelt es sich eben nicht einfach nur um Nacktbilder oder erotische Darstellungen, es handelt sich noch nicht einmal um einvernehmlichen Sex:

Der überwiegende Teil der Pornografie zeigt verbale oder körperliche Gewalt, die Betroffenen sind zu einem überwältigenden Teil Frauen. Die Gewalt reicht von Beschimpfungen über Haareziehen, Ohrfeigen, Schlägen, Elektroschocks, Fesseln, dem Einführen von Gegenständen, erzwungene Mehrfachpenetration, Peitschenschlägen bis hin zu Waterboarding. Die Pornoindustrie hat es zu wahrer Meisterschaft darin gebracht, genau so viel Schmerz zu zeigen, dass der männliche Zuschauer keine Empathie für die Frau empfindet, sondern sich an der Macht, die der Darsteller als sein männlicher Stellvertreter über die Frau ausübt, berauscht. Pornografie hat nämlich ein Problem: Sie kann das, was Sex normalerweise ausmacht, den anderen Körper, dessen Bewegungen, Haut und Geruch, nicht nachahmen, findet die Kommunikation doch nur über einen Bildschirm statt. Visuelle Erregung funktioniert – doch je öfter man Pornos schaut, um so weniger funktioniert dieser Reiz. Also setzt die Pornoindustrie zunehmen auf Härte und Gewalt, Gewalt im Porno ersetzt Zärtlichkeit und Körperkontakt. Warum? Untersuchungen zeigen, dass Menschen mit einem gesunden Gehirn sofort unbewusst reagieren, wenn sie Bilder anschauen, in denen einem anderen Menschen weh getan wird. Der Adrenalinspiegel zeigt, im Gehirn springen die Teile an, die für Mitgefühl, aber auch für Stress zuständig sind. Dieser erhöhte Adrenalinspiegel wirkt wie ein Kick. Verbunden mit Masturbation entwickelt er sich zu einem rauschhaften Gefühl, das noch dadurch bestärkt wird, dass Männer sich in ihrer patriarchalen Rolle fühlen können: Der Mann als aktiver, dominierender Part, die Frau als unterwürfige Empfängerin. Pornos deshalb aber zu einer Sucht zu erklären, greift zu kurz, dieser Ansatz pathologisiert Pornokonsum und entlässt die Männer aus ihrer Verantwortung: Niemand zwingt sie, sich Pornos anzusehen. Trotzdem können sich die wenigsten Männer der Pornokultur entziehen, sind Pornos doch eine Art „Überraschungsei“ für Männer im Patriarchat: Pornos funktionieren nach einer ganz einfachen, aber dafür umso wirksameren Formel: Frauenhass + Gewalt + sexuelle Erregung = maximale Befriedigung für die männlichen Konsumenten. Dabei spielt es keine Rolle, was der Konsument vorrangig sucht: Er bekommt Befriedigung vor dem Bildschirm nur im Kontext der misogynen Trinität.

