Frage der Woche: Welche feministische Lieblings-Literatur habt ihr?

Grafik mit einem Fragezeichen

Wie in unserem jüngsten Podcast angekündigt:

Diesmal interessieren uns eure feministischen Lieblingsbücher.

Welches Buch hat euch (am meisten) inspiriert, euren Weg und eure feministische Sozialisation (maßgeblich) beeinflusst?

Welche Literatur war ein echter Augenöffner?

Oder welches Buch hat euch Gänsehaut verschafft, euch mitunter zu Tränen (aus allerlei Gründen) gerührt, Aha-Momente erzeugt und/oder eure Art zu denken und zu analysieren verändert und/oder neu geordnet?

Warum ist genau dieses Buch euer Lieblingsbuch?

Wir freuen uns auf eure Zuschriften dazu.

In der nächsten Folge unseres Podcasts werden wir wieder einige der Zuschriften “herauspicken” und diese besprechen.

13 Kommentare

  1. Mit großem Gewinn habe ich Mutterwut – Muttermut von Rona Duwe gelesen, in dem sie patriarchatskritisch untersucht, wie und warum Mütter im Patriarchat systematisch kleingehalten werden und wie sie aufstehen und sich wehren können. https://mutterwut-muttermut.de/

  2. Ebba Witt-Brattström, “Kulturmannen/kulturkvinnan”. Gibts leider nur auf schwedisch. Zusammenfassung weiblicher Literaturgeschichte. Sehr schlau und sehr spiegelnd.

  3. Nur eins? Sorry, das geht nicht.

    Aber zuallererst: Mary Daly, Gyn/Ökologie
    Zum ersten Mal gelesen vor ca. 30 Jahren, geweint, geschäumt, völlig überwältigt von der Vielfalt der Misogynie in der Welt. Fasziniert von der Sprache Dalys, ihren Neuschöpfungen, ihrer Umdeutung und Rückbesinnung auf die wahren Inhalte der Worte.

    Gena Corea, MutterMaschine
    Aus den 90ern, aber leider hat sich die Aktualität nicht geändert. Eine Abhandlung der Reproduktionsmedizin und ein Augenöffner über den Un-Wert der Frau als Mutter.

    Das Gesamtwerk von Gerda Lerner, vieles von Germaine Greer….

    Und Hilde Schmölzer, Die Frau Das gekaufte Geschlecht- Ehe, Liebe und Prostitution im Patriarchat
    Sie fasst die Verstrickungen zwischen diesen Themen und die Allgegenwärtigkeit der Ware Frau in unserer Gesellschaft deutlich und schonungslos zusammen.

    Das soll jetzt reichen, soonst ufert es völlig aus. ; )

  4. Inga Reichardt

    Von Hilje Hänel: “Wer hat Angst vorm Feminismus?” Toll und umfassend recherchiert. Obwohl ich dachte, schon viele Ungerechtigkeiten zu kennen, ging mir doch noch das ein oder andere Licht auf, z.B. dass People of Color oder Trans, queere Menschen noch einiges andere an Unterdrückung erfahren. Und viel über das insbesondere, aber nicht nur, sexuelle Anspruchsdenken der Männer: Knallhart analysiert. Ich würde das sehr lesenswerte Buch wieder kaufen.

  5. “Über die Liebe zum Gras an der Autobahn” von Claudia von Werlhof war mein erstes Buch in diese Richtung, gefunden auf der inzwischen leider nicht mehr existenten Seite wolfsmutter.com
    Und darauffolgend “Als alle Menschen Schwestern waren” von Irene Fleiß, Band 1 und 2 – einfach nur großartig! Sehr empfehlenswert.
    Dünn, aber wunderschön “Dich liebt die Welt” von Dagmar Margotsdotter-Fricke
    Danke für Euren Einsatz!

  6. Ich habe bis Mitte Dreißig gesagt, ich wäre “feministisch angehaucht” bis ich Margarete Stokowski gelesen habe. Erst nach ihren beiden Büchern konnte ich von mir als Feministin sprechen.

  7. irgendeine Userin

    Wie weibliche Freiheit entsteht: Eine neue politische Praxis
    Darin wird die Utopie beschrieben, wie Frauen Frauenbegehren begehren. Sie sollen streiten und sich gegenseitig fördern.

    Die Töchter Egalias. Ein Roman über den Kampf der Geschlechter
    Weil Lachen und Schmunzeln im feministischen Leben dazu gehört. Leider ist die Position der Frauen wieder schlimmer geworden, so dass dieses Buch weh tut.

