Kategorie: Frage der Woche

Unsere Frage der Woche: Was wünschen sich Überlebende sexueller Gewalt von der Gesellschaft?

Im Zuge der Debatte rund um den Opferbegriff haben uns sehr viele sehr bewegende Zuschriften erreicht. Viele davon drehten sich um den Umgang der Gesellschaft mit Frauen (und anderen), die Opfer einer Gewalttat geworden sind.

Wir würden deshalb gerne eure Meinung dazu hören, was ihr euch zum einen direkt nach der Tat von eurem näheren und/oder weiteren Umfeld gewünscht hättet – und was euch auch heute, wo die Tat vielleicht schon länger zurückliegt, wirklich helfen würde.

Bitte beachtet dabei, dass ihr auf unserem Blog auch anonym kommentieren könnt, wenn ihr das möchtet.

Unsere Frage der Woche: Worüber habt ihr euch kürzlich von ganzem Herzen gefreut?

 

Die Welt ist nicht immer freundlich zu uns, viele von uns kennen sie: Diese depressiven Phasen wo wir gar nicht mehr ins Netz schauen wollen, weil die Nachrichten uns triggern, betroffen oder wütend machen. Wir ärgern uns über unsere Gesellschaft, unsere Mitmenschen und wollen einfach nur weg, an einen anderen, besseren Ort.

Deshalb wollen wir das Augenmerk mal auf die schönen Seiten des Lebens lenken. Erzählt uns worüber ihr euch das letzte Mal so richtig gefreut habt. Oder was so die alltäglichen kleinen Freuden im Leben für euch sind.  Lasst uns teilhaben an euren kleinen Glücksmomenten im Grau unserer Zeit.

 

Unsere Frage der Woche: Gibt es ein passenderes Wort als “Freier”?

In der Debatte um Prostitution geht es in den meisten Fällen nur um die Frauen, selten um die “Freier”, obwohl diese die Nachfrage nach Prostitution schaffen. Hin und wieder ist auch von “Sexkäufern” die Rede. Das Wort “Freier” kommt vom Althochdeutschen “freien” und beschreibt eigentlich einen Mann, der eine Frau umwirbt, die er heiraten möchte. Wir finden das Wort “Freier” unpassend, denn Männer, die zu Prostituierten gehen, “freien” sie nicht, sondern bezahlen für Sex mit ihnen und daher möchten wir uns gerne zusammen mit unseren LeserInnen auf die Suche nach einem Begriff machen, der festmacht, dass Männer, die zu Prostituierten gehen sich explizit nicht dafür interessieren, ob diese Frau Spaß am Sex mit ihnen hat oder unter welchen Bedingungen sie sich prostituiert, dass diese Männer ihrer Verachtung für die Frauen in Freierforen freien Lauf lassen und durch ihre Nachfrage nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr verantwortungslos handeln. Also, alle Wortkünstlerinnen aufgepasst: Finden wir ein neues Wort für den Freier?

Unsere Frage der Woche: Ist die Unterdrückung der Frau eine Folge des Kapitalismus oder des Patriarchats?

Seit der ersten Welle der Frauenbewegung streiten Frauen darüber, was die Ursache der Unterdrückung der Frau ist. Sozialistische Feministinnen wie Clara Zetkin gehen davon aus, dass die Unterdrückung der Frau eine Folge der kapitalistischen Arbeitsteilung ist. In der Folge bedeutet das, dass wenn wir den Kapitalismus abschaffen, wir auch automatisch die Freiheit der Frau erhalten – das ist der berühmte “Nebenwiderspruch” der SozialistInnen: Der Hauptwiderspruch unserer Gesellschaft bleibt der Kapitalismus, wer ihn abschafft, löst damit auch die Unterdrückung der Frau. Dem widersprechen radikale Feministinnen: Die Unterdrückung der Frau hat ihren Ursprung im Patriarchat, in der Herrschaft von Männern über Frauen, die in der Geschichte von viel früher begann und sich auch im Kommunismus/Sozialismus nicht auflösen wird, solange nicht nach einer expliziten feministischen Analyse gehandelt wird. Ihre Einstellung wurde durch die Erfahrungen der Zweiten Frauenbewegung in den 60er und 70er Jahren bestätigt: Auch sozialistische (und linke) Männer unterdrücken Frauen, der Sozialismus ist, so lange er von Männern organisiert wird, genauso patriarchal wie der Kapitalismus. Wer von beiden hat Recht? Ist die Unterdrückung der Frau ein “Nebenwiderspruch” oder vielmehr Anlass einer eigenen Befreiung?

