Schlagwort: sexismus

Ein Mädchen sein, eine Frau werden – sexuelle Gewalt als roter Faden

Kopf einer Frau mit Lichtspiel

Valeri Pizhanski (CC BY-NC-ND 2.0)

Die Störenfriedas sind ein Projekt von Frauen für Frauen. Wir wollen den feministischen Diskurs beleben und unterschiedliche Ansätze zur Diskussion stellen. Deshalb erscheinen an dieser Stelle regelmäßig Gastbeiträge, die nicht zwangsläufig die Haltung der Störenfriedas wiedergeben, aber wichtige Impulse für die feministische Debatte geben können.

Inhaltshinweis: In diesem Artikel werden körperliche, sexuelle, psychische Gewalt oder auch Folter beschrieben.

Den folgenden Beitrag schrieb unsere Leserin Klara, nachdem sie über diesen Blog stolperte. Sie schrieb uns:

Ich habe ihn gelesen und dachte mir, wie viel sexuelle Gewalt eine Frau wirklich erfährt, und das, auch ohne vergewaltigt zu werden. Es ist erschreckend und ich habe angefangen zu sammeln was mir eigentlich schon alles passiert ist. Ich komme auch auf eine ziemlich lange Liste, und sicher habe ich noch einiges Vergessen verdrängt, denn sie entstand innerhalb der letzten Stunde. Ich konnte dieses Gefühl von Scham so gut nachempfinden. Mir ist nie etwas „wirklich schlimmes“ wie eine Vergewaltigung zugestoßen, und ich habe mich sexuell trotz dessen auch sehr frei entfaltet und bin mit mir, meinem Körper und meiner Sexualität im reinen. Trotzdem hat es mich schockiert zu sehen wie viel auch ich unfreiwillig erlebt habe und wieviel Gewalt aus meinem unmittelbaren Umfeld kam. Und ich denke, dass es so oder ähnlich jede Frau schon erlebt hat. Oft wird es verdrängt und abgetan, aber es sollten auch die kleinen Verletzungen ernstgenommen werden. Sie halten uns klein und lassen uns machtlos fühlen. Sie machen uns zu Objekten.

Als Reaktion auf den Artikel schrieb Klara ihre eigenen Erfahrungen auf:

Weiterlesen

Deutsche Verhältnisse: Das Kartoffelpatriarchat

End Patriarchy

istolethetv via Flickr, [CC BY 2.0]

Es sind gute Zeiten für das Kartoffelpatriarchat, jene deutsche Form der Misogynie, die so viel subtiler und deshalb unangreifbarer funktioniert als der rohe Frauenhass, der andernorts auf der Welt zu beobachten ist. Der Deutsche betrachtet offen zur Schau getragenen Frauenhass als „primitiv“, er hält es lieber mit einer stillen, weiter entwickelten Form der Frauenverachtung, die er hinter allerlei Gesetzen und Bekenntnissen verbirgt, bei Bedarf sogar spöttisch sezieren kann, nie aber aufgibt.

In Jonathan Franzens aktuellem Buch „Unschuld“ geht es, wie der Titel vermuten lässt, um Schuld und Unschuld und um Moralität und auch um Deutschland. Schon relativ am Anfang lässt Franzen eine seiner Figuren, eine Deutsche, folgenden Satz sagen: „Momentan ist es in Deutschland mit Männern und Frauen ziemlich schlimm.“ Dieser Satz wird bestätigt durch viele andere Nebensätze und Aufgaben, die erahnen lassen, dass Jonathan Franzen Deutschland nicht nur als Land von Pünktlichkeit, Teilung und toller Technik sieht, sondern auch als Land einer ganz besonderen Art von Misogynie, einer, die nur schwer greifbar ist und doch allgegenwärtig, die alles durchtränkt und doch unsichtbar bleibt, geleugnet und zugleich überall angewendet.

