Eine radikalfeministische Perspektive auf BDSM

By David Shankbone (Own work) [GFDL or CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Begriffsklärungen

B = Bondage
D = Domination, Dominance, Discipline
S = Sadism, Submission, Slave
M = Masochism, Master

Sadismus: Ein Mensch erlebt (oftmals sexuelle) Lust oder Befriedigung dadurch, andere Menschen zu demütigen, zu unterdrücken oder ihnen Schmerzen zuzufügen.

Masochismus: Ein Mensch erlebt (oftmals sexuelle) Lust oder Befriedigung dadurch, dass ihm Schmerzen zugefügt werden oder er gedemütigt wird.

Sexualität ist nicht einfach eine Privatangelegenheit

“Ich glaube nicht, dass Sexualität nichts mit dem übrigen Leben zu tun hat. Als marginalisierte Frau weiß ich, dass Dominanz und Unterordnung keine Schlafzimmer-Themen sind” – Audre Lorde

Das Mantra der „sex-positiven“ Sexualliberalen lautet, das alles was im privaten Schlafzimmer passiert Privatsache ist, egal ob der Konsum von Pornographie, der Kauf von „sexuellen Dienstleistungen“ oder das Praktizieren von BDSM. Sexualität wird in die Privatsphäre des Individuums verschoben und damit als indiskutabel gekennzeichnet. Behauptet wird, es sei progressiv wenn Individuen gesunde Sexualität selbst und individuell definieren.

Nun geht es bei einer strukturellen Analyse jedoch NICHT darum, wie häufig als Vorwurf erhoben, durch geschriebene oder ungeschriebene Gesetze das Sexualleben von Individuen zu regulieren.  Es geht zum Beispiel NICHT darum, Frauen vorzuwerfen, dass sie an BDSM partizipieren, sondern zu verstehen welche Rahmenbedingungen dazu führen, dass sie es tun. Es geht schlichtweg um eine Analyse der gesellschaftlichen Verhältnisse und biographischen Faktoren, die Sexualität konstruieren. Es geht um das Aufzeigen der gesellschaftlichen und individuellen Konsequenzen sowie um das Aufzeigen von Lösungsmöglichkeiten und der (begrenzten) Möglichkeiten sich Schritt für Schritt eine eigene Sexualität zu erarbeiten.

In meiner Nachbarschaft erlebe ich regelmäßig folgendes: Ein Mann, der unter der Woche als Anwalt seinem Job bei einer bekannten Versicherungsfirma nachgeht, läuft mit Glatze, SS-Uniform und Springerstiefeln mit weißen Schnürsenkeln durch die Gegend. Er möchte durch diese Provokation erreichen, dass ihm Menschen „aufs Maul“ hauen. Er bietet sogar regelmäßig Menschen Geld dafür an, dass sie ihn verprügeln. Wer auch immer auf diesen Deal eingeht muss jedoch – zu Recht – mit einer Anzeige wegen Körperverletzung rechnen, denn objektiv betrachtet ist es eben genau das.

Die Prostitutionsüberlebende Rebecca Mott berichtet auf ihrem Blog wie sie durch den sexuellen Missbrauch durch ihren Vater in der Kindheit darauf vorbereitet wurde in der Prostitution den schlimmstdenkbaren Praktiken zuzustimmen. Zum Beispiel wurde sie von Freiern regelmäßig einer Waterboarding-Behandlung unterzogen. Waterboarding gilt  als „weiße Folter“ und ist selbst in Bezug auf Einsatz im Krieg stark verpönt – so löste eine Aussage des neu gewählten US-Präsidenten Donald Trump es wieder einzuführen weltweit große Empörung aus.

Würde der Mann aus meinem Beispiel seinem Verlangen geschlagen zu werden in einem Bordell nachkommen, würde – Hokuspokus – aus der Körperverletzung eine konsensuale sexuelle Handlung. Genauso wie man mit prostituierten Frauen (oder anderen) durch die Verbannung des Sexuellen in den privaten Bereich unter dem Deckmantel des „Konsens“ alles machen kann – ohne gleichermaßen auf gesellschaftliche Empörung zu stoßen.

Die verstorbene Domina Ellen Templin wies in einem Interview darauf hin wie durch das Prostitutionsgesetz von 2001 die Nachfrage nach „Sklavias“ sprunghaft anstieg.

„…erstmal sollte man gar nicht glauben, dass es möglich ist Körperöffnungen zu kaufen, für finanzielles Geld zu erwerben, die Frauen fertig zu machen, vor allem in der SM-Prostitution, die passiven Frauen werden zum Teil gefoltert. Das kann man im Internet alles finden. Man braucht nur gucken unter SM Sklavia, dieses Kunstwort Sklavia, dann findet man alles was dort gemacht wird. Das sollen die Leute, die gerade zuhören und die das interessiert, dann bitte selber recherchieren, weil dann geht’s mir gleich noch beschissener, wenn ich das auch noch sagen müsste jetzt. […] Die werden geschlagen, die müssen Anüsse auslecken, ich sag das jetzt ein bisschen witzig, die müssen Arschlöcher auslecken von irgendwelchen Familienvätern, die müssen sich anscheißen und anpissen lassen, sie werden aufgehangen, die Brüste werden abgebunden. Es ist ein Wahnsinn.“

Nur weil etwas zur „konsensualen Sexualität“ erklärt wird, wird aus Gewalt nicht plötzlich Nicht-Gewalt. Gewalt ist objektiv definierbar, auch wenn manche das offenbar gerne zur subjektiv dehnbaren Angelegenheit erklären würden – und ein persönliches und/oder kollektives Interesse daran haben.

Zur Erinnerung: (Radikal)Feministinnen haben nicht umsonst den Slogan „Das Private ist politisch“ geprägt. Häusliche Gewalt wurde viel zu lange als „Privatangelegenheit“ betrachtet, so wurde Vergewaltigung in der Ehe in Deutschland erst 1997 zum Straftatbestand erhoben.

Die Wahrheit ist: Das private Verhalten von frauenverachtenden Männern ist keine „private Fantasie“, sondern eine gesellschaftliche Realität, die uns alle zu interessieren hat. Millionen von durch häusliche und sexuelle Gewalt traumatisierte Frauen zeigen ein Muster auf – ihre Schicksale und Überlebensstrategien mögen im Detail unterschiedlich sein, das gesellschaftliche, patriarchale Muster jedoch kann nicht individualisiert werden. Das sind keine „privaten Fantasien“ – denn sie manifestieren sich in realer Gewalt gegen Frauen, und dies völlig unabhängig davon wie „freiwillig“ und „konsensual“ Frauen an dieser partizipieren.

Nur weil etwas mit Sex zu tun hat, bedeutet das also nicht, dass es frei von Kritik bleiben muss. Das „Shaming“-Argument wird verwendet mit der Absicht KritikerInnen mundtot zu machen und es wird behauptet dies könnte schädlich sein. In Wahrheit dient es aber dazu tatsächliche Verletzungen und Gewalt an Frauen unsichtbar zu machen.

Sozialisation  in der pornofizierten Gesellschaft (Porn Culture)

“Der kulturelle Frauenhass f*ckt unser ALLER Gehirne, so dass wir als Frauen gar keine Vorstellung davon haben, wie unsere Begierden in einer Gesellschaft aussähen, in der Frau und Mann gleich sind” – Women on a Journey

Egal ob wir KonsumentInnen sind oder nicht: Pornographische Bilder haben sich in unserer sexualisierten Kultur in unser aller Psyche eingebrannt. Wir kommen an diesen nicht vorbei. Diese Bilder und der gesellschaftliche Diskurs über Sexualität lehren uns von klein auf was sexuell antörnend und was als „normal“ und akzeptabel gilt. (Nicht nur) in diesem Sinne ist Sexualität immer kulturell konstruiert.

Weibliche Sexualität gründet auf männlichen Fantasien über Frauen. Alles was wir als Frauen tun und fühlen ist geprägt durch patriarchale Macht- und Kräfteverhältnisse, die wir alle, manche mehr und manche weniger, internalisiert haben und nicht auf den ersten Blick erkennen. Bourdieu nennt dies den „weiblichen Habitus“, der ein Produkt der „männlichen Herrschaft“ ist: Wir werden unbewusst zu dem als das andere uns behandeln.

Frauen wird u.a. durch die Pornographie und die gesellschaftlichen Reaktionen auf Gewalt gegen sie tagtäglich deutlich gemacht, dass sie es verdienen verletzt, benutzt und Gewalt ausgesetzt zu werden.  Dies alles findet statt in einer von Geschlechterungleichheit geprägten Gesellschaft. Diese Ungleichheit wird fetischisiert.

Häufig wird argumentiert, dass jegliche unserer sexuellen Neigungen angeboren sind und ein unveränderbarer Teil unserer Persönlichkeit, sprich in diesem Kontext, dass sado-/masochistische Neigungen schlicht eine gegebene psychologische Determinante unserer Persönlichkeit sind.

Dem ist aber nicht so: Sexualität wird gesellschaftlich konstruiert und unsere eigene Sexualität maßgeblich in den gegebenen gesellschaftlichen und individuellen Machtverhältnissen von anderen konstruiert – nach den Interessen derjenigen die in der Machthierarchie oben stehen.

Es ist nachweisbar wie die verschiedenen Wellen in der Pornographie (Oralsex, Analsex, BDSM, …) sich in der Prostitutions-Nachfrage niedergschlagen haben. Und natürlich gilt das gleichermaßen für den Bereich der privaten, nicht-kommerziellen Sexualität.

