Kategorie: Die Störenfrieda des Monats

Unsere Störenfrieda des Monats: Wangari Maathai

von Foto: Antônio Cruz/ABr (Agência Brasil [1]) [CC BY 3.0 br (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/br/deed.en)]

Wangari Maathai war eine Umweltschützerin, Politikerin und Nobelpreisträgerin aus Kenia. Sie wurde 1940 in Nyerie, Kenia geboren und starb 2011 in Nairobi. Sie war die erste Afrikanerin, der der Friedensnobelpreis verliehen wurde. Wangari Maathai kämpfte gegen die Abholzung und die Zerstörung der Natur in Ostafrika und weltweit. Ihr Ziel war die Erhaltung der Lebensgrundlagen für alle Menschen und der Schutz dieser Ressourcen vor kurzfristigen Profitinteressen. Sie selbst stammte aus einfachen bis ärmlichen Verhältnissen, trotzdem legte ihr Vater Wert darauf, dass seine Tochter zur Schule ging und lernte.

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Unsere Störenfrieda des Monats: Roswitha (Hrotsvitha) von Gandersheim

Roswitha von Gandersheim war die erste deutsche Dichterin, die im 10. Jahrhundert lebte.
Sie belebte die Kunst des Dramenschreibens aus der Antike wieder. Ihre Werke, allesamt in Latein verfasst, sprühen vor Witz und Erotik.

Als Kind wurde Roswitha, vermutlich eine sächsische Adelstochter, in den 940er Jahren in das reiche Kanonissenstift Gandersheim gebracht, in dem die Nicht des Kaisers Otto I. wirkte und die Töchter Kaiser Ottos II. Die lese- und schriftkundigen Frauen des Stifts widmeten sich der Herstellung kostbarer Handschriften und beschäftigten sich mit der Kunst der Antike. Roswitha dichtete über die Heiligenlegenden und über die Geschichte der Ottonen, drei Teile umfasst ihr Werk: Das Legendenbuch, das Dramenbuch und einen Band mit historischen Schriften. Todesdatum ist nicht bekannt, vermutlich starb sie in den 970er Jahren.

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Unsere Störenfrieda des Monats: Lillian Hellman

By Lynn Gilbert (Own work) (CC BY-SA 4.0) http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0

Lillian Hellmann war Schriftstellerin, Journalistin, Aktivistin und Drehbuchautorin. Sie stammte aus einer deutsch-jüdischen Arbeiterfamilie. Lillian Hellman war eine der bedeutendsten Theaterschriftstellerinen der USA. Mutig und voller Gefühl beschrieb sie die Zustände ihrer Zeit. 1934 wurde das Theaterstück „The Children’s Hour“ uraufgeführt, in dem es um die lesbische Liebe zweier Lehrerinnen ging, ein großartiges Stück lesbischer Weltliteratur. Als Hollywood das Stück 1936mit Audrey Hepburn und James Garner verfilmte, traute es sich an das Thema nicht heran und machte daraus eine heterosexuelle Dreiecksbeziehung. Lillian galt als Rebellin, stolz, stur, widerständisch, kompromisslos.

„Unjust. How many times I’ve used that word, scolded myself with it. All I mean by it now is that I don’t have the final courage to say that I refuse to preside over violations against myself, and to hell with justice.“ (Lillian Hellman)

Mit 14 lief sie von zu Hause weg, mit 15 versetzte sie den Familienschmuck, um sich Bücher kaufen zu können. Sie heiratete den Schriftsteller Arthur Kober, von dem sie sich kurz darauf wieder scheiden ließ. Als Reporterin berichtete sie aus dem Spanischen Bürgerkrieg und begegnete Ernest Hemingway, mit dem sie einige Zeit verbrachte. Bis zu seinem Tod in den 1960er Jahren führte sie eine Beziehung mit dem Schriftsteller Dashiell Hammett. Lillian Hellman war eine Bürgerechtsaktivistin, ihrer Klage ist es zu verdanken, dass die Mitschnitte von Präsident Nixon als öffentlich galten.

