Kategorie: Esoterik und Übersinnliches

Die Wolfsfrau in uns

Polarwolf, Canis Lupus Arctos

By Gunnar Ries (Own work (own photo)) [CC BY-SA 2.5], via Wikimedia Commons

Die Welt, in der wir leben, ist eine der männlichen Ratio. Alles Widersprüchliche, in Worten und Kategorien nicht Erfassbare wurde mit Hilfe der Wissenschaften aus ihr verbannt. Es sind eben jene Wissenschaften, die versucht haben, aus der gesellschaftlichen Unterdrückung der Frau eine logische Notwendigkeit zu machen, da Frauen kleinere Gehirne haben oder durch ihre Gebärmutter am klaren Denken gehindert seien. Bis heute erweist die Wissenschaft den Frauen einen solchen Bärendienst, denn jede noch so schwachsinnige Vorstellung lässt sich mit der richtigen Studie belegen. Doch bevor es die Wissenschaft gab, wurde Wissen bereits über Jahrtausende weitergegeben, in mündlicher Form. Es war das uralte Erfahrungswissen über das Leben und die Natur, und den Zyklus des menschlichen Lebens in ihr. Doch weil dieses Erfahrungswissen nicht wissenschaftlich belegbar ist, weil es dunkle und unzähmbare Elemente des Menschseins enthielt, wurde es diffamiert, seiner Wahrheit beraubt und in den Bereich der Fantasie verschoben. Während indigene Völker bis heute sehr viel Kraft aus den Geschichten ihrer Vorfahren ziehen, sind für uns Märchen im besten Fall Unterhaltung. Doch Märchen sind keine simplen Kindergeschichten. Sie enthalten symbolhafte Botschaften, die die zentralen Bereiche des Lebens ansprechen – und gerade durch die Verschlüsselung ihrer Botschaften finden sich in Märchen die Spuren der uralten Geschichte der Weiblichkeit, verborgen vor der Vernichtungswut der Männer und ihrer Wissenschaft.

Weiterlesen

Die sich wandelnde Göttin III: Die nordischen Göttinnen

Freyja in the dwarfs' cave

By Louis Huard (1813-1874) (the book only credits the artist as Huard, it took some Googling to establish more [1][2][3][4] [Public domain], via Wikimedia Commons

Freya, die nordische Göttin, gehörte ursprünglich zum Geschlecht der Wanen und wechselte dann zu den Asen, dem anderen nordischen Göttergeschlecht. Ihr Name bedeutet “Herrin” – unser Wort “Frau” leitet sich von ihrem Namen ab. Sie wird oft gleichgesetzt mit Frigg, der Gemahlin Odins, doch es gibt Unterschiede zwischen den beiden. Frigg ist die Göttin der Ehe, der Mutterschaft und des Heims. Freyas Attribute erinnern uns an Venus/Aphrodite. Freya steht für die Liebe, die Fruchtbarkeit, das Glück und den Frühling, gleichzeitig ist sie die Anführerin der Walküren. Sie darf die Hälfte der gefallenen Recken beanspruchen, Odin, dem obersten Gott und Kriegsgott gehört die andere Hälfte. schlachten und Kriege sind ein wichtiger Teil der Göttin – sie reitet mit einem Katzengespann in die Schlacht. Aus diesem Grund galten Katzen bei den nordischen Stämmen als heilig – sie waren Freyas Boten. Sie ist die Göttin der unterirdischen Schätze, ihr werden Wasser und Erde zugeordnet. Freya steht zugleich für Magie und Hexen, für Zauber aller Art. Ihre Abstammung von den Wanen befähigen sie dazu. Sie erst lehrte die Asen, besonders den zaubermächtigen Odin, die Zauberkünste, die sie von ihren Ahnen, den Wanen gelernt hatte.

Freya – die Göttin mit vielen Gesichtern

Freya ist die Schutzgöttin der Liebenden. Für Jakob Grimm entsprach sie der “Frau Holle”.  Er berichtet, dass die nordischen und germanischen Völker ihre Kinder mit Wasser bestrichen, um sie mit Freyas Segen in Berührung zu bringen – lange bevor es die christliche Taufe gab. Die Göttin trägt einen Halsschmuck, den ihr Zwerge geschmiedet haben.  Laut der Überlieferung soll sie zahlreiche Liebhaber und Liebschaften gehabt haben – doch binden wollte sie sich nie. Als Thor sie zu einer Heirat zwingen will, weigert sie sich.

