Kategorie: Menschen und Aktionen, die die Welt besser machen

Solidarität mit Frauen: SOLWODI

Solwodi Logo

Seit fast 30 Jahren engagiert sich Schwester Lea Ackermann weltweit für Frauen in Not. Sie hat die Menschenrechtsorganisation SOLWODI (Solidarity with Women in Distress) aufgrund ihrer Erfahrungen mit Armutsprostitution in Kenia gegründet. Schon früh war für sie klar, dass Prostitution kein hinnehmbares Übel ist. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland setzte sie sich für ausländische Frauen in Deutschland ein. SOLWODI arbeitet unabhängig und überkonfessionell für die Rechte von Migrantinnen, die in Deutschland in Not geraten sind, seien es Opfer von Menschenhandel, Ausbeutung, Gewalt oder Zwangsheirat.

Sr. Lea Ackermann (2012)

Lea Ackermann by Superbass (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons


Seit 1987 hat SOLWODI 15 Beratungsstellen in Deutschland eröffnet, seit zwei Jahren auch in Rumänien und Österreich. Zu den Arbeitsschwerpunkten gehören psychosoziale Betreuung, Vermittlung juristischer Hilfe, Unterbringung und Betreuung in Schutzwohnungen, Integrationshilfen und ggf. auch Rückkehrberatung. In diesem Jahr wurde Schwester Lea Ackermann für ihre Arbeit mit SOLWODI der Augsburger Friedenspreis verliehen. Noch vor EMMA initiierte SOLWODI einen Appell zur Bekämpfung der Prostitution.

Das Projekt “Make Love not Slavery” wurde von SOLWODI Augsburg initiiert und informiert über Prostitution und die Erfahrungen der Betroffenen.

Hier geht es zur Facebook-Seite von SOLWODI

Taz-Panter-Publikumspreis geht an die Women in Exile

Bunte Blumen

Henry Lorenzatto via Unsplash, [CC0 1.0]

Die Störenfriedas gratulieren den Women in Exile zur verdienten Verleihung des Taz-Panterpreises. Mit dem Preis werden Menschen gewürdigt, die sich mit großem, persönlichen Einsatz für andere stark machen, Missstände aufdecken und für eine bessere Welt kämpfen.

Die Women in Exile fordern unter anderem die dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen in eigenen Wohnungen, da insbesondere Frauen durch die Unterbringung in Lagern vermehrt Gewalt ausgesetzt sind. Auch eine Änderung der Asylgesetzgebung und faire Asylverfahren sind dringend geboten

Elisabeth Ngari:

Wir bitten alle, die uns dabei unterstützt haben, den Taz-Panterpreis zu gewinnen: Bitte nutzen Sie alle ihre Einflussmöglichkeiten, um die Unterzeichnung dieses Gesetzes im Bundesrat zu verhindern und setzten Sie sich gemeinsam mit uns für ein faires Asylverfahren für alle Asylsuchenden ein.

Dieser Bitte schließen wir uns sehr gerne an und weisen hin auf eine aktuelle Online-Aktion: “Keine Kompromisse beim Asylrecht! Flüchtlingsrechte sind keine Verhandlungsmasse!”

Keine Grenzen, keine Nationen – Refugees willkommen!

Mit dem Preis werden Menschen gewürdigt, die sich mit großem persönlichen Einsatz für andere starkmachen, Missstände aufdecken und für eine bessere Welt kämpfen.
Mit dem Preis werden Menschen gewürdigt, die sich mit großem persönlichen Einsatz für andere starkmachen, Missstände aufdecken und für eine bessere Welt kämpfen.

Ein Zeichen setzen gegen die Wegwerfgesellschaft

Give Away Time, Sunflowers, Share

via Iryna Yeroshko via Flickr, [CC BY 2.0]

Du hast Möbel, die du nicht mehr brauchst. Klamotten, die dir nicht mehr passen? Oder das Müsli hat dich so angelacht im Supermarkt, aber trifft so gar nicht deinen Geschmack?