„There are people who eat the earth and eat all the people on it like in the Bible with the locusts. And other people who stand around and watch them eat.“ (Lillian Hellman)

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Unsere Störenfrieda des Monats: Zitkala-Ša

Zitkala-Ša

Gertrude Käsebier via Wikimedia Commons, Public Domain

Die Boarding Schools gehören zum dunkelsten Teil der US-amerikanischen und kanadischen Geschichte, sie stehen am Ende einer langen Geschichte der Vertreibung, des Genozids, der kulturellen Vernichtung und Marginalisierung, die bis heute nachwirkt. Die Yankton-Dakota Zitkala-Ša (Roter Vogel), die als Gertrude Simmons Bonin am 22. Februar 1876 in einem Reservat in Dakota geboren wurde, erfuhr durch ihre Mutter eine traditionelle Erziehung und lernte von ihr die Mythen und Bräuche der Dakota. Ihr Vater war ein Weißer, von dem nur wenig bekannt ist. Trotz der Armung und zahlreicher Probleme erlebte sie ihre Kindheit als sehr behütet und im Einklang mit ihren indigenen Wurzeln. Ihre Kindheit im Reservat beschrieb sie in ihrem ersten Buch „Impression of an Indian Childhood“. Mit 12 Jahren begann sie ein von Quäkern betriebenes Internat für die Umerziehung von indianischen Kindern (also ihre „Anpassung an die weiße Gesellschaft) zu besuchen. Der Kontrast zu ihrer bisherigen Kindheit hätte nicht größer sein können. Die dort angewendten Erziehungsmethoden übten massiven Druck auf die Kinder aus, ihre Herkunftssprache und Herkunftskultur zu vergessen und veränderten die Persönlichkeiten der Kinder grundlegend. Zitkala-Ša schrieb dazu später:

„Es war nahezu unmöglich, die eiserne Routine hinter sich zu lassen, nachdem die zivilisatorische Maschine ihr geschäftiges Tagewerk begonnnen hatte.“

Die Zeit im Internat war für sie traumatisch. Zitkala-Ša schnitt man die Haare ab, ein Akt, den viele indigene Völker Nordamerikas mit tiefer Trauer verbinden. Zitkala-Ša versteckte sich vor den Erzieherinnen, wurde aber dann mit Gewalt dazu gezwungen, ihre Haare nicht nur zu schneiden, sondern abzuscheren. Später verarbeitete sie die Erlebnisse an dieser Schule in dem Buch „The School Days of an Indian Girl“.
Nachdem sie die Schule verließ, fand sie keinen rechten Anschluss mehr an ihre Herkunftskultur. Die Traditionen und Bräuche, ja sogar die Sprache, waren ihr durch die Umerziehung entfremdet. Sie besuchte eine weiße High School, entdeckte ihre Liebe zu klassischer Musik und studierte dank eines Stipendiums am Bostoner Konservatorium Violine, ein zu dieser Zeit ganz und gar ungewöhnlicher Vorgang. Als Soloviolonistin ging sie auf Tour.

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Die Störenfrieda des Monats: Vandana Shiva

Dr. Vandana Shiva

Augustus Binu [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Wir brauchen eine neue Bewegung, die uns von der dominanten, alles durchdringenden Kultur der Gewalt, der Zerstörung und des Todes wegbringt hin zu einer Kultur der Gewaltlosigkeit, des Lebens und kreativen Friedens.Vandana Shiva

Vandana Shiva wurde am 5. November 1952 als Tochter eines Forstbeamten und einer Schulrätin in Dehradun, am Fuße des Himalayas in Indien geboren.

Ihre Eltern quittierten den Staatsdient und ließen sich später als Bauern nieder. Inspiriert durch diese lernte sie die Natur lieben und realisierte sehr früh die gravierenden Folgen der wirtschaftlichen Erschließung auf die Umwelt.

Vandana Shiva absolvierte zunächst ein Physikstudium und schloss das Studium mit einer Promotion in Quantenphysik ab. Sie arbeitete anschließend im ersten Kernreaktor ihres Heimatlandes, ohne sich über die gesundheitlichen Auswirkungen der Strahlenwirkung bewusst zu sein – im Studium lernte man darüber nichts. Gespräche mit ihrer Schwester, einer Ärztin, zu dieser Thematik führten zu einem Wendepunkt. [1]

In den 1970er Jahren schloss sich Vandana Shiva der ersten großen Umweltschutzbewegung Indiens, der Chipko-Bewegung, an und kämpfte gemeinsam mit vor allem Dorfbewohnerinnen gegen die kommerzielle Abholzung des Waldes, in dem sie aufgewachsen war und den ihr Vater als Förster bewirtschaftet hatte sowie gegen die daraus resultierende Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen. Die Frauen ketteten sich an Bäumen fest, um die Abholzung zu verhindern – mit Erfolg.

