Vom Antifeminismus der Transaktivisten

Warum warnen Radikalfeministinnen eigentlich bereits seit Jahren davor, dass die hart erkämpften Frauenräume erhalten bleiben müssen? Dass wir geschlechtersegregierte Duschen, Umkleideräume und Toiletten brauchen? Und warum Transfrauen weder in Frauenhäuser noch in Frauengefängnisse gehören?

Vielleicht weil wir den Frauenhass spüren, der uns von ihnen entgegengebracht wird? Weil sie immer und immer wieder unsere eindringlichen Warnungen bestätigen? Hier ein paar Beispiele

1) David Warfield aka Dana Rivers und die Michfest-Morde

Von 1976 bis 2015 fand jedes Jahr in Hart, Michigan das „Michigan Womyn`s Music Festival“ statt. Ein Festival selbstorganisiert von Lesben für Frauen, auf PRIVATEM GRUNDBESITZ von Lesben. Eine Errungenschaft der sogenannten zweiten Welle der Frauenbewegung.  Trotz der ausdrücklichen „Frauen geborenen als Frauen“-Ausrichtung des Festivals nahmen alljährlich auch Transfrauen am Festival teil und Lisa Vogel, eine der Gründerinnen, ausdrücklich sehr darauf bedacht, dass angesichts der vielen Butch-Frauen auf dem Festival zu deren Schutz niemand das Geschlecht einer Person in Frage stellte.

Dennoch wurde das Festival Zielscheibe von Transaktivisten, die ihr „Camp Trans“-Protestcamp vor den Toren des Festivals errichteten und die Teilnehmerinnen belästigten und emotionale Erpressung und Manipulation gegen Künstlerinnen auffuhren, sollten diese sich wagen auf dem Festival spielen. Das Ende vom Lied: Das Festival war seit 2015 erstmal (Frauen-)Geschichte. [Edit: 2020 findet glücklicherweise wieder ein Michfest statt – danke an die aufmerksame Leserin für den Hinweis]

Einer der Organisatoren und Teilnehmer des Festivals war David Warfield aka Dana Rivers. Warfield hatte als Lehrer transitioniert und in den USA landesweite Berühmtheit dadurch erlangt, dass er seinen Arbeitgeber wegen Diskriminierung verklagt hatte. Er gab Aussagen von sich wie beispielsweise, dass „Pornographie ihm geholfen habe, sein geschlechtsdeviantes Gehirn als gesund, geistig normal und erfrischend irrational verstehen zu können“. Nur kurz nach dem fragwürdigen „Erfolg“, dass Michfest in die Annalen katapultiert zu haben, ermordete Warfield/Rivers auf brutalste Weise zwei langjährige lesbische Teilnehmerinnen des Festivals: Patricia Wright und Charlotte Reed und ihr Adoptivsohn wurden verprügelt, erstochen und erschossen und anschließend verbrannt. Seitdem  sitzt Warfield/Rivers im Santa Rita Jail – angeblich im Frauenbereich – und wird statistisch als weibliche Mörderin geführt.

2) Cherno Biko: Black Trans Lives Matter Gründer – und Vergewaltiger

Cherno Biko, preisgekrönter Medienaktivist und Menschenrechtsadvokat. Biko vergewaltigte am 26. März 2016 nach eigenen Aussagen eine schwarze Frau, die sich als Mann identifiziert, weil er gerne „nonbinäre“ schwarze Babys zeugen wollte. In dem im Internet veröffentlichen Statement äußerte er Verständnis für die Transfrauen Keyonna Blakeney und Alton Sterling – beide schuldig des sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen. Trotz Sterlings wiederholten Vergewaltigungen einer 14-Jährigen, organisierte  Trans Lives Matters Solidaritätsdemonstrationen für ihn, nachdem er von einem Polizisten erschossen worden war. Cherno Biko wurde knapp ein Jahr nach seinem öffentlichen Vergewaltigungs-Geständnis eingeladen auf dem „Women`s March“ in Washington D.C. zu sprechen…

