Die mutigen Frauen vom La Strada

Café La Strada

Café La Strada (Foto: privat)

Ein diesiger Herbstnachmittag in Stuttgart, die roten Lichter des Leonhardsviertels in Stuttgart strahlen nur schwach und vereinzelt durch den Oktobernebel, doch aus der Küche des La Strada duftet es schon köstlich. Die drei Frauen, Anna, Daniela und Teresa stehen in der Küche und kochen Essen aus ihrer Heimat, Bulgarien und Ungarn. Sprachfetzen fliegen durch die Luft, es wird viel gelacht. Das La Strada ist eine Anlaufstelle für Prostituierte, hier gibt es ein Abendessen, Kleidung, kostenlose medizinische Versorgung durch einen Arzt des Gesundheitsamtes und vor allem immer ein offenes Ohr. Ich helfe den Frauen in der Küche, schnippele Gemüse, lasse mir das Ofengericht aus Kartoffeln, Paprika und Ei erklären, das würzig duftet.

“Mein Sohn hatte letzte Woche Geburtstag”, erzählt mir Teresa. Sie zeigt mir ein Foto von einem selbstbewussten Jungen, der freundlich in die Kamera lächelt, während er sein neues Fahrrad festhält, ein Geschenk seiner Mutter. Daniel lebt im Heim, seit seiner Geburt. Seine Mutter sieht ihn nur alle paar Wochen, doch sie strahlt vor Glück und Stolz über das ganze Gesicht.
Bei einer Zigarette erzählt mir Daniela, dass sie vor wenigen Wochen ihre Tochter aus Ungarn nachholen konnte. Seit Ende 2013 prostituiert sie sich nicht mehr, sie macht einen Deutschkurs und möchte als Verkäuferin arbeiten. Sie ist eine schöne Frau mit Augen so tief wie Waldseen. Sie spricht gut Deutsch, nur wenn ich zu schnell rede, lacht sie und runzelt die Stirn, damit ich langsamer spreche. Ich frage sie, wie es war, auf der Straße und die blauen Augen verdunkeln sich. “Früher”, sagt sie, “war besser. Ich habe immer sauber gearbeitet. Ich hattte meine Klienten. Dann kamen die anderen Frauen. Sie machen es für 10 Euro ohne Kondom. Das wollten meine Klienten auch. Da habe ich gesagt, es ist genug.” Daniela kam mit ihrem Mann nach Deutschland. Sie wusste, dass sie sich hier prostituieren würde. Ich frage sie, ob es so war, wie sie es sich vorgestellt hat, damals in Bulgarien. Sie schüttelt den Kopf. “Alle Männer scheiße”, sagt sie mit Nachdruck. Danielas Geschichte ist eine der Erfolgsgeschichten aus dem La Strada. Ihr ist der Ausstieg gelungen, ihre Tochter lebt bei ihr und sie hat sich von ihrem Mann getrennt, ist selbstständig. Den anderen Frauen geht es nicht so. “Keine arbeitet ohne Zuhälter”, erklärt sie mir. “Nicht hier.” Draußen wird es dunkel und die Ersten drängen sich bereits vor den Türen des La Strada, das um 19 Uhr seine Türen öffnet. Mehrere ehrenamtliche Frauen sind gekommen, um zu helfen – sie übersetzen, hören zu oder arrangieren Bücher und Deko zum Mitnehmen für die Frauen.

“Ich verliebe mich immer wieder neu in alle Frauen”, sagt Sabine Constabel, die das La Strada leitet, und lächelt, während die ersten Besucherinnen hungrig in das Café stürmen und sich über das liebevoll angerichtete Buffet aus Spenden hermachen. Ich verstehe, was sie meint, denn jede dieser Frauen strahlt Persönlichkeit aus, eine Lebensgeschichte, Stolz. Sie sind nicht nur eine jener Nummern, um die sich die Verteidigerinnen und die Befürworterinnen der legalen Prostitution streiten. Sabine Constabel ist eine ernste, energische Frau. Es ist ihrer Hartnäckigkeit und Unerschrockenheit zu verdanken, dass es das La Strada in Stuttgart gibt, dass der Stuttgarter Weg als vorbildlich im Umgang mit Prostitution gilt. Sabine Constabel äußert sich klar zur Prostitution, lässt sich nicht zum Schweigen bringen. Ihr Engagement gilt den Frauen und nur ihnen.