Dee Graham (Loving to Survive) bezeichnet die so in Gang gesetzten Mechanismen als „gesellschaftliches Stockholm Syndrom“: Da Frauen als Gruppe keine Chance haben Männern zu entkommen, finden wir Wege um mit diesem gewalttätigen und destruktiven Verhalten klar zu kommen. Wir erotisieren es und internalisieren ein Verlangen danach. Dies wird auch als „double bind“ bezeichnet „Du willst mir weh tun? F*ck dich; du wirst mir niemals so weh tun können wie ich mich selbst verletzten möchte“. Männlich-dominierten Sex zu „wählen“ gibt Frauen so ein Gefühl von (limitierter) Macht.

Darüber hinaus ist es sehr häufig kennzeichnend für sexuelle Gewaltverhältnisse, dass Gewalt nicht als solche erkannt wird: Beim Stockholm Syndrom oder dem Trauma Bonding handelt es sich um weit verbreitete, unbewusste, Überlebensstrategien. Betroffene entwickeln eine positive Lesart der Misshandlungen. Wenn wir zum Beispiel davon ausgehen, dass der Kreislauf der Gewalt in häuslichen Gewaltbeziehungen dadurch aufrecht erhalten wird, dass der Täter das Opfer zwischen den Gewaltausbrüchen mit Zuneigung und Trost „belohnt“, dann entspricht dies von der Systematik her genau der „Aftercare“ Praktik im BDSM.

Das einzige was also die herkömmliche Gewaltbeziehung von der BDSM-Geschichte unterscheidet ist die Zustimmung der misshandelten Person zu dem Geschehen. Wie praktisch.

Das Problem von Individualisierung und Identitätspolitik

“Die Tatsache, dass Millionen von Menschen einer Irreführung unterliegen, macht sie nicht gescheit” – Erich Fromm

Menschen mögen Dinge. Menschen verteidigen Dinge, die sie gut finden und tun. Menschen wollen nicht, dass ihnen jemand in ihr Privatleben reinquatscht. Das ist nur allzu natürlich und verständlich. Aber nur weil man etwas mag heißt dies nicht, dass es kein Recht auf Kritik gibt. Nur weil man etwas gut findet, heißt das nicht, dass etwas tatsächlich gut ist.

Die kanadische Radikalfeministin Meghan Murphy verwendet das Beispiel der Schönheitsindustrie: Sie mag es sich zu schminken und fühlt sich dennoch nicht persönlich angegriffen wenn Menschen die Schönheitsindustrie kritisieren oder die Art und Weise wie wir dazu sozialisiert werden Make-Up und Lippenstift gut zu finden. Das ist der Unterschied zwischen Mikro- und Makroebene: Unterdrückende kulturelle Praktiken zu benennen und zu kritisieren bedeutet nicht zu sagen, dass alle die daran partizipieren schreckliche Menschen sind.

Zum anderen macht die Behauptung man dürfe sexuelle Präferenzen und Neigungen nicht beurteilen keinen Sinn. Denn kaum jemand käme – jenseits entsprechender Lobbys – ernsthaft auf die Idee sexuelle Präferenzen für „Sex mit Kindern“ oder – deutlich als solche erkannte – Vergewaltigung und Mord für akzeptabel zu erklären.

Hieraus ergibt sich auch, dass es selbstredend weder die ausschließliche Angelegenheit eines Individuums oder einer Community ist und alle nicht Partizipierenden einfach aus der Debatte ausgeschlossen werden können.  Gesellschaftliche Phänomene sind eine gesellschaftliche Angelegenheit und betreffen alle, das lässt sich kaum leugnen.

Die Ausnahme bestätigt die Regel

„Das Streben nach Geschlechtergleichheit mit Männern ist das Streben danach reich zu sein statt arm, die Vergewaltigerin statt der Vergewaltigten, die Mörderin statt der Ermordeten“ – Andrea Dworkin

Ja, nicht alle „Submissives“ sind Frauen und Unterordnung oder Masochismus sind nicht essentialistische Bestandteile weiblicher Sexualität. Der mantrahaft vorgetragene Verweis auf die Tatsache jedoch, dass es auch Dom-Frauen gibt, ist letztendlich irrelevant. Gewalt zurückzugeben schafft noch keine gleichen Bedingungen:  Wir lösen das Rassismus-Problem nicht indem wir z.B. genauso viele Menschen der Herkunftsgesellschaft diskriminieren wie Menschen aus ethnischen Minderheiten. Gleiche Bedingungen können nur geschaffen werden, indem wir Unterdrückung beseitigen und tatsächliche gesellschaftliche Veränderungen herbeiführen.

Feminismus hat nicht das Ziel Machtverhältnisse umzudrehen, sondern Machtunterschiede und Gewalt in sexuelle Beziehungen zu beseitigen. Einzelne Frauen die Männer misshandeln ändern nichts am Geschlechterverhältnis allgemein und sie führen auch nicht dazu, dass es weniger männliche Gewalt gegen Frauen gibt.

Auch ist spielerisch die Macht-Rollen zu wechseln („switch“) nicht das gleiche wie eine geschlechteregalitäre Beziehung: Wenn ein Mann eine Frau vergewaltigt und sie ihn zum Ausgleich ebenfalls vergewaltigen würde, dann macht das die Vergewaltigung an ihr nicht wieder gut. So etwas als Gleichheit zu verkaufen wäre absurd.

BDSM beruht auf Machtungleichheiten und dies wird nicht aufgehoben dadurch, dass Menschen sich in anderen Lebenssituationen anders verhalten.

Die liberale Lesart nach der Gleichheit dann hergestellt ist wenn jeglichem Verhalten die gleiche gesellschaftliche Akzeptanz zukommt hat nichts mit der radikalfeministischen Vorstellung von Gleichheit zu tun, bei der es darum geht Menschen (i.d.R. Männer) davon abzubringen Macht über andere Menschen (i.d.R. Frauen) auszuüben.

BDSM ist nicht „subversiv“

„Traditionelle Formen der männlich-überlegenen Sexualität basieren auf Dominanz und Unterwerfung und die Ausbeutung und Objektifizierung einer versklavten Klasse von Frauen werden jeweils als erregende und „transgressive“ Politik gefeiert“ – Sheila Jeffreys

BDSM-Praktizierende sehen sich häufig als unterdrückte Gruppe und verorten „vanilla privilege“ bei jenen, die BDSM nicht praktizieren. Behauptet wird häufig, dass BDSM  Sexualität verkörpere, die Grenzen der Norm überschreiten und gegen Tabus verstoßen würde. Allerdings: Welche Norm soll das sein, gegen die BDSM verstößt?

BDSM erotisiert ungleiche Machtverhältnisse, Dominanz, Schmerz und Misshandlung. Damit verkörpert es patriarchale Normen. Die Botschaft von Patriarchat und BDSM ist jeweils: Gewalt an Frauen ist sexy, Frauen zu unterjochen geht klar. BDSM ist nicht das Teilen von Gewalt, sondern deren Wiederholungsspiel. Die einzigen Normen die dabei in Frage gestellt werden sind die gegen Folter und Misshandlung. Es klingt nicht wirklich logisch, dass dies ein feministisches Anliegen sein sollte.

Außerdem ist BDSM inzwischen ein völlig akzeptierter Teil der Populärkultur, nicht erst seit „50 Shades of Grey“. Wenn große Tageszeitungen völlig unaufgeregt darüber berichten („So wild geht es in deutschen Schlafzimmern zu“), dass BDSM-Utensilien einen immer größeren Anteil des Umsatzes von Sexshops ausmachen, BDSM-positive Sendungen zur Prime Time über unsere Bildschirme flimmern und Prominente unumwunden öffentlich zugeben BDSM zu praktizieren, kann nicht wirklich davon gesprochen werden, dass Menschen die darin partizipieren eine marginalisierte und diskriminierte Minderheit darstellen.

Safe, sane, consensual?

“Dieser Tage halten feministische Konferenzen zwei verschiedene Workshops in zwei verschiedenen Teilen des Gebäudes ab, der eine über weibliche “Lust”, der andere über das Überleben sexueller Gewalt – als könnte man diese Phänomene in zwei verschiedene Schubladen stecken” – Sheila Jeffreys

Genauso wie im Liberalfeminismus Wert auf die Trennung zwischen „Sexarbeit“ und Zwangsprostitution gelegt wird, wird gegenüber Betroffenen, die ihre eigenen BDSM Erfahrungen in die kritische Diskussion einbringen eingewandt, dabei handele es sich ja nicht um BDSM – genauso wie aus der BDSM-Community eingewandt wird bei „50 Shades of Grey“ handele es sich nicht um BDSM.

Das Beispiel von Maggie Mayhem zeigt sehr deutlich wie sexuelle Gewalt im BDSM von der Community immer wieder als „Fehlkommunikation“ bagatellisiert wurden:

„I got one response…which was people saying [things like] … I`m very sorry that you had a miscommunication during your scene that made it not very fun for you, but I don`t want to hear about it”.

“Mir wurde immer das gleiche erwidert … und zwar sagten die Leute [Sachen wie]… es tut mir sehr leid, dass du in deiner Szene eine Fehlkommunikation hattest, die dafür gesorgt hat, dass du keinen Spass dabei hattest, aber ich möchte nichts davon wissen.”

Für Mayhem ist dies nicht die Ausnahme, sondern als eindeutiges Muster erkennbar. In die gleiche Kerbe schlägt auch Kitty Stryker:

„I have yet to meet a female submissive who hasn`t had some sort of sexual assault happen to her […] When I start to think of the number of times I have been cajoled, pressured, or forced into sex that I did not want […] I can`t actually count them. […] I`ve been pressured [a lot of times] into a situation where saying “no” was either not respected or not an option.”

