Die lila Pille oder das Klagelied der unterdrückten Männer

2016 erschien der US-amerikanische Film “The Red Pill”, in dem die Feministin Cassie Jaye eigentlich eine Dokumentation über Antifeministen machen möchte und am Ende einen Film über unterdrückte Männer herausbringt. Wer mal das Bedürfnis hat, so richtig in männlichen Tränen zu baden, der ist mit diesem Film gut beraten. Männer sind häufiger Opfer von Gewalt (durch andere Männer), sie sterben zahlreicher als Frauen im Krieg und bei Arbeitsunfällen, werden kriminell oder bringen sich um. Sie als Opfer anzuerkennen würde eigentlich beinhalten, die Täter, nämlich vorrangig Männer und männliche geprägte Strukturen zu benennen,  und zwar nicht nur durch ein paar Feministinnen und Soziolgen, sondern als Gesellschaft, um dann die entsprechenden Konsequenzen daraus zu ziehen. Ich habe kürzlich in einem Artikel gelesen, dass radikale Akzeptanz der Weg zur Heilung ist, wenn im Leben etwas schief läuft, weil sich nur auf Basis dieser Akzeptanz Möglichkeiten zum Handeln ergeben. Radikale Akzeptanz männlicher Gewalt und ihrer Folgen als Ist-Zustand wäre der erste Schritt, um sie und ihre Ursachen zu bekämpfen. Erkennen wir an: Die Bodycounts der Männer sind eine Folge der patriarchalen Gesellschaftsordnung. Ihre Erfahrungen werden verursacht durch ein System, das Männer Frauen gegenüber privilegiert, intern aber auch noch einmal Hierarchien kennt, weil es schon in seinem Kern darauf angelegt ist, Menschen nach ihrer Nützlichkeit hin einzusortieren (Soldat, Prostituierte, Mutter, Arbeiter, etc.). Genau das aber wird im Film gepflegt umschifft, dafür aber eine gehörige Portion schlechtes Gewissen an die Frauen ausgeschüttet, die angeblich nur für ihre eigenen Interessen kämpfen.

Frau =Summe ihrer Funktionen

Da der Film bislang nicht in deutscher Synchro erschienen ist, hatte ich die Hoffnung, dieser Kelch würde an uns vorübergehen, aber schlichte Überzeugungen verbreiten sich eben schnell und spätestens, seit ich “Lieb und teuer” gelesen habe, weiß ich, dass die Argumente längst hier angekommen sind. Kaum gehört die Anerkennung von Frauenrechten zunehmend zum Common Sense, drücken Männer kollektiv ihr Unbehagen darüber aus und sofort sind eifrige Frauen zur Stelle, die den Aufprall auf der Realität für Männer bereitwillig abfedern. Männer können nichts dafür. Die Gesellschaft macht sie so, jenes alienhafte Konstrukt, auf das die Männer selbst keinerlei Einfluss haben. Männer verhalten sich nur so, weil wir so sehen wollen. Das sind die Hauptlinien des alten, neuen Pro-Mann-Feminismus.

Komplexere Einsichten wiederum sickern nur etappenweise in den Mainstream und die Erkenntnis, dass es weder den Entfaltungsmöglichkeiten des Individuums noch der Gesellschaft zuträglich ist, wenn der eine Teil der Menschheit den anderen beherrscht, beide aber nur zusammen das Überleben der Spezies organisieren können, gewinnt immer mehr Menschen für sich. Die Wissenschaft arbeitet aber lieber daran, das Problem durch die Verlagerung der Schwangerschaften in Maschinen aus der Welt zu räumen. Es ist offenbar einfacher, sich vorzustellen, dass wir demnächst von Maschinen ausgetragen werden, als dass Männer und Frauen in Frieden leben. Politisch wird bereits daran gefeilt, dem Mann als Erzeuger das Recht zu geben, je nach seinem Willen die Gestaltung der sozialen Mutterschaft nach einer Schwangerschaft zu bestimmen und diese auf Wunsch sogar ganz von der biologischen zu trennen. Das wachsende Interesse an weiblichen Sexrobotern belegt die intensiven Bestrebungen, Frauen auf ihre Funktionalität zu reduzieren und ihr Menschsein überflüssig zu machen. Weibliches Sein wird utilitarisch aufgeteilt auf seine Funktion als Sexobjekt, Mutter, Fürsorgerin, Partnerin. Anstelle Weiblichkeit zu integrieren, wird diese in ihre Bestandteile zerlegt und verwertet. Kurz gefasst: Statt das Geschlechterproblem zu lösen, werden einzelne Aspekte des Frauseins kurzerhand outgesourct und in einen Rahmen verlagert, in dem Frauen nicht mehr widersprechen können. Maximale Entfremdung und Verwertung unter patriarchalen Vorzeichen, das sind die düsteren Aussichten. Dass diese Versuche parallel zur Rechtfertigungsrhetorik ablaufen, ist kein Zufall, sondern Ausdruck eines geänderten Machtverhältnisses: Feministische Anliegen können nicht länger ignoriert werden, also muss ein neuer Umgang mit ihnen gefunden werden.