Es geht laut und herzlich zu im La Strada, die Frauen werden begrüßt und umarmt, es wird viel gelacht. Doch der Eindruck kann täuschen. “Alles nur für die Ausländerinnen”, giftet eine ältere Frau, die sich bereits mit ihrem Teller einen Platz gesichert hat. “Um uns kümmert sich niemand.” Eine der ehrenamtlichen Frauen erklärt mir, dass es unter den älteren, deutschen Prostituierten, die bereits seit Jahren hierherkommen, und den jungen Frauen aus dem Ausland, einen heftigen Konkurrenzkampf gibt. Es geht um Arzttermine, Kleidung, Aufmerksamkeit. Schwierig, hier zu vermitteln, doch die Ehrenamtlichen nehmen sich Zeit, bleiben freundlich.
Es mangelt, an Zwischenmenschlichkeit, am Sattwerden, am Gehörtwerden, am Gesehenwerden. Die Helferinnen im La Strada geben ihr Bestes.

Später am Abend begegne ich Annika. Sie lächelt schüchtern und ist so dünn, dass es schmerzt, sie anzusehen. Jung ist sie, Anfang zwanzig, sie hat ihr Kind in Rumänien zurückgelassen. Vor ein paar Wochen ging es ihr so schlecht, dass sie weg musste aus Stuttgart, zurück nach Hause. Es waren ihre Mutter und ihr Stiefvater, die sie zurück nach Stuttgart, auf den Strich schickten. “Mein Kopf ist kaputt”, sagt sie zu mir und es klingt so traurig, so verzweifelt, dass ich meinen Arm um sie lege, eine Geste der Hilflosigkeit. “Ich habe Depressionen. An einem Tag geht es mir gut, am anderen nicht. Ich laufe durch die Straßen, weiß nicht, was ich denken soll. Alles ist scheiße.” Ich schlucke und mir schnürt es die Kehle zu. “Was machst du, wenn es dir schlecht geht?” Sie zuckt mit den Schultern. “Manchmal rede ich mit den Männern. Sage ihnen, dass es mir nicht gut geht. Aber die meisten wollen es nicht hören.” Sie wendet den Blick ab. Der letzte Teil bleibt unausgesprochen. Der über das, was die Männer wollen. “Ich kann nicht essen, wenn es mir schlecht geht”, erklärt sie mir. Ihre Augen sind so traurig, ihr Lächeln so verzweifelt, das ich unerwartet eine heftige Wut spüre. Wut über die Umstände, die eine junge Frau in diese ausweglose Situation bringen. Annika hat nur wenige Jahre eine Schule besucht, ihre Mutter meinte, das sei unnötig, sie solle lieber arbeiten. Arbeiten, das hieß nach Deutschland, in die Prostitution. Sabine erklärt, dass Annika nicht nur Beratung braucht, sie braucht Freunde, eine Familie, am besten sollte sie von jemandem adoptiert werden. “Damit sie noch einmal richtig Kind sein darf”, sagt Sabine. Manchmal nehmen Familien und Bekannte der ehrenamtlichen Helfer aus dem La Strada Frauen auf, begleiten sie ein Stück des Weges, wie einen Familienangehörigen. “Am liebsten würde ich sie alle mitnehmen”, sagt Sabine und ich nicke.