Unsere Frage der Woche: Typisch weiblich, typisch männlich?

Die Frage ist fast so alt, wie der Feminismus selbst: Gibt es Eigenschaften im Wesen von Frauen und Männern, die “typisch” weiblich oder männlich sind? Werden wir mit diesen Eigenschaften geboren – oder erlernen wir sie? Das ist der alte Streit zwischen Essentialismus und Existenzialismus – letzteren vertrat zum Beispiel Simone de Beauvoir vehement: Was wir sind und wie wir uns verhalten, das erlernen wir nur durch unsere Sozialisation, wir kommen nicht mit diesen Eigenschaften auf die Welt. Essentialistische Feministinnen gehen davon aus, dass es sehr wohl Unterschiede im Wesen von Mann und Frau gibt – dass Frauen zum Beispiel sehr viel friedfertiger sind, auf einen Erhalt des Lebens und der Natur ausgerichtet sind und deshalb über Einsichten verfügen, die Männern abgehen. Die Kritik daran ist: Wenn wir wirklich mit angeborenen Unterschieden in unserem Wesen auf die Welt kommen, wie können wir dann eine Gleichbehandlung, eine Gleichberechtigung fordern? Deshalb stellen wir diese Woche die Frage an unsere LeserInnen: Gibt es unterschiedliche “Wesen” der Frauen und Männer und worin begründen sie sich?

Unsere Frage der Woche: Können Männer Feministen sein?

Feminismus – das ist doch ganz klar Frauensache, oder? Es gibt allerdings auch Männer, die sich als “feministisch orientiert” oder als “Feministen” bezeichnen. Können Männer Feministen sein? Können sie durch Engagement und persönliches Verhalten den Kampf um Gleichberechtigung unterstützen und vorantreiben – und was genau macht eigentlichen einen Feministen aus? Was sind die Gründe von Männern, sich selbst als Feministen zu sehen? Und wie erleben Frauen Männer, die sich feministisch engagieren? Brauchen wir die Männer in unserer Arbeit?

Wir sind gespannt auf eure Antworten.

Unsere Frage der Woche: Wie stehen unsere LeserInnen zum Recht auf Abtreibung?

Abtreibungen sind in Deutschland verboten – doch nach § 218 und § 219 sind sie unter bestimmten Bedingungen erlaubt: Wenn in einer zugelassenen Beratungsstelle ein entsprechender Nachweis über eine Beratung erhalten wurde – diese Beratungsstellen haben allerdings den expliziten Auftrag, die Frau von anderen Alternativen zu überzeugen, dann eine Frist von drei Tagen verstrichen ist und die Schwangerschaft unter 12 Wochen andauert. Danach ist eine Abtreibung nur bei gesundheitlicher Gefährdung von Mutter und Kind, einer Behinderung des Kindes oder nach einer Vergewaltigung möglich. Dieser eingeschränkte Zugang zu Abtreibungen wurde von der 2. Welle des Feminismus hart erkämpft. Viele Feministinnen wünschen sich ein Recht auf Abtreibung – ein Recht auf Selbstbestimmung über den eigenen Körper und das eigene Leben. Väter können jederzeit aus einer Schwangerschaft aussteigen – Frauen opfern im Zweifelsfall ihr ganzes Leben – für ein Kind, das nicht geplant war. Ein Kind ist eine riesige Herausforderung – mit der die Mütter sowohl finanziell als auch in allen anderen Hinsichten allein gelassen werden. Frauen fordern, selbst darüber bestimmen zu können, ob sie ein Kind austragen – und sich das nicht durch Staat und Kirche vorschreiben zu lassen. In den USA und Europa sind allerdings konservative Kräfte auf dem Vormarsch, die das Gesetz verschärfen möchten – in Spanien hatten sie damit bereits Erfolg, bei uns fordert die AfD eine Verschärfung des Abtreibungsgesetzes, damit mehr deutsche Frauen Kinder bekommen.
Was sagen unsere LeserInnen dazu? Sollte es ein generelles Recht auf Abtreibung geben?