Dann sind diese Initiativen im sozialen Netzwerk Facebook vielleicht etwas für dich:

In immer mehr Städten gibt es “Free your Stuff”-Gruppen, in denen du anderen Dinge anbieten kannst, die dir selbst entweder nicht mehr gefallen oder die einfach nur im Weg rumstehen oder -liegen. Die Chance sie noch binnen eines Tages “aus den Füssen” zu bekommen ist sehr hoch, wenn du ein Foto mit der Formel GIVE einstellst. In der Regel verläuft die Abgabe nach “Wer zuerst kommt mahlt zuerst”-Prinzip. Das Ganze funktioniert aber auch anders herum. Vielleicht ist deine Kaffeemaschine kaputt gegangen und du brauchst eine neue. Oder dein Telefon hat den Geist aufgegeben. Die Formel um Dinge zu finden lautet ganz einfach NEED.

Das gleiche Prinzip gibt es unter dem Label “Foodsharing” für nicht mehr gebrauchte oder gesuchte Lebensmittel. Ob zu viel gekocht, keine Zeit mehr zum Aufbrauchen vor dem Urlaub oder jemand der deine Lieblingskekse verschenkt, die du schon überall gesucht hast: Fast alles ist möglich. So gelingt es zum Beispiel auch am Sonntag, wenn alle Geschäfte zu haben, recht einfach, die ausgefallensten Zutaten, Gewürze, etc. zu ergattern.

Das besonders Schöne an dem Konzept: Es gibt keine Bedürftigkeitsprüfungen und damit verbundene Beschämung wie beispielsweise bei den Tafeln, Kleiderkammern oder Sozialkaufhäusern. Jede*r kann mitmachen, ob arm oder reich, ob Student*in, Leistungsberechtigte*r nach dem Sozialgesetzbuch, Refugee, Rentner*in, Unternehmer*in, etc. Ob du aus finanzieller Not auf Geschenke angewiesen bist oder einfach mitmachst, weil du die Schnauze voll hast von unserer Konsum- und Wegwerfgesellschaft – alle sind willkommen.

Wichtig ist einzig zu beachten: Es sind nur Geschenke erlaubt und es darf kein Geld ins Spiel kommen und Dinge werden nicht gegeneinander aufgerechnet, sprich: Wer etwas verschenkt, erwirbt damit keine Ansprüche an Dingen, die andere verschenken möchten.

Neugierig geworden? Probiers doch einfach mal aus!

Terre des Femmes – Menschenrechte für Frauen

Terre des Femmes Logo

Terre des Femmes ist ein gemeinnütziger Verein, der sich für die Menschenrechte von Frauen einsetzt. In Deutschland zählt der Verein rund 2700 Mitgliedern, die in verschiedenen Regionalgruppen organisiert sind. Terre des Femmes ist international tätig und weitläufig versetzt. Die Organisation setzt sich gegen sexuelle Gewalt, Genitalverstümmelung und Prostitution ein. Auf dem eigenen Blog werden zahlreiche Informationen rund um Frauenrechtsthemen bereit gestellt und zu aktuellen Kampagnen aufgerufen. Zu den Aktivitäten zählen Medienarbeit, aktive Lobbyarbeit, Aktionen wie Appelle, Postkartenaktionen, Unterschriftensammeln, Vorträge und andere Öffentlichkeitsarbeit, aber auch die persönliche Beratung von Mädchen und Frauen.

In Berlin gibt es eine Hauptgeschäftsstelle mit vollbeschäftigten Mitarbeitern, die dort vor Ort die Politik zu beeinflussen. Terre des Femmes bekennt sich zu einem feministischen Leitbild.

 

