Das patriarchale Trauma: Warum Männer morden und Frauen Vergewaltigungsfantasien haben

Es ist schon wieder passiert. Ein junger Mann hat eine Waffe genommen und in einer Schule in den USA zehn Menschen erschossen. Das erste seiner Opfer ist nach Angaben von “Bild” ein Mädchen, dem er sich immer wieder versucht hatte zu nähern. “Tragische Liebesgeschichte” nennt die Bildzeitung das und bezieht sich auf Aussagen der Mutter. “Zurückgewiesene Liebe” wird immer wieder als Rachegrund genannt, wenn ein Mann gewalttätig wird. Statistisch gesehen stirbt in Deutschland jeden Tag eine Frau durch die Hand ihres Partners oder Ex-Partners aufgrund von “enttäuschter Liebe”. Hinter dem Euphemismus “enttäuschte Liebe” verbirgt sich nichts anderes als die auch mit Gewalt durchsetzbare männliche Anspruchshaltung, Frauen hätten ihnen zur Verfügung zu stehen. Die Frau als Dienerin, als Gefäß des Mannes, als sein Besitz und Anhängsel ist die Definition, die das Patriarchat Frauen zuweist. Lehnen Frauen diese Rolle ab und bewegen sich außerhalb der für ihr Geschlecht vorgegebenen Grenzen, etwa in dem sie alleinerziehend, selbstbestimmt, unabhängig leben, so setzen sie sich überall auf der Welt der Gefahr aus, dafür getötet zu werden. Es braucht kein frauenhassendes Regime, um diese misogyne Exekutive zu betreiben, vielmehr schwingen sich Männer auch im ach so liberalen und offenen Westen regelmäßig dazu auf, Frauen wieder auf ihre Plätze zu verweisen – mit Hasskommentaren, Drohungen und Gewalt, gegen fremde Frauen, aber vor allem gegen die Frauen, auf die sie glauben, ein “Anrecht” zu haben: Bekannte, Nachbarinnen, Kolleginnen, Partnerinnen, Ehefrauen, Töchter. Die Autorin Kate Manne hat in ihrem Buch “Down Girl” analysiert, dass der Anstieg dieser offenen, blutigen Gewalt gegen Frauen in direktem Zusammenhang mit dem Kampf gegen Frauenrechte steht. Je mehr Frauen, etwa wie bei #metoo, sich gegen sexuelle Gewalt wehren und auf ihre Selbstbestimmung auch in anderen Bereichen pochen, umso heftiger fällt der Pushback der patriarchalen Ordnung aus.

Das Gift der männlichen Erwartungshaltung

Als vor einem Monat Alek. M. in Toronto ein Massaker vor allem an Frauen verübte und sich dabei ausdrücklich auf einen anderen Massenmörder – Eliott Rodger – bezog, der ebenfalls aus Frauenhass tötete, wurden die Medien auf das Phänomen der Incels aufmerksam, der “unfreiwillig Zölibatären”, die sich in Foren wie 4chan oder Reddit austauschen und sich darüber beklagen, dass keine Frau mit ihnen Sex haben möchte. Das liegt, laut Incel-Logik, daran, dass Frauen nur auf Männer mit gutem Aussehen und/oder Geld stehen und deshalb werden sie an ihrem “Anrecht” auf Sex und Reproduktion gehindert. Nicht wenige fordern deshalb, dass es eine “Umverteilung” von Sex geben soll und Frauen dazu gebracht werden sollen, auch Sex mit Männern zu haben, auf die sie keine Lust haben.

Das Ganze wäre absurd, lächerlich und bemitleidenswert, wenn die Incel-Ideologie nicht immer wieder wie bei den letzten Massakern Grundlage für Übergriffe und Gewalt gegen Frauen werden würde. Es handelt sich bei den Incels nicht nur um ein paar verirrte Männer, wie in den Medien gerne suggeriert wird, sondern um ein heterogenes Gemisch von hunderttausenden Männern vor allem aus den USA und Europa mit Überschneidungen zur Männerrechtsszene (MRA’s) und den Pick-Up-Artists. Es sind keine verwirrten Hinterwäldler, keine rückständigen Religionsfanatiker, sondern vielfach gut ausgebildete Männer, die sich an anderen Stellen für Demokratie, Fortschritt und Liberalisierung einsetzen. Sie sind für Fortschritt und für Technik, doch die Unterwerfung der Frau wollen sie aufrecht erhalten. Sie protestieren gegen zu viel Überwachung und laschen Datenschutz und geben sich gern besonders innovativ und zukunftsorientiert. Ihr Frauenbild aber ist in seinem Kern so reaktionär wie das religiöser Fundamentalisten, nur wird ihr Frauenhass nicht durch eine religiöse Schrift, sondern vor allem durch Pornos und sexistisch eingefärbte wissenschaftliche Schlussfolgerungen beflügelt. Incels verkörpern eine neue Generation von Frauenhassern, nicht länger religiös oder moralisch motiviert hassen und Gewalt verüben, sondern auf Grundlage vermeintlich rationaler Überlegungen und wissenschaftlicher Erkenntnisse.