“Ich habe noch keine einzige female Sub getroffen, die noch keinen sexuellen Übergriff erlebt hat. […] Ich kann die Zahl der Male in denen ich zu etwas das ich nicht wollte überredet, gedrängt oder gezwungen wurde nicht zählen. […] Ich wurde [sehr häufig] in eine Situation gedrängt, in der “Nein” zu sagen entweder nicht respektiert oder keine Option war.”

Darüber hinaus: Die Seite FetLife.com ist eine der beliebtesten englischsprachigen Seiten der BDSM-Community. Diese besteht zu 99% aus Männern 40+, die Vergewaltigung, Pädophilie und Inzest fetischisieren. Dies lässt Rückschlüsse darüber zu was in dieser Community geschieht.

Grundsätzlich: Wir müssen verstehen lernen, dass man Sexualität und sexuelle Gewalt nicht getrennt voneinander diskutieren kann.

Warum das Konsens-Konzept uns schadet

“Die Verteidigung bei Sadomasochismus handele es sich um konsensuelles Verhalten macht ihn nicht feministisch. Frauen wurden dazu herangezüchtet unterwürfig zu sein, männliche Dominanz zu erwarten und sogar zu wollen. Aber Dominanz und Erniedrigung zu wollen, oder ihr zuzustimmen macht sie nicht weniger unterdrückerisch. Es zeigt lediglich wie tief und profund diese Unterdrückung ist” – Diana E.H. Russell

Das Konsens-Konzept verfolgt eigentlich eine gut Intention: Wir sollen selbst in der Lage sein zu artikulieren wo unsere Grenzen liegen. Das klingt emanzipativ und fortschrittlich, und ist auch grundsätzlich nicht verkehrt.

Das Problem dabei: Die Definition von Gewalt wird individualisiert und damit gewalttätige Handlungen legitimiert („Sie wollte es doch so“).

Diese Legitimierung lässt sich sprachlich nachvollziehen:

Aus Vergewaltigung wird Sex.

Aus Folter und Unterordnung wird sexuelle Befreiung und Spiel.

Aus Manipulationen werden Kopfspiele.

Aus Luftabdrücken werden Atemspiele.

Aus Misshandlungen werden  Szenen (Performanz).

Aus härteren und gewalttätigen Praktiken werden fortgeschrittene Praktiken, Praktiken für Profis.

Aus Prostitution wird Sexarbeit.

Aus Pornographie wird „free speech“.

 

Bei BDSM handelt es sich nicht um Fantasien, sondern echte Schmerzen, echte Verletzungen, echte Folter und Kontrolle und echte Dominanz eines anderen Menschen, da beißt die Maus keinen Faden ab.

Das Konsens-Prinzip geht davon aus, dass Individuen immer im Eigeninteresse handeln. Dem ist aber nicht so. Weder können wir die Folgen unseres Handelns immer voraussehen, noch sind wir frei von unbewussten Zwängen und Prägungen.

Durch das Konsens-Prinzip wird männliche sexuelle Aggression legitimiert und die Tendenzen zum Victim Blaming werden verstärkt. Damit gibt es auch keinerlei Möglichkeit mehr körperliche Integrität objektiv zu definieren.

Am Ende bleibt auch die Frage wo dann die Grenzen legitimer Gewalt denn liegen sollen. Bei konsensualem Mord, konsensualem Kannibalismus oder irgendwo vorher und wenn ja wo und wer bestimmt das dann eigentlich?

Viele Darstellungen von angeblich konsensuellen BDSM-Praktiken stellen anschaulich dar, wie die untergeordnete Person in eigentlich ungewollte Handlungen gegroomt und manipuliert wird. Dies hat nichts zu tun mit einem Respekt vor Grenzen, ganz in Gegenteil.

Bei Ethik dreht es sich nicht um Individuen, sondern darum wie unser Verhalten und unsere Handlungen unser Umfeld und die Gesellschaft beeinflussen. Das Vorliegen von individueller Zustimmung zu Handlungen hebt dieses Prinzip nicht auf, es macht es nicht zu einem ethischen Verhalten. Wenn wir Verhalten und Verhaltensstandards individualisieren reden wir nicht mehr über Ethik, sondern von Eigeninteresse und Egoismus.

Erotisierung von Gewalt

„Sadomasochismus ist die institutionalisierte Bejubelung von Dominanz/Unterordnungs-Beziehungen. Und er bereitet uns darauf vor Unterwerfung zu akzeptieren oder Dominanz zu erzwingen. Auch im Spiel wird, durch die Bejahung von Macht über die Machtlose als erotisch oder empowernd, der emotionale und soziale Rahmen gesetzt für die Fortführung dieser Beziehung, politisch, sozial und ökonomisch. Sadomasochismus füttert den Glauben daran, dass Dominanz unausweichlich und legitimer weise genießbar ist“  – Audre Lorde

Die gesellschaftliche Erotisierung von Gewalt gegen Frauen und von männlicher Gewalt ist eine reelle Gefahr für alle Frauen.  Die Realität im Patriarchat für uns alle lautet: Männer sind die dominante Gruppe, Frauen die untergeordnete Gruppe. Täglich werden Frauen Opfer männlicher Gewalt.

Die Erotisierung von Gewalt führt zu einer grundsätzlichen Akzeptanz von Gewalt gegen Frauen: Nicht mehr wird Gewalt gegen Frauen grundsätzlich abgelehnt, sondern nur unter bestimmten Umständen (wenn sie „nicht-konsensual“ ist).

Macht wird in unserer Gesellschaft sexualisiert. Dies führt zu einem Wandel der sexuellen Normen: Frauen zu verletzen und zu erniedrigen wird sexy. Es ist deshalb nicht verwunderlich wenn Frauen Vergewaltigungsfantasien entwickeln. Wenn sie diese in ihrer Sexualität ausleben sind sie dafür nicht zu verurteilen. Dies gilt jedoch nicht für Männer die ihre Vergewaltigungsfantasien an Frauen ausleben. Dies ist sehr wohl zu verurteilen. Wer davon erregt wird Gewalt an anderen zu verüben sollte darüber nachdenken wie er dem effektiv begegnen kann.

Nur weil ein weibliches Individuum darauf steht Gewalt zugefügt zu bekommen, heißt dies nicht, dass die Erotisierung männlicher Gewalt an Frauen und die männlich dominierte Kultur in der wir leben in keinem Zusammenhang stehen. Nur weil männliche Macht und Dominanz manchmal sexualisiert daher kommt sollen wir denken sie sei nicht von Misogynie geleitet? Absurd!

Gewalt ist keine subjektiv interpretierbare Angelegenheit, sondern liegt objektiv entweder vor oder nicht vor, unabhängig davon ob sie von den Beteiligten als solche wahrgenommen wird.

Nach Audre Lorde ist Sadomasochismus das Ausleben von Überlegenheit und dem Recht zur Dominanz. BDSM erotisiert nicht Konsens, sondern Schmerzen, Verletzungen, Schäden, Dominanz, Zwang und Kontrolle.

Wir müssen neu fokussieren

“Ich bin der Meinung, dass eine Welt nicht denkbar ist, in der Frauen frei sind und gleichzeitig eine Sexualität beschützen, die auf ihrer Unfreiheit beruht. Unsere sexuellen Leidenschaften müssen zu den Leidenschaften unserer politischen Vorstellung passen einet Welt ohne schädliche Hierarchien, inklusive jener, die auf Rasse und Klasse basieren. Nur eine Sexualität der Gleichheit […] macht eine Freiheit von Frauen denkbar” – Sheila Jeffreys

In der öffentlichen Debatte dreht sich die Debatte darum on Frauen submissiv sein dürfen und sich Schmerzen zufügen lassen dürfen. Darum geht es wie gesagt jedoch nicht. Die Frage um die es geht ist, warum Männer Frauen weh tun möchten. Wäre die Debatte ehrlich müssten die Befürworter den Fokus rumdrehen und stattdessen argumentieren „Aber Männer mögen es Frauen weh zu tun! Sie haben das Recht Frauen weh zu tun!“ Besonders feministisch klingt das dann nicht mehr.

Debatten um Sexualität drehen sich komischerweise IMMER um die „freie Wahl“ der Frau. Natürlich können Frauen (Menschen) sich immer für und gegen Dinge entscheiden und wir sollten diese Entscheidungen nicht zum Anlass nehmen sie ihnen vorzuwerfen.  Von radikalfeministischer Seite wird jedoch eine Art von Orgasmus-Politik kritisiert, nach der jeder Orgasmus, egal unter welchen Umständen, als BEFREIEND gilt.

Mit dem Mantra des „Konsens“ wird Frauen, die zunächst schädlichen Handlungen zugestimmt haben, die Möglichkeit genommen, diese Schäden zu thematisieren – denn sie haben diesen ja selbst zugestimmt. Durch das Konsens-Konzept wird darüber hinaus die ethische und politische Betrachtung einer Tat unmöglich gemacht, da keine objektiven Grundsätze mehr existieren für „richtig“ oder „falsch“ / „gut“ oder „schlecht“ – wir bringen die einer Gewalthandlung ausgesetzte Person (und zwar dann jede Person) damit in die Lage sich regelmäßig verteidigen zu müssen vor dem Vorwurf, dass sie vielleicht ihre Grenzen nicht deutlich genug gemacht hat. Objektive Sachverhalte werden dann munter subjektiv interpretiert. Wohin dies führt sehen wir an vielen Beispielen von Vergewaltigungsprozessen. Damit wird die emotionale, soziale und moralische Last der Beweisführung in Bezug auf missbräuchliches und ausbeuterisches Verhalten den jeweiligen Opfern auferlegt – zugunsten der Täter.

