Freier sind Frauenhasser

Freier

by Juhu via Wikicommons, CC BY-SA 2.5

In der aktuellen Debatte um Prostitution geht es vor allem um die Frauen in der Prostitution. Sie sind es, die den Kampf um die Legalisierung der Prostituion kämpfen, Freier äußern sich wenn nur in der Anonymität des Internets. Doch das Geschäft mit der Prostitution würde es nicht geben, wenn es von Männerseite keine Nachfrage gäbe. Eigentlich also müsste sich die ganze Debatte sehr viel mehr um die Männer drehen, die zu Frauen gehen und sie kaufen. Wenn wir von 400.000 Prostituierten in Deutschland ausgehen (und diese Zahl stammt aus dem Jahr 2002, es besteht kein Zweifel daran, dass die Zahl der Prostituierten seither noch angestiegen ist), dann gehen pro Tag zwischen 1,5 und 2 Millionen Männer zu Prostituierten, also vermutlich war jeder zweite Mann schon einmal im Puff. Unsere Brüder, Ehemänner, Freunde und Kollegen. Studien zeigen, dass die Legalisierung der Prostitution und die Steigerung ihrer gesellschaftlichen Akzeptanz zu einem Anstieg von Prostituiertenbesuchen führen. Deutlich gesprochen: Wo Prostitution verfügbar und legal ist, wird sie auch bereitwillig genutzt.

freiersblick1

Screenshot von www.freiersblick.wordpress.com

Was den wenigsten dabei klar ist: Die Männer, die zu Prostituierten gehen, sind nicht Richard Gere aus “Pretty Woman”. Viele von ihnen betrachten die Frauen, die sie benutzen, mit unverhohlener Verachtung. Der Grund dafür ist, wie Julie Bindel bereits 2010 im Guardian feststellte, blanker Frauenhass. Ihr offenbarte einer der Freier, den sie nach den Gründen fragte, warum er zu Prostituierten geht, dass er auf keinen Fall wolle, dass es der Prostituierten Spaß mache. Dann fühle er sich um sein Geld betrogen. Auch ob die Frauen Zwangsprostituierte waren oder nicht, war den Männer eher gleichgültig. Wichtig war, ob die “