„Durch Patente und Gentechnik werden neue Kolonien geschaffen. Das Land, die Wälder, die Flüsse, die Ozeane, die Atmosphäre – alle sind sie kolonialisiert, ausgelaugt und verschmutzt. Jetzt braucht das Kapital neue Kolonien, in die es für seine weitere Akkumulation eindringen und die es ausbeuten kann. Diese neuen Kolonien sind sind aus meiner Perspektive die Innenräume der Körper von Frauen, Pflanzen und Tieren.“ Vandana Shiva [2]

Später richtete Vandana Shiva ein Umweltinstitut im Kuhstall ihrer Eltern ein, um Artenvielfalt zu erforschen. Sie erstellte ihre Umwelt- und Sozialstudien in enger Zusammenarbeit mit der Bevölkerung und sozialen Organisationen und sie erlangten hohes Ansehen.

Sie widmete sich in ihren aktivistischen Tätigkeiten und Publikationen insbesondere den Bereichen der Biodiversität, Biotechnologie und Bioethik, kämpfte gegen neoliberale Wirtschaftspolitik, Produktpiraterie und Genfood und machte sich für einen Paradigmenwechsel in der Landwirtschaft stark [3]. Weiterlesen

Unsere Störenfrieda der Woche: Mary Daly

Woman Power Symbol, Feminist Fist

Public Domain C00

Mary Daly wurde am 16. Oktober 1928 geboren. Sie war eine der maßgeblichen Gründerinnen des radikalen Feminismus, dessen Ziel die Abschaffung des Patriarchats war. Die radikale Feministin, Philosophin, Kirchenkritikerin und Professorin am Jesuitenkolleg kritisierte in ihren Werken die systematische Gewalt des Patriarchats an den Frauen, die sich in Witwenverbrennung in Indien, Füßeeinbinden in China, Genitalverstümmelung in Afrika, Hexenverbrennung in Europa, Gynäkologie in den USA im Gefolge der Nazimedizin zeigte. Ihr bekanntestes Werk ist Gyn/ökologie. Sie protestierte gegen weibliche Genitalverstümmelung, lange bevor das Thema in der Öffentlichkeit bekannt wurde. Als Professorin für Theologie kritisierte sie das Kirchenpatriarchat und lehnte den Vatergott zugunsten einer Göttin ab. Die patriarchale Sprachstruktur blieb ihr ganzes Leben lang ihr Thema. Sie starb am 03. Januar 2010 in Massachusetts. Mary Daly wurde von ihren Gegnern in mehrer Skandale verwickelt, doch sie blieb ihr Leben lang eine streitbare und entschlossene Kämpferin für Frauenrechte. Ihre Arbeit beeinflusst Generationen von Feministinnen bis heute weltweit.