Wenn also ein Mann einer Frau im BDSM Kontext weh tut und diese hinterher traumatisiert ist und/oder merkt, dass dies ihr nicht gut getan hat, dann wird ihr der schwarze Peter zugeschoben, dass sie ihre Grenzen falsch definiert hat, nicht gut genug kommuniziert hat, das Safe Word nicht verwendet hat – und der Täter ist fein raus. Er hat nichts Falsches gemacht. Nicht seine Absichten spielen mehr eine Rolle, sondern Frauen werden für etwaige Traumatisierungen selbst verantwortlich gemacht (weil sie eben zugestimmt haben).

Aus dem Blickpunkt gerät so das Handeln der Männer sowie der konkrete Schaden den Frauen davontragen. Die Frage muss deshalb lauten ob es grundsätzlich akzeptabel ist, Frauen unter dem Deckmantel der Sexualität Schmerzen und Schäden zufügen, oder nicht.

Nochmal: Es geht also nicht darum zu beurteilen was Frauen als Angehörige der im Patriarchat untergeordneten Klasse tun, sondern vielmehr darum was Männer ihnen antun.

Radikalfeministinnen kämpfen für die kollektive Befreiung von Frauen, nicht für „choice“ und „agency“. Wichtigster Bestandteil der Analyse müssen die sozialen Normen  und Rahmenbedingungen bleiben, unter denen die Wahlentscheidungen von Frauen wie Männern getroffen werden. Sexuelle Befreiung bedeutet nicht die Freiheit zu haben zu tun was immer wir wollen, sondern es bedeutet die Freiheit zu haben unsere eigene Sexualität finden und rekonstruieren zu können.

Eine Debatte die sich um das Recht der Frau zur Unterordnung dreht bringt die unterdrückende Klasse (der Männer) zum Verschwinden. Radikalfeministinnen setzen sich dafür ein, dass Frauen ein Recht auf ein gewaltfreies Leben haben. Wir setzen uns ein für sichere, gesunde, auf Augenhöhe stattfinde Beziehungen und Sexualität, frei von Unterdrückung, Grausamkeiten, Erniedrigung und Misshandlungen, egal in welchem Kontext. Eine Gesellschaft, die Gewalt gegen Frauen erotisiert und glorifiziert ist diesem Ziel in keinster Weise zuträglich.

 

Quellen und Tipps zur Vertiefung

http://www.feministcurrent.com/2012/07/10/its-not-about-you-beyond-kink-shaming/

http://www.feminist-reprise.org/docs/lordesm.htm

http://www.ontheissuesmagazine.com/1996spring/s96orgasm.php

http://www.feminist-reprise.org/docs/hein.htm

https://antipornfeminists.wordpress.com/category/anti-bdsm/

 

29 Kommentare

  1. Wieder ein hervorragender Beitrag.
    Wenn ich mir meine Meinung als Mann erlauben darf: auch hier zeigt sich wieder, wie wichtig (Radikal)Feminismus für das männliche Geschlecht wäre. Es sind wohl nicht nur die Frauen, die ihre Sexualität neu entdecken können. Wobei vom Mann am Ende vielleicht nicht viel übrig bleibt, wenn sein ganzes Konstrukt plötzlich hinfällig ist (innerlich klatsche ich vor Freude bei jedem Frauenpaar, das ich in der Öffentlichkeit sehe).
    Wie auch immer. Viele Frauen wissen längst, dass Männer eigentlich irrelevant für ihr Leben und im Grunde nur noch störend sind. Ich kann das komplett nachvollziehen.

    Was ich als Ergänzung zum Artikel noch erwähnenswert finde: Ich lebe diese Fantasie nicht aus, weil ich da keinen sehr großen Zwang empfinde, aber ich finde zuweilen die Vorstellung erregend, eine Frau zu sein und sexuell dominiert zu werden. Das irritiert mich manchmal, da ich im Gegenzug dazu so überhaupt keine homosexuellen Neigungen empfinde und Weiblichkeit dagegen verehre und mich nach dieser sehne. In Beziehungen ist es auch eher so, dass sich Frauen (sexuell) wohl zuweilen mehr Dominanz von mir wünschen würden, doch ich kann das kaum bieten. Ich bleibe sexuell gerne weit vor der von mir empfundenen Grenze, da ich diese auch vom Gegenüber nicht übertreten bekommen möchte.

    Und irgendwie scheint das alles einen Zusammenhang zu haben. Wie kommt es dazu, dass diese Gesellschaft so einen Reiz an verletzenden Grenzerfahrungen verinnerlicht hat, die sich eben fast ausschließlich am weiblichen Geschlecht entladen möchte? Und das scheint die derzeitige „sexuelle Norm“ zu verfolgen, als wäre es der einzige Weg, noch sexuelle „Befriedigung“ zu erlangen. Wo kommt das nur her?

  2. Manu, ich wusste gar nicht, dass Du hinter den Störenfriedas steckst. 🙂

    Danke sehr. Hab den Artikel gelesen. Spricht mir sehr aus dem Herzen. Und hochinteressant noch dazu. Jetzt muss ich mir wohl das neue „The End of Patriarchy“ von Robert Jensen kaufen.

  3. Manu Schon

    Haha. Ganz ehrlich: Es ist mein allererster Nicht-Gastbeitrag bei den Störenfriedas – meinen Redaktionsaccount hab ich genau seit heute. Es kann also keine Rede sein von „dahinter stecken“ 😉
    Robert Jensen und Jackson Katz sind in jedem Fall immer eine Lektüre wert 🙂

  4. Ein hervorragender Beitrag! Ich quäl(t)e mich derweil schon solange als (Seilkünstlerin) diesen Inhalt gegenüber der soo progressiven radikalfeministischen (proPorn) oder einfach auch der hetero-bdsm Szene zu erklären!
    Danke!!!

  5. Manu Schon

    Lieben Dank für dein Feedback, Fabienne 🙂 Du meinst sicher liberalfeministisch in Bezug auf Pro Porn oder? Radikalfeministinnen sind doch gegen die Sexindustrie.

  6. Bri Lunzer-Rieder

    guter Text.
    Extrem wichtig, dass die allgemein HERRschende Verblödung bzgl. Sex, körperl. Lustgewinn, Moralismen etcetc.. wieder mal andiskutiert wird…unsere Meinung.
    Wir; auch (nicht nur !) BDSMler.
    In Kürze jetzt hier paar Grundsätze unserer persönl. Lebenserfahrung;

    -Moralische Bewertungen in der Sexualmoral ändern sich ständig in der Menschheitsgeschichte.

    -die heutige Grundannahme der Normalität einer AUSSCHLIESSLICH friedlichen Lebensweise ist schlicht; falsch.

    -Unser menschl. Gehirn kann tatsächlich für ALLES ein Für und/oder ein Wider finden. Und das so Gedachte dann auch `logisch begründen`.

    – Was wir im üblichen Diskurs als `friedliches Leben` in der so behaupteten Normalität (inklusive Sex) als quasi *richtigen Lebenszustand* konstruieren, ist NUR das von uns gewünschte Ideal des; Paradieses.
    Ohne Tod, Not, Gewalt, ohne jedwede Art von OPFER…

    Sorry. aber so funktioniert `das Leben`nicht.

    Unser persönlicher Denkansatz, seit Jahrzehnten auch real *so* gelebt, ist schlicht; mit unseren Gefühlen, quer – durch, möglichst lustbringend umzugehen. Beim BDSM spielerisch. Dem paradiesischen Lebenszustand insgesamt möglichst nahe kommen.
    Vorhandene Prägungen, auch Traumafolgen, ehrlich anzunehmen, aber sich nicht unreflektiert von was hineintreiben lassen.
    Wir alle (?) können auch das Sexleben ja SELBST gestalten. Umgestalten, wenn nötig, z. B. wenn irgendwelche Gelüste gesundheitsschädlich sind.

    LIEBE UND LUSTGEWINN PASSIERT *NICHT EINFACH SO*
    !!!
    Das hat Gründe.

    Die Realität ist insgesamt vielschichtiger.

    So KANN verantwortungsvoll gelebtes BDSM auch eine therapeutische Wirkung haben. Wenn`s sexuelle Tun reflektiert wird. Und *es* wirklich freie Individuen miteinander tun.
    Womit wir prompt widerum bei der allgemeinen Ungleichheit der Lebensrealitäten wären…

    Kurz; es gibt mMn erst dann eine einigermassen gute freie Sexualität, wenns glztg. echte GLEICHBERECHTIGUNG gibt.

    Ach ja, noch 1 kleines Prinzip unserer Funktionsweise als denkende Menscherln;
    * Grenzüberschreitungen sind geil*

    Tja. Also könnten wir Feministas uns ja mal neue, eigene, harmlosere moralische Grenzen für das allgemeine Zusammenleben ausdenken, oder ?
    Unserer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt…;-)

  7. Ihr haut ja in letzter Zeit einen Kracher nach dem anderen raus. Eure brillanten Analysen, Eure Zeit die ihr für Übersetzungen aufwendet, Eure Power- Beeindruckend.