Die mannstollste müsste ich sein, ginge ich mit dir nach Riesenheim.

wirft sie ihm an den Kopf.

Sie ist die Schwester von Frey, ihr Vater ist Njörd, der Meergott und ihre Mutter Skadi ist die Tochter eines Riesens.  Ihre magischen Fähigkeiten geben ihr auch die Macht, zu fliegen, wodurch sie auch eine Göttin der Luft und des Windes ist. Wird Freya mit einem Schwan abgebildet, so betont das den Aspekt der Göttin als Totengöttin.

Weiterlesen

Menstruation – die “heilige Wunde”

Wie können Frauen jeden Monat bluten und dennoch gesund sein? Dieses Mysterium war Männern schon früh ein Rätsel. Die Frau wurde als ein geheimnisvolles Wesen betrachtet. Blieb das Blut aus, gebar sie irgendwann ein Kind – dass Männer dabei eine Rolle spielten, erfuhr man in der Menschheitsgeschichte erst relativ spät. In allen patriarchalen Gesellschaften werden Frauen, meist aufgrund religiöser Bestimmungen, sobald sie ihre Mens haben, isoliert und von der gesellschaftlichen Teilhabe ausgeschlossen, sie gelten als unrein, dürfen keine Speisen berühren und ganzen Völkern Niederlagen im Krieg bringen. Aus dieser Ausgrenzung spricht die männliche Angst von der Frau und ihrem Körper, der so ganz anders funktioniert als der der Männer. In archaischen Gesellschaften galt das Menstruationsblut jedoch als heilig, mit ihm wurden Felder fruchtbar gemacht und starke Liebeszaubertränke entwickelt. Das Menstruationsblut galt als magisch. Auch in unserer, patriarchalen Gesellschaft, ist es ungeheim wichtig, dass die “Regel” “diskret” abläuft, das Menstruationsblut gilt als ekelerregend und von menstruierenden Frauen wird erwartet, dass niemand mitbekommt, was mit ihnen geschieht. Es ist vollkommen normal, dass männliche Partner in dieser Phase den Geschlechtsverkehr ablehnen und von den Frauen wird eine besondere Hygiene erwartet. Das führt dazu, dass Frauen ihre Menstruation als einen entfremdeten Prozess erleben, ihren Körper als etwas, der Ekelhaftes produziert, ohne dass sie darüber Kontrolle haben. Tatsächlich gibt es viele feministisch orientierte Zirkel, die dafür eintreten, dass sich Frauen wieder der Kraft dieses Prozesses bewusst werden. Die Menstruation macht uns zu Frauen, ihr Eintreten symbolisiert den Übergang vom Mädchen zur Frau, Menstruationsblut ist nichts Ekelerregendes, sondern etwas ganz Natürliches und von Frauen sexuelle Enthaltsamkeit zu erwarten während ihrer Mens drückt ihren Körpern gegenüber Geringschätzung aus. Sperma überall hinzuschmieren, sichtbar zu machen, zu trinken ist fast zu einem der bestimmenden Fetische unserer (Porno-)Kultur geworden, während das Menstruationsblut unsichtbar gemacht wird und damit ein wesentlicher Teil des Frauseins.
Weiterlesen

Die sich wandelnde Göttin II: Hekate, Demeter, Kore-Persephone

Enthroned goddesses, Demeter

By Zde (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Das griechische Pantheon kannte viele weibliche Göttinnen. Es zeigt sich aber, das im Vergleich zu den vorantiken Göttinnen, die griechischen Göttinen nicht mehr unabhängig und aus sich selbst heraus existieren. Der oberste Gott ist der lüsterne Zeus, der auch über die Geschicke der Göttinnen verfügt. Die einzige Ausnahme ist Hekate, die Göttin des Spuks und der Hexerei, die wie Zeus die Tochter von Titanen ist, und sich seiner Herrschaft nicht unterwirft. Das macht sie zugleich zu einer Außenseiterin unter den griechischen Göttinnen. Eine der wichtigsten und langlebigsten war Demeter.  Sie war die griechische Göttin der Fruchtbarkeit, sie vollzog die “heilige Hochzeit” mit einem Sterblichen, um so die Felder jedes Jahr wieder fruchtbar zu machen. Etymologisch geht ihr Name auf “Gemeter” – die Erdmutter gä= griechisch für Erde – zurück, also Gemeter anstatt Demeter. Sie war die Schwester von Zeus, ihre Eltern selbst waren Titanen.  Mit Zeus zeugt sie ihre Tochter Kore-Persephone, die von Hades in die Unterwelt entführt wird. Kore bedeutet im Griechischen schlicht “Mädchen”.