Unsere Störenfrieda der Woche: Alice Paul

Alice Paul

By Edmonston, Washington, D. C. [Public domain], via Wikimedia Commons

Alice Paul war eine der führenden Frauen im Kampf um das Frauenwahlrecht in den USA. Am 11. Januar 1885 als Tochter einer Quäkerfamilie in New Jersey geboren, nahm ihre Mutter sie bereits zu Treffen der NAWSA (National American Woman Suffrage Association) mit. Alice studierte Biologie und Jura und promovierte über die rechtliche Situation von Frauen in Pennsylvania. 1907 verbrachte sie einige Zeit in England, wo sie Emmeline Pankurst kennenlernte und durch die englische Suffragettenbewegung politisiert wurde. Sie schloss sich der WSPU an und nahm an deren Protestaktionen teil, wofür sie verhaftet wurde. Wie viele der Suffragetten trat sie in der Haft in Hungerstreik, um ihre Freilassung zu erwirken. Der entschlossene Kampf der englischen Suffragettenbewegung beeinflusste Alice Paul maßgeblich. Als sie drei Jahre später in die USA zurückkehrte, engagierte sie sich innerhalb der NAWSA dafür, dass das Frauenwahlreicht in die US-amerikanische Verfassung aufgenommen wurde. Am 3. März 1913 organisierte sie mit ihrer Freundin und Mitstreiterin Lucy Burns eine große Parade in Washington, während derer die Suffragetten von einem wütenden Mob angegriffen wurde. Die Polizei sah tatenlos zu. Es kam zum Bruch mit der NAWSA und Paul und Burns gründeten 1915 die radikale National Woman’s Party (NWP), die durch Protestaktionen und Mahnwachen auf sich aufmerksam machte. Als der Erste Weltkrieg ausbrach, beschimpfte man Paul und ihre Mitstreiterinnen als Vaterlandsverräterinnen, weil sie durch ihren anhaltenden Protest die Stellung des Weißen Hauses schwächten. Sie wurden verhaftet und traten in Hungerstreik. Die Gefängnisleitung entschied eine brutale Zwangsernährung. Man versuchte, Alice Paul für geisteskrank zu erklären und in die Psychiatrie einzuweisen. Doch Alice Paul Kampf war nicht umsonst: Am 26. August 1920 trat der 19. Verfassungszusatz in Kraft, der Frauen das allgemeine Wahlrecht erteilte. Ende der 1920er Jahre gründete Alice Paul die World Woman’s Party (WWP), die später in World Woman’s Party for Equal Rights umbenannt wurde, die dafür sorgte, dass es ab 1946 eine UN-Kommission für Frauenrechte gab. Noch im hohen Alter protestierte sie gegen den Vietnamkrieg und starb am 09. Juli 1977.

 

Unsere Störenfrieda der Woche: Sylvia Pankhurst

Suffragette Sylvia Pankhurst


Attribution: Spaarnestad Photo, via Nationaal Archief. [No restrictions or Attribution], via Wikimedia Commons

Sylvia Pankhurst wurde am 05. Mai 1882 in Manchester geboren. Sie war die Tochter von Emmeline Pankhurst, die ihr Leben dem Kampf um das Frauenwahlrecht in England verschrieben hatte. Gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrer Schwester Christabel setzte sich Sylvia schon früh für die Ziele der WSPU (Women’s Social and Political Union) ein. Im Gegensatz zu ihrer Mutter und ihrer Schwester sah sich Sylvia ihr Leben lang auch als Kommunistin und trat für den Klassenkampf ein. Sie war ihr ganzes Leben lang Pazifistin und wurde später auch zur Antifaschistin. Während der Protestmärsche für das Frauenwahlrecht wurde Sylvia schon in jungen Jahren verhaftet und lernte die elenden Haftbedingungen in englischen Gefängnissen kennen. Sylvia kämpfte für bessere Lebensbedingungen der Arbeiterfrauen, die sie in ihrer Zeitschrift „The Woman’s Dreadnought“ anprangerte. Als der Erste Weltkrieg ausbrach, kam es zum Bruch zwischen Sylvia, ihrer Mutter und Christabel. Für Sylvia stand es als Pazifistin außer Frage, dass sie die Aufrüstung und den Krieg in keiner Form unterstützen würde. Schon vor dem Zweiten Weltkrieg verschreibt sie sich dem Kampf gegen den Faschismus und geht 1935 sogar nach Äthiopien, um die Bevölkerung dort im Kampf gegen Mussolini zu unterstützen. Sie stirbt am 27. September 1960 in Addis Abeba.

 

Unsere Störenfrieda der Woche: Emmeline Pankhurst

Mrs Emmeline Pankhurst

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Wenn es für Männer richtig ist, für ihre Freiheit zu kämpfen, ist es auch für Frauen richtig, für ihre Freiheit und die ihrer Kinder zu kämpfen. Dies ist das Glaubensbekenntnis der militanten Frauen Englands.

Das schrieb Emmeline Pankhurst kampfeslustig. Sie wurde am 15. Juli 1858 in einem Vorort von Manchester geboren und heiratete später den sehr viel älteren Anwalt Richard Pankhurst, der jedoch ein überzeugter Sozialister und Frauenrechtler war. Der Kampf um Frauenrechte wurde schon früh zu einem wichtigen Betätigungsfeld von Emmeline, die darüber hinaus noch fünf Kinder großzog.

