“Bitte freimachen – eine Anleitung zur Emanzipation”

Buchcover: Bitte freimachen. Eine Anleitung zur Emanzipation

Katrin Rönicke: Bitte freimachen, METROLIT Verlag, 2015

Wie ist das mit dem Frausein, dem Sex, dem Sexismus und dem Feminismus im Jahr 2015? Katrin Rönicke, bekannt als Netzfeministin und früheres Mitglied der “Mädchenmannschaft” hat mit “Bitte freimachen – eine Anleitung zur Emanzipation” den Versuch gestartet, einen Überblick über aktuelle feministische Themen und Debatten zu geben. Von Konsens über Genitalrasur, über Aufschrei zu Abtreibung widmet sie jedem Thema ein Kapitel, in dem sie das Generelle und Politische mit ihrer persönlichen Erfahrung als Frau verbindet, ein Konzept, das bereits bei Caitlin Moran wundervoll funktioniert hat. Zwar fehlt Katrin Rönicke der bissige Witz von Caitlin Moran, dafür gelingt es ihr, die großen Grabenkriege des Feminismus geschickt zu umschiffen, sie zitiert Alice Schwarzer ebenso wie Standpunkte der sogenannten Lib- oder Queerfeministinnen. Für eingefleischte Feministinnen steht in dem Buch nichts Neues, doch es ist eine gut geschriebene, sympathische und fundierte Einführung in das Thema Feminismus in Deutschland 2015, die man gerne all jenen in die Hand drücken möchte, die behaupten, das Thema “Gleichberechtigung” sei längst gegessen.  Besonders gefällt, dass in ihrem Buch deutlich wird: “Wir haben noch viel zu tun” – und “Wir haben ein gemeinsames Ziel”. Rönicke vermeidet das sture Festhalten an exklusiven Thesen, sondern plädiert für Vielfalt, für Akzeptanz und für mehr Bewusstsein für die Tatsache, dass wir alle Frauen sind, die bei aller Unterschiedlichkeit ähnliche Erfahrungen machen müssen und dass wir nur gemeinsam daran etwas ändern können. Sie räumt auf damit, dass Feministinnen keine Mütter und keine Ehefrauen sein können und auch damit, dass es so etwas wie weibliche und männliche Gehirne gibt. Ein trotz ernster Themen positives Buch, das Lust auf feministische Arbeit macht. An sich selbst und an der Gesellschaft.

Katrin Rönicke: “Bitte freimachen – eine Anleitung zur Emanzipation”. Erschienen bei Metrolit Verlag.

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