Pornos spiegeln nicht einfach männliche Bedürfnisse – sie erschaffen sie erst

Damit diese Formel auch dauerhaft funktioniert, braucht es eine wirkungsmächtige Mythe, die die Pornoindustrie wieder und wieder erzählt, so oft, dass sie uns ständig in Kommentaren und Diskussionen begegnet: Das alles sei doch nur Fantasie. Das ist falsch. Die Frauen in der Pornografie sind echt, es sind Frauen, Menschen, aus Fleisch und Blut, mit Gefühlen, einer Geschichte, einer Identität. Es sind echte Körper und echte Seelen, die erleiden, was im Porno geschieht, auch wenn sie am Schluss in die Kamera lächeln und so tun, als hätten sie das alles nur gewollt. Das Pornonarrativ ist so mächtig, dass da draußen haufenweise junge (und alte) Männer herumlaufen, die glauben, Mütter hätten nichts anderes im Sinn, als die Freunde ihrer Söhne zu entjungfern, und das nette Mädchen von nebenan träumte von einer gewaltätigen Gangbangszene inklusive Elektroschocks und Fisting, wie sie in einer ganzen Reihe von Pornos dargestellt werden. Die Verbindung von Sexualität und Gewalt wird durch die Pornoindustrie immer tiefer in die DNA unserer Beziehungen eingeschrieben, wer das nicht glaubt, sei eingeladen, sich mal spaßeshalber einen Tag als Frau auf einem Datingportal anzumelden. Das Postfach wird überquellen von Männern, die „unverbindlichen Spaß“ suchen und gleichzeitig erklären, dass sie es gerne „härter“ mögen, sprich: Das, was sie im Porno gesehen haben, nachspielen möchten. Diese von Pornos gehirngewaschenen Männer, die häufig Pornos noch lange vor ihrer ersten realen sexuellen Erfahrung gesehen haben, treffen dann auf junge Mädchen und Frauen, die, durch sexistische Stereotype ohnehin vollkommen verunsichert, von den Jungen und Männern zu Sachen gedrängt werden, die sie gar nicht wollen. War Analverkehr vor 10 Jahren eher noch etwas Exotisches, gehört er heute längst zur sexuellen Normalität von Jugendlichen – und korreliert damit, dass „Anal“ auf Platz 1 der deutschen Pornosuchbegriffe liegt. Es ist wichtig, festzuhalten, dass der Prono hier die Realität formt, nicht umgekehrt, die wenigsten Mädchen haben von sich aus Interesse an dieser oft für sie schmerzhaften Art von Sex.

„Aber es gibt doch auch harmlose Pornos!“

Oft wird dann von den Verteidigern der Pornografie angeführt, dass es ja auch „feministische Pornos“ gibt. Was genau soll an diesen Filmen „feministisch“ sein? Studien zeigen, dass Filme, die von Frauen gedreht werden, genauso gewalttätig sind, wie die von Männern. Und: Stellten „feministische“ Pornos eine Alternative zum Mainstream-Porno dar, würden sie dann nicht von dem Establishment der Pornobranche als Bedrohung wahrgenommen? Das Gegenteil ist der Fall: Bei den „Porno-Oscars“, den XBIZ-Awards, gibt es seit ein paar Jahren sogar eine eigene Kategorie für diese Filme. Feministische Pornos greifen den Status Quo der Pornobranche – gewalttätig, rassistisch und sexistisch – nicht an, im Gegenteil, sie stützen ihn, weil sie als relativierendes Argument gegen die immer lauter werdende Kritik an der Pornobranche eingesetzt werden.

Pornos sind sexistisch, rassistisch und diskriminierend

Während es überall sonst in unserer Gesellschaft zum „Common Sense“ gehört, dass rassistische Diskriminierung, ob in Sprache oder Tat, nicht zu akzeptieren ist, genauso wenig wie Vergewaltigung und sexistische Sprache, sind all die eifrigen Hüter der gesellschaftlichen Moral erstaunlich still, wenn es darum geht, zu benennen, welchen Einfluss Pornografie auf unser Zusammenleben hat. Wer sich „Teenporn“ anschaut, erregt sich an der Vorstellung, Sex mit Minderjährigen zu haben, mit der Babysitterin oder den Freundinnen der Tochter. Der Einfluss von Videospielen auf die Gewaltbereitschaft von Jugendlichen wird lang und breit diskutiert, aber wenn Familienväter auf Pornos, die in nachgestellten Kinderzimmern gedreht wurden, abspritzen, ist das ok? Wir protestieren überall gegen rassistische Stereotype, aber finden es „lustig“, wenn Pornoplattformen ganze Teile ihres Sortiments rassistisch strukturieren? Gina-Lisa Lohfink hat im Zusammenhang mit dem Video immer wieder gesagt, weder der Sex noch die Veröffentlichung sei freiwillig gewesen – trotzdem suchten hunderttausende Deutsche nach diesem Video. Warum? Zu Recherchezwecken? Oder doch eher, weil es einen direkten Zusammenhang zwischen der Vergewaltigungskultur und dem Pornokonsum gibt?

So zeigten die Studien, dass Männer, die regelmäßig Pornos schauen, eher für geringe Strafen für Vergewaltigung eintreten, häufiger den Opfern sexueller Gewalt eine „Mitschuld“ geben und Initiativen für die Gleichberechtigung von Frauen ablehnen. Frauen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, berichten signifikant häufiger davon, dass die Täter Pornonutzer waren.