Raub der Persephone

Simone Pignoni [Public domain], via Wikimedia Commons

Aus Trauer verbietet Demeter den Pflanzen zu wachsen, bis Hades Persephone freilässt. Von nun an darf sie je ein halbes Jahr mit ihrer Mutter unter der Sonne verbringen und muss für ein halbes Jahr in die Unterwelt zurückkehren, woraus sich der Wechsel zwischen Sommer und Winter ergibt. Im Winter ist Persephone bei Hades und Demeter trauert um sie. Persephone wird ebenfalls als Göttin der Unterwelt und der Fruchtbarkeit verehrt. Gemeinsam stehen die beiden Göttinen für den ewigen Kreislauf des Lebens und seine Wandlungen. Mit ihrem eigenen Vater Zeus, der zugleich auch ihr Onkel ist, zeugt Persephone ein Kind, weil Zeus sich in eine Schlange verwandelt, um ihr unerkannt beizuwohnen.

Weiterlesen

Die sich wandelnde Göttin I: Inanna, Ischtar, Erschkigal, Aphrodite

Aphrodite Statue

See page for author [CC BY 2.5], via Wikimedia Commons

Unsere europäische Kultur heute ist tief geprägt durch die Bibel und die Schriften Homers, aus ihnen ziehen wir unsere Begrifflichkeiten, unsere Erklärungen, und große Teiles unseres Weltbilds. Es sind Schriften von Männer für Männer. Es gibt Hinweise, dass unter Jesus Jüngern auch Frauen waren. Doch die Bibel wurde von Männern geschrieben, um die Herrschaft von Männern zu festigen – und so verschwanden die Frauen daraus. Sie begegnen uns nur noch als Heilige wie in Form der Maria, die ewige Jungfrau, oder eine lange Reihe von Sünderinnen, von denen Maria Magdalena nur eine ist. Eva hat sie Sünde in die Welt gebracht, so heißt es, und deshalb sollten wir Frauen unter Schmerzen gebären. Die Menschheit selbst wurde aus dem Paradies vertrieben. All das nutzten Generationen von Kirchenväter für die Rechtfertigung der Unterordnung der Frau. Homer ist nicht viel besser. Zwar erwähnt er zumindest die Frauenfiguren, doch in seinen Erzählungen geht es um Heldengeschichten, darum, wie sich Männer die Welt durch Krieg und Eroberung untertan machen. Doch es gab, lange vor Homer und der Bibel, andere Erzählungen. In ihnen spielten Göttinen eine herausragende Rolle, es waren mächtige Göttinnen, sie herrschten über Leben und Tod, über die Fruchtbarkeit und kein Gott oder Mann war ihnen übergeordnet. Ihre Erzählungen, die Gesänge zu ihren Ehren, die Rituale sind in Vergessenheit geraten, sie wurden oft genug verschüttet, um Frauen nicht daran zu erinnern, dass es auch andere Frauenfiguren gab. Liebevoll, Leben schaffend, aber auch vernichtend und grausam, mutige und kämpferische Göttinnen, die über Jahrtausende hinweg existierten und sich oft unter dem Einfluss neuer Kulturen nur wandelten. Es ist ein Teil der Frauengeschichte, die Erinnerung an diese Göttinnen wieder zu wecken, auch sie zu einem Teil unserer Kultur zu machen, diese Erzählungen von Frauen, von Göttinen, von der Kraft der Frauen. Es geht dabei nicht um weiblichen Essentialismus. Es geht darum, die ganze Geschichte zu erzählen, nicht immer nur das von Männern dominierte Weltbild des Christentums und der ohnehin frauenfeindlichen griechisch-römischen Antike. Wer sie erzählen will, muss bei diesen Göttinnen beginnen, und den Anfang dieser Reihe macht die sumerische Göttin Inanna, die später von den Akkadiern Ischtar genannt wurde, Erschkigal und deren Eigenschaften sich schließlich auch in der griechischen Aphrodite wiederfinden.