  8. Bri Lunzer-Rieder

    Nachsatz;
    um im Hier & Jetzt mit einer anderen Person über längere Zeit eine befriedigende sexuelle Beziehung leben zu können, muss frau und man/n die jeweilige Lebenssituation (fast immer pro Mann gewichtet im PatriARSCHat) macht-mässig privat ausgleichen.
    Passiert das nicht, scheitert die Beziehung so gut wie immer (x-fache Beobachtungen)
    Möglichkeiten, das systemische Machtgefälle zw. Mann und Frau einigermassen auszugleichen, gibt es;
    Z. B. getrennte Konten. Geld wird aufgeteilt. Basta.
    Wenn ihm die Firma gehört, ist das Haus rechtlich ihr Eigentum. Etc…

    Die meisten Streitpunkte in Beziehungen sind (in der Reihenfolge);
    das Geld
    und die Kinder (Erziehung)

    Sex kommt erst `danach`. Wird dann oft als `Mittel zum Zweck`missbraucht. Somit dann mit der Zeit das Liebesleben zerstört.
    Egal, ob mit oder ohne speziellere Spielarten.

  9. Bri Lunzer-Rieder

    @ Patrick;

    meine Analyse dieses Faktums `nur Frauen(körper) als OBJEKT von…`
    ist einfach;

    wir alle, Frauen und Männer, haben zuerst eine(n) Frau(enkörper) als überlebensnotwendiges OBJEKT kennengelernt;
    die Mutter.

    Milchnahrung, Wärme, Schutz…

    Schätze, es ist wirklich so einfach. Im Grunde.
    als Lebensgrundlage gefühlsmässig in uns ALLEN * so* angelegt.

    Weiblicher Körper = Objekt.
    Wichtigster Besitz.
    Usw…

    Das weibl. Baby lernt später; hoppla, ich BIN ja selber sowas.
    Ein Bub aber lernt, uuups, ich muss mir sowas mal ANEIGNEN können !
    Dass Mann also auch selbst *so* sein will, ist nur normal 😉

  10. Manu Schon

    Danke für deine Kommentare. Dass BDSM eine therapeutische Wirkung habe wird von PsychotherapeutInnen in der Regel anders eingeschätzt. Subjektiv wird das wohl oft so empfunden, objektiv jedoch verhindert die ständige Re-Inszenierung eine Heilung, wobei sowieso strittig ist ob eine vollständige Heilung überhaupt möglich ist – ich glaube nicht. Aber hilfreich ist es eben auch nicht.
    Melissa Farley, die ich sehr schätze, geht hier in Punkt 9 auf diesen Aspekt ein: http://www.feministes-radicales.org/wp-content/uploads/2012/04/Melissa-Farley-Ten-Lies-About-Sadomasochism.pdf

  11. Bri Lunzer-Rieder

    @ Manu;

    Ja. Stimmt. STÄNDIGE Re-Inszenierungen OHNE REFLEKTIONEN DARÜBER, warum & woher & wohin etc..- sind tatsächlich nur Eines;
    den Status Quo *SO* fixierend.
    Sehen wir auch *SO*.

    Selbst haben wir, mein Mann und ich, es in 30 Jahren Beziehung *es* gutteils geschafft, uns immer mehr in Richtung `paradiesisches friedliches recht gemütliches Miteinander` hin zu entwickeln. Samt paar Widersprüchen 😉

    Meine/unsere Schädigungen sind real da. Muttu damit (über-)leben.
    Negieren ? Den Phantasys in Richtung Lustgewinn ausweichen ? So tun, als ob eh Alles ok wäre…nö, das is nix gut…!

    Auch Traumata drängen ja zur Auflösung, indem deren auslösende Situation KONTROLLIERT (und gemildert) nachgespielt werden kann.
    In diesem Sinne stimmt das mit dem (Eigen -) Therapieansatz u. U. sehr wohl. Wenns denn reflektiert wird.
    Das er-klärt mMn vmtl. auch die komische Massenwirkung von diesem fifty Shades of Grey Film usw… (den unsereins erst gar nicht anschaut)

    Es ist ja auch die Frauenunterdrückung & deren Zwangs-Sexualisierung ein MASSEN-HAFTES Faktum.
    Das nach einem Irgendwie-doch-noch-daraus-Lustgewinn-finden schreit…

    Oder das eigene Sex-Leben vor lauter -noch- unlösbarer Widersprüche insgesamt zu verweigern ?
    Wohl auch nix gut…oder ?

    Ein enger Angehöriger tat das vor Jahren. Mit inzw. leider real katastrophalen Folgen.

    Merke; der Kampf zwischen diversen körperlichen (Sex-)Gelüsten und irgendeiner *Moral* sollte bitte NIENIENIE auf Kosten der eigenen Lebenslust gehen !!! Und auf der Lern-Leiter zum Lebensglück ist zuunterst; folge Deinen inneren Phantasien (solange diese nicht zu zerstörerisch sind!). Da geht’s lang.
    Aber; bleib nicht auf dieser untersten Sprosse………… gehe weiter, lerne dazu; du lebst ja, ergo bist auch lernfähig.
    .

    Ihr lest, ich bin eher Dom.
    ggg
    (Stelle gerne selber irgendwelche Regeln auf…)

  12. Guten Tag.

    Ich, männlich, Anfang 40, bin seit meinem 13 Lebensjahr praktizierender SMer. Diese Sexualität habe ich mir nicht ausgesucht, diese Sexualität gab es als natürliche Grundausstattung zu meinem Körper dazu.
    Ich habe den obigen Artikel gelesen. Ich schreibe nicht was ich davon halte.
    Es wäre nur eine Meinung. Meine Meinung. Rein subjektiv.

    Vielmehr möchte ich einen FAKT einbringen, über den ihr Euch einmal Gedanken machen solltet.

    Man sollte eigentlich Glauben, daß der fortschreitende Feminismus die Frauen vom Joch des Patriarchats befreit hat und sie nun, von jeder sexuellen Unterdrückung gelöst, sich von polaren, machtverschiebenden Zwischenmenschlichkeiten abwenden.

    Das vollkommene Gegenteil ist jedoch der Fall.
    Fakt ist, daß das Praktizieren von BDSM, in den letzten 30 Jahren, rapide zugenommen hat.

    Mir persönlich rennen die Frauen die Türe ein, um sexuell benutzt, versklavt und verdroschen zu werden.
    Frauen im Alter von 18-60 Jahren bieten sich auch auf SM-Partys zur Benutzung an, ja lassen ich sogar an Fremde versteigern.

    Es ist vollkommen irre, was derzeit passiert. Die Frauen sind so von ihrem Drang danach getrieben, daß sie ihre Familien zerstören, um Unterwerfung erfahren zu können.
    Immer höre ich die gleichen Begründungen dieser Frauen: „Mein Mann kann das nicht, er ist ´zu lieb, er ist weichgespült. Ich will einen richtigen Mann, der mich dominiert. Ich habe diese Fantasien schon seit meiner frühesten Jugend.etc.“

    Soviel zum Fakt.

    Ich für meinen Teil denke, daß diese sexuellen Auswüchse die Folgen des Entpolarisierens der Geschlechter sind.
    Frauen und Sexualität brauchen Polarität, sie ist in ihnen natürlich verankert. Man kann sich darüber aufregen und sich dagegen auflehnen, dies ist aber genau so sinnlos, wie sich darüber aufzuregen, daß man nur 5 Finger an einer Hand hat.

    Viel wichtiger wäre es daher, dieses Sexualverhalten nicht zu leugen sondern ins feministische Frauenbild zu integrieren.
    Polarität zwischen Frauen und Männern ist wichtig. So wichtig, wie es einer Frau wichtig ist, daß ihr Mann größer als sie ist und sie zu ihm aufschauen kann. ….während sie ihm auf Augenhöhe begegnet.

    Je mehr ihr Männer entmannt, abwertet und die Polarität zerstört, um so mehr zerstört ihr Euch selbst.
    Die Sexualität geht kaputt, die Familien sterben, der Nachwuchs wird weniger und schlußendlich sterbt ihr aus.

    Papiert ihr das nicht und richtet ihr nicht Eure Ideologie darauf aus, so ist sie dem Untergang geweiht.
    Sie mag bestehen in der Matrix einer schützenden Gesellschaft, aber sie wird nicht dauerhaft bestehen vor der Natur.

    __________________________________________

    Mir selbst kann das alles Wurst sein.
    Ich habe für einen Mann den Himmel auf Erden.
    Die Frauen bezahlen ihre Lebenskosten für sich selbst, lösen ihre Probleme selbst und wollen keine Kinder mit mir, also fallen diese Kosten auch noch weg.
    Meine Sexualpartnerinnen sind zwischen 19-36 Jahre alt.
    Ich fliege 3 Mal im Jahr in den Urlaub, habe mehrere Renditeimmobilien, die Garagen voller Sportwagen, eine gute Altersvorsorge und kann, selbst mit gehobenem Lebensstil, mein Geld allein nicht ausgeben.

    In diesem Sinne danke ich der Gleichberechtigung und dem Feminismus.
    Und meinetwegen auch Euch, die ihr dafür so hart kämpft.

    Danke.

  13. Manu Schon

    Das ist die uralte Katharsis-Theorie, die als längst widerlegt gilt. Sowohl in der Prostitution als auch im BDSM-Bereich ist es so, dass die beroffene Person DENKT sie hat die Kontrolle, sie bestimmt die Regeln, etc. Das kann sich subjektiv gut anfühlen und auch als dem Heilungsprozess zuträglich. Farley und andere sind aber durch ihre eigene Praxiserfahrung der Meinung, dass dem objektiv gesehen nicht so ist, und man in dieser Mühle der Reinszenierung der erlebten Traumata drin bleibt. Ich bin keine Psychologin oder Psychotherapeutin, aber es macht Sinn und entspricht dem was ich von Prostitutionsüberlebenden immer wieder höre, dass erst nach ihrem Ausstieg aus der Prostitution klar wurde, dass es die Traumatisierung nicht „aufgelöst“ hat, sondern eher verfestigt hat.