Sexualität in einer freien und gleichberechtigten Gesellschaft beruht auf dem Gesetz des Konsens. Nur wenn beide Partner den Sex wollen, ist es Sex und keine sexuelle Gewalt. Nun wird beim Porno immer argumentiert, dass die Darstellerinnen die Szenen ja freiwillig drehen und sich „aussuchen“ können, welche Art von Szenen sie drehen. Dieses Argument ist so falsch wie verlogen. Pornodarstellerinnen werden nur bezahlt, wenn sie am Set erscheinen und alle Szenen drehen, die der Regisseur verlangt. Weigern sie sich, werden sie nicht bezahlt und nicht mehr gebucht. Es ist Usus ist der Pornobranche, die Darstellerinnen im Unklaren darüber zu lassen, welche Szenen sie am Set erwarten. Darüber hinaus ist es eben nicht die Lust der Darstellerin, die entscheidet, welchen Sex mit wem sie zu welchem Zeitpunkt vor der Kamera haben will – es ist das Drehbuch, das entscheidet und mit ihm der Produzent. Das ist so ziemlich das genaue Gegenteil von Konsens. Sam Benjamin, ein ehemaliger Pornoproduzent, räumte das in seinem Artikel „Why I had to stop making hardcore porn“ ein:

What surprised me most though, was the fact that I found within myself a happy willingness to be violent, a willingness to degrade. Though my bosses may have ordered me to organize and record the scenes of degradation, I followed their orders, and not without pleasure. Something cowardly within me, an internal space, suffused with a weak kind of anger, felt satisfied when I saw a woman “take her punishment.” I clung to the sense of temporary empowerment I found through the bullying. Lust-colored aggression and the satisfaction of making “good money” guided me through scene after scene.

Als er die Gewalt und Ernierdrigung nicht mehr aushielt, wechselte er zu Schwulenpornos – und zeigte sich überrascht, dass an den Sets eine andere und weniger hasserfüllte Stimmung  unter den Männern herrschte, wenn die Kamera aus war, was es für ihn als Produzenten einfacher machte. Der Frauenhass gehört zum Mainstream Porno -ohne ihn kann er nicht funktionieren.

Wer Pornos schaut, erregt sich an Hassrede

Pornos sind weder Kunst, noch Ausdruck irgendeiner sexuellen Befreiung, sie sind Produkte eines knallharten Businesses, das nicht sexuelle Fantasien, sondern sexuelle Ausbeutung verkauft. Diese sexuelle Ausbeutung verläuft entlang der beiden in unserer Gesellschaft mächtigsten Hierarchien: dem Sexismus und dem Rassismus. Darstellerinnen werden nicht dafür bezahlt, ihre Fantasien vor der Kamera auszuleben, sondern die Erwartung des Regisseurs zu erfüllen. Wer häufig Pornos schaut, wird bald feststellen, dass das, was ihn beim ersten Anschauen noch erregt hat, bald nur noch langweilig ist. Unser Gehirn kann mit Bildschirmsex nichts anfangen, es hungert nach mehr, nach echter Berührung, und bekommt stattdessen immer drastischer Szenen von Erniedrigung und Gewalt, die Vertrautes inszenieren: Frauen als Menschen zweiter Klasse, als nichtmenschliche Fickobjekte, deren Gefühle und deren Würde nichts zählt, weil sie eben einen Vertrag unterschrieben haben. Wer Pornos schaut, beteiligt sich an dieser Hassrede, er trägt sie von seinem stillen Kämmerlein direkt zu seiner Partnerin und allen anderen Frauen in seinem Leben.

Vor einiger Zeit geisterte ein Meme durch die sozialen Netzwerke. Es zeigte eine schwarze Castingcouch, wie sie am Anfang einiger bekannter Gonzo-Szenen auftaucht. Sehr junge Mädchen nehmen auf dieser Couch Platz und der Kameramann beginnt sie zu fragen, ob sie so etwas schon einmal gemacht hat. Dann äußert er sich abfällig über sie, ihre Eltern, ihre Figur. Ihre Entwürdigung beginnt noch bevor die meistens kopflosen Darsteller beginnen, auf brutale und erniedrigende Wesie mit ihr Sex zu haben. Das Meme fragte in witziger Art und Weise, wer alles diese Couch wieder erkannte. Begeistert wurde es geteilt und retweeted. Männer ergötzten sich daran, dass Frauen mit dieser Couch erst einmal nichts anzufangen wussten. Deutlicher kann man male bonding nicht abbilden.