“Abolition 2014” – für eine Welt ohne Prostitution

“Abolition 2014” ist ein Zusammenschluss verschiedener Frauen und Männer, die sich dafür einsetzen, dass in Deutschland eine Freierbestrafung nach dem sogenannen “Nordischen Model” eingeführt wird. Das “Nordische Model”, das in Schweden, Norwegen und Island Gesetz ist, verbietet den Sexkauf. Bestraft werden nur die Freier, für die Prostituierten selbst gibt es umfassende Hilfeleistungen, die ihnen beim Ausstieg helfen. In Deutschland hingegen ist Prostitution legal – 2002 wurde das unter der rot-grünen Regierung beschlossen. In allererster Linie bedeutet das aber nur, dass die Einnahmen aus der Prostitution endlich legal wurden. In Deutschland arbeiten rund 400.000 Frauen und rund 80.000 Männer als Prostituierte. 90 Prozent von ihnen stammen aus dem Ausland, die meisten aus Osteuropa. Sie haben keine Krankenversicherung und werden von den Bordellbesitzern ausgenommen. Die Hoffnung, dass Prostituierte eine sozialversicherungspflichtige Anstellung finden, haben sich nicht erfüllt. Dafür gibt es inzwischen eine gesellschaftliche Akzeptanz von Flatrate-Puffs und Gang-Bang-Parties. Prostitution bedeutet für viele Prostituierte eine anhaltende Traumatisierung. Die legale Prostitution ist außerdem der Deckmantel für den Menschenhandel, sie schafft die Nachfrage, die auf “freiwilliger” Basis nicht erreicht werden kann. Viele Frauen üben die Prostitution unter Gewalt oder aus existenziellen Nöten aus, sie sind wehrlos und ausbeutbar. Konkrete Ausstiegshilfen gibt es nur sehr wenige. Viele von ihnen sind bei der Ausübung der Prostitution gleich mehrfach von sexueller Gewalt betroffen. Prostitution ist darüber hinaus nicht vereinbar mit der Menschenwürde und einer gleichberechtigten Gesellschaft. “Abolition 2014” informiert über Hintergründe zur Prostitution, gesetzliche Änderungen, bietet Betroffenen eine Plattform und weist auf die Situation in anderen Ländern hin. Außerdem tritt das Bündnis auch politisch in Aktion, in dem es aktiv darauf hinweist, wenn Politiker und Medien die negativen Begleiterscheinungen von Prostitution verharmlosen. Auf dem Blog finden sich zahlreiche Infos, Studien, Zahlen und weitere Links. Wer wissen möchte, was Prostitution bedeutet, wird dort fündig werden. Abolition 2014 arbeitet darüber hinaus eng mit anderen Bündnissen wie “Frauen sind keine Ware” oder “Stop Sexkauf” zusammen und ist international mit Kritikern der legalen Prostitution vernetzt.
Hier geht es zur Facebook-Seite von Abolition 2014.

#ichhabenichtangezeigt – ein Hashtag und seine Geschichte

Im Mai 2012 startete nach den Twitteraktionen in England und Frankreich auch in Deutschland das Hashtag #ichhabenichtangezeigt. Auf dem Blog können Betroffene anonym ihre Geschichten posten und erklären, warum sie die Täter bei sexueller Gewalt nicht angezeigt haben. Mehr als tausend Frauen posteten dort innerhalb weniger Wochen ihre Geschichten. Die eigentliche Aktion endete bereits im Juli 2012, doch sowohl der Blog als auch die Social Media Seiten sind nach wie vor aktiv. Polizei und Politik wurde die Auswertung der Beiträge vorgelegt – in der Hoffnung, etwas im Sinne der Betroffenen zu verändern. Die Vielzahl der seither dort geposteten Geschichten zeigt, dass die existierende Handhabe bei sexueller Gewalt und die Haltung der Justiz in Deutschland dafür sorgt, dass Überlebende sich nicht trauen, Anzeige zu erstatten. Zum einen fürchten sie das demütigende Verfahren, zum anderen wird das Erfahrende vom Umfeld relativiert oder die Chancen auf eine Verurteilung werden (nicht zu Unrecht) als viel zu gering eingeschätzt, um die Torturen auf sich zu nehmen. Um die Opfer aus der Unsichtbarkeit zu holen, wurden der Blog und das Hashtag etabliert. Den Initiatorinnen ist es außerdem wichtig, Hilfsangebote für Betroffene bekannter zu machen und sie informieren zu aktuellen Veränderungen in der Rechtssprechung und andere Entwicklungen.