Die Freiheit von Frauen erleben Incels und ihre Sympathisanten als Bedrohung ihrer männlichen Privilegien und als Hindernis beim Zugriff auf Frauenkörper, die sie mit Hass im Netz, Hass auf der Straße und notfalls auch mit Gewalt bekämpfen. Ihr Frauenhass hat Schnittmengen mit den hasserfüllten Äußerungen der Väterrechtsszene, in der Morde und Gewalt an Frauen regelmäßig von einzelnen Mitgliedern – unberichtigt vom Rest der Community – als natürliche Reaktion auf das Verhalten von Frauen erklärt werden. Frauen, die nicht gehorchen, Frauen, die sich nicht unterordnen, Frauen, die sich nicht zur Verfügung stellen und Frauen, die über ihr Leben selbst bestimmen möchten – auch nach einer Ehe oder einer Beziehung, aus der Kinder hervorgegangen sind. Incels und die Gruppen, mit denen sie Schnittmengen haben, sind ein noch sehr junges Phänomen des alten Patriarchats, ein neuer Weg, die bekannten männlichen Vorrechte zu proklamieren und durchzusetzen. Der Shitstorm im Internet, mit dem jede Feministin irgendwann überzogen wird, sobald sie eine gewisse Reichweite hat, ist ein Arm dieser Bewegung, die frauenmordenden Attentäter ein anderer. Sie eint die gemeinsame Ideologie.

Die Folgen sexistischer Wissenschaft und was die Incels daraus machen

Charles Darwin, Quelle: Wikimedia Commons

Warum Männer Frauen Gewalt antun, ist, so aktueller Stand der Forschung, nicht geklärt. Wahlweise liegt es an ihrer eigenen Kindheit und da wiederum an der dominanten Mutter, weshalb Frauen zynischerweise selbst an der Gewalt an ihnen schuld sein sollen, an geschädigten Hirnstrukturen (die dann aber immer noch nicht erklären, warum Frauen die Opfer sind) oder schlicht an einem Gefühl der persönlichen Benachteiligung. Wenn es etwa im Job nicht so läuft, der Frust über eine Zurückweisung oder Trennung groß ist, dann wird das auch vor Gericht als eine annehmbare Erklärung für einen männlichen Gewaltexzess betrachtet. Dass Frauen die gleichen Erfahrungen machen und dennoch nicht reihenweise zu Mörderinnen und Massenmörderinnen und Vergewaltigerinnen werden, ist damit nicht erklärt. Kommen Männer also als Gewalttäter auf die Welt? Die Behauptung, das Testosteron allein sei für die Gewalt verantwortlich, wurde bereits in vielen Studien entkräftet. Es liegt im Wesen einer Gesellschaftsstruktur, die die Ungleichheit einer Gruppe (der Frauen) auf vielen Ebenen als “natürlich” betrachtet, dass sie nicht die Ungleichheit an sich in Frage stellt, sondern nach Erklärungen sucht, die diese “Natürlichkeit” untermauern. Das gilt auch für die moderne Wissenschaft. Wie ein roter Faden ziehen sich sexistische Schlussfolgerungen durch alle Bereiche von Forschung. Da wissenschaftlichen Erklärungen automatisch das Attribut “objektiv” zuteil wird, ist es besonders schwer, sie zu entkräften. Sichtbar wird das zum Beispiel in den vielfach als falsch entlarvten Bildern vom Mann als steinzeitlichen Jäger, der die Sippe in der Höhle beschützte und versorgte. Kooperation, nicht Konkurrenz, ist die Grundlage der menschlichen Erfolgsgeschichte, doch wer sich mit dem Ursprung der Evolution beschäftigt, wird bei ihrem Gründungsvater Darwin auf ziemlich plumpen Sexismus stoßen. 1881 erklärte dieser einer tapferen Feministin, die ihn fragte, ob er sich nicht gegen die sexistische Vereinnahmung seiner Theorien verwahren wollte, dass er in der Tat der Überzeugung sei, Männer seien evolutionär weiterentwickelt als Frauen, weil sie durch das Konkurrieren um Partnerinnen dazu angetrieben wurden. (1)