Rezensenten hielten dem Buch Frauenfeindlichkeit vor, wie immer bei Kunst und Literatur ist das wohl Interpretationssache, ich las viel mehr eine sehr gelungene Überspitzung der Tatsache, dass der Frauenhass alle gesellschaftlichen Befreiungsschläge überlebt, sich in jede Utopie einschleicht und durch das Internet nicht verringert, sondern gar katalysiert wird, was seine Ursache darin hat, dass er nie grundsätzlich reflektiert, sondern immer nur ein wenig kaschiert wird. Überall. Aber vor allem in Deutschland. Wir sind Weltmeister darin, Frauen in jovialer Altherrenmentalität auf ihre Plätze zu verweisen und ihnen entweder einzureden, es gäbe keine Unterdrückung ihres Geschlechts oder aber, wenn es sie gäbe, so seien sie selbst daran Schuld. Diese Art der Deutungsgewalt macht uns einmal mehr zu Vorbildern, wenn es darum geht, den alten Frauenhass in ein jüngst neu eingeläutetes Zeitalter zu transportieren: In der postfaktischen Gesellschaft zählt die Realität, ob beobachtet oder subjektiv empfunden, nicht mehr, sondern nur noch ihre Interpretation. Macht definiert sich über Deutungsmacht und Deutungsmacht ist die Macht des Patriarchats der Zukunft.

Diskriminierung effizient nutzen: Deutsche machen es vor

Wer in den letzten Tagen auf Facebook unterwegs war, der bekam ihn angezeigt, den Spot der Antidiskriminierungsstelle, mit dem sie das 10jährige Bestehen des Antidiskriminierungsgesetzes feiert. Darin werden „sexistische“ Stellenangebote vorgelesen, die es jetzt nicht mehr gibt, etwa die Suche nach einer „Haushaltsperle“ oder einer „Abwaschfrau“. Der ganze Spot soll vermitteln, wie viel sich doch in den letzten Jahren getan hat, vorgestern gab es auch einen großen Festakt zum Antidiskriminierungsgesetz, bei dem natürlich auch Heiko Maaß nicht fehlen durfte. Alles super im Gleichberechtigungsland Deutschland? Schluss mit sexistischer Werbung, Diskriminierung am Arbeitsplatz und überhaupt dem ganzen Frauen-Unrechts-Gedöns? Sicherlich war der Festakt ein Beispiel an Selbstbeweihräucherung der alten (und jungen) Herren und Herrschenden im Land und gleich wurde auch von einer „Führungsrolle“ Deutschlands für „Grundrechte und Gleichbehandlung in Europa“ gefaselt. Am deutschen Wesen soll die Welt genesen – einmal mehr, hm?
Weiterlesen

Unser Gentleman der Woche: Die neue Anti-Abtreibungswerbung von Durex

Kondom auf der Straße

MIKI Yoshihito | Flickr | CC BY-2.0

Die Werbung hat einen neuen Höhepunkt in der Verbreitung von sexistischen Geschlechterklischees und Unterdrückung der Frau erreicht – und zwar in Form eines neuen Werbespots, der vom Kondomhersteller Durex gefördert wird. Zu sehen sind die Figuren einiger Frauen. In warnendem Ton heißt es dann: „Alle fünf Minuten entscheidet sich eine Frau zu einer Abtreibung“. Weiter geht es mit eindringlicher Stimme: „Sex ohne Verhütung führt zu ungewollten Schwangerschaften. Verwende zuverlässigere Verhütungsmethoden“. Das Schlussbild zeigt einen Schriftzug, der besagt, dass diese Werbung von Durex gefördert wird. Leider ist es uns trotz intensiver Recherche nicht gelungen, herauszufinden, wer hinter diesem Werbeclip steckt, wenn er von Durex nur gefördert wird, vermuten aber, dass es entweder christliche Gruppen, militante Lebensschützer oder sonstige Frauenhasser sind.

Weiterlesen

Die Kölner Silvesternacht war ein Geschenk für deutsche Männer

Real fucky-fucky live show

Martin Witte (Flickr)[CC BY-NC 2.0]

Was sich während der Kölner Silvesternacht auf dem Bahnhofsvorplatz in Köln abspielte, hat sich wohl jüngst während des „Karnevals der Kulturen“ in Berlin wiederholt. Frauen wurden von Gruppen von Männern gejagt, eingekreist, begrapscht und bestohlen. In beiden Fällen sind Männer mit Migrationshintergrund, vornehmlich muslimischen, an den Taten beteiligt, wie zumindest im Fall der Kölner Silvesternacht durch Ermittlungen nun zweifelsfrei feststeht.  Als die ersten Meldungen zu den Vorfällen beim „Karneval der Kulturen“ aufploppten, las ich mich auf Twitter quer durch die Kommentare. Etwas erschien mir seltsam, das ich jedoch erst nach längerem Nachdenken in Worte fassen konnte. Zunächst war da das Schweigen auf der feministischen Seite. All jene, die noch Anfang des Jahres #ausnahmslos unterzeichneten, waren still, äußerten sich nicht zu den neuesten Vorfällen. Das liegt daran, dass sie es unter allen Umständen vermeiden wollen, in die Rassismusfalle zu tappen. Also sagen sie lieber nichts und verraten so die Sache der Frauen, was einmal mehr zeigt, wie wenig Frauen eigentlich gelten. Lieber Frauenerfahrungen verschweigen, als irgendeinen Mann Rassismus aussetzen. Das ist nicht nur feige, das ist auch ideologisch und viel zu kurz gedacht.