Draußen auf den Straßen geht der Betrieb los. In kleinen Gruppen kommen Frauen herein, sie sind so jung, dass man nicht glauben mag, dass sie alle volljährig sind, sie sprechen nur gebrochen Deutsch, fragen nach Kondomen, Gleitcreme, die sie sich in die Handtaschen stecken. Einige haben Briefe dabei, Post von Ämtern, Bußgelder, weil sie sich auf den Straßen des Leonardsviertel nicht prostituieren dürfen – hier ist ein Sperrbezirk, Prostitution ist nur in den Laufhäusern erlaubt. Sie nehmen sich ein Butterbrot und gehen zurück auf die Straßen, draußen, in den Cafés wachen die Zuhälter, die Mädchen haben keine Zeit, sich sattzuessen, hinzusetzen, sich aufzuwärmen. Sabine schnappt sich die rote Tasche mit den Kondomen und dem Infomaterial und wir gehen raus auf die Straßen. Die Frauen stehen herum, in viel zu dünnen, kurzen Jacken, warten auf die Freier, die nun in kleinen Gruppen oder einzeln durch die engen Gassen streifen. Sabine spricht sie an, verteilt Kondome, weist daraufhin, dass der Arzt heute Abend im La Strada sein wird. Die Frauen wirken zunächst misstrauisch, stecken die Kondome schließlich ein, nicken. Sie kennen Sabine, vertrauen ihr.  Wir betreten eines der zahlreichen Laufhäuser im Leonardsviertel – “Zutritt für Frauen verboten” steht auf der Tür. Der Mann, der oben an der Treppe Wache hält, erkennt Sabine, lässt uns durch. Es ist ein Altbau, mit engen, gewundenen Treppen und winzigen Zimmern, auf denen die Namen und Handynummern der Mädchen stehen. Es riecht nach Räucherstäbchen, viele der Türen sind geschlossen – Kundenbesuch, einige stehen offen, zeigen schlecht möbilierte Zimmer mit bunten Lichterketten und halbnackten Mädchen. Auf der Treppe kommen uns die Freier entgegen, Familienväter in Jack Wolfskin Jacken, Geschäftsreisende im edlen Zwirn und mit Aktenkoffer, ein Puffbesuch ist wie ein Frisörbesuch, eingeschoben zwischen Geschäftstermin und Abendessen. Für 20 Euro bekommt man hier alles. Sabine weicht ihnen nicht aus, ihre Ablehnung ist greifbar, einige der Männer weichen verunsichert zurück, ich kann die Scham auf ihren Gesichtern sehen. Sie rechnen nicht damit, gerade hier zwei Frauen zu begegnen, die keine Prostituierten sind, sie fühlen sich sicher in dieser Domäne ungehemmter Männlichkeit. Ein Mädchen lehnt an einer Tür, sie ist wunderschön, mit langem, schwarzem Haar bis zu den Hüften und einem Bauchnabelpiercing. Die Nacktheit der Frauen wirkt verletzlich, selbst ich kann nicht anders, als sie anzustarren. “Geht es dir gut?”, fragt Sabine. Das Mädchen lächelt. “Keine Kunden”, sagt sie, eine Klage, die wir an diesem Abend immer wieder hören. Es gibt keine Arbeit mehr, die Freier bleiben aus, die Konkurrenz ist zu groß, seit immer mehr Frauen aus Rumänien, Bulgarien und den anderen osteuropäischen Ländern nach Deutschland drängen. Sabine erklärt mir, dass der Rückgang der Freier durchaus auch etwas mit der Debatte um Prostitution zu tun hat – offensichtlich führt die öffentliche Diskussion dazu, dass einige vor dem Sexkauf zurückschrecken.

“Der Arzt ist heute da”, sagt Sabine zu einem Mädchen, das Zahnschmerzen hat. Im Hintergrund an den Wänden eine Tapete mit Disneyprinzessinnen. Die Frauen schlafen in den Betten, in denen sie arbeiten, sie zahlen Zimmermieten von bis zu 160 Euro am Tag. Wer nicht zahlt, fliegt raus. Krankenversichert ist hier keine, wie das Gedränge um die wenigen Termine beim Arzt im La Strada zeigt. Zwei Frauen wollen das Angebot nutzen und den Arzt aufsuchen. Sie versprechen, später zu kommen. Wir gehen zurück ins La Strada.

Hier herrscht inzwischen reger Betrieb, das Buffet wird immer wieder aufgefrischt, die Frauen sitzen zusammen, reden, erzählen. Sabine und die anderen Frauen sprechen jede Einzelne mit Namen an, fragen sie, wie es ihnen geht. Das La Strada ist ein freundlicher Ort, keine nüchterne Beratungsstelle. Hier ist Platz für Tränen, für Persönliches. Ich frage mich, warum es das La Strada nicht überall gibt, in jeder Stadt, die ein Rotlichtviertel hat, in der Frauen wie Annika, Teresa und die anderen leben und sich prostituieren müssen.