  14. Manu Schon

    Danke für diese Bestätigung, dass bei vielen SMlern Frauenhass eine große Rolle spielt. Quod erat demonstrandum.

  15. Bri Lunzer-Rieder

    @ SM Mann;

    *lach*

    …einerseits… hm… echt jetzt ? soweit ist das Outing schon…?
    (bin schon länger raus aus diversen Szenen)

    Andererseits; jaja. Kennt unsereins auch. Von früher; genau diese immer-wieder-ERneut-wiederkäuende-Uraltsexualitäts-Modii…

    Jaja. Aber; sowas funkt wohl NUR im Rahmen des unsagbar dummen, herkömmlichen und -typisch !- nur so behaupteten `natürlichen`, da starr vom System SO vorgegebenen GESCHLECHTERROLLENKLISCHEES namens PatriARSCHat.
    .
    Vorhersage meinerseits; es funktioniert NOCH.
    Denn; es lebt sich so nur aus. Dieser PatriARSCHen-Status Quo. Sowas verlebt sich auch, im Lustgewinn.
    Der Status Quo verliert ja seinen Reiz mit der Zeit. Und dieselben `devoten´ Frauen suchen sich dann was Anderes… oder holen nur raus, für ihre Existenz, was noch geht.
    Was dann gerne beklagt wird; von den so verwendeten Männern…
    (Scheidungskriege & Abfindungen)
    Dass dieses lebens- und liebesfeindliche Konstrukt weltweit dominiert (sic !), macht die Sache insgesamt nicht besser. Im Gegenteil.
    Ein extrem starres Regelwerk;
    Hi der `Mann`; rundum dominant.
    Frau/man beachte da nur mal die angebl. Eigenschaften eines `typischen Mannes`; diese decken sich ja nahtlos mit denen von Dom`s.

    Da dann -andererseits- die `typische Frau`; möglichst pur submissiv. Devot im Verhalten. Rundum so gewünscht.
    Hier gilt dasselbe; `typisch weiblich` ist lt. diesem Klischeedenken Alles, was dem Verhalten im devoten Zustand entspricht.

    Betonung auf; ZUSTAND.
    Nicht; SEIN, nein, gemeint ist da; in jedem Lebensbereich !

    Ein Lebewesen, egal welches, dass sich ANDAUERND nur im devoten Verhaltensmodus bewegen würde, könnte in der echten Natur keine paar Wochen real überleben !
    Und; es gibt in dieser Natur bei Säugetieren kaum wehrhaftere Individuen als; Muttertiere.
    Soviel zum Thema * natürlich*

    Die allgemeine Verblödung im PatriARSCHat ist schlicht; dass dieses Ideologiekonstrukt, geschichtlich mit brutalster Gewalt (Hexenverfolgung !) durchgesetzt, ALLEN inzwischen glauben gemacht hat, dass dieser Sinnes-Schwachsinn quasi vorgegeben, und `natürlich`sei…und zwar immer.
    ***in allen Bereichen des Lebens.***

    Klauben wir mal die echte Reality bisserl auseinander; der reine Sexakt der Penetration braucht beim männlichen Individuum auch etwas Agressivität; diese wird per Hormone geliefert, gedanklich wird da bei Menschen oft unterstützt ( z. B. via Sado-Phantasien)
    aha.
    Ergo funkts beim P-Sexakt.
    Ok.
    Und ?
    Na und ?

    Versuch der Objektivierung via Tier-Vergleich;
    (sowas müssen wir Frauen uns auch immer wo bieten lasssen, gell…)

    Sexualverhalten kenne ich auch von Pferden; mein Hengst *ganselt sich auf*, wird quasi agressiver, um sich überhaupt -und unterleibt- zu *getrauen*, die Stute zu bespringen.
    Immerhin ist eine Penetration eine körperlich heftige Grenzüberschreitung, gemessen am Normalzustand.

    Die rossige Stute widerum wird VORHER (!) zu diesem Zeitpunkt -deto per Hormone gesteuert- körperlich so knieweich, dass sie den Akt erst zulässt…;-)

    Aber wehe, sie will nicht !

    Dann kann der Hengst hupfen und selber wollen wie er will; es nutzt nix. Und wenn der Pferdemacho ein dummer ist, und quasi vergewaltigen will; wird’s gefährlich… es gibt eine veritable Keilerei.
    Mit hoher Verletzungsgefahr für den Hengst.
    Kluge Hengste verhalten sich übrigens deutlich gefühlvoller.
    Geradezu zärtlich könnens sein.
    Umwerbend…
    Respektieren das Nein der Stute. Mein Hengst kann dann -aufgegeilt- sogar Selbstbefriedigung. Im Gestüt, wo er inzw. steht, (gibt da mehr Hengste) dachten die Leute zuerst `es tritt sie 1 Pferd`, als die das sahen…*ggg*

    In freier Selbstorganisation von Pferden miteinander gibt es übrigens keine absolute Dominanz des Hengstes. Die stärkere Führungsrolle hat die persönlichkeitsstärkste Stute. Wenn dieses Pferd zeigt; da gehen wir lang.
    Folgen IHR die anderen Pferde…
    Der Hengst kann mit.

    DAS ist; normal.

    Bei üblichen patriarschalen Bewertungen von Sexualverhalten bürste ich gerne mal bisserl quer, Deine Beschreibung von (angeblich massenhaften) Verhaltensweisen von Frauen heutzutage Dir gegenüber (so wahr…?) kann auch SO gesehen werden;
    Da gibt’s einen ( vmtl. echt dominanten & feschen ) Menschen`hengst`, der gut in einer grenzüberschreitenden & spannenden Spielart des Sex ist. Und `leicht zu haben` als Sexpartner ist er auch noch, da definitiv bisserl eitel. Und innert gewisser Kreise längst bekannt als `guter Sexhengst…`.
    Kurz, umgekehrt betrachtet wirst halt gerne verwendet als Sexgespiele…

    Dass so wem auch mehr Status zukommt, Geld usw…; wen wunderts ?
    Ist ja voll INNERHALB des patriarschalen Klischees, was da passiert…;-)
    Also schlicht nur 1 einfaches Ausleben innerhalb des Status Quo im System.

    Was ihr Männer uns Frauen tatsächlich immer noch voraus habt, ist u. A.; ihr organisierts Euch. Subito. Verbündets euch oft mit der Übereinkunft, was `Besseres` zu sein; auf Kosten der Frauen. Als Klasse.

    Ich habe dazu 1 Begriff; HODENKARTELLER.

    Das Ganze bringts aber nur eine Zeitlang; dann wird’s irgendwie faaad.
    (Und dann häufen sich diese Unfälle mit den Boliden, gaaanz zufällig…in solchen Kreisen…)
    Stimmts?
    !

    Wesentlich spannender sind diejenigen Mitmenschen, die wirklich was NEUES im sozialen Miteinander suchen. Probieren. Und dann finden.

    Insoferne kann ich hier jeder mitlesenden Frau nur den Tipp geben; schauts Euch mal die netten, freundlicheren, oft bisserl `weiblicheren´ Männer, diese Kumpeltypen, als potentielle Partner nochmal genauer an; diejenigen, die eben NICHT sooo den (angebl. Super-) Macho rauskehren (können)
    Und Anfangs auch nicht unbedingt den höheren gesellschaftl. Status besitzen; oft genau deswegen nicht !

  16. Bri Lunzer-Rieder

    @ Manu;

    Generalisieren würde ich da ablehnen.
    Kommt auf die Beteiligten im BDSM an !

    Und; innerhalb von Prostitution ist mMn per se nix `Freiwilliges` für den ureigensten körperl. Lustgewinn zu finden.
    ;-(

    Da wirst als `SexarbeiterIn` ja gekauft. Bist das auch. Nur dazu da, um wem anderen DESSEN Gelüste zu befriedigen… und das mit der eig. Haut, eig. Gefühlen.
    Ächz.
    Sowas zerstört mit der Zeit ja das Gefühlsleben.

    Übrigens auf beiden Seiten;
    Unverständlich, wie ein Mann das demütigende Gefühl wegstecken kann, dass die Sex-`Partnerin´ ja nur wegen seinem Geld mit ihm herumtut…usw…

    Es bleibt dabei; echte freie & gute lustvolle Sexualität ist gelebt nur als Gleichberechtigte möglich.

  17. Ich habe als devoter und masochistischer Mann nicht das Gefühl, dass die Analyse von Manu Schon ganz zutrifft. Oder zumindest nach einer Neudefinition der Begriffe. Ich wünsche mir auch eine den Bonobo-Gruppen vergleichbare Gesellschaft mit liebevollem casual sex, Polyamorie und allgemeiner Entspanntheit (so stelle ich mir das Matriarchat vor). Der evolutionäre Lebenskampf, der auch im westlichen neoliberalen Wirtschaftssystem seinen Ausdruck findet, führt sicher auch zu sexueller Lust an aktiver und passiver Aggression. Ich hadere oft mit meiner submissiven Veranlagung, die mir Beziehungen zu Vanilla-Frauen stark erschwert, weil mich liebevolle Erotik und schlichte Nacktheit einfach nicht erregen. Ich habe aber nicht die Hoffnung, dass unsere Gesellschaft zu meinen Lebzeiten (ich bin 50+) noch sanft wird und meine Sexualität aus diesem Grund weniger masochistisch und automasochistisch. Vielleicht eher, weil ich einmal einer Frau begegne, die mich erkennt und meine Seele heilt.