Vergewaltigung als “natürliches” Werkzeug der Evolution

Der Evolutionstheorie haftet als Gegenentwurf zur Schöpfungsgeschichte der Ruf an, besonders objektiv und faktenbasiert zu erklären, wo wir Menschen herkommen, und warum wir uns zu dem entwickelten, was wir sind. Dennoch ist sie gerade weil sie unsere Identität direkt berührt und damit eben auch an den Grundfesten unser gegenwärtigen Ordnung rütteln könnte, anfällig für sexistische Interpretationen. Diese sexistischen Interpretationen entwickeln eine große Macht, wenn es darum geht, die Unterdrückung von Frauen als “natürlich” zu rechtfertigen. “Männer sind nun einmal stärker, das ist von der Natur so gewollt” oder “Frauen sind doch viel empathischer, weil sie immer am Lagerfeuer saßen und redeten”, sind solche Erklärungen, die jede von uns schon hundertmal gehört hat. Statt der Erklärung, die Unterordnung der Frau sei “gottgewollt”, wird nun die Wissenschaft bemüht, um zu erklären, warum Frauen weniger Rechte haben sollen als Männer und das ganze mit dem Attribut “Fakt” versehen.

Die Incel-Szene hat nicht nur viele Überschneidungen mit anderen sexistischen Bewegungen, sondern versteht sich eben auch als “nerdy” und ist auf Reddit und 4chan unterwegs. Ihr Selbstverständnis als Nerds bringt es mit sich, dass Wissenschaft für sie die Art von Erklärung darstellt, auf der sie ihr Weltbild bauen – und sie werden dabei in der Evolutionsbiologie fündig.

So etwa bei den Thesen von Thornhill/Palmer, einem Biologen und einem Ethnologen, die 2002 das Buch “A Natural history of Rape” veröffentlichten. Darin erklärten sie, dass Vergewaltigungen die Folge vom Reproduktionstrieb des Mannes seien, den diese eben mittels Gewalt ausüben. Diese Ausübung sei notwendig für den evolutionären Erfolg des Menschen. Diese Schlussfolgerungen leiteten sie aus den Beobachtungen von Fliegen und Primaten ab. Vergewaltigung sei also ein “natürlicher” Vorgang und die Aufregung der Frauen darüber unangebracht. Ein Argument dafür: Vergewaltigte Frauen werden häufiger schwanger als es Frauen bei konsensualem Sex tun. Dass das daran liegt, dass sie bei Vergewaltigungen nicht verhüten können, darauf kamen die beiden Helden der Wissenschaft nicht. Dafür brachten sie noch ein paar andere steile Thesen vor. So behaupteten sie etwa, dass die geringere Orgasmusfähigkeit der Frauen (!) eine Folge der Anpassung an Vergewaltigung sei. Erschienen ist das Buch ausgerechnet im Verlag des MIT, der renommiertesten Kaderschmiede für Nerds.

Human rape victims rarely show much sexual arousal and almost never achieve orgasm. It is conceivable that some aspects of women’s capacity for orgasm evolved in the context of reducing the fertilizing capacity of rapists’ ejaculates. That is, the absence of orgasm during rape may be an evolved response to rape.
(Thornhill & Palmer, 2000: 99)
Evolutionäre Vergewaltigungstheorie als Rechtfertigung für Gewalt an Frauen
2002 war das dem Spiegel (und einigen anderen Blättern) eine Titelgeschichte wert. In der Folge hat es nachvollziehbarerweise viel Kritik, auch feministische Kritik, an dieser These gegeben, doch ganz verschwunden ist sie nie. Aktuell erfährt sie durch die misogyne Ideologie der Incels neuen Aufschwung, wie ein Blick in die entsprechenden Foren zeigt:

In aktuellen Posts wird dort immer wieder auf das Buch von Thornhill und Palmer verwiesen, sowie auf das Buch “Krieg der Spermien” von dem Evolutionsbiologen Robin Baker. Das Buch mit dem reißerischen Titel erschien 1996 und erklärte, dass Spermien mit einander kämpfen und dieser Kampf eine Erklärung für das aggressive sexuelle Verhalten von Männern sei. Der weibliche Orgasmus hat laut seiner Analyse nur den Zweck, durch Kontraktionen den Muttermund in das Sperma in der Vagina zu tauchen, eine These, die so manche Widersprüche in sich trägt, aber dennoch immer wieder begeistert zitiert wird. In Bakers Buch verschwimmen die Grenzen zwischen “Anmache” und Vergewaltigung, wofür er von Feministinnen heftig kritisiert wurde.

Hier wird erklärt, dass Frauen doch tatsächlich ihre neuen Freiheiten dazu benutzen, zu schlafen, mit wem sie wollen und dabei die Incels nicht berücksichtigen. Das wiederum ist Anlass genug, sie zum Wohle der Menschheit zu vergewaltigen, weil sonst der Genpool auf dem Spiel steht.

In diesem Post geht es um das männliche Recht zur Reproduktion, das für so wichtig genommen wird, dass die Selbstbestimmung und Unversehrtheit der Frau für ihn vernachlässigbar sind.

“Forcey fun”, erzwungener Spaß nennt dieser Poster Vergewaltigungen, und erklärt, ganz im Sinne des Recht des Stärkeren, dass wenn ein Mann es schaffe, eine Frau zu unterwerfen, dann dürfe er sie eben auch vergewaltigen.