3) Stephen Wood aka Karen White – Der Vergewaltiger, der Frauen im Frauenknast sexuell belästigte

Stephen Wood identifiziert sich als Frau und nennt sich Karen White. Deshalb wurde der u.a. wegen Vergewaltigung und Pädokriminalität zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilte Sexualstraftäter in einem britischen Frauenknast (Wakefield, West Yorks) inhaftiert. Dort belästigte er weibliche Mitgefangene mit Kommentaren über Oralsex, betatschte sie, entblößte sich vor ihnen und küsste sie gegen ihren Willen. Nach Bekanntwerden dieser Taten wurde Wood in einen Männerknast verlegt, ein Gefängnis für Transpersonen eröffnet und das Justizministerium entschuldigte sich. Seine Geschlechtsidentität wird (entgegen allen Rufen nach Self-ID) in Frage gestellt.

In Brighton wurde übrigens ganz aktuell eine Transfrau, die auf einen Laden-Geschäftsführer mit dem Hammer losgegangen und dafür zu einer halbjährigen Haftstrafe verurteilt worden war, nach einer Stunde wieder entlassen und gleich ganz Gefängnis-frei gestellt. Weil es für ihn „unzumutbar“ ist im Männerknast inhaftiert zu werden. Ganz schön praktisch. (Und macht bestimmt genauso schnell die Runde als Taktik, wie die „schiefgegangene Sexpraktik“-Strategie, die Frauenmörder immer häufiger sehr erfolgreich anwenden)

4) Jonathan Yaniv aka Jessica Yaniv – Offener Rassismus gegen asiatische Einwanderinnen in Kanada

Yaniv brachte 16 Migrantinnen aus ethnischen und religiösen Minderheiten in Kanada vor ein Menschenrechtstribunal, weil diese sich weigerten „seine Eier zu wachsen“. Die selbstständig tätigen Kosmetikerinnen beriefen sich darauf, dass sie zum einen nur Frauen behandeln und zum anderen der männliche Intimbereich anderer Techniken bedarf, auf die sie als Dienstleisterinnen für Frauen schlicht nicht ausgebildet sind. Bei der Anhörung kam zur Sprache, dass Yaniv MigrantInnen als „schmutzig“, „unsauber“ und „LügnerInnen“ bezeichnet hatte, dass er „offen feindselig“ gegenüber MigrantInnen ist – und dass Geschlechtsidentität aus männlichen keine weiblichen Geschlechtsorgane macht (etwas, dass jene anderes sehen, die Frauen als „Frontloch-Halterinnen“ oder Penisse als „Ladyschwänze“ bezeichnen). Bei dieser Gelegenheit kam auch zu Tage, dass Yaniv sich im Internet sexuell übergriffig gegenüber minderjährigen Mädchen gezeigt hatte und Fantasien eines Tampon- oder Bindentausches in der Umkleidekabine äußerte.

Meghan Murphy, Gründerin und Betreiberin des kanadischen Radfem-Blogs „Feminist Current“ hatte all dies auf Twitter zum Thema gemacht – und wurde daraufhin von Twitter entfernt. Offizielle Begründung: Hassrede und „Misgendering“. Sprich: Wenn Feministinnen pädokriminelles und rassistisches Verhalten von Transpersonen zum Thema machen, dann gehört sich das nicht, deshalb: Sprechverbot. Versuche von zig QueerfeministInnen eine Veranstaltung mit Meghan in der öffentlichen Bibliothek von Vancouver zu verhindern, scheiterten an der Standhaftigkeit der Leiterin.

Sprechverbote und De-Platforming haben im Übrigen auch bereits Deutschland erreicht, wie das aktuelle Beispiel von Naida Pintul zeigt.

