Schlagwort: Hillary Clinton

#2016 – ein Jubeljahr für den many faced god namens Patriarchat

Stop Patriarchy international women's day protest in North Beach

Steve Rhodes (CC BY-NC-ND 2.0)

Eigentlich wollte ich diesen Artikel „#2016 – go fuck yourself“ nennen, so ernüchternd ist die Bestandsaufnahme des scheidenden Jahres aus feministischer Sicht.  Es ist ein Jahr voll männlicher Gewalt und einer erstaunlichen Vitalität der patriarchalen Misogynie, die alle gesellschaftlichen Transformationsprozesse überlebt. Sie ist, in Anlehnung an Game of Thrones, der „many faced god“, dem unsere Welt in unzähligen Gestalten huldigt, eine Hydra, der, sobald man einen Kopf abschlägt, sofort wieder ein neuer nachwächst. Ganz gleich, wie sehr versucht wird, uns mit dem Begriff des „Postfaktischen“ zu verwirren, unser Gegner heißt nach wie vor Patriarchat und gegen ihn haben wir 2016 gekämpft und wir haben ein gutes Spiel hingelegt. Wir hatten tolle Spielerinnen und gute Vorlagen, doch leider war der Schiedsrichter geschmiert und die Hälfte unserer Mannschaft spielte eigentlich für das gegnerische Team. Schauen wir es uns an, dieses Spiel Patriarchat gegen Frauen 2016:

Heute Nacht jährt sich die Silvesternacht von Köln zum ersten Mal. Viel ist darüber gesprochen und gestritten worden und die Angst ist groß, dass sich etwas Ähnliches wiederholen könnte. Das Gefühl ist, nach dem Mord von Freiburg, den Vergewaltigungen in Bochum und den anderen sexuellen Übergriffen von Flüchtlingen anderswo, insbesondere aber nach dem Anschlag von Berlin, dass unser Land eine weitere Nachricht über kriminelle Flüchtlinge nicht erträgt, dass dann „die“ endgültig Recht haben und etwas zum Feiern. Gerade in linken Zusammenhängen setzte sich auch in der Folge die Meinung durch, dass nicht sein kann, was nicht sein darf. Die Verlierer waren, wie so oft, die Opfer. In den nachfolgenden Prozessen wurden schließlich auch noch alle Anklagen wegen sexueller Gewalt fallengelassen. Auf einen Schlag 3:0 für das Patriarchat. Was für ein Spielauftakt!

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Die Clintons – Eine lange Geschichte sexueller Gewalt

Bill Clinton

By Bob McNeely, The White House [1] [Public domain], via Wikimedia Commons

Die Störenfriedas sind ein Projekt von Frauen für Frauen. Wir wollen den feministischen Diskurs beleben und unterschiedliche Ansätze zur Diskussion stellen. Deshalb erscheinen an dieser Stelle regelmäßig Gastbeiträge, die nicht zwangsläufig die Haltung der Störenfriedas wiedergeben, aber wichtige Impulse für die feministische Debatte geben können.

Ein Gastbeitrag von Manuela Schon

Derzeit sind die Vergewaltigungsanschuldigungen gegen Bill Cosby in den USA ein großes Thema. Die Tatsache, wie viele Frauen inzwischen das Wort ergreifen und aussagen, sexuelle Gewalt durch ihn erfahren zu haben, hat – zumindest von außen betrachtet – eine intensive Debatte zu sexueller Gewalt ausgelöst.

Im Zuge dieser wiesen mich amerikanische Freunde darauf hin, dass Cosby nicht der einzige „Bill“ ist, der es offenbar nicht so mit einvernehmlichem Sex hat und schickten mir Links zu dem ehemaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten (1993-2001), Bill Clinton, die mich tief erschüttert haben. Insbesondere deshalb, da ich nie zuvor jemals etwas davon gehört hatte.

Bereits im Jahr 1999 veröffentlichte Capitol Hill Blue einen Artikel mit dem Titel „Juanita ist nicht die Einzige: Bill Clinton’s lange Geschichte sexueller Gewalt gegen Frauen reicht mindestens 30 Jahre zurück“. Hintergrund war der Gang von Juanita Broaderick an die Öffentlichkeit. Sie hatte ausgesagt, dass sie von Clinton 1978 in einem Hotelzimmer vergewaltigt worden sei. Clinton war damals Generalstaatsanwalt in Arkansas.

Pikant: Juanita Broaderick beschuldigt Hillary Clinton, die derzeit anstrebt, die erste weibliche Präsidentin der Vereinigten Staaten von Amerika zu werden, dabei mitgeholfen zu haben, die Tat zu vertuschen. Hillary Clinton habe ihre Hand bei einer Wahlkampfveranstaltung genommen und zu ihr gesagt „Danke, für alles was du für Bill tust“. Juanita Broaderick sagt „Das war das erste Mal, dass ich vor dieser Frau Angst bekam“. Mofo schrieb dazu, dass ironischerweise ausgerechnet Hillary Clinton das erste Beratungszentrum für vergewaltigte Frauen in Arkansas gegründet habe.

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