Die Incels sind die Vorboten einer neuen Welle von Gewalt gegen Frauen

Bei den Incels wird aus dem liebenswerten Nerd, der keine abbekommt, aber doch so viel im Kopf hat, wie es etwa in der Serie “The Big Bang Theory” dargestellt wird, der selbstherrliche und potenziell gewalttätige Frauenhasser, der die Konsequenzen seines Hasss dank der Wissenschaft als “natürlich” ansieht.


Folgt man der sehr klugen und vielschichtigen Analyse von Kate Manne, die sich traurigerweise durch die Gewaltexzesse der letzten Wochen bereits bestätigt hat, so ist damit zu rechnen, dass die Zahl von Gewalt an Frauen in Zukunft sogar noch steigen wird und zwar genau da, wo Frauen die patriarchale Herrschaft beenden. Der Hass der Incels bietet ein hohes und neues misogynes Gewaltpotenzial, wie die jüngsten Ereignisse zeigen. In Indien hat man den Zusammenhang von häuslicher Gewalt mit dem gestiegenen Leveln von Ausbildung und Karriere bei Frauen bereits erkannt. Demzufolge sind die Frauen am ehesten von häuslicher Gewalt bedroht, die eine Karriere anstreben und Unabhängigkeit erreichen. Dieser Zusammenhang lässt sich auf westliche Gesellschaften insofern übertragen, als das auch hier Frauen noch immer wirtschaftlich und sozial benachteiligt wird und klare Rollenzuschreibungen erfahren. So glaubt auch jeder vierte Europäer, dass eine Frau an einer Vergewaltigung selbst schuld ist, wenn sie sich zu aufreizend anzieht oder zu viel trinkt, so sind auch bei uns Frauen besonders dann in Gefahr, wenn sie sich von ihrem gewalttätigen Partner trennen und so finden sich die bereits erwähnten Euphemismen über “Familiendramen” auch in unseren Medien beinahe täglich. Incels hassen und bestrafen Frauen, weil diese sich ihren vermeintlich “natürlichen” Forderungen als Mann entgegenstellen. Männer ermorden Frauen, weil sie ihnen keinen eigenen Willen zugestehen möchten, sofern dieser ihren eigenen Ansichten zuwider läuft. Passt es da nicht wunderbar, dass Frauen laut Theorien wie von Thornhill/Palmer und Baker ohnehin am besten zu ihrem (Reproduktions-)glück gezwungen werden und Männer bei sexueller Gewalt keine Schuld trifft, weil diese ja nur ihre Natur ausleben – vor allem, wenn Frauen diese “natürlichen Triebe” auch noch provozieren?

Die angebliche Lust an der eigenen Unterwerfung

Während die Wissenschaft also bislang keine schlüssige Theorie für die Entstehung männlicher Gewalt vorlegen konnte, vielleicht, weil sie in Teilen eben selbst sexistisch strukturiert ist, lautet die feministische Analyse, dass Männer vergewaltigen, weil sie davon ausgehen, dass sie damit davon kommen. Die Rechtssprechung bestätigt das: Nur ein sehr geringer Prozentsatz von Sexualstraftätern wird überhaupt je verurteilt und Prozesse wie der von Gina Lisa Lohfink und Kachelmann tragen ihren Teil dazu bei, dass Vergewaltigungen noch seltener angezeigt werden. Susan Brownmiller erklärte bereits 1975 in Against our will, dass Vergewaltigung nichts mit Sex, wohl aber mit Dominanz und Macht zu tun hat. Sie ist Ausdruck der Macht des Mannes über die Frau und ihren Körper. Diese Macht ist so absolut, dass er in ihr Inneres eindringen und damit davon kommen kann – weil die Gesellschaft ihn davon kommen lässt.

Das Narrativ vom “Zwingen der Frau zu ihrem Glück” findet sich – wen wundert das – millionenfach im Porno. Der Mann überwältigt die Frau, die sich in der Folge ihrer Lust ergibt und es genießt, Werkzeug des Mannes für dessen Befriedigung zu sein, gerade und besonders wenn sie Sachen eigentlich gar nicht will. “Frauenverträglich” verpackt wird daraus dann Fifty Shades of Grey: Eine Frau genießt die ihr angetane Gewalt als luststeigernd, sobald sie mit einem Hauch “Romantik” versehen wird: BDSM Fiktion von Frauen für Frauen. Stehen Frauen also darauf, überwältigt und erniedrigt zu werden, weil das ihr evolutionäres Programm ist und Fifty Shades of Grey ist deshalb so erfolgreich? Ist die sexuell passiv bis unterwürfige Frau, die Schmerzen genießt, der evolutionäre Gegenentwurf zum sexuell aggressiven Mann?

