Kategorie: Aktuelles/Veranstaltungen

Die “nihilistische Revolution der unheiligen Allianz” in Chile: Gesprächsrunde mit Corina Toledo

Graffiti in Berlin

By User:Nicor (Own work) [CC BY-SA 2.5], via Wikimedia Commons

Revolution im Spiegel der Kunst? Gesprächsrunde mit der Künstlerin Dr. Corina Toledo zur “nihilistische Revolution der unheiligen Allianz” in Chile, d.h. der  Allianz zwischen Militarismus, Patriarchat, Religion und Kapitalismus. Ihre Position ist, dass die Revolutionen bis heute “blutige Schauspielplätze” von Männer sind, meistens gegen Frauen und Kinder. Demzufolge vertritt sie die Auffassung, dass die Revolution von Frauen noch aussteht, die darin besteht, “Leben zu spenden und Leben zu erhalten”, im Einklang mit der Pachamama! Die Gesprächsrunde ist am 28.10.2014, 18.00 Uhr im Cafe Freiraum freiraum e.V. Pestalozzistr. 8 80469 München. Mehr Informationen unter: http://www.corinatoledo.com/

Der Kampf um Kobane: Ein Beispiel selektiver Solidarität

Kampf um Kobanê

By Agathocle de Syracuse (http://www.agathocledesyracuse.com/archives/52) [Public domain], via Wikimedia Commons

Der heroische Widerstand der Menschen in Kobane gegen das Gemetzel der Daesh (ISIS)–Faschisten seit Mitte September, hat zu einer Welle der internationalen Solidarität geführt. Eine Vielzahl von Artikeln und Statements wurde geschrieben und es wurden Proteste in zahlreichen Städten auf der ganzen Welt abgehalten. Kurden sind ihren Landsmännern über die türkische Grenze hinweg zur Hilfe geeilt, obwohl sie vom türkischen Militär brutal zurückgedrängt wurden. Andere, darunter auch unsere türkischen Genoss*innen der DAF (Revolutionäre Anarchistische Aktion), sind zur Grenze gegangen um mitzuhelfen diese offen zu halten für Flüchtlinge, die in Richtung Türkei fliehen. Es gab Rufe die kurdischen Kräfte zu bewaffnen und Aufrufe, die DAF zu unterstützen und Hilfe für die Flüchtlinge zu senden. Jedoch wurde diese Solidarität mit den syrischen Kurden nicht auf nicht-kurdische Gruppen ausgeweitet, die im Land ebenfalls kämpfen und sterben um sich vom Faschismus und gewalttätiger Unterdrückung zu befreien und für Freiheit und Selbstbestimmung eintreten. Es wird häufig fälschlicherweise behauptet, dass der Kernkonflikt in Syrien auf Sektierertum beruht. Es ist notwendig zu verstehen in welchem Ausmaß Sektierertum auch in unseren Reaktionen eine Rolle spielt.

Die Protestbewegung, die 2011 gegen Bashar Al Assad entstand, vereinte die Menschen über Syriens diverse ethnische und religiöse Spektren hinweg in einem Kampf für Freiheit. Kobane war keine Ausnahme. Die Kurden, die in dieser Stadt die Mehrheit stellen, hatten lange Zeit unter der Arabisierungs-Politik des Baathistischen Regimes gelitten, und sie waren unter den ersten, die sich erhoben als die Revolution begann. In diesem Protest ab Mitte 2012 forderten Kurden und Araber gemeinsam den Sturz des Regimes und feierten unterstützend die Freie Syrische Armee (FSA), als diese die kurdische Flagge hochhielt, als dies noch ein gefährlicher Akt des Widerstands war. Aber von diesen frühen Tagen an gelang es der syrischen Protestbewegung in Kobane und anderswo nicht internationale Unterstützung zu erhalten. Wäre ihnen das gelungen wäre das Land nicht in einem solchen Maße zerstört worden, dass ISIS in weiten Teilen die Kontrolle erlangen konnte.