5) Apropos Kanada: Eine gescheiterte Frauenbibliothek…

2017 eröffnete in Vancouver eine Frauenbibliothek, die NEBEN queerfeministischen AUCH radikalfeministische Bücher im Sortiment hatte. Der nun aufflammende antifeministische Backlash wurde begleitet von gewalttätigen Protesten, denn genderkritische und prostitutionskritische Literatur darf niemalsnicht gelesen werden, sondern gehört … hust …. wenndannschon verbrannt. Alkoholisierte Männer bedrohten potentielle Leserinnen physisch und verbal. Die Aktivistinnen des ehrenamtlichen Frauenprojektes hatten Angst, wurden in die rechte Ecke gestellt. Als die Bibliothek nach nur einem Jahr wieder schließen musste, feierten sich die Transaktivisten für „ihren Erfolg“

6) … und ein Frauenhaus, dem die institutionelle Förderung entzogen wurde

Vancouver Rape Relief Womens‘ Shelters (VRRWS) ist das älteste Frauenhaus in Vancouver. Sie wurden bereits vor Jahren von Transaktivisten verklagt, da ihr Personal im Schutzbereich ausschließlich aus Frauen besteht und sich diese davon diskriminiert fühlten. Die Klage wurde seinerzeit abgewiesen. Die Aktivisten ließen jedoch nicht locker bis der autonomen Fraueneinrichtung nun endgültig die institutionelle Förderung gestrichen wurde. Vorausgegangen waren Anschläge auf das Frauenhaus, darunter angenagelte tote Ratten.

Was man wissen muss: In Vancouver gibt es zwei Frauenhäuser, die transinklusiv sind. VRRWS lässt allen Transpersonen, die sich über deren Hotline melden und Hilfe und Unterstützung suchen diese zukommen. Einzig die Unterbringung im Frauenhaus wird von den Aktivistinnen abgelehnt, da zum einen das Haus als frauenexklusiver Raum erhalten bleiben soll und zum anderen das Personal nicht in der Lage ist auf die besonderen Bedürfnisse von Transpersonen in einer Gewaltsituation einzugehen. 

In deutschen Frauenhäusern ist es übrigens ebenso ganz selbstverständlich üblich, dass bestimmte Zielgruppen in aller Regel nicht im Frauenhaus aufgenommen werden können: Suchtabhängige Frauen, unter akuten psychischen Problemen leidende Frauen, prostitutierte Frauen, … Für diese gibt es gesonderte Einrichtungen, die ihren Bedürfnissen besser entsprechen und andere Frauen in ihrer vulnerablen Situation nicht zusätzlich beeinträchtigen.

Transaktivist Ronan / Morgane Oger jedenfalls feiert aktuell den Entzug der Förderung öffentlich auf Twitter und in den Medien. Oger, NDP-Mitglied und Kandidat, bezeichnet VRR als „rassistische“ (supremacist) Organisation, und verhöhnt mit seinen Statements all jene Frauen, die auf die Hilfe der Organisation dringend angewiesen sind.

Fazit

Die Liste könnte ellenlos weitergeführt werden, aber dabei will ich es zunächst mal belassen. Für manche sind das alles nur ein paar „durchgeknallte Transaktivisten“, die nicht repräsentativ sind für Transpersonen. Was im Übrigen niemals irgendwer behauptet hat.

Diese Typen (und ihr nicht minder aggressiver queerfeministischen SupporterInnen-Mob) haben sicherlich nichts gemein mit der wachsenden Anzahl von Mädchen und Frauen, die versuchen sich in unserer patriarchalen Gesellschaft aus ihrer geschlechtsbasierten Unterdrückung „herauszuidentifizieren“ – egal wie unmöglich das ist: Es ist nachvollziehbar.

Gerne sprechen wir ein anderes Mal auch  über die Gewalt gegen Transpersonen in der Prostitution – anders als der Transaktivismus verschweigen WIR nämlich nicht, warum diese Menschen und von wem um ihre kostbaren Leben gebracht werden und wurden.

Trotzdem muss es erlaubt sein, darauf hinzuweisen a) wer diejenigen sind, die uns hart erkämpfte Frauenrechte streitig machen und ins in bester Maskulisten-Manier bis aufs Blut bekämpfen und b) welche Konsequenzen, dass für uns als Mädchen und Frauen hat.