Dann gibt es die andere Seite, die sich im Erfolg des neu erschienen Buchs von Alice Schwarzer „Der Schock“ ausdrückt, das wenige Tage nach seinem Erscheinen bereits vergriffen ist. Darin geht sie den Ereignissen der Kölner Silvesternacht nach und kommt zu dem Ergebnis, dass sie etwas mit einem im Islam verwurzelten Frauenhass zu tun haben, den wir durch Zuwanderung und Flüchtlinge regelrecht importiert und willkommen geheißen haben.  Dafür erhielt sie viel Zuspruch – für mich zunächst mal erstaunlicherweise gerade von männlicher Seite. Nie zuvor habe ich in meiner Timeline und auf Twitter so viele Männer gelesen, die begeistert ein Buch von Alice Schwarzer empfehlen. Auch das ist doch zunächst seltsam, immerhin sind das genau die Männer, die sich sonst gerne ausgiebig über Feministinnen im Allgemeinen und Alice Schwarzer im besonderen lustig machen.

Weiterlesen

Als Autorin unter Männern – wie ich einen Western schrieb

The Wild West

The Wild West” by Chris Bickham (CC BY 2.0)

Die Störenfriedas sind ein Projekt von Frauen für Frauen. Wir wollen den feministischen Diskurs beleben und unterschiedliche Ansätze zur Diskussion stellen. Deshalb erscheinen an dieser Stelle regelmäßig Gastbeiträge, die nicht zwangsläufig die Haltung der Störenfriedas wiedergeben, aber wichtige Impulse für die feministische Debatte geben können.

Es war ein Zufall, der mich zur Westernliteratur brachte. In einem Seminar an der Uni las ich eine Quelle von zwei Mädchen im 18. Jahrhundert, die im Grenzland von Pennsylvania von Indianern entführt wurden und erst nach vier Jahren zurückkehrten. Mich faszinierte diese Geschichte sofort. Irgendwann beschloss ich, einen Roman darüber zu schreiben, er trägt den Titel „Der Ruf der Schildkröte – die Trommeln am Fluss“. Es geht in diesem Roman vorrangig um die beiden Mädchen, aber auch um Schlachten, Folter und jede Menge Militär. An einer Stelle gibt es eine Vergewaltigungsszene. Diese habe ich erfunden. Warum, weiß ich jetzt nicht mehr so genau. Vermutlich, weil so etwas meinem damaligen Gefühl nach einfach in einen historischen Roman gehört. Ich kenne die wenigsten Schinken, die nicht an irgendeiner Stelle so etwas einbringen. Erst heute, seit ich ein wenig feministisch geprägt bin, frage ich mich warum und komme zu dem traurigen Ergebnis, dass es dabei um eine Art sexuellen und potenziell frauenverachtenen Thrill geht, an dem sich einige der Leser erregen – und zwar leider Leser beiderlei Geschlechts. Das gilt auch für detaillierte Sexszenen, die sich in jedem Mittelalter-Roman finden. Als bestünde das Leben im Mittelalter nur aus Hexenwahn (nein, der gehört in die Frühe Neuzeit) und dazu gehörender sadistischer Folter an wehrlosen Frauen, schön detailliert beschrieben, herumreisenden Prostituierte und Orgien. Warum kommt Literatur nicht ohne diese Darstellung aus? Warum folgte auch ich diesem Ablauf?