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StörenFrida Berlin- Feministische Frauenkneipe: Erzählcafé mit Anna und Jalda, zwei jüdischen Künstlerinnen in Berlin

Störenfrida-Berlin feministische Frauenkneipe

Die StörenFrida Berlin ist ein Ort für Frauenpolitik und Frauengeschichte für Frauen, FrauenLesben und Trans*. Das heißt, unser inhaltlicher und politischer Schwerpunkt liegt auf Frauenpolitik und der Geschichte der FrauenLesbenbewegung und Frauen in dieser Gesellschaft. Wir freuen uns über alle Frauen, FrauenLesben und Trans*, die sich dafür interessieren und darüber auseinandersetzen wollen oder einfach mit uns Zeit verbringen wollen.
Die feministische Frauenkneipe StörenFrida gab es schon in Hannover. Wir haben die Kneipe quasi von dort importiert und in Berlin etabliert, auch um unserer uns wichtigen feministischen Sozialisation in Hannover und den Inhalten, Debatten und Schwerpunkten, die uns feministisch geprägt haben, einen Ort in Berlin zu geben.

Die StörenFrida hat jeden Monat ein wechselndes kulturelles/ politisches/ kreatives Programm und möchte einen feministischen Raum schaffen und gestalten, in dem Menschen sich austauschen, Ideen entwickeln, Spaß haben oder einfach sein können.

Die Kneipe ist selbstorganisiert und unkommerziell und trägt sich vor allem über Spenden von den Veranstaltungen und Soli-Einnahmen.

Es gibt die StörenFrida seit Juni 2011 einmal im Monat – jeden 4. Donnerstag Abend. Unsere Heimat ist der Antisexistische Infoladen FAQ in Neukölln http://as-laden.info/. In Ausnahmen geht die StörenFrida auch auf Reisen in andere Räume in Berlin.
Die Kneipe ist rauchfrei und barrierearm.

Weitere Infos gibt es hier: http://stoerenfridaberlin.blogsport.de/

Ihr findet uns jeden 4. Donnerstag ab 20 Uhr im

Antisexistischen Infoladen faq
Jonasstr. 40, Neukölln
U8, Haltestelle Leinestr.

Oder schreibt uns eine E-Mail:
stoerenfridaberlin@riseup.net

Aktueller Termin 23. Oktober 2014: Erzählcafé mit Anna und Jalda, zwei jüdischen Künstlerinnen in Berlin

Die Bildende Künstlerin, Bühnenbildnerin und Ausstellungsmacherin Anna Adam ist vor allem mit ihrem Satireprojekt FEINKOST ADAM bekannt geworden. Die Kantorin Chasan Jalda Rebling lehrt in der Tradition der Maggidim, jüdischer Wander-Lehrer, die mit Liedern, Legenden und Geschichten jüdisches Wissen in die Welt tragen. Sie ist eine international bekannte Musikerin für Jüdische Musik. Beide Frauen wurden in dem Dokumentarfilm von Katinka Zeuner JALDA UND ANNA ERSTE GENERATION DANACH portraitiert.
Im Erzählcafe sprechen sie mit uns über ihre Kunst und ihre Musik, über Feminismus und jüdisches Leben.

STOP SEXKAUF – internationaler Kongress zum Abbau von Prostitution

Logo Stop Sexkauf

Die Initiative Stop Sexkauf veranstaltet vom 05. bis zum 07. Dezember in Kooperation mit dem KOFRA München den Kongress “STOP SEXKAUF – internationaler Kongress zum Abbau von Prostitution” in München. In den drei Tagen sprechen unter anderem Lea Ackermann von SOLWODI, Kathleen Barry von Abolish Prostitution Now, Mary Honeyball, die im Europäischen Parlament die Empfehlung für ein Sexkaufverbot initiierte, Kriminalhauptkommissar und Autor Manfred Paulus, Simon Häggström von der Stockholmer Polizei, Prostitutionsüberlebende und Aktivistinnen aus der ganzen Welt. Der Kongress ist eine hochkarätige Vernetzungs- und Informationsveranstaltung für alle, die sich im Kampf gegen Prostitution engagieren.

Programm und Anmeldung gibt es hier.

Solidaritäts-Erklärung des Frauenverbands Courage mit den LAG autonomer Frauenhäuser, Beratungen und Notrufe in NRW

Stop Violence Against Women

via Pixabay, Public Domain CC0

Wir überbringen Euch solidarische Grüße unsres Bundesvorstandes und des ganzen Frauenverbands Courage. Wir sichern Euch unsere Unterstützung zu bei der Durchsetzung Eurer Forderungen unter dem Motto: „Gewaltschutz geht vor – für starke Frauen und Mädchen in NRW“.

Auch viele unserer Frauen mussten und konnten in höchster Not Beratungsstellen, Notrufe, enge Betreuung und Unterkunft in den Frauenhäusern in Anspruch nehmen.