Fifty Shades of Grey ist, wie die Gewalt der Incels, ein Symptom der sich verändernden Geschlechterverhältnisse. Eva Illouz hat in Die neue Liebesordnung – Frauen, Männer und Shades of Grey aufgezeigt, dass die Begeisterung von Frauen für BDSM Geschichten ihren Ursprung in der Verunsicherung über die eigene Rollenveränderung hat. Die Orientierung am starken Mann fällt weg, also erotisieren Frauen die Dominanz eines starken Mannes unter Vorzeichen, in denen sie ganz die Kontrolle darüber haben. BDSM als sexuelle Spielart bietet sich dazu scheinbar an. Scheinbar insofern, als das BDSM eben nicht nur eine Spielart von Sex ist, sondern vor allem Dominanz und Gewalt in Form sexueller Handlungen. Männer, die ihren “natürlichen Trieb” ausleben und es eben “härter” mögen, treffen dabei auf Frauen, die traumatisiert sind durch mehr als 7000 Jahre patriarchale Unterwerfung. Frauen fantasieren nicht von starken Männern, weil das der Kern ihrer Lust ist, sondern weil in uns allen ein Trauma fortwirkt, das zu erkennen wir gerade erst beginnen.

Das kollektive Trauma der Frauen

Gruppen, die als Kollektiv Gewalt erfahren, etwa durch Kolonialisierung oder Genozid, entwickeln ein kollektives Trauma, das unabhängig von den Erfahrungen des Einzelnen in diesem fortwirkt. Es überträgt sich durch Unausgesprochenes, durch die Berichte der Überlebenden, deren Scham und Schmerz, durch Zuschreibungen und durch das Nicht-Wissen durch die Vernichtung von Wissensträgern. All das trifft auf Frauen als Gruppe zu. Wir sind ständig umgeben von der Erotisierung oder Relativierung der uns angetanen Gewalt. Wir sehen sie in Filmen, wir hören sie in Songtexten und sie schaut uns von den Werbeplakaten an. Unsere Mütter geben an uns über Generationen jene Traumata weiter, die die Frauen in unseren Familien und in unserer Umgebung erlebt haben: Schläge, Vergewaltigung, Missbrauch, Mord. Ihr Verhalten warnt uns vor einer Gefahr, die wir nicht in Worte fassen können, und die dennoch ständig präsent ist. Auch wenn wir selbst keine sexuelle Gewalt erfahren haben, so haben wir ganz sicher schon sexuelle Belästigung erlebt und kennen Frauen, die Opfer von sexueller Gewalt geworden sind. Die Gewalt an uns als Geschlecht ist überall präsent. Die Autorin Meera Atkinson, die sich schon seit langem mit transgenerationalen Traumata beschäftigt, hat gerade ein Buch mit dem Titel “Traumata” veröffentlicht, in dem sie auf genau diesen Zusammenhang eingeht:

This is not just about rape, or my rape. It’s about the big rape: patriarchy, with its endemic traumata. (Meera Atkinson) (3)

Patriarchat traumatisiert, erklärt sie, und zwar jede von uns. Traumata wirken in uns fort, in unserem Unterbewusstsein. Sie bestimmen über unsere Gefühle und unser Inneres und lassen im schlimmstenfall unsere Seelen krank werden.

Die kollektive Reinszenierung des patriarchalen Traumas

Die Traumatherapeutin Janine Fisher zeigt in “Healing the fragmented Selves of Trauma Survivors” (4) auf, wie Traumata dazu führen, dass unser Inneres fragmentiert wird. Unser Erleben, unsere Erinnerung und unsere Gefühle werden auseinander gerissen und wirken, für uns nicht mehr nachvollziehbar, in uns fort. Unser inneres Erleben, unsere Gefühle und unsere Wahrnehmung werden fragmentiert, wie ein Puzzle, dessen Teile für sich allein keinen Sinn mehr ergeben. Das kann zur Folge haben, dass wir von heftigen Gefühlen überwältigt werden, über die wir scheinbar keine Kontrolle haben: Angst, Wut und Traurigkeit. Die Fragmentierung des Selbst ist laut Fisher einer der zerstörerischsten Folgen von Traumata. Wir fühlen zwar noch, dass uns etwas weh tut, doch wir können nicht mehr zuordnen oder konkret benennen, was der Auslöser dafür ist und es deshalb auch nicht auflösen. Wenn ein Trauma dann wie von Meera Atkinson beschrieben, gar nicht in unserer individuellen Biografie begründet liegt, sondern vielmehr im kollektiven Erleben von Frauen, dann wird es noch schwieriger, die Verbindung herzustellen. Ihre Folgen aber sind real: Trauma-Betroffene haben oft das Gefühl, von ihren wahren Gefühlen abgeschnitten zu sein und reinszenieren die Situationen, die sie traumatisiert haben, weil sie dann die damaligen Gefühle wieder heraufbeschwören können und sich lebendig fühlen. Das ist der Grund, warum viele traumatisierte Frauen aktiv nach BDSM-Beziehungen suchen, in denen sie nicht nur dominiert und unterworfen werden, sondern in denen ihnen auch Gewalt zugefügt wird. Sie retraumatisieren sich selbst, ohne zu wissen, warum sie es tun. Die Gefühle, die dabei auftreten, fühlen sich rauschartig an, weil auf einmal das Empfinden wieder einsetzt, gefolgt von der Stressreaktion des Körpers, um das Trauma zu bekämpfen, was etwa in die Ausschüttung entsprechender Botenstoffe mündet.