Pornos sind Hassrede. Sie verbreiten Hass gegen Frauen, gegen die Opfer sexueller Gewalt und Menschen nicht-weißer Abstammung. Wer regelmäßig Pornos schaut, ist nicht in der Lage, Teil einer gleichberechtigten und freien Gesellschaft zu sein. Da der Großteil der Männer Pornos anschaut, bleibt diese gleichberechtigte Gesellschaft eine Illusion. Ein Chef, der zu Hardcore Pornos masturbiert, wird Frauen kein angemessenes Gehalt zahlen, ein Richter, der sich Pornos ansieht, wird Vergewaltigungsopfern nicht glauben und ein Partner, der regelmäßig Pornos konsumiert, wird immer eher dazu neigen, seine Partnerin als Mensch zweiter Klasse zu betrachten. Das sind schmerzhafte Wahrheiten, doch es wird Zeit, dass wir uns ihnen stellen. Zu behaupten, Pornos hätten keine schädliche Wirkung auf unser Zusammenleben ist ungefähr so wissenschaftlich fundiert wie zu sagen, es gäbe keinen Zusammenhang zwischen Rauchen und Lungenkrebs (1).

Hier gibt es eine Sammlung verschiedener Studien zu den Auswirkungen von Pornokonsum.

(1) Diesen Vergleich erstmals formuliert hat Itzin, C.(2002): Pornography and the construction of misogyny, in: Journal of Sexual Aggression 8 (3), 4-42, S. 20.

2 Kommentare

  1. Klar kann das,was man in Pornos sieht,zu total verdrehten Vorstellungen bei den Konsumenten führen,wenn sie sich eben Filme mit verdrehten Vorstellungen ansehen….Aber die Pornos alleine sind der doch nicht der Grund dafür,wenn jemand andere Menschen im realen Leben auch wie Dreck behandelt…
    Bei denen,die das tun,läuft wohl generell irgendwas gewaltig schief.Die wären wahrscheinlich auch nicht so nett zu anderen,wenn sie keine Pornos gucken würden.
    In unserer Welt ist Gewalt ja generell ein Problem.Aber man muss bei den Vorstellungen ansetzen,die zu Gewalt führen und nicht bei dem,was die Vorstellungen ausgelöst haben (in diesem Fall Pornos)..Das wäre sonst nur ein herumdoktern an Symptomen,anstatt sich um die Ursache zu kümmern.
    Gewalttätige Vorstellungen sind der Grund dafür,dass es gewalttätige Pornos überhaupt gibt,nicht umgekehrt.Wie innen,so außen…Das ist natürlich ein Teufelskreis,weil die Filme eben auch zu solchen Vorstellungen bei den Konsumenten führen ‚können‘.Wobei die auch nicht ‚einfach nur so‘ darauf stoßen…Da war auch die Fantasie schon vorher da.
    Ich hoffe,das war verständlich.Man darf Ursache (Gedanken,Glaubenssätze…) und Wirkung (zB aus den Gedanken enstandene Handlungen,Situationen etc) nicht verwechseln…
    Da muss schon jeder einzelne Verantwortung übernehmen,anstatt alles nur auf die Außenwelt zu schieben.In der Welt läuft vieles scheiße,keine Frage…Aber das ändert sich nur,wenn jeder ZUERST bei sich ansetzt,nicht nur irgendwo ‚da draußen‘.
    Die Welt ist wie ein Spiegel…Wenn man vorm Spiegel steht und grimmig guckt,kann man noch so oft versuchen,am Spiegelbild herumzumanipulieren,damit es doch endlich mal lächelt-das funktioniert nicht!

  2. Gaby Scheffler-Schulz

    @Verena: Pornografie ist gefilmte Prostitution. Bist Du eine Befürworterin der Prostitution? „Pornland“ von Gail Dines war für mich ein Augenöffner und falls Du es noch nicht gelesen hast, empfehle ich es Dir wärmstens.

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