Die Weinstein-Debatte wird folgenlos bleiben

Bezeichnend ist etwa die Sache Harvey Weinstein, Filmproduzent aus Hollywood, der junge Schauspielerinnen in sein Hotelzimmer bestellte und dort sexuell attackierte. Sein Verhalten wurde durch gleich mehrere andere Hollywoodgrößen gedeckt, die alle wussten, was dort vor sich ging. Seither haben sich zahlreiche Frauen zu Wort gemeldet, unter dem #metoo melden sich unzählige Opfer sexueller Gewalt, darunter viele Prominente. Anders als zuvor konnten die Frauen nicht rechtzeitig zum Schweigen gebracht werden. Sie nutzten ihre Öffentlichkeit und brachten, gegen heftigen Widerstand, das System Weinstein zu Fall, bis sich schlussendlch alle von ihm distanzierten. Gleichzeitig zeigten die vielen Beiträge einmal mehr mit voller Wucht, dass sexuelle Gewalt ein Massenphänomen ist, keine Ausnahme. Sie ist ein immanenter Teil unseres Zusammenlebens, sie findet nicht irgendwo am Rand statt, sondern in unserer Mitte.
Die Frage muss demnach nicht heißen: Wer hat sie erlebt – sondern welche Strukturen haben sie ermöglicht? Damit ist aber leider auch schon absehbar, wohin die ganze Aufregung führen wird: Nirgendwohin. Weder werden strengere Gesetze erlassen werden noch weniger Vergewaltigungswitze erzählt, noch werden reiche, weiße Männer damit aufhören, von ihnen abhängige Frauen sexuell zu attackieren, noch wird daraus eine tiefergehende Debatte entstehen, welche gesellschaftlichen Ursachen Vergewaltigungen haben. Jetzt, wo die Sache öffentlich ist, beeilen sich alle, sich von ihm zu distanzieren, doch aufgehalten hat ihn niemand. Aus diesem Grund wird die Empörung am Ende auch verpuffen: Um jemanden wie Weinstein zu verhindern, bedarf es einer tiefgreifenden Reformation unserer Gesellschaft und unseres Geschlechterverhältnisses. Die ganze Empörung ist nicht mehr als ein Echo, das sehr schnell verklingen wird. Wenn eine Tat oder ein Verhalten moralisch verurteilt wird, dann wird damit zugleich gesagt, dass man das Verhalten weder verhindern kann noch will. Was ich verhindern kann, muss ich nicht verurteilen. Das schaffe ich einfach ab. Sexuelle Gewalt im Patriarchat grundsätzlich zu verhindern, ist aber ein Ding der Unmöglichkeit, da beides unauflöslich zusammen gehört. Die Unterdrückung der Frau ist undenkbar ohne die latente, allgegenwärtige Bedrohung sexueller Übergriffe.