Vergewaltigungsfantasien von Frauen haben ihren Ursprung darin, dass wir versuchen, unser kollektives Trauma in etwas Positives umzudeuten, das wir wollen und vielleicht sogar kontrollieren können, damit es seine Bedrohlichkeit verliert. Wir können der Gewalt nicht entkommen, also deuten wir sie um. Dabei helfen uns Ansätze von “sexueller Befreiung” und “Sexpositivität” sogar noch, diese Umdeutung vorzunehmen. Die Reinszenierung des patriarchalen Traumas ist nichts anderes als der gemeinsame Versuch, es zu bewältigen, es greifbar, ertragbar zu machen, wenn wir ihr schon nicht entkommen können. Keine Frau, die Vergewaltigungsfantasien hat, wünscht sich, real vergewaltigt zu werden. Sie agiert vielmehr die Konditionierung aus, die an Frauen verübte Gewalt erotisierend zu finden, die auf der anderen Seite Männer mit Begeisterung Hardcore Pornos schauen und über sexuelle Dominanz fantasieren lässt.

Patriarchat schadet auch den Männern

Es entbehrt nicht einer gewissen Absurdität, dass das, wogegen die Incels kämpfen und was sie in ihren Posts kritisieren, der wichtigste Grundpfeiler des Patriarchats ist. Patriarchat heißt “Herrschaft der Väter” und hat in seinem Kern schon immer bedeutet, dass nur einige, höherrangige Männer Zugang zu den unterworfenen Frauen haben, während die anderen um diesen Zugang konkurrieren und für sie arbeiten. Dass Frauen Männer danach auswählen, welches Ansehen sie in der Gesellschaft haben, hat seinen Ursprung darin, dass Frauen es sehr viel schwerer haben, für sich selbst Anerkennung und Ansehen zu erhalten bzw. das im Patriarchat gar nicht vorgesehen ist. Die Hierarchie und die Konkurrenz unter Männern ist ein wesentliches Merkmal patriarchaler Ordnung, in der Frauen höchstens als Trophäen vorkommen. Es liegt nun nahe, Männer dafür zu bemitleiden, dass auch sie Opfer des Patriarchats in sofern sind, als dass sie durch dessen Dogmen von der natürlichen Aggressvität des Mannes ein Selbstbild aufgezwungen bekommen, das sie vielleicht gar nicht wollen und das sie ebenfalls im schlimmsten Falle traumatisieren kann. Der gewaltvolle Pornosex macht sie zu einsamen W**** vor den Bildschirmen – im wahrsten Sinne des Wortes. Trotzdem – und hier liegt der Unterschied – haben Männer die Wahl, ob sie ihre Privilegien reflektieren und sich aktiv gegen die patriarchale Ordnung stellen, die ihnen ebenfalls schadet, oder ob man als Frau qua seiner Geburt in die untergeordnete Rolle gezwungen wird und von dieser aus gegen sie aufbegehrt.