Die National Society for Women’s Suffrage (NSWS), die als erste das Wahlrecht für Frauen gefordert hatte, war durch politische Kämpfe gespalten und hatte an Schlagkraft verloren. Einige behaupteten, verheiratete Frauen brauchten das Wahlrecht nicht. Emmeline Pankhurst gehörte zu denjenigen, die davor warnten, die Forderung nach einem allgemeinen Wahlrecht für alle Frauen durch Zugeständnisse aufzuweichen. 1889 formierte sich unter ihrer Führung die radikale Women’s Franchise League (WFL), die unbeirrt an den Forderungen festhielt. Doch schon bald musste Emmeline feststellen, dass all die Reden und Forderungen ungehört blieben – es kam keine Bewegung in den Kampf um das Frauenwahlrecht.

1903, kurz nach dem Tod ihres Ehemannes, gründete sie die Women’s Social and Political Union (WSPU), aus der sich bald der schlagkräftige, militante Flügel der englischen Frauenbewegung entwickeln sollte. Die Frauen änderten ihre Strategie nun in lautstarken, öffentlichen Protest. “Die Landarbeiter hatten das Wahlrecht gewonnen, … indem sie Heuschober anzündeten, Krawalle anzettelten und so den englischen Politikern ihre Stärke demonstrierten in der einzigen Sprache, die diese verstehen”, erklärte Emmeline und erkannte, dass drastischere Mittel erforderlich waren, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Die Frauen protestierten, warfen Steine, wurden verhaftet und traten dann in zum Teil lebensbedrohliche Hungerstreiks, um ihre Freilassung zu erzwingen. 1909 schlug Emmeline sogar einem Polizisten zweimal ins Gesicht, um verhaftet zu werden. Die Haftbedingungen und vor allem die Zwangsernährung der Frauen beschrieb sie als traumatisch. Auch ihre beiden Töchter Christabel und Sylvia schlossen sich ihrer Frauenbewegung an. Die Versammlungen der WSPU waren immer wieder von Polizeigewalt betroffen, die Emmeline als systematische Unterdrückung der Forderung nach dem Frauenrecht erkannte. Doch Emmeline und ihre Frauen machten Eindruck: Sie störten die Wahlveranstaltungen von einflussreichen Politikern, warfen Schaufenster ein und steckten leerstehende Häuser und Briefkästen in Brand.

Der Ausbruch des 1. Weltkriegs setzte ihrem Engagement ein jähes Ende. Emmeline Pankhurst war eine überzeugte Pazifistin. Sie starb am 14. Juni 1928, wenige Wochen bevor mit dem 02. Juli 1928 auch in Großbritannien Frauen das allgemeine Wahlrecht erhielten.

 

Unsere Störenfrieda der Woche: Marie Equi

Marie Equi

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Marie Equi wurde 1872 in Massachusetts geboren. Mit 21 Jahren zog sie mit ihrer Partnerin Bess Holcomb nach Oregon und lebte mit ihr in einer so genannten „Boston Marriage“ (gesellschaftlich anerkannte Wohnpartnerschaft zweier Frauen).

Nachdem sich Bess Arbeitgeber weigerte, dieser ihren Lohn auszuzahlen, drohte Marie ihm ihn öffentlich auszupeitschen, falls er nicht bezahle. Weil die Drohung nicht fruchtete, wartete sie mit ihrer Peitsche vor seinem Büro und setzte ihre Ankündigung um, wofür sie von den Bewohner*innen der Stadt und den Medien bewundert und unterstützt wurde und den Titel „Miss Aqua“ erhielt. Sie verlosten die Peitsche und übergaben so Bess das ihr zustehende Geld.

Marie graduierte 1903 in Kalifornien als eine der ersten Frauen als Doktor der Medizin. In ihrer Praxis, in der hauptsächlich Frauen aus der Arbeiter*innenklasse behandelt wurden, lernte sie Harriet Speckart kennen und lieben und adoptierte mit ihr zusammen Tochter Mary. Mary überflog als junge Frau als jüngste Pilotin den Nordwestpazifik.

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