Sexuelle Gewalt ist ein Angriff auf die Identität

Es ist vielleicht unnötig, das hierhin zu schreiben, aber der Vollständigkeit halber: Vergewaltigungen haben nichts mit Sex zu tun. “Sex” beschreibt nur, welchen Bereich die Gewalt betrifft, so wie psychische Gewalt sich gegen die Seele richtet. Sexuelle Gewalt ist ein wichtiges Mittel der Unterwerfung und ein besonders perfides. Anders als viele andere Bereiche lässt sich Sexualität nicht endgültig rational durchdringen, genau das macht ja ihren Reiz aus. Sie ist Körper, Trieb, das Gegenteil von Denken. Wer uns hier trifft, verursacht nachhaltigem Schaden. Sex ist ein Teil unserer Identität, deshalb zielt sexuelle Gewalt auch immer darauf ab, einen Teil unserer Identität zu vernichten. Das trifft, nur um das zu betonen, nicht auf jede Art von Gewalt zu, oder konkret: Es gibt Gewaltformen, die nicht auf unsere individuelle, sondern “nur” kollektive Identität abzielen. Sexuelle Gewalt trifft aber immer beides. Sie trifft unsere individuelle Sexualität, weil wir fortan Sex mit Gewalt, mit Angst, und mit Schmerz verbinden, weil sie uns mit Scham erfüllt und weil sie uns die Fähigkeit zur Lust nehmen kann. Sie trifft unsere kollektive Sexualität als Frauen, weil wir alle potenzielle Opfer sind.

Die lila Pille und das Ende des Patriarchats

“The Red Pill” spielte mit dem Titel auf die “Matrix”-Filme an. Wer sich entscheidet, die richtige Pille zu nehmen, erkennt laut Narrativ des Films auf einmal, dass der Feminismus die Realität verzerrt und die wahren Subjektive unserer Fürsorge und unseres gesellschaftlichen Befreiungskampfes eigentlich die Männer sein sollten. Die Matrix ist also nach dieser Lesart nicht das Patriarchat in Form des gerade dank der Weinstein-Sache wieder überwältigend sichtbaren Umstands, dass viele Männer auf der ganzen Welt Frauen sexuell attackieren und dabei von einem System aus Helfern und Wegschauern unterstützt werden, nein, die Matrix ist laut “The Red Pill” die Scheinwelt der Frauenunterdrückung, die die wahren Leidtragenden unsichtbar macht. Die Männer. Es gehört zu den ganz großen Kunststücken patriarchaler Logik, dass es am Ende immer so ist, dass sich alles um Männer dreht. Was immer Frauen auch vortragen, zum Schluss wird über Männer gesprochen. Aus diesem Grund ist “The Red Pill” der Beweis für das genaue Gegenteil seiner intendierten Aussage.

Es stellt sich weiter die Frage, gegen WEN sich denn dann der Kampf gegen die Matrix richten soll, um mal im Bild des Films zu bleiben. Was genau sollen wir abschaffen, damit Männer sich nicht mehr gegenseitig verprügeln oder denken, Sex zu kaufen sei ihr gutes Recht? Den Feminismus als blaue Pille? Wenn dieser Feminismus jenen meint, der Prostitution zu Sexarbeit euphemisiert und Loblieder auf Hugh Hefner singt – richtig! Aber eigentlich brauchen wir die lila Pille. Die lila Pille bedeutet die Erkenntnis, dass Leben im Patriarchat menschenfeindlich ist, dass es uns allen, Frauen wie Männern schadet, wenn es zwischen uns eine Herrschaft des einen Geschlechts über das andere gibt, gestützt durch unzählige, subtile oder auch offensichtliche Institutionen. Wie genau die Bruderschaft des Männlichen funktioniert, unausgesprochen, unsichtbar und doch hoch wirksam, belegt der Fall Weinstein eindrucksvoll.

Widerstand statt Anpassung

Um geschlechtliche Unterdrückung zu rechtfertigen, werden allerlei argumentative Verrenkungen geübt: Gerade verkündet Bodo Ramelow, dass er aufgrund seines Glaubens ein Problem mit Abtreibungen habe, da verteilt die Bundeszentrale für Politische Bildung ein Buch über Vergewaltigungen, das von Opfern und Frauenverbänden heftig für seine Verharmlosung sexueller Gewalt kritisiert wurde, da zieht ein Bundestag in Berlin ein, in dem weniger Frauen als zuvor sitzen und eine der zukünftigen Regierungsparteien (FDP) hat sich öffentlich vom Engagement für Frauenrechte verabschiedet. Da wird ein Buch frenetisch gefeiert, das erklärt, Freier seien Opfer und verdienten unser Mitleid und die prominente Feministinnen bekommen zwar Schnappatmung, wenn Heidi Klum Mädchen objektiviziert, finden aber Prostitution und Porno total gut. Sie kämpfen nämlich nicht etwa um das Recht, nicht mehr bewertet zu werden, sondern sie fordern, dass bitteschön alle Frauen positive Noten für ihr Äußeres bekommen. Dass man die Bewertung an sich abschaffen könnte und einfach niemand mehr das Recht hat, das Äußere eines anderen zu beurteilen, auf den Gedanken kommen sie nicht. Es wird darum gekämpft, sich einrichten zu dürfen, im Patriarchat, ohne die Kraft für eine grundlegende Veränderung aufzubringen.