So musste auch unsere Couragefrau Nicole Semek aus Kamerun in einem
Frauenhaus in Essen Zuflucht nehmen, weil ihr deutscher Ehemann sie zur Prostitution zwingen wollte, nachdem sie gerade mal ein halbes Jahr in Deutschland mit ihm lebte. Nach deutschem Gesetz hätte sie bei ihm bleiben, seinen Forderungen nachkommen sollen, und 3 Jahre mit ihm in dieser Ehe leben müssen. Dann erst hätte sie ein eigenständiges Bleiberecht erhalten. Im Klartext: Es gibt bei uns ein gesetzliches 3-jähriges „Rückgaberecht“ für Männer, die ihre Frauen aus dem Ausland holen! Nachdem unsere Nicole
nun zu früh aus ihrem ehelichen Martyrium in ein Frauenhaus floh, sollte sie abgeschoben werden.

Prostitution oder Abschiebung? Wir nennen dies Menschenverachtung.

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Taz-Panter-Publikumspreis geht an die Women in Exile

Bunte Blumen

Henry Lorenzatto via Unsplash, [CC0 1.0]

Die Störenfriedas gratulieren den Women in Exile zur verdienten Verleihung des Taz-Panterpreises. Mit dem Preis werden Menschen gewürdigt, die sich mit großem, persönlichen Einsatz für andere stark machen, Missstände aufdecken und für eine bessere Welt kämpfen.

Die Women in Exile fordern unter anderem die dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen in eigenen Wohnungen, da insbesondere Frauen durch die Unterbringung in Lagern vermehrt Gewalt ausgesetzt sind. Auch eine Änderung der Asylgesetzgebung und faire Asylverfahren sind dringend geboten

Elisabeth Ngari:

Wir bitten alle, die uns dabei unterstützt haben, den Taz-Panterpreis zu gewinnen: Bitte nutzen Sie alle ihre Einflussmöglichkeiten, um die Unterzeichnung dieses Gesetzes im Bundesrat zu verhindern und setzten Sie sich gemeinsam mit uns für ein faires Asylverfahren für alle Asylsuchenden ein.

Dieser Bitte schließen wir uns sehr gerne an und weisen hin auf eine aktuelle Online-Aktion: “Keine Kompromisse beim Asylrecht! Flüchtlingsrechte sind keine Verhandlungsmasse!”

Keine Grenzen, keine Nationen – Refugees willkommen!

Mit dem Preis werden Menschen gewürdigt, die sich mit großem persönlichen Einsatz für andere starkmachen, Missstände aufdecken und für eine bessere Welt kämpfen.
Mit dem Preis werden Menschen gewürdigt, die sich mit großem persönlichen Einsatz für andere starkmachen, Missstände aufdecken und für eine bessere Welt kämpfen.

10. September: Welttag Suizidprävention

Banner Welttag Suizidprävention

Banner Welttag Suizidprävention

Im Jahr 2012 in Deutschland

  • starben etwa 10.000 Menschen durch Suizid
  • verloren weit über 60.000 Menschen einen nahestehenden Menschen durch Suizid
  • belief sich die Suizidziffer auf 12 pro 100.000 Einwohner
  • begingen weit über 100.000 Menschen einen Suizidversuch

Das bedeutet in etwa

  • alle 53 Minuten stirbt ein Mensch durch Suizid
  • alle 5 Minuten findet ein Suizidversuch statt1

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die International Association for Suicide Prevention (IASP) riefen am 10.09.2003 erstmalig zum Welttag der Suizidprävention auf. Ziel war und ist seit jeher, über Suizid und seine Verbreitung aufzuklären, dazu beizutragen, Suizid als gravierendes Gesundheitsproblem anzuerkennen, Suizid-Prävention zu leisten und weltweit der Menschen und ihrer Angehörigen zu gedenken, die durch Suizid ums Leben kommen.