“Für einen Ort wie das La Strada braucht es nicht viel”, erklärt Sabine. “Es braucht vor allem Menschen, die bereit sind, sich zu engagieren, die es tragen.” Ich wünsche mir, wir könnten das La Strada klonen, Sabine klonen, es überall mithin nehmen. Hier tritt der Streit um die Neuregelung des Prostitutionsgesetzes auf einmal in den Hintergrund – es sind die Frauen, um die es geht. Sie sind es, die eine Perspektive brauchen, eine echte Perspektive, die Menschen brauchen, die sich um sie kümmern, sie wahrnehmen, denen sie wichtig sind, die den Kreislauf aus Ausbeutung und Ausweglosigkeit durchbrechen. Auch das Prostitutionsschutzgesetz in seiner neuen Form wird an ihrer Lage nichts ändern. In den Gesprächen mit den Frauen und mit Sabine wird deutlich, wie sehr die Unterscheidung von “Zwangsprostitution” und “freiwilliger Prostitution” die Wirklichkeit verkennt. Obwohl die Frauen aus dem La Strada regelmäßig auch Frauen in der Zwangsprostitution helfen, sind die meisten der Frauen nicht mit Gewalt hierhergebracht worden. Es sind ihre Familien, die von zu Hause aus Druck ausüben, es ist der Kampf um das Überleben, in denen ihre Körper das Einzige sind, das Geld einbringt. Zwischen 500 und 1000 Euro schicken sie pro Monat nach Hause, das Geld versickert unter den Angehörigen, für Essen, Arztrechnungen, Familienfeiern. Mancher Zuhälter baut sich ein Haus dort unten, aus dem Geld “seiner” Frau, das sie erarbeitet hat, sie selbst wird nie dort leben. Die Frauen fühlen sich verantwortlich, für ihre Männer, ihre Familien, sie werden zu den Verantwortlichen gemacht, zu den Versorgerinnen, ein Wertediskurs, den sie nicht in Frage stellen und der stärker ist als jede körperliche Gewalt. Ihnen wurde von Kind an beigebracht, zu gehorchen, weniger wert zu sein, die eigenen Bedürfnisse zu missachten. Es ist ein System aus Zwang, Abhängigkeiten, patriarchalen Werten und ohne Entkommen für die Frauen, ein System, dass mit der kapitalistischen Leistungsgesellschaft Deutschlands eine perfekte Symbiose bildet. Dort sind Frauen nichts wert, hier taugen sie nur als Ware und werden als solche regelrecht verramscht. Die Legalisierung der Prostitution bildet den Rahmen für die maximale Verwertung – wer auf dem ersten Arbeitsmarkt keinen Job findet, der kommt auf den Straßen und in den Laufhäusern unter und bezahlt noch Steuern für seine eigene Ausbeutung. Ein Sexkaufverbot würde die legale Alternative der Prostitution beenden, nicht nur für die Frauen, sondern auch für die Familien, die ihre Töchter, Schwestern und Ehefrauen hierherschicken – und dennoch brauchen die Frauen echte Ausstiegshilfe, Arbeit, von der sie leben können, Perspektiven. In der Prostitution bleiben will keine der Frauen, mit denen ich spreche.