Anpassung statt Veränderung: Ständig geht es darum,  an sich selbst zu arbeiten, sich zu verändern, mehr auf die Männer einzugehen, ihre Bedürfnisse zu verstehen und damit der Frau näher zu kommen, die man sein zu wollen hat. Pole Dancing als Zeitvertreib, Schönheits-OPs ab 40, Tonnen von Kosmetik, Geld für die Fitnessindustrie und kostenloser Pornosex für frustrierte Männer, das sind die Attribute die frau im Patriarchat mitbringen sollte.

In irgendeinem Schwachsinnsblatt musste ich sogar vor kurzem lesen, wie junge Frauen jungen Männern erklären, dass sie eigentlich schon gerne jedes Mal beim Sex kommen würden, aber da das ja bei ihnen mit der Erregungskurve nicht so einfach ist, wäre es schon ok, wenn sie nicht immer kommen. Es wird überhaupt nicht gefragt, ob man dann nicht einfach den Sex der Erregungskurve von Frauen anpassen sollte, männliche Sexualität bleibt das Maß aller Dinge. Frauen bleibt nur, den Status Quo für sich positiv umzudeuten. Das ist für mich und viele andere aber keine Option.

Die Wirkung der lila Pille

Die lila Pille würde sofort den Weg freimachen für eine Gesellschaft, in der ich mich darauf verlassen kann, dass mein Gegenüber, mit dem ich schlafe, zusammen bin, Kinder habe, nicht nur Wohnung und Bett mit mir teilt, sondern auch die tiefe Überzeugung, dass nicht nur ich Frau UND Mensch zugleich bin, und zwar ein Mensch so wie er selbst, sondern dass das auf ALLE Frauen zutrifft, auch die, die er nicht kennt, die er nicht mag, die er im Porno sieht oder die er kaufen kann. Das Problem: Es gibt sie nicht, die lila Zauberpille. Männer müssen selbst erkennen, dass es eigentlich ziemlich armselig ist, Menschen gegen Geld mit der eigenen Sexualität zu belästigen und wenn sie dannn bereit sind, das Recht auf gekauften Sex gegen echten Sex mit Frauen zu tauschen, die sie wirklich wollen – dann hey! Legt los! Was genau hält euch auf? Wer zwingt euch, in den Puff zu gehen, ungefragte Penisbilder zu verschicken oder anzunehmen, ein Blowjob sei ein Vorspiel? Wer genau macht aus dem Wissen um weibliche Sexualität ein gut gehütetes Staatsgeheimnis? Was verhindert, dass ihr Frauen radikal als Menschen anerkennt und dementsprechend behandelt, im Großen, wie im Kleinen? Die lila Pille wird es nicht geben, wenn wir eine andere Gesellschaft möchten, müssen wir für sie kämpfen.

Die Jahrhundertwende hat angerufen und möchte ihre Geschlechterklischees zurück

Hier liegt nämlich die eigentliche Abwertung: Wenn die Partizipation am patriarchalen Schlagabtausch als unveränderlich hingenommen wird, dann bedeutet das im Umkehrschluss, dass wir die biologistische Lesart annehmen, dass “Männer nun einmal so sind”: Männer verfügen nach dieser Betrachtung nur über einen gering ausgeprägten Freien Willen, nur wenig Impulskontrolle und Hang zur Gewalt, alles Eigenschaften, die von Frauen, aufgrund ihrer “gebenden” und “verstehenden” Natur sozialverträglich eingehegt werden müssen. Wir sollen bessere Frauen werden, damit Männer bessere Männer sein können. Das sind Argumentationen, die Anfang des 20. Jahrhunderts modern waren, die hundertmal von Feministinnen und Soziologinnen widerlegt wurden und die dennoch wie Sockenpuppen immer wieder wiederauferstehen.

