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„Wenn wir für jene am Rand der Gesellschaft eintreten, sind wir alle stärker“ – ein Interview mit Jessica vom Women’s March Heidelberg

Mira Sigel führte ein Interview mit einer Organisatorin des Women’s March in Heidelberg.
Vielen herzlichen Dank an Jessica und ihr Team für ihr Engagement und für das Interview.

Mira: Hallo Jessica, du und eine Gruppe anderer Frauen habt den Women’s March in Heidelberg organisiert. Kannst du uns mehr über die Frauen erzählen, die hinter dem Women’s March Heidelberg stecken?

Jessica: Hi Mira, der Heidelberger Women’s March wurde von ein einer Kerngruppe aus 8 Frauen organisiert. Wir haben uns zusammengefunden, nachdem ich einem Post veröffentlicht hatte, in dem ich Leute dazu aufrief, einen Marsch in einem Pantsuit Forum auf Facebook zu organisieren. Wir sind alle amerikanische Statatsbürgerinnen (mit Ausnahme einer binationalen Deutsch-Amerikanerin). Zusammengeschlossen haben wir uns, weil wir merkten, dass es notwendig ist, die Angelegenheit selbst in die Hand zu nehmen, nachdem wir diverse Organisationen vergeblich kontaktiert hatten. Keine von uns hatte Erfahrung darin, einen Marsch oder ein vergleichbares Event dieser Größe zu organisieren. Wir engagieren uns alle in verschiedener Weise im sozialen Aktivismus, haben aber noch nie so etwas Großes gestaltet. Wir haben alle unterschiedliche berufliche Hintergründe – Akademikerinnen, Geschäftsfrauen, sind in Elternschaft, Unternehmerinnen, Juristinnen, Übersetzerinnen und Lehrerinnen. Es gibt keine Hierarchien in unserer Gruppe, keine Anführerin oder Vorsitzende – wir alle arbeiten als Gleichberechtigte zusammen, indem jede ihre Stärken einbringt. Es ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich ein Team (aller Geschlechter) in vollkommener Einheit erlebe. Es gibt keine Konkurrenz, keine Streits, keine emotionalen Verletzungen, sondern absoluten Respekt und Unterstützung untereinander. Ich bin so glücklich darüber, dass ich eine solch unglaubliche Gruppe gefunden habe, mit der ich zusammen arbeite.

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Women’s March: Frauen weltweit protestieren nach Trumps Amtseinführung

Aus der Idee einer Rentnerin aus Hawaii wurde kurz nach Trumps Wahlsieg eine weltweite Bewegung. Nachdem das Ergebnis der USA Wahl fest stand, postete Teressa Shook auf Facebook die Worte „I think we should march“. Innerhalb weniger Stunden verbreitete sich dieser Aufruf in den sozialen Netzwerken viele tausende Male und am Ende stand eine Bewegung, die einen Tag nach der Amtseinführung Donald Trumps als 45. Präsident der USA weltweit knapp eine Million Frauen auf die Straße brachte. Zum „Women’s March on Washington“ kamen fast 500.000 Frauen, sie protestierten gegen den Sexismus Donald Trumps und für eine freie und liberale Gesellschaft.

Sowohl Popstar Madonna als auch die Feministin Gloria Steinem hielten flammende Reden, in denen sie sich für Solidarität einsetzten. „Make America kind again“ war einer der Slogans, den man auf vielen Schildern las – im Gegensatz zur Forderung in Trumps Wahlkampf „Make America great again“. Gloria Steinem sagte, wenn Trump seine Idee Muslime registrieren zu lassen, durchsetze, würden sich eben alle Muslime registrieren lassen. Trotzige Solidarität und entschlossener Widerstand war überall zu spüren – und die Bereitschaft, den öffentlichen Diskurs nicht durch den Hass dominieren zu lassen. Zwar verstand sich der Marsch ausdrücklich inklusiv, doch eine klare frauenkämpferische Attitüde war nicht nur in Washington, sondern auch auf den 200 weltweit stattfindenden Schwestermärschen zu spüren.

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