Hilfe bei sexueller Gewalt – die “Initiative für Gerechtigkeit bei sexueller Gewalt”

Opfer von sexueller Gewalt haben in Deutschland einen schweren Stand. Nicht nur die sinkende Verurteilungsrate bei Vergewaltigung, sondern der Umgang von Justiz und Medien mit den Opfern sorgen dafür, dass viele Taten gar nicht erst angezeigt werden oder Anzeigen im Sande verlaufen. Auch bei einem Prozess stehen dem Opfer schlimmstenfalls viele demütigende und retraumatisierende Erlebnisse bevor. Die Initiative für Gerechtigkeit bei sexueller Gewalt ist ein ehrenamtlicher Zusammenschluss von Frauen, die sich für die Opfer sexueller Gewalt einsetzen. Ein großer Teil der ehrenamtlichen Arbeit besteht aus Prozessbeobachtung – so zum Beispiel beim Kachelmann-Prozess. In einem Medienradar stellen sie Pressemeldungen und Medienberichte zu Fällen sexueller Gewalt zusammen, in denen sexuelle Gewalt verharmlost wird.

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“Women in Exile” unterwegs in Deutschland und nominiert für den taz-Panterpreis

Arbeitsbesuch Libanon

By Österreichische Außenministerium (Arbeitsbesuch LibanonUploaded by High Contrast) [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

Auch in diesem Jahr sind die “Women in Exile” auf Aktionstour quer durch Deutschland.  Mit Flößen fahren sie von Nürnberg bis nach Berlin, um dort auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen, begleitet von der Band “Strom und Wasser feat. Refugees Welcome”. Noch bis zum 27.8. sind sie in Deutschland unterwegs – Tourtermine und Infos, wie man die Tour unterstützen kann, gibt es unter http://www.refugee-women-tour.net/

Die 2002 von Flüchtlingsfrauen in Brandenburg gegründete Initiative setzt sich für Flüchtlingsfrauen und ihre Familien ein.  In den bereits existierenden Flüchtlingsgruppen sahen die Gründerinnen die Interessen der Frauen nicht richtig wahrgenommen – sexuelle Gewalt in Flüchtlingsheimen zum Beispiel wird ignoriert.  Die “Women in Exile” besuchen Frauen in Flüchtlingsheimen und engagieren sich bei einer bevorstehenden Abschiebung. Die Unterbringung in den Flüchtlingsheimen lehnen sie ab – vor drei Jahren gründeten sie die Initiative “Keine Lager für Flüchtlingsfrauen und Kinder! Alle Lager abschaffen!”. Infos zur Arbeit der “Women in Exile” gibt es hier.

Die “Women in Exile” sind aktuell für den taz-Panterpreis nominiert. Hier kann für die “Women in Exile” online abgestimmt werden.

 

 

#shoutingback – jede von uns erlebt Sexismus

We Can Do It - Poster

By J. Howard Miller, artist employed by Westinghouse, poster used by the War Production Co-ordinating Committee [Public domain], via Wikimedia Commons

Es war ein einzelnes, unangenehmes Erlebnis, dass die britische Gründerin von #shoutingback im März 2012 dazu bachte, mittlerweile mehr als 38.000 Frauen dazu zu bringen unter dem Hashtag #shoutingback Tweets an @everydaysexism zu senden, die von den permanenten Belästigungen, Begrabschungen, Anmachen, Übergriffen und der sexuellen Gewalt zu reden, denen sie alle alltäglich ausgesetzt. Aus dem Hashtag wurde eine Bewegung, die bis heute läuft und sogar eine mehrsprachige Webseite hat. #Shoutingback ist ein weiterer Beweis dafür, wie Frauen sich heute via den sozialen Netzwerken gegen Alltagssexismus wehren, gemeinsam eine Möglichkeit finden, ihre Erfahrungen zum Ausdruck zu bringen und damit das ewige Dogma der “Einzelfälle” oder “Übertreibungen” zu brechen, das allgemeine Schweigen und die uns als Frauen auferlegte Sprachlosigkeit zu finden. Mira schrieb es bereits an anderer Stelle: R.I.P. Postfeminismus, die Vierte Wolle rollt und sie rollt weltweit und jede eurer sexistischen Aktionen macht aus uns Frauen einen Schläfer, der plötzlich aufwacht und bereit ist, sich mit sehr erfolgreichen Aktionen der sexistischen Kackscheiße entgegenzustellen – und sich mit anderen auf der ganzen Welt zu verbinden Ich habe mir mal sagen lassen, dass so der Anfang von Revolutionen aussieht. Die feministische Revolution haben wir sicher bitter nötig.

Hier ist das Video zu #shoutingback

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