Weiterlesen

Stimmen zu Köln

We All Can Do It - Poster

We all can do it - Poster by Valentin Brown, via Soirart/Tumblr

Wir haben für euch einige Stimmen verschiedener Frauen zu Köln gesammelt:

Sultana Sha: „Übergriffe in Köln: Als Muslima erlebt man desselbe“ (Huffington Post, 8. Januar 2016)

Ich bin aus Frankfurt und hier gibt es Orte, die ich tagsüber sogar vermeide. Dort sind viele Männer, die – je nachdem – in einem Café sitzen, Drogen verticken oder halt nach Frauen Ausschau halten (ganz nah neben einer Polizeidienststelle). Viele Männer aus einer bestimmten Region, mit einem bestimmten Migrationshintergrund, suchen explizit nach Frauen, die Kopftücher tragen. Ich muss sagen, dass ich keine 2 Minuten dort bin ohne irgendeine dumme Bemerkung zu hören. Und es vergeht kein Tag dort, ohne dass mindestens ein Typ kommt und nach der Nummer fragt. Ihm ist es glaube ich egal, ob ich sein Typ bin oder nicht, er sieht das Kopftuch und das zählt irgendwie.

Hilal Sezgin: „Ich bin es leid“ (Die Zeit, 6. Januar 2016)

Ich bin es leid, dass jede öffentliche Diskussion über sexualisierte Gewalt – falls überhaupt mal eine geführt wird – so schnell vor den Karren unzähliger anderer politischen Agenden gespannt wird, dass sie eigentlich schon keine Diskussion über sexualisierte Gewalt mehr ist. […] Dieselben Kommentatoren, die noch vor drei Jahren fanden, die junge Dame solle sich doch bitte nicht so anstellen, wenn der FDP-Opi was Nettes über ihren Busen sagt, wissen auf einmal ganz viel über die Sexualnot von Flüchtlingen und ziehen kühne kulturelle Bögen von Köln bis Kairo und Kabul.

Weiterlesen

Deutschland, wir müssen reden! – Gedanken nach Köln

Sexistische Kackscheiße

Sexistische Kackscheiße via Martijn van Exel via Flickr [CC BY-SA 2.0]

Mit ihrem Artikel Die Farce von #Koeln hat Mira Sigel offenbar den richtigen Nerv bei Frauen (und auch einigen Männern) in diesem Land getroffen: Der Arikel wurde geliked, geteilt, es gab zahlreiche Anfragen ihn ins Englische zu übersetzen und auch international stieß er auf große Beachtung. Zwischenzeitlich war sogar unser Server kurzzeitig überfordert. KommentatorInnen ließen uns wissen: „[Der Artikel] spricht mir aus der Seele“, „Trifft die Wirklichkeit so gut, wie wenig, was ich bisher darüber gelesen , gesehen oder gehört habe.“, „Der Beitrag verdient den Pulitzer-Preis“ oder „Super Artikel. — Das Beste zum Thema. Danke“ – Das gebe ich nicht wieder, weil ich unseren Blog mit Eigenlob überschütten möchte, sondern weil wir doch selbst auch teilweise überrascht waren, wie viele in diesem Land die Schnauze offenbar voll davon haben, dass Sexismus nur dann als problematisch betrachtet wird, wenn er nicht von deutschen Männern begangen wird. Wenn aber die eigenen „eingeborenen“ Brüder, Väter, Kollegen oder Nachbarn die Täter sind, dann wird verharmlost, dem Opfer die Schuld gegeben und Staat und Justiz bleiben untätig. Welch ein Hohn, dass jetzt AUF EINMAL der zuständige Minister Heiko Maas (SPD) aus seinem Tiefschlaf erwacht und seine monatelange Blockade zur Verschärfung des Vergewaltigungsparagraphen urplötzlich aufgibt. Wo waren denn die ganzen Frauenfreunde, als Feministinnen und Betroffenenorganisationen Sturm gelaufen sind, weil einfach nichts vorangehen wollte? Und schauen wir doch mal, ob die Empörung bis zu einer tatsächlichen Beschlussfassung ausreicht oder ob nicht dann bereits längst eine andere Sau Wille an Veränderung heuchelnd durchs Dorf getrieben wird.

Weiterlesen

Die Farce von #Koeln

Abbildung: 2 Männer greifen nach einer Frau

Paul Townsend via Flickr, [CC BY-ND 2.0]

An Silvester wurde am Kölner Hauptbahnhof  und in anderen deutschen Großstädten eine bislang unbekannte Anzahl von Frauen sexuell belästigt und ausgeraubt. Rund 150 Opfer sollen Anzeige gestellt haben, sogar von Vergewaltigung ist die Rede. Die Täter waren laut Beschreibung nordafrikanischer und arabischer Herkunft. Das Netz überschlägt sich seither. Da sind die einen, die vor rassistischen Vorwürfen warnen, die anderen wittern erneut den Untergang des Abendlandes. Die Politik spricht von „der harten Hand des Rechtsstaats“. Die Opfer kommen in dem ganzen Tumult überhaupt nicht vor.