  18. Ehrlich gesagt, bin ich schockiert über diese pseudowissenschaftliche Abhandlung.
    Liebe Autorin… Sie scheinen keinerlei Ahnung zu haben, was BDSM tatsächlich ist, wie es umgesetzt wird und wie es sich anfühlt. Sicherlich gibt es in dieser Szene auch schwarze Schafe, aber ihre Ausführungen sind haarsträubend.
    Ich müsste hier eigentlich einen sehr sehr langen Text schreiben, um den ihrigen auseinanderzunehmen, aber dafür habe ich nicht die Zeit.
    Interessieren würde mich allerdings, wie Sie erklären, warum es so viele Männer gibt, die sich mit voller Hingabe einer Domina unterwerfen und warum es viel zu wenig Dominas gibt…
    Bedenken Sie das zusammen mit dem Text von SM_Mann und Sie kommen vielleicht auf die Antwort.

  19. Hi,
    danke für diesen Beitrag. Auch wenn ich an manchen Stellen die Auffassung nicht teile, fand ich ihn doch bereichernd. Mich hat der Text wirklich zum nachdenken gebracht und ich find es gut, dass es eben nicht darum geht andere Frauen dafür zu „shamen“, dass die BDSM praktizieren, sondern um die Motive der Menschen (insb. Männer), die sexuelle Befriedigung daraus ziehen andere Menschen (insb. Frauen) zu demütigen.
    Ich möchte aber gerade weil ich den Beitrag nicht ganz rund finde, zwei Sachen anmerken:

    1. In dem Beitrag heißt es: „Er bietet sogar regelmäßig Menschen Geld dafür an, dass sie ihn verprügeln. Wer auch immer auf diesen Deal eingeht muss jedoch – zu Recht – mit einer Anzeige wegen Körperverletzung rechnen, denn objektiv betrachtet ist es eben genau das.“

    Und an späterer Stelle: „Das einzige was also die herkömmliche Gewaltbeziehung von der BDSM-Geschichte unterscheidet ist die Zustimmung der misshandelten Person zu dem Geschehen. Wie praktisch.“

    Genau das stimmt aber nicht. Einvernehmliche Körperverletzung ist in Deutschland eben nicht strafbar. Wenn ich jemanden bitte mich zu schlagen, dann macht die andere Person sich nicht strafbar, weil ich in die Verletzung meiner körperlichen Unversehrtheit eingewillt habe. Dies auch unabhängig davon, ob es in einem sexuellen Kontext geschieht oder nicht. Natürlich gibt es da auch Grenzen. Die Grenzen legitimer Gewalt liegen nach deutschem Recht subjektiv dort, wo das Opfer nicht mehr freiwillig in die Behandlung einwilligt und objektiv bei lebensgefährlichen Behandlungen.

    2. Gewalt ist die Ausübung von Zwang und Zwang heißt, den Willen einer Person zu brechen. Wo kein Zwang besteht, kann auch nicht von Gewalt gesprochen werden. Aus diesem Grund ist Gewalt sehr wohl auch etwas subjektives, da es immer um den Willen des Opfers geht.
    Ich denke auch, dass es mitunter sehr schwierig sein kann zu bestimmen, wann jemand noch selbstbestimmt handelt und in welchen Fällen ein Handeln nur vermeintlich auf einem freien Wille gefußt ist und in Wirklichkeit aber auf Traumata, Manipulation oder gesellschaftlichen (oder anderem) Zwang zurückzuführen ist. Nur weil etwas oberflächlich betrachtet nicht nach Gewalt aussieht, heißt es nicht, dass es keine Gewalt ist. Daraus folgt aber nicht, dass Gewalt etwas objektives ist.

  20. Manu Schon

    Resa, als Antwort möchte ich dazu wiederum die bereits im Text zitierte Ellen Templin zitieren
    „. Und dann im aktiven Bereich, in dem ich bin, das heißt – klingt aber ganz totschick -„Domina“. Es ist natürlich: bei den dominanten Frauen, gibt’s keine einzige, die jemals gemacht hat, was sie wollte. Der passive Gast, der devote Gast, der Sklave, sagt der Domina, was sie zu tun und zu lassen hat: Wie sie sich zu schminken hat, was sie für ihn anziehen soll, ob Gummi, Leder oder Lack, je nachdem welchen Fetisch er bevorzugt und er wird ihr sagen, was sie tun darf und was nicht. Also selbst die Domina ist ja in einer dienenden Tätigkeit. In einer dienenden Rolle. Jede Prostituierte, oder jede Frau die für sexuelle Handlungen Geld nimmt, das ist ja nun mal der Bereich der Prostitution: Das ist eine dienende Tätigkeit. Und das ist das, was die Frauen von Anfang an lernen und am besten können. Und dann können sie natürlich im dominanten Bereich mal richtig die Sau rauslassen. Auch ich habe mich in meinen Anfängen erwischt, dass ich mehr gemacht habe, als abgesprochen war, weil das in mir schlummerte. Ich habe richtig… Da war schon wieder in den Startlöchern, etwas an den Mann zu geben.

    HvK: Also richtig die Aggressionen rauszulassen.

    ET: Genau. Weil man selber zu viel bekommen hat, muss man zu viel zurückgeben. Gibt natürlich auch Dominas in der Branche, die sagen, sie sind keine Prostituierte, weil sie keinen Geschlechtsverkehr machen. Das ist natürlich ne Schönrederei dieser ganzen Scheiße. Warum: Sie müssen andere sexuelle Handlungen machen. Und Prostitution besteht nicht nur aus Geschlechtsverkehr. Aber das brauchen die Frauen, um sich besser darzustellen, um sich von dem Rest der „popligen“ Prostituierten abzuheben. Und diese Hierarchie haben ja eigentlich erstmal nicht die Frauen erfunden, sondern die Gäste, sprich die Freier. Und manche schwachen Frauen in der Prostitution übernehmen diese Hierarchie sehr, sehr gerne, weil‘s ihnen ein bisschen gut tut.“

    http://abolition2014.blogspot.de/2014/05/interview-mit-einer-domina.html

  21. @SM_Mann
    ….und warum das so ist, dass Dir die Frauen die Bude einrennen- das ist in dem Artikel ja brilliant erklärt. Langsam entwickle ich die sadistische Phantasie diesen Artikel zwangslesen zu lassen.

  22. Manu Schon

    Liebe Rica,
    danke für dein Feedback und deine Anmerkungen.

    zu 1) gebe ich dir zum Teil Recht, allerdings kommt es darauf an und schwere Verletzungen sind davon ausgenommen (anders als im sexuellen Kontext)
    Als Beispiel: http://www.juraexamen.info/bgh-sittenwidrigkeit-der-korperverletzung-trotz-einwilligung-in-schlagerei/
    Aber du hast Recht, das müsste man konkretisieren

    zu 2) kommt es auf den Gewaltbegriff an. Auch das ist ein Versäumnis, dass ich das nicht getan habe. Als Anarchistin ist mein Gewaltbegriff ein weiter.
    Zwang ist wie du hier sehen kannst nach vielen Definitionen nicht erforderlich http://www.theoriewiki.org/index.php?title=Gewalt

    Ich hab im Moment ein paar Terminsachen zu erledigen, werde aber ggf. den Text nach dem 1. März nochmal dahingehend präzisieren. Danke dir!

  23. Dieses ganze BDSM ist eine typische Männererfindung, um die permanente Unterdrückung der Frauen zu manifestieren.

    Frauen sind einfach die bessere Hälfte der Menschheit. Sie ertragen mehr Schmerzen(auch Herzschmerz ;-)). Sie sind ausdauernder. Sie sind zu gleichzeitigen Mehrfachhandlungen befähigt. Sie können besser organisieren. Sie sind friedlicher. Sie sind Hüterinnen des Lebens. Sie haben den Getreideanbau und das Feuermachen erfunden. In alter Zeit leisteten sie durch Sammeln von Früchten die Hauptlast an der Nahrungsmittelversorgung. Ohne sie hätte es nicht einmal Tongefässe gegeben. Nicht viele Erfindungen wären möglich gewesen,wenn eine Frau sie ihrem Mann nicht untergeschoben hätte. Und vergessen wir nicht die wichtigste ihrer Aufgaben: Die Erziehung des Menschengeschlechts.

  24. bitte nicht ständig ALLES, was so unter `BDSM` projektiert wird, glztg auch auf die käufliche Sex-Szene zu projizieren .
    Das ist falsch und abwertend.