Wir haben nur uns, wenn wir heilen wollen

Die Unterdrückung der Frau ist ein vitales Element unserer Kultur(en), das sich als sehr wandlungsfähig erwiesen hat. Wie bei einem Monster wächst für jeden abgeschlagenen Kopf ein neuer nach. Für Frauen wird es immer dann gefährlich, wenn sie die Berechtigung männlichen Anspruchsdenkens in Frage stellen und sich unabhängig machen von dem, was die Männer in ihrem Umfeld wollen. Dazu gehört auch, sexuelle Gewalt und sexuelle Belästigung nicht mehr akzeptieren zu wollen. Von einigen Männern wird das als direkter Angriff auf ihre patriarchalen Privilegien erlebt und dementsprechend gewaltvoll geahndet – Gewalt in der Sprache, Gewalt gegen die Frauen selbst. Uns aufzulehnen gegen die männliche Anspruchshaltung und ihre Rechtfertigung durch Religion und Wissenschaft, ist ein erster, wichtiger Schritt hin zur Freiheit, zur äußeren Freiheit. Die innere Freiheit werden wir nur erreichen, wenn wir Heilung suchen und für diese Heilung haben wir nur uns selbst. Nur wenn wir Frauen aufeinander zugehen, uns zuhören, sichtbar machen, was uns und Generationen von Frauen vor uns geschehen ist und den Schleier des Nicht-Wissens beiseite schieben, können wir Heilung finden und dem patriarchalen Trauma entkommen. Diese Heilung brauchen wir nicht nur für uns selbst, sondern auch, um den Kampf aufzunehmen gegen die neuen Köpfe des patriarchalen Monsters, wie sie in Form der Incel-Jünger auftreten und die ihre Rechtfertigung nicht mehr in der Bibel, sondern in der modernen Wissenschaft finden. Alles sieht danach aus, als könnte der Abschnitt, der vor uns liegt, trotz aller Errungenschaften, ein besonders holpriger werden und wenn wir nicht auf der Hut sind, finden wir uns rasch wieder vermeintlich freiwillig auf den Plätzen wieder, die das Patriarchat für uns vorgesehen hat. Misogyne Bewegungen wie die der Incels brauchen neue, feministische Antworten. In einer patriarchalen Welt kann es nur patriarchale Weltbilder geben. Wollen wir sie verändern, müssen wir unsere eigenen Antworten finden und das kann uns nur gelingen, wenn wir beginnen, die Bruchstücke unserer Identität als Frauen wieder zusammenzufügen und gegen diese Weltbilder in den Köpfen anzukämpfen, durch Kritik, durch Aktivismus, durch Solidarität. Wir haben nur uns, wenn wir heilen wollen.

Quellen:
(1): Angela Saini: Inferior. How Science got Women Wrong. 4th estate, 2017, S. 17ff
(2): Thornhill/Palmer: A Natural History of Rape. 2000, MIT Press
(3) Meera Atkinson: Traumata, 2018
(4): Janine Fisher: Healing the fragmented selves of Trauma Survivors. Routlegde, 2017

12 Kommentare

  1. Liselotte

    Guter Artikel!
    Allerdings frage ich mich, ob die Begriffe aus dem medizinischen Bereich (“krank”, “heilen”, etc.) wirklich notwendig sind. Wäre es nicht auch ohne gegangen?

    Eine Ergänzung zum Artikel: Solche sexistischen “wissenschaftlichen” Theorien werden übrigens auch an deutschen Universitäten verbreitet, z.B. in der Evolutionspsychologie.

  2. Absolut SUPER Artikel! Danke! Ja, es ist Zeit, dass das “Weibliche Trauma” endlich erkannt und benannt wird, damit es irgendwann Heilen kann; und nicht ständig an die nächste Generation weitergegeben wird. Der Krieg gegen die Frauen und die Weiblichkeit fordert nämlich unzählige ungezählte Verletzte und Tote; und wird immer noch nicht als Krieg bezeichnet und erkannt. Es ist der längste Krieg aller Zeiten. Nämlich mindestens 7 000 Jahre alt. Und: WER hat je die Opfer gezählt oder einen “Frauen-Friedhof” analog zu Soldaten-Friedhöfen eingerichtet?

  3. Sehr guter Artkel. Einen in meinen in meinen Augen sehr sexistischen Reload findet man in derzeit sehr populären meist esoterisch angehauchten Angeboten, die Seminare für Frauen und Männer anbieten, in denen auf der einen Seite der Mann zu seiner wahren “Männlichkeit ” und die Frau zu ihrer wahren ” Weiblichkeit” gebracht werden soll. Häufig wird das unter dem Deckmantel angeboten, wie Beziehungen gelingen können. Das ganze erfreut sich einer riesigen Beliebtheit, allerdings auch unter Frauen. In meinen Augen meist Sexismus pur, der hier gelehrt, der aber gar nicht erkannt wird. Damit Menschen das aber auch glauben, wird häufig die Evolutionspsychologie als Wissenschaftlicher Beweis herangezogen.
    Zuweilen habe ich das Gefühl, dass es so gut wie keine Beratung im Bereich von Liebe und Beziehung gibt, die nicht gebetsmühlenartig immer wieder den Bullshit von wahrer “Männlichkeit ” und wahrer ” Weiblichkeit” den Menschen ins Gehirn pflanzt. In meinen Augen eine neue wunderbare und sehr subtile Art, die patriarchalen Verhältnisse neu zu manifestieren. Denn was soll denn schlimm dran sein, sich um sichere und stabile Beziehungen zu bemühen. Auch wenn der Kitt nichts anderes als Sexismus bedeutet. den man der Beziehung wegen, dann ja gut finden muss. Und welche Rolle Frau dort einnimmt und welche Eigenschaften als “weiblich” bezeichnet werden, dreimal darf man raten. Nicht zuletzt soll dies ja auch dazu dienen seine Identität zu finden. Und seine Identität stellt niemand gerne in Frage, das ist eine der größten Verunsicherungen, die ein Mensch erfahren kann, selbst wenn sie eine Form von Selbstschädigung hat.