Unsere Frage der Woche: Ist ein Gesetz zur Freierbestrafung sinnvoll?

Hier bei den Störenfriedas haben wir immer wieder die negativen Aspekte legaler Prostitution diskutiert. Wir betrachten Prostitution als eine Institution des Patriarchats, in der Frauen (und Männer) ausgebeutet werden – mit zum Teil drastischen Folgen für ihre psychische und physische Gesundheit. In der Prostitution finden sich vor allem arme, migrantische oder anders diskriminierte Menschen. Wo es legale Prostitution gibt, blüht der Menschenhandel. Flatrate-Bordelle und Gang-Bang-Parties führen das Bild der selbstbestimmten Prostituierten ad absurdum. Mit dem Prinzip der Menschenwürde ist sie in unseren Augen nicht vereinbar, weshalb wir für ein Gesetz der Freierbestrafung kämpfen, das Männern den Sexkauf verbietet und gleichzeitig den Frauen echte Hilfe und Ausstiegsmöglichkeiten bietet.
Andere Sichtweisen sehen in der Prostitution einen Ausdruck der körperlichen Selbstbestimmung und betonen, dass jeder Frau selbst überlassen werden muss, ob sie sich prostitutiert oder nicht. Prostitution wird hier eine Konsequenz der kapitalistischen Gesellschaftsordnung, in der alles, auch Sex, zur Ware werden kann. Auch Prostituierte selbst erklären, dass sie nicht als Opfer gesehen werden wollen, sondern als selbstbestimmt Handelnde, die selbst über ihren Körper bestimmen – sie verkaufen nicht sich, sondern eine Dienstleistung.
Wie sehen unsere LeserInnen die Diskussion um legale Prostituion? Ist ein Gesetz nach schwedischem Vorbild sinnvoll, in dem Freier bestraft werden?

Unsere Frage der Woche: Ist Verhütung Frauensache?

Wir bei den Störenfriedas haben uns in den vergangenen Wochen viele Gedanken zur weiblichen Verhütung gemacht. Dabei zeigte sich für uns, dass das Verhältnis zur Anti-Baby-Pille keineswegs so unkompliziert ist, wie es oft dargestellt wird. Viele Frauen berichten von Depressionen, Gewichtszunahme, einem fremden Körpergefühl. Dennoch ist die Pille scheinbar das unkompliziertes Mittel zur Verhütung einer Schwangerschaft – doch Organisation, Kosten und gesundheitliche Risiken liegen allein bei den Frauen.
Für Männer gibt es bislang nur das Kondom. Eine Pille für den Mann wäre prinzipiell möglich, aber die Entwicklung wird nicht in Angriff genommen, weil niemand daran glaubt, dass Männer sie auch Ende anwenden werden.
Kondome sind natürlich auch die einzige Möglichkeit, um sexuell übertragbare Krankheiten zu verhindern.
Doch bei den Verhütungsmethoden gegen eine Schwangerschaft fällt alles auf die Frauen.
Für sie gibt es nur Verhütungsmaßnahmen, die in ihren Hormonspiegel eingreifen – mit entsprechenden Risiken und körperlichen Auswirkungen – oder die Spirale – ein Fremdkörper in der Gebärmutter. Ist Verhütung wirklich Frauensache – weil Frauen schwanger werden können?