Weiterlesen

Unser Gentleman der Woche: Attila Hildmann

Hund mit Zigarette und Hut im Vintage-Stil

Jhayne (modfied) via Flickr, CC BY-NC-SA 2.0

Ne Weile schauen wir uns das ja schon an und fragen uns ob wir nun Mitleid oder Ekel empfinden sollen, für den selbst ernannten Vegan-Guru Attila Hildmann.

Zunächst fanden wir den Selbstveredelungs-Veganismus vom „Vendler“ ja in erster Linie peinlich: Vegan ernähren, dann klappts auch mit dem Sixpack. Jo, wer drauf steht. Von uns aus. Er ist halt offenbar kein politischer Veganer.

Vegane Ernährung als Potenzmittel und den Porsche fürs große Ego? Jo, wers braucht.  Und: Irgendwo muss die fette Kohle, die man mit seinem Fun-Veganismus verdient, ja auch hin.  Die Schwelle zur Grenzwertigkeit war hiermit jedenfalls bereits deutlich überschritten.

Aber sein neuestes Projekt überschreitet alle Grenzen des schlechten Geschmacks:

Mit Vegangangsta.tv, einer „Foodporn“-Cooking-Show, bei der es „fucking“ und „bitches“ im Minutentakt hagelt, soll die Kasse weiter aufgebessert werden, denn wir wissen ja:

Sex sells einfach. Das ist auch keine Parodie, sondern das ist Teil des Konzepts. […] Das ganze Ding ist auch dafür da, andere Zielgruppen zu erreichen – die Jugend steht auf Gangsterrap und guckt auch mal ’nen Porno. Für mich sind das Stilmittel, um meine Message von veganem Bioessen und Fairtrade in die Welt zu tragen.

Auf seiner Facebookseite schreibt er außerdem:

Man nehme: 1 Halstuch = 5 Euro im Army-Shop; 1 vollbusige Freundin = 0 Euro; ein bisschen Gossenslang = 0 Euro; eine gute Slowmo-Kamera = 50 Euro am Tag; ein tätowierter Strongman = 0 Euro Aufruf über Facebook....Resultat - deutschlandweite mediale Aufmerksamkeit = unbezahlbar! hahaha die Welt ist doch zu einfach gestrickt für mich. Sex und ein bisschen Provokation und alle flippen aus! Ich mach dann mal weiter...am Sonntag ist der nächste Dreh! Bewirb dich als Vegangsta Girl: motherfucker@vegangsta.tv

Man nehme: 1 Halstuch = 5 Euro im Army-Shop; 1 vollbusige Freundin = 0 Euro; ein bisschen Gossenslang = 0 Euro; eine gute Slowmo-Kamera = 50 Euro am Tag; ein tätowierter Strongman = 0 Euro Aufruf über Facebook….Resultat – deutschlandweite mediale Aufmerksamkeit = unbezahlbar! hahaha die Welt ist doch zu einfach gestrickt für mich. Sex und ein bisschen Provokation und alle flippen aus! Ich mach dann mal weiter…am Sonntag ist der nächste Dreh! Bewirb dich als Vegangsta Girl: motherfucker@vegangsta.tv

Weiterlesen

Sex sells ist das Gegenteil von Freiheit

"Sexismus bekämpfen" - Graffiti

by Kecko via Flickr, [CC BY 2.0]

Wer sich gegen Sexismus wehrt, bekommt sie oft zu spüren, die Prüderie-Keule. „Spießig“ ist man dann und moralisch, lustfeindlich. Es ist seltsam, dass die ungehemmte Ausbeutung des weiblichen Körpers zu Werbe- und Konsumzwecken so vollkommen ungefragt mit Lustgewinn gleichgesetzt wird und jeder, der auch nur ein Fragezeichen dahinter malt, als angeblicher Spaßerverderber gegeißelt wird. Es besteht ein Unterschied zwischen der Auslebung von Lust und der Freiheit von Sex und seiner Auslebung und der permanenten, sinnlosen Darstellung von kopflosen, weiblichen Körpern in Werbung, Fernsehen und Musikvideos, die die existierenden Geschlechterklischees reproduzieren und verfestigen und nur zum Zweck haben, Bedürfnisse zu wecken, von denen viele gar nicht wussten, dass sie sie haben.  „Aber“, heißt es dann. „Es gibt ja auch Frauen, die das gerne machen.“

Weiterlesen