Unsere Störenfrieda der Woche: Alice Paul

Alice Paul

By Edmonston, Washington, D. C. [Public domain], via Wikimedia Commons

Alice Paul war eine der führenden Frauen im Kampf um das Frauenwahlrecht in den USA. Am 11. Januar 1885 als Tochter einer Quäkerfamilie in New Jersey geboren, nahm ihre Mutter sie bereits zu Treffen der NAWSA (National American Woman Suffrage Association) mit. Alice studierte Biologie und Jura und promovierte über die rechtliche Situation von Frauen in Pennsylvania. 1907 verbrachte sie einige Zeit in England, wo sie Emmeline Pankurst kennenlernte und durch die englische Suffragettenbewegung politisiert wurde. Sie schloss sich der WSPU an und nahm an deren Protestaktionen teil, wofür sie verhaftet wurde. Wie viele der Suffragetten trat sie in der Haft in Hungerstreik, um ihre Freilassung zu erwirken. Der entschlossene Kampf der englischen Suffragettenbewegung beeinflusste Alice Paul maßgeblich. Als sie drei Jahre später in die USA zurückkehrte, engagierte sie sich innerhalb der NAWSA dafür, dass das Frauenwahlreicht in die US-amerikanische Verfassung aufgenommen wurde. Am 3. März 1913 organisierte sie mit ihrer Freundin und Mitstreiterin Lucy Burns eine große Parade in Washington, während derer die Suffragetten von einem wütenden Mob angegriffen wurde. Die Polizei sah tatenlos zu. Es kam zum Bruch mit der NAWSA und Paul und Burns gründeten 1915 die radikale National Woman’s Party (NWP), die durch Protestaktionen und Mahnwachen auf sich aufmerksam machte. Als der Erste Weltkrieg ausbrach, beschimpfte man Paul und ihre Mitstreiterinnen als Vaterlandsverräterinnen, weil sie durch ihren anhaltenden Protest die Stellung des Weißen Hauses schwächten. Sie wurden verhaftet und traten in Hungerstreik. Die Gefängnisleitung entschied eine brutale Zwangsernährung. Man versuchte, Alice Paul für geisteskrank zu erklären und in die Psychiatrie einzuweisen. Doch Alice Paul Kampf war nicht umsonst: Am 26. August 1920 trat der 19. Verfassungszusatz in Kraft, der Frauen das allgemeine Wahlrecht erteilte. Ende der 1920er Jahre gründete Alice Paul die World Woman’s Party (WWP), die später in World Woman’s Party for Equal Rights umbenannt wurde, die dafür sorgte, dass es ab 1946 eine UN-Kommission für Frauenrechte gab. Noch im hohen Alter protestierte sie gegen den Vietnamkrieg und starb am 09. Juli 1977.

 

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