Feministische Strandlektüre: Frau Dr. E. liebt die Abendsonne

Buchcover: Frau Dr. E. liebt die Abendsonne

Juliane Beer: Frau Dr. E. liebt die Abendsonne, Marta Press Verlag, 2015

Frau Dr. E. ist eine Frau, wie es sie zu hunderttausenden gibt. Nicht mehr ganz jung, aber noch lange nicht alt, bestens gebildet, eine Ärztin, die mit ihrem Beruf verheiratet ist und in den Großstädten Deutschlands und den Metropolen der Welt arbeitet. Kinder hat sie nicht, einen Mann auch nicht und das macht sie prinzipiell schon suspekt. Will sie etwa keiner? Auf die Idee, dass Frau Dr. E. ihr Leben gut findet, wie es ist, kommt niemand. Es kommt sogar noch schlimmer: Eine “falsche” Ärztin treibt ihr Unwesen und führt zu allerlei Vermutungen und Misstrauen.

Autorin Juliane Beer ist mit “Frau Dr. E. liebt die Abendsonne” ein außergewöhnliches Buch gelungen, klug, leise und humorvoll, mit der Weisheit einer Frau geschrieben, die das Leben bereits kennt und trotzdem noch nicht genug von ihm hat. Frau Dr. E. taugt als Vorbild für alle Frauen jenseits der dreißig, die erfolgreich und unabhängig ihr Leben bestehen und denen man gerade deshalb unterstellt, dass mit ihnen “etwas nicht stimmt”. Der Buch erzählt von Frau Dr. E.s Alltag, von den großen und kleinen Familientragödien, der Enge kleinbürgerlichen Verhaltens, für das eine alleinstehende Frau schon eine Bedrohung ist und die vielfachen sozialen Mechanismen psychischer Krankheit. Absolute Leseempfehlung – wer noch nach einer feministischen Strandlektüre mit Unterhaltungsfaktor sucht, hat sie hier gefunden!

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