Weiterlesen

Lilith – die Urfeministin

Lilith (John Collier Painting)

John Collier [Public domain], via Wikimedia Commons

Göttin, Dämon, Urweib – Lilith ist vieles und es ranken sich unendlich viele Legenden um sie. In unzähligen Büchern und Fernsehserien begegnet sie uns, mal rachsüchtig und böse, mal verführerisch und mächtig. Ihre Mythologie ist uralt und weit verbreitet. Lilith, so heißt es, war die erste Frau Adams, sie wurde ihm ebenbürtig geschaffen, bis sie ihn verließ. Sie spielt besonders in der jüdischen Überlieferung eine wichtige Rolle, entstammmte aber ursprünglich der sumerischen Mythologie. Wir finden sie bei semitischen, nichtsemitischen Völkern, bei den Babyloniern, Assyrern, Juden und Arabern, bei den Sumerern und Hettitern. Bis in den Orient hinein wird sie als geflügeltes Menschenwesen dargestellt, das den späteren Engelsfiguren nicht unähnlich ist.
Was hat es mit dem mächtigen Lilith-Mythos auf sich, der uns bis heute in Büchern, Filmen und Fernsehserien begegnet? Viele Feministinnen sahen im Zuge der zweiten Frauenbewegung in Lilith ein Symbol der freien und mächtigen Frau, benannten Buchläden und Frauenzentren nach ihr. War Lilith, das göttliche Wesen, die Urfeministin?

Weiterlesen

Feminismus, New Age und Esoterik

Lunar eclipse north down

By User Bartux on nl.wikipedia [Public domain], via Wikimedia Commons

Feminismus und New Age, das hat eine lange und intensive Geschichte. Im Versuch, die patriarchalen Strukturen zu durchbrechen, ging es auch darum, eine Form der weiblichen Spiritualität zu entdecken, wenn nicht wiederzuentdecken. Von einer “weiblichen Antikirche” war gar die Rede. Auch heute noch ist von “Göttinen-Musik” die Rede, es geht um weibliche Spiritualität, die Schöpfung und Kraft, Einigkeit mit der Natur ist im Gegensatz zum zerstörerischen und gewalttätigen Wesen der patriarchalen etablierten Religionen von Christentum bis zum Islam, in denen der nicht nur der uneingeschränkte Herrscher über die ihm untergeordnete Frau, sondern über die Welt ist, die er nicht selten im Namen der Religion in Blut tränkte.
Die feministische Spiritualität beruft sich dabei oft auf eine sogenannte Ur-Religion, die in der Anbetung der Weiblichkeit und ihrer Schöpfungskraft bestand, bevor das Patriarchat und das Kriegertum sie zerstörten. Generationen vorwiegend männlicher Forschern haben sich daran abgemüht, dass die Beweise, die uns vorliegen, nicht ausreichen, um diese weibliche Ur-Religion und die Existenzs eines Ur-Matriarchats zu beweisen.
Die Verbindung des Feminismus mit dem in den 80er Jahren aufkommenden New Age Gedankens war, dass die schöpferische Seite der Frau es sein könnte, die die Welt vor dem Abgrund retten könnte. Was daran stört, ist der Essentialismus, der aus diesem Denken spricht. Warum sind Frauen schöpferischer, nur weil sie Frauen sind und warum räumt das zugleich den Männern das Recht ein, eben zerstörerischer zu sein, nur weil sie Männer sind?

Weiterlesen

Sind Seelenrückführungen wirklich möglich? – ein Bericht einer Seelenreisenden

Taxila. Standing Female

By Kushana Period, 1st century C.E. (Brooklyn Museum) [No restrictions], via Wikimedia Commons

Es ist ein Thema, auf das wir in der letzten Zeit immer häufiger stoßen. Prominiente lassen sich hypnotisieren und finden dann unter Begleitung eines Kamerateams heraus, dass sie natürlich in ihren früheren Leben keine einfache Magd oder ein Sklave waren, sondern es kommen zumeist ganz ansehnliche Lebenläufe heraus, mit denen man sich auch im heutigen Leben noch gut anfreunden kann. Aber was ist, wenn man zum Beispiel im früheren Leben ein Dieb, ein Mörder, ein wirlich schlimmer Mensch war? Die Buddhisten haben dafür das Karma – wenn es dir also heute ganz gut geht, dann kannst du in deinen früheren Leben nicht allzu viel falsch gemacht haben. Doch wie funktioniert das alles eigentlich? Wie oft werden wir wieder geboren und warum? Haben manche besonders alte Seelen und waren schon oft hier? Sind andere nur besonders jung und blicken deshalb im kosmischen Plan so wenig durch? Man mag so den Eindruck gewinnen bei der Sturheit in Sachen Umweltschutz, Krieg und Fleischkonsum. Wir alle waren und sind miteinander auf Gedeih und Verderb verbunden und das Prinzip, das unsere Welt eigentlich beherrscht, ist die Liebe. Sie kommt nur so selten dazu.

Weiterlesen