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Heute Abend auf RTL II: Doku “Liebe und Sex im Pornozeitalter”

Erotikk Sjokk

By Jaran Gjerland Stenstad Soldatnytt (originally posted to Flickr as Erotikk-sjokk) [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

RTL II zeigt heute Abend ab 23:15 Uhr die australische Doku “Liebe und Sex im Pornozeitalter”, die abbildet, wie sehr die ständige Verfügbarkeit pornografischer Inhalte das Denken von Jugendlichen und ihre Einstellung zu Liebe, Sex und Beziehungen verändert.  Romantik? Gegenseitiges Entdecken? Fehlanzeige. Dafür “One-Night-Stands” im Vollrausch, in denen nachgespielt wird, was der Porno zeigt. Echte Intimität geht verloren – denn die wird auch in Pornos nicht gezeigt, genauso wenig wie echte Zärtlichkeit oder Respekt. Eine ganze Generation wächst mit der Sexualerziehung durch Pornos auf. Das hat Folgen, die wir heute noch gar nicht absehen können. Die Doku zeigt deutlich, dass Jugendliche eben nicht zwischen “Fiktion” im Porno und ihrem eigenen Verhalten unterscheiden, sondern dass es einen Zusammenhang gibt, zwischen den Pornos, die sie konsumieren und ihrer Einstellung zu Sex, Liebe, Partnerschaft – und dem Respekt vor Frauen.

Vulva 3.0: Don’t Believe The Hype

Anti Infibulation Logo, FGM

By Rugby471 (SVG); User:Shir Khan~commonswiki (PNG) (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons

Der erste Gedanke als – finally – der Abspann durchläuft: “Dieser Film ist vollkommen unnötig”

Damit wäre eigentlich bereits alles gesagt, was zu sagen ist. Dabei ließ die Filmkritik in “Der Freitag” doch viel Hoffnung aufkommen, dass ein sehr wichtiges Thema endlich adäquat aufgearbeitet wird. Tatsächlich greift die Kritik die wenigen guten Momente im Film auf. Viel mehr war dann aber auch nicht.

Was vor allem fehlte, war eine gesellschaftspolitische Einordnung und Bewertung des Ganzen. Die Macherinnen überlassen diese vollkommen dem Auge der Betrachter*innen.

Nehmen wir das Thema “Female Genital Cosmetic Surgery” (FGCS). Dieser beunruhigende Trend zur chirurgischen “Selbstoptimierung des Intimbereichs” wurde in unserer feministischen Gruppe das erste Mal vor 2 Jahren diskutiert. 2011 wurden in Deutschland rund 5.500 “Schamlippenkorrekturen” durchgeführt, die allermeisten (natürlich) nicht medizinisch indiziert. 104.000 Treffer liefert eine Suche in einer bekannten Suchmaschine für den Suchbegriff “Intimchirurgie” .  Der Film zeigt in aller Ausführlichkeit wie eine solche Operation auf einer Schönheitschirurgen-Tagung live vorgeführt wird. Statt jedoch zum Thema zu machen woher der Wunsch von Frauen wohl rühren könnte ihren Intimbereich zu “tunen”, schweigt sich der Film darüber vollkommen aus. Es lässt sich maximal erahnen, dass der gezeigte Grafiker, der für die tollen Werbebotschaften den Nacktmodels die “Fehlerchen” im Intimbereich mit Photoshop entfernt, einen Grund liefern könnte: Eine Werbung, die alle weiblichen Geschlechtsbereiche gleich macht und durch gezieltes Retouschieren Unterschiede verwischt, weil “Mann es eben so sehen will” . Der zunehmende Trend zur Verkindlichung und Verjüngung unserer Vaginen mutet doch auch erschreckend an im Hinblick auf den weit verbreiteten Konsum von Benutzung von Kindern für männliche sexuelle Befriedigung.  Der Bogen dazu so wie allgemein zu der allgegenwärtigen Pornographie, die ständig mit Nahaufnahmen weiblicher Geschlechtsteile arbeitet, wird nicht, bzw nur in einem beiläufigen Nebensatz, gespannt. Auch diesen Zusammenhang kann man maximal erahnen, wenn die gerade intimoperierte Frau pornoesk “Ach sieht das geil aus” dahin säuselt und von ihrer Intimchirurgin darin bestärkt wird. In Frage gestellt wird das Ganze jedoch nicht.

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Film und Diskussionsrunde: DIE FLIEGE IN DER ASCHE

Film Projector

By christian razukas from Honolulu, Hawaii (Hawaii Theatre Projection Booth) [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons

Am 9.7. um 17:30 Uhr präsentiet die Diakonie Deutschland zusammen mit dem Evangelischen Zentrum für entwicklungsbezogene Filmarbeit (EZEF) und TERRE DES FEMMES den Themenabend “Frauenhandel und sexuelle Ausbeutung”. In diesem Rahmen wird der Film DIE FLIEGE IN DER ASCHE gezeigt mit anschließender Podiumsdiskussion.

http://www.hoefekino.de/programmplus