  4. Gabypsilon

    Auch das noch, “Evolutionspsychologie” als wissenschaftlicher Beweis wird an deutschen Universitäten verbreitet. Ich hoffe, dass vor allem die jungen weiblichen Studierenden kritisch denken, sich informieren und nicht auch auf diesen sexistischen Zug aufspringen, der sie indoktrinieren will. Dunkle Zeiten.

  5. Gabypsilon

    Sowohl die “Evolutionspsychologie”, als auch die erwähnten esoterischen Seminare, sind doch im Grunde genommen alter Wein in neuen Schläuchen, um die Herrschaftsverhältnisse aufrecht zu halten.
    Wie viele Frauen hatten sich sinnsuchend in den 70ern einem Guru (Sannyasin) angeschlossen, der vor allem Interesse an regem Geschlechtsverkehr und an deren Barvermögen hatte.

  6. Jacqueline Lanz

    Einer der besten, wichtigsten Texte von Mira Sigel. Ich hab ihn ein paar Männern geschickt, einer war sehr wütend, offenbar traf der Text einen wunden Punkt.

  7. Liselotte

    @ Gabypsilon: Nein, leider nicht. Solche Vorlesungen werden zwar häufig von jungen Frauen belegt (Frauenanteil schätzungsweise 3/4). Aber Kritik gibt es nur selten, die meisten finden die Evolutionspsychologie klasse. Wenn dann mal Kritik seitens der Studierenden geäußert wurde, wurde das vom Dozenten auch sofort abgetan als “Das haben Sie nur nicht verstanden”. Es gibt aber einige wenige, die das durchaus kritisch sehen. Diese sind aber sehr vereinzelt und wissen angesichts der großen Zustimmung zu diesen Theorien und des Umgangs mit Kritik wohl auch nicht so richtig, was sie dagegen tun sollen.
    Eine gute Möglichkeit ist, sich an die Gleichstellungsbeauftragten (studentische und die bei den Unis angestellten) zu wenden. Vor denen haben die Evolutionspsychologen nämlich Angst. Weil sie im Grunde natürlich wissen, dass das was sie da von sich geben, nichts weiter ist als eine absurde, sexistische und wissenschaftlich nicht haltbare Theorie. Und weil sie wissen, dass es sehr wohl Menschen gibt, die ihre Theorie nicht deshalb kritisieren, weil sie sie nicht verstanden haben, sondern eben weil sie sie verstanden haben. Und das macht ihnen Angst. In diesem Sinne:
    Make feminism a threat again 😉

  8. Gabypsilon

    @Liselotte: Danke für Deine Ausführungen.

  9. Ich habe die Bezeichnung “Incels” erst einmal bewußt wahrgenommen, doch nun, nach diesem wirklich sehr wichtigem Text von Mira, kann ich so einige Diskussionen neu einordnen, in denen es speziell um Alphas und Betas als auch um misogyne evolutionstheoretischen Interpretationen ging, die ich vorab schlichtweg der MRM zugeschrieben habe. Vielen Dank für all die Informationen, auch wenn dieser neue Spross des Patriarchats sehr bedrohlich ist, weil er mit einer unglaublichen Selbstverständlichkeit uns alle das Sexobjekte degradiert. Eigentlich ist zwar auch das nicht wirklich neu, doch gerade weil es ein Produkt der heutigen Zeit ist, und das zum Trotz all des Wissens und der Kämpfe, die wir fochten, macht es so erschreckend manifest.

  10. Hierzu gibt es ein sehr lohnenswertes Video, das den frauenfeindlichen Zusammenhang von Schoolshootern und weiteren männlichen Attentätern wissenschaftlich zum Thema macht:
    https://youtu.be/bC8fN4S0V4A

  11. Super Text, vor allem der zweite Teil, der die Vergewaltigungsphantasien von Frauen thematisiert. Eva Illouz würde ich, so wie ich es hier verstanden habe, nicht ganz zustimmen, dass die Begeisterung von BDSM mit den Rollenveränderungen von Frauen und Männern zu tun hat… immerhin ist BDSM kein neues Phänomen, sondern zieht sich durch die Geschichte. Daher leuchtet mir die Rückführung auf eine Art kollektives Trauma mehr ein (das ja auch nicht ganz abstrakt ist, da jede Frau ja von Kind auf mit den männlich-dominanten Strukturen vertraut ist). Man kann nicht skeptisch genug gegenüber vermeintlicher Freiwilligkeit und Interpretationen von Sexpositivity sein!
    Ich möchte noch ergänzen, dass es zum Glück auch möglich ist, durch schöne konsensuelle sexuelle Erfahrungen zu ‘heilen’, wenn man sie mit einer Person teilt, die mit einem gemeinsam submissive Phantasien in Frage stellt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.