Am Anfang jeder Heilung steht die radikale Akzeptanz. Wir müssen akzeptieren, dass patriarchale Überzeugungen keine Zukunft haben, auch nicht unter neuem Label. Der Gesellschaftsentwurf “Menschsein = Mannsein” ist in jeder Hinsicht gescheitert. Wir müssen uns die Wurzeln der Misere anschauen, in der wir stecken und die ja neuerdings sogar von einigen Feministinnen besungen wird, wenn auch nur als Klagelied über die missverstandenen Männer. Wir müssen auch akzeptieren, dass der Abschied vom Patriarchat schmerzhaft sein könnte für die Männer, die am meisten von ihm profitieren. Und wir müssen akzeptieren, dass es nicht unsere Aufgabe als Frauen ist, diesen Abschied für die Männer zu erleichtern.

8 Kommentare

  1. Was für ein Patriachat der Männer? Männer sind schon lange nicht mehr diese “Böse Menschen”. Da wird ja wieder die Gesellschaft gesplittet? Also sinnig finde ich das nicht. Und ich bin eine Frau!!!!! Aber trotzdem danke für den Beitrag!

  2. Was für ein guter Artikel. Genau diese Analyse fehlt sonst überall in diesem
    oberflächlichen Empörungs- vs. Bagatellisierungs-Diskurs. Weder Empören, noch Schweigen und Wegschauen, noch Umbenennen, (Erleben statt überleben….) noch sex-positiv Parolen, noch Bagatellisieren, noch Moralisieren ändern auch nur ein Mè an der weit verbreiteten sexuellen
    Nötigung und Gewalt an Frauen, die viel verheerendere Narben hinterlässt, als irgend eine nichtbetroffene Theoretikerin je wissen kann. Männer wissen es, sonst würden sie es ja nicht als Kriegswaffe einsetzen, aber sie wollen es nicht wissen und verharmlosen es nur all zu gerne. —Oder “sourcen es out” an Fremde und Ausländer.
    es an den

  3. Monika Barz

    Genial! Danke! Ja, das Patriarchat sichtbar machen, indem wir das was patriarchale Strukturen Männern antun ebenfalls sichtbar machen. Hochintelligent, jedoch ziemliche Gratwanderung, denn: Nicht Mitleid mit den ‘armen leidenden’ Männern ist angesagt, sondern dass sie endlich Verantwortung für das Leiden mit übernehmen, das sie kollektiv anrichten.

  4. Mechthild Schmitt

    Sehr richtig! Nur wer ein Problem an den Wurzeln anpackt, kann es beseitigen. Alles andere ist ein herumdoktoren an den Symptomen. Endlich mal jemand, der das Patriarchat an der richtigen Stelle anfasst.

  5. Was, wenn wir endlich des Patriarchats wichtigstes Werkzeug erkennen, das von Männern gefordert wird: Ihre Sexualpartnerin zu kolonialisieren : Name und Identität wird vom Mann absorbiert, und damit auch gleichzeitig die Produkte Ihrer Eierstöcke. Dass kolonialisieren also nicht nur des Mannes Recht, sondern sogar seine Pflicht ist und von der Gesellschaft erwartet wird. Sozusagen als gute Tat. Ja, daraufhin wird der durchschnittliche jaulte auch heute noch erzogen. Auf Kolonialisierung durch Patrilinearität. Was also, wenn wir schwerpunktmäßig mit derwirklichen Verwandtschaft leben, und unser Leben darum kreist. Gewürzt vom jeweiligen erotischen Liebespartner. Dann ist alle Grundlage der Gewalt gegen Frauen beendet. Zack! VORBEI ! Also echte Verwandtschaft , mal für drei Generationen zurück und vorwärts durchdenken. Schafft die Friedensmöglichkeit für alle ! Macht echte Nabelschnurverbindung sichtbar. Sozialisiert und integriert maximal !

  6. Danke Chrissi, genau so sollte es eigentlich sein. Die Crux fängt dann aber dort an, wo Deine Mutter bereits gestorben ist; und du keine Töchter hast. Da wäre Frau auf die Sippe oder Solidarität anderer Frauen angewiesen. Und wie wir wissen im Patriarchat, klemmt’s ganz entschieden mit dieser Solidarität. Auch Frauen wollen ja mittlerweile einfach einen “Mann” zum Vorzeigen, dass sie “ES” geschafft haben. Bääähhhh! Patriarchale Frauen sind mindestens so “tötelig” wie Männer.

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