    Diese Diskussion ist zu wichtig. Realistische Analysen müssen grossteils erst er- bzw. SIEarbeitet werden… diese angebl. `sexuelle Befreiung` via 68er Bewegung hat ja -ausser der neuen Frauenbewegung- leider vorrangig EINES gebracht;
    *DIE VERHURISIERUNG DES SEX*
    Frei nach dem systemisch voll akzeptierten Motto;
    *Alles ist käuflich*
    (oder ?)
    Eine heutige `Domina` automatisch als Beispiel für `dominante Frau` zu sehen, kostet unsereins nur ein abschätziges Schmunzeln.
    So `zu tun als ob´ funktioniert nicht.
    Könnte jetzt viel tippen.
    Z. B. warum es so wenig ECHTE dominante Frauen gibt;
    Sehr einfach; unsereins wurde quasi `weggezüchtet`, über viele Jahrhunderte hindurch sozial diskriminiert, bis hin zur völligen Vernichtung…;-(
    (Hexenverfolgungen !)
    Und; trotz Frauenbewegung gibt es bislang kaum Bewusstseinsbildung in diesen für alle sehr wichtigen `Dingen`;
    Z. B. über die Tatsache, dass viele der EHER dominant veranlagten Mädchen in der Adoleszenz; verrückt (gemacht) werden….;-(
    Vice versa gilt dasselbe auch für die eher devot veranlagten jungen Männer .
    Schauts in die Psychiatrien, und später in die Berufe mit minderem sozialem Status, & auch innert echter höherer Gesellschaftsschichten; da tummelt sich unsereins gehäufter.
    Überall sonst wird eine Frau (wie auch ich) sozial rausgeradelt, wo`s nur geht…;-(
    Da im Verhalten `untragbar`.
    Und zwar wird genau das auch von den `lieben Geschlechtsgenossinnen`gemacht !!!!!!!
    Z. B. deswegen; da Männer als sexuelles Objekt empfunden werden, ist die verbale Interaktion auch öfter so, dass eben der Mann sich bald in der Objektrolle wiederfindet…was Männer selber oft nach dem ersten Schreck sogar als BEFREIEND empfinden. Da sitzt du dann ( z. B. im Lokal) und hältst Hof. Redest einfach. Auch mal bisserl sexistelnd, wenn nötig, mit dem kl. Unterschied, dass `mann` bei dir der …. ist…;-)
    Was passiert dann (sehr oft) ?
    Anwesende Frauen fühlen sich deto in Frage gestellt; weil du automatisch mit deinem `unüblichen Verhalten´ AUCH deren Klischeerolle konterkarierst….etcetc…
    Folge; DU bist ab jetzt beobachtet. Und wie. Der Partner, die Familie, Freundin; deto. Zu unüblich ist nur dieses EINE Faktum schon; im ganz normalen Gesprächskontext als Frau in der gemischten Runde die Umkehr der Machtzuschreibung via `witzigem Sexismus` zu können…….
    Versteht Ihr ?
    Ich habe solche Er- bzw Siefahrungen aus meinem Frauenleben längst beschrieben; in meinem Erstlingsbuch `Revolution im Kopf, das Basisgehaltkonzept`.
    1998 im Eigenverlag rausgebracht.
    Was passierte damals ?
    Sofortige ( ! ) heftigste ANGRIFFE gab es, auf mich persönlich. Sogar im organisierten Kontext ! ( Anzeige Frühjahr 99 in Wien wurde zurückgelegt…)
    Aber; es gab in der Intellektuellenszene z. B. keinerlei normale Reaktion darauf…;-(
    Keine Buchbesprechung irgendwo, keine Einladung mal zu einer kl. Lesung…einfach nur wieder; das übliche TOTSCHWEIGEN.
    Nicht mal wo 1 Verriss gab es. Nix. Nada.
    Nur wieder mal; soziale BESTRAFUNG gab es…

    Nein; ich als Person bin da kein `Einzelfall`.

    Heute, fast 20 Jahre später, zeigt sich mir auch in dieser Diskussion hier; brennende Thematik.

    Persönliche Frage in diese Disku-Runde;
    wie lange wollen * wir* noch zuwarten, hm ?

    bis die Hodenkarteller es endlich geschafft haben, künstliche Gebärmaschinen zu bauen ?
    Roboter-Sexgespielinnen, gesellschaftlich akzeptiert, uns als MenschInnen er-setzen könn(t)en ?
    Na ?

  25. Bri Lunzer-Rieder

    Anregungen;

    -Es geht u. A. um die Neu-Findung von MORAL.

    -die herkömmliche Definition von `normalem` bzw. `abnormalem` Lustgewinn bzw, `gesund`und `krank` ist schlicht; falsch…

    – bisher ist Alles an Gedankenkonstrukten, Regeln, Verbote, Sanktionen etcetc., was als Orientierung für Menschen gilt, männerdominiert. Vorrangig auch über `Religionen`. Weiss unsereins, aus leidvoller Er-fahrung..

    -wir (= feministisch orientierte) Frauen und Männer sind schlicht geschichtlich gefordert, eine bessere, lebensfreundlichere `MORAL` zu er- & SIEfinden ! Eine, die wirklich gut als praktikable ( ! ) geistig-mentale Grundlage für eine gleichberechtigtere (gesellschaftliche) Welt dienen kann…
    Fürs GANZE LEBEN.
    …..könnte jetzt wieder sehr viel tippen…;-)

    Nur 1 Gedanke noch zur Diskussion hier; das Negieren und Abwerten & gar Totschweigen, Ausgrenzen von Er-fahrungen, die in dem Gefühlsspektrum in uns ganz einfach DA sind, zu unserer NATUR gehören, bringt; absolut gar nichts.
    Zum Leben gehört z. b. Schmerz; von Geburt an. Dominant & Devot-sein sind z. B. schlicht Verhaltens-Anlagen, die im Leben selbst vorhanden sind. Mal stärker, mal modifizierter..

    mM; die herkömmliche Sexualmoral ist; FALSCH !

    mit Gruss in die Disku-Runde

  26. Ich versuche es mal aus lesbischer Sicht zu betrachten.

    Als SM’erin habe ich beide Varianten sowohl passiv als auch aktiv ausgelebt bzw. lebe die aktive noch heute. Für mich hat SM in erster Linie mit Vertrauen, Liebe und Respekt zu tun, gleichsam für beide Seiten.

    Da hat es absolut nichts von Unterdrückung oder Zwang im Sinne von Unfreiwilligkeit. Ein Stop ist ein Stop wird in der Regel auch sofort akzeptiert. Wer das nicht tut, macht sich zumindest in Deutschland strafbar und kann sich dann nicht mit dem vorhin schon angesprochenen Konsens herausreden. Gewiss lassen sich genügend Beispiele für schiefgegangene Sessions und daraus erfolgten Verletzungen und/oder Traumata finden und die sind auch durch nichts zu entschuldigen. Die sind schlicht ein Fall für die Gerichte.

    Daraus ein Beispiel ableiten zu wollen, dass SM mit verkappter Beziehungsgewalt oder latenter Lust an Gewalt generell zu tun hat, finde ich vorsichtig ausgedrückt, sehr schräg.

  27. @Manu Schon

    Ein hervorragender, unverzichtbarer Text, herzlichen Dank hierfür.

    Wenn einige (hier bspw. Bri Lunzer-Rieder, Vesta, Resa) von „Liebe, Vertrauen, Respekt“ im Zusammenhang mit BDSM (dessen Praktiken ja auch in Pornographie verbreitet sind) sprechen, legen sie damit offen, dass sie die Entstehungshintergründe, die gesellschaftlichen Zusammenhänge und Folgen, die mehr schlecht als recht verdeckte Manipulation und Indoktrination entweder nicht erkennen können oder wollen.

    Sie stellen nicht die Frage nach dem Warum – aus welchen Gründen ist wer (vermeintlich, vorgeblich) submissiv, devot und wer ist aus welchen Gründen „dominant“, sie möchten die ins Auge springenden Ursachen und Wirkmechanismen nicht sehen oder können sie – aus persönlichen Gründen, wie ich vermute – nicht als bestehend akzeptieren.

    Sie arbeiten sich ab an Kritik über das, das als „strafbar“ definiert ist oder werden kann und an einer vorgeblich kritisierten „Sexualmoral“ – um die es gar nicht geht – es geht um das Offenlegen nach wie vor massiv patriarchalischer Strukturen und darum, zu erkennen, dass und warum diese gerade auf der sexuellen Ebene und gerade auch im sogenannten privaten Bereich massiv wirksam sind – mit welchen (bekannten, sichtbaren, erleb-, erfahrbaren) negativen Folgen wiederum – für mehrheitlich Frauen.

    Und was Schmerz angeht:
    Ja, den gibt es im Leben – physischen, psychisch-emotionalen, aber kein Mensch, der nicht „masochistisch veranlagt“ ist (und im Text geht es u.a. gerade auch darum: woher solch eine „Disposition“, Neigung rührt, wodurch sie verursacht wird …), wird grundsätzlich gerne Schmerz erleben, erleiden – warum er bzw. sie es vorgeblich auf sexueller Ebene – in welcher Weise – dennoch tut, ist ebenfalls verständlich im Text erläutert.
    Schmerz dient zunächst einmal dazu, vor Gefahren, vor Beschädigungen zu schützen, als Warnsignal … und außerdem dazu, fähig zu Mitgefühl, zum Mitfühlen zu sein (denn wenn man Schmerzen – gleich ob psychische oder physische) anderer Menschen mitfühlt, sind es grundsätzlich nicht deren Schmerzen, die man fühlt (was auch gar nicht möglich ist/sein kann, denn ich bin nicht die/der Andere, ich habe nicht seinen Körper, seine Psyche etc.), sondern es sind stets „nur“ die erinnerten (!) eigenen Schmerzen, Schmerzerfahrungen, -zustände, -erlebnisse, die das Mitgefühl auf eben dieser Basis (siehe auch Spiegelneuronen und Empathie) überhaupt erst ermöglichen.

    Wer BDSM also dennoch biologistisch erklären, legitimieren will, drückt damit lediglich aus, dass er sich einen (pseudo-) wissenschaftlichen Anstrich geben zu meinen muss, um die im Text dargelegte Kritik (an BDSM) als „falsch“, unberechtigt irgendwie vermeintlich überführen zu können.

    Mir scheint, es sind dies doch zumeist Abwehrreflexe eben solcher Menschen, die BDSM praktizieren und die sich unangenehm vom Text von Manu Schon berührt fühlen und aus genau diesem Grund versuchen, ihre Neigung, ihre Präferenz, ihr Verhalten irgendwie doch rechtfertigen zu können.
    Sie verweigern dabei von Anfang an die ehrliche, selbstkritische Auseinandersetzung mit ihrem eigenen Verhalten und dessen (je persönlichen) Hintergründen. – Schade.

    Viele Grüße
    Sabeth

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