    WahnsinnsFrauen
    Allein wegen diesem Zitat in WahnsinnsFrauen 1992, S. 348: “Falls die nicht anpassungswillig, kämpferische Frau dem Schicksal der Pathologisierung entgeht, besteht die Gefahr, daß sie irgendwann mangels Bestätigung an sich selber irre wird – denn es tut der Psyche nicht gut, mit der Mehrzahl der Mitmenschen nicht übereinzustimmen, eine andere Wirklichkeitsauffassung zu haben (…).”
    (Deshalb mag ich diesen Blog, da Teile meiner Wirklichkeit gespiegelt wird.)

  8. Anna Hoheide

    Dankeschön schon einmal für eure Beiträge :-).

    @irgendeineUserin Das ist wirklich ein starkes Zitat, was wir gerne oben in unsere “Zitat des Monats”-Box aufnehmen möchten, sofern du einverstanden bist?

  9. irgendeine Userin

    @Anna
    Das Zitat kann gerne genommen werden. Den Text hat Luise F. Pusch verfasst. Es ist ihr Nachwort Die Frau ist nicht normal, denn sie ist kein Mann im Buch. Dieses Nachwort hat sie noch in einzelne Kapitel unterteilt. Das Zitat stammt aus dem Kapitel “Weitere Arten des weiblichen Wahnsinns. Wahnsinn durch Widerstand”.

    Korrekturwunsch:
    Bitte bei anpassungswillig ein e noch anfügen “anpassungswillige”.

  10. Augenöffnend fand ich vor allem Silvia federicis caliban und die Hexe sowie
    Den Sammelband schwarzer Feminismus von Natasha A. Kelly und ansonsten verschiedene Artikel von Menschen die aus dem queer und intersektionalem Kontext kommen.

  11. Franziska

    Ancillary Justice von Ann Leckie. Fantastische Science-Fiction einer Erstautorin, die damit als erste überhaupt die drei angesehensten Preise des Genres im gleichen Jahr gewonnen hat. Warum feministisch? Das Buch ist mit einer Selbstverständlichkeit im generischen Femininum geschrieben (soweit das im Englischen zutrifft) wie ich es noch nicht erlebt hatte. In einer seltenen Eleganz dargestellt, kennt die gesamte Kultur der Radch – im Unterschied zu anderen Kulturen im Buch – keine Geschlechterstereotypen in unserem Sinn. Dazu kommt die beeindruckende Auseinandersetzung mit Selbstbestimmung und Macht.

  12. Anna Hoheide

    @Franziska Wow, das klingt spannend! Muss ich mir besorgen :-).

  13. In meinem Bücherregal immer greifbar, um schnell was nachzulesen, Argumente zu vertiefen, Zitate rauszupicken:
    – Andrea Dworkin: Pornographie / Geschlechtsverkehr
    – Shulamith Firestone: Frauenbefreiung und sexuelle Revolution
    – Valerie Solanas: S.C.U.M. Manisfesto
    – Silvia Federici: Caliban und die Hexe
    – Mona Chollet: Hexen
    – Meyenburg/Mächler: Männerhaß. Ein Tabu wird gebrochen
    – Virginie Despentes: King Kong Theorie
    – M. Stokowski: Untenrum frei
    – Schaeffer-Hegel/Wartmann: Mythos Frau
    – Ursula Meyer: Einführung in die feministische Philosophie
    – Andrea Trumann: Feministische Theorie
    – Gerda Lerner: Die Entstehung des Patriarchats
    und es lohnt sich immer, in Bücher von Simone de Beauvoir, Susan Brownmiller und Marilyn French, die große Fleißarbeit geleistet hat, reinzulesen.
    Ein weiteres wichtiges Buch ist Klaus Theweleits “Männerphantasien”, das wieder neu aufgelegt wurde.
    Theweleit in einem Interview: “Eine der Erkenntnisse des Buches ist ja nicht […], dass Faschismus so ein Konglomerat von Ideen ist, die bestimmte Männer haben, sondern dass das Körperzustände sind: Leute mit Körperzuständen, die angsterfüllt sind – Angst ist auch immer Angst vor dem eigenen Inneren, die Angst vor dem Fremden, Angst vor dem Fremden in einem selber. Das projiziert man nach außen und versucht das Außen zu bekämpfen, weil man selber damit nicht klarkommt.”
    Es ist ein Buch zu den Wurzeln und der Bandbreite des Faschismus, zur Männerforschung, und deshalb ein wichtiges Buch für Feministinnen.

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