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Wenn Frauen Frauen verraten: Die Mädchenmannschaft und die Sexarbeit

Frau auf einer Treppe

Blemished Paradise via flickr (CC BY-SA 2.0)

Gestern durfte ich einer jungen Frau ein Interview über Genderbezüge beim Bloggen geben. Dabei fragte sie mich, warum bloggende Frauen so unsichtbar sind. Die Antwort ist natürlich, dass sich patriarchale und sexistische Sichtweisen auch beim Bloggen durchsetzen – was bei Männern scharfzüngig ist, ist bei Frauen hysterisch und außerdem greifen z. B. männliche Journalisten lieber auf, was männliche Blogger schreiben. Das ist aber nicht der einzige Grund, denn Frauen sind generell weniger sichtbar als Männer.  Für den Feminismus muss also eines der obersten Ziele sein, Frauen und ihre Erfahrungen sichtbar zu machen. Genau daran aber hapert es, wenn weibliche Erfahrungen und eigene Überzeugungen einander ins Gehege kommen, da es auch unter Feministinnen große Konkurrenz gibt.  Der Wettbewerb heißt „Wer ist die bessere Feminisin“ und alle machen mit.  Anstatt die eigene feministische Analyse an den konkreten Erfahrungen von Frauen auszurichten, ist es deshalb auf vielen feministischen Blogs üblich, nur jenen Frauenerfahrungen Bedeutung zuzumessen, die in die eigene Selbstverortung passen. Als queerfeministischer Blog hat man pro Sexarbeit zu sein – deshalb löst es eine mittlere Krise aus, wenn auf einmal Frauen auftauchen und aus eigener Erfahrung erzählen, wie schrecklich diese tolle Sexarbeit ist. Jetzt hat man zwei Möglichkeiten: Sich auf den Diskurs einlassen – oder blocken, derailen, löschen und silencen. Beim Thema Prostitution hat sich der größte deutsche Blog für Feminismus, die Mädchenmannschaft jüngst für Letzteres entschieden.

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