Ganz beliebt ist ja auch das oben erwähnte „Argument“, bei übergriffigen Transpersonen handele es sich ja „gar nicht wirklich um Transpersonen“, sondern „um Menschen, die sich als solche ausgeben“. Leider nur ein bisschen widersprüchlich, wenn einerseits Self-ID proklamiert wird und gleichzeitig wenn es grad so passt die Identität einer anderen Person in Frage gestellt wird…

Eins ist jedenfalls klar. Zu sagen was ist, davon werden uns auch keine linken Männer abhalten, die uns in die rechte Ecke stellen wollen (mal wieder nach der Prostitutionsdebatte, gäääähn, fällt euch nichts Neues ein?) und uns der „feministischen Transfeindlichkeit“ bezichtigen.  

Apropos vermeintliche Progressivität: Wenn Frauen sich Transaktivismus sei Dank nicht mehr Frauen nennen dürfen; Wenn Frauen nach Jahrhunderten feministischer Kämpfe sich IMMER NOCH irgendeinen Quatsch von einem “weiblichen Gehirn” anhören müssen; Wenn Frauen ihre vermeintlichen CIS-Privilegien vorgeworfen werden; Wenn Frauen verlieren, was sie sich mit harter Arbeit, Eigeninitiative und SELBST aufgebaut haben; Wenn Frauen durch geschlechtsneutrale Umkleiden nachweislich zunehmend Gewalt ausgesetzt sind; Wenn Frauen, sich von Männern über Feminismus belehren lassen müssen; usw usw. – dann ist das das Gegenteil von progressiv. Es ist frauenfeindlich und schadet Frauen.

Um deshalb Andrea Dworkin zu zitieren: Wir stehen ein für primitiven Feminismus. Der lautet: Wenn etwas Frauen schadet, dann sind wir dagegen. Transaktivismus schadet Frauen.

4 Kommentare

  1. Simone März

    Danke für diesen Text! Die Frauenfeindlichkleit und Aggressivität vieler männlich Geborener, die nun sagen sie sind Frauen entlarvt sie als das, was sie sind: keine Frauen. Sie sollten sich eine eigene Bezeichnung suchen, da sie keine Frauen sind, sie sind Männer die sich als etwas fühlen, was ihrem Frauenbild entspricht, so wie Heteromänner als Frauenbild die Zicke und die Pornoqueen haben und: sie bekommen viel Aufmerksamkeit, arbeiten mit Erpressung und Nötigung – aber: sie bekommen keine Kinder und keine Milch, sie können ohne Chemie keine Brüste haben- sie sind keine Frauen, genausowenig wie ich, als Mensch mit Frauenkörper niemals ein Mann werden kann, egal ob ich einer sein will oder nicht: ich kann dann z.B. trotzdem keine Kinder zeugen. Ich fühle mich von Transleuten, die mit männlichen Körper in die Frauensauna kommen vergewaltigt!

  2. Am traurigsten ist es ja, dass man immer und immer wieder darüber schreiben muss und diesen Wahnsinn bekämpfen muss. Unterdessen sind bereits Staaten, Politik und Gesetz von diesen “Möchte-gern-Frauen” unterwandert. Zum Schaden der Frauen natürlich. Alles Wölfe im Schafspelz, oder eben hier Männer in Frauenkleidern, was auf’s gleiche herauskommt.

  3. Clarissa

    Ein toller Text. Aber soll es wirklich bei Texten im Internet bleiben?

    Startet eine Petition! Als Vorbild könnte die fantastische Regierungspolitik von Viktor Orban in Ungarn dienen, der “Geschlecht” in Pässen durch “Geburtsgeschlecht” ersetzen ließ! Weitere Forderungen müssten, wenn ich den Text und die Kommentare richtig verstehe, sein: Verbot von Namensänderungen, Verbot von Personenstandsänderungen und vor allem: Verbot von geschlechtsangleichenden Operationen, denn wer als Mann geboren wurde, muss Mann bleiben.

    Startet eine Kampagne! Ich bin sicher, ihr werdet viele Unterstützer finden!

  4. @Clarissa Sie können ja auf change.org selbst eine Petition starten!

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