Das Buffet leert sich langsam, einige Kinder laufen zwischen den Frauen umher, verkleiden sich. Es sind die Kinder der Frauen, jene, die es geschafft haben, ihre Kinder nachzuholen. Sie werden von den anderen Frauen umsorgt und angesprochen, nicht wenige bekommen feuchte Augen, denken an die eigenen Kinder, die weit weg sind, von den Großeltern betreut, während sie hier in Deutschland arbeiten. Maria kommt herein, sie ist klein und quirlig, umarmt Sabine stürmisch. Sie wartet auf einen Termin beim Arzt, hat Angst, dass sie schwanger ist. Maria arbeitet schon seit vielen Jahren in der Prostitution – aufgrund ihrer geringen Körpergröße und ihres kindlichen Gesichts ist sie besonders beliebt bei den Pädophilen. “Sag Papa zu mir, sagen sie”, erzählt sie mir und wischt das für mich Unerträgliche sogleich mit einem fröhlichen Lachen weg, so als wolle sie verhindern, dass ich mich schlecht fühle, obwohl es doch ihr geschieht. Ich schaue auf die Uhr. Keine der Frauen, die sich im Laufhaus für die Arzttermine angemeldet haben, ist da. Sabine und ich ziehen los, um sie abzuholen. Es ist nach 21 Uhr, draußen auf den Straßen und in den Laufhäusern herrscht nun reger Betrieb, Gruppen von angetrunkenen Männern, die uns vom Bürgersteig drängen wollen, als sei das ihr Revier.  Die roten Lichter der Laufhäuser und Bars leuchten jetzt grell, an den Straßenecken drängen sich einige der Frauen, die sich eben mit Kondomen und einem Butterbrut versorgt haben. Wir holen die Frauen ab, die sich hastig etwas überstreifen und uns ins La Strada folgen. Die Frau mit den Zahnschmerzen kommt nach, ein Mann im Schlepptau, ihr Zuhälter. Es stellt sich raus, dass er die Zahnschmerzen hat. Sabine erklärt ihm, dass er draußen warten muss, Männer sind im La Strada verboten. Maria kommt die Treppe hinunter, sie strahlt über das ganze Gesicht. Sie ist nicht schwanger. Der Jubel ist groß. Ich denke an meine Freundinnen, die jede Schwangerschaft feiern wie einen Hauptgewinn, mit ihren sicheren Jobs, ihren schönen Wohnungen, ihren unversehrten Körpern und mir wird klar, dass alles, was sie von den Frauen im La Strada unterscheidet, Glück ist. Das Glück, an einem anderen Ort geboren worden zu sein, mit besseren Chancen auf ein besseres Leben. Jede von uns könnte eine der Frauen im La Strada sein, wenn es das Schicksal ein wenig schlechter mit uns gemeint hätte. Hier geht es nicht um Willensentscheidungen oder persönliche Leistung, sondern um die Zwänge einer rücksichtslosen Gesellschaft, in der eine Frau aus dem armen Ausland nicht mehr sein soll als eine Prostitutierte. Es liegt an uns, das zu beenden. Die mutigen Frauen aus dem La Strada kämpfen bereits darum. Jede Frau, die aus der Prostitution aussteigt, ist ein Sieg gegen ein unmenschliches System.

1 Kommentare

  1. Dieser Artikel macht Hoffnung. Das “La strada” ist ein Lichtblick. Trotzdem: Die Arbeitsplätze für ungelernte Frauen sind rar gesät. Auch für Alleinerziehende, oder ältere Frauen, welche den Anschluss an die Digitalisierung nicht mehr schaffen (wollen). Viele sind Putzfrauen geworden. Was für alternative Arbeitsmöglichkeiten gäbe es denn für diese
    Frauen? Und wie steht es mit der Aufenthaltserlaubnis, welche für Prostituierte leicht, für Altenpflegerinnen oder Haushalthilfen schwer zu erhalten ist. Das Eine bedient halt die sexuellen “Bedürfnisse” des Mannes, das Andere Bedürfnisse von Alten oder Frauen. Auch da unterscheidet der Gesetzgeber zugunsten von sog. männlichen “Bedürfnissen” oder gar “Anrecht”. Falls der Gesetzgeber wollte, könnte er nämlich Ausstiegshilfen anbieten, in Form von geregeltem Aufenthalt, verbunden mit der Ausbildung zu Altenpflegerin, z.B. Ja ich weiss, wieder weibliche “Care-Arbeit”. Aber es macht ja keinen Sinn, die Gegebenheiten völlig zu ignorieren und Forderungen zu stellen, welche zum vornherein zum Scheitern verurteilt sind. Viele Fabrikarbeiten wurden ja bereits vor Jahren ins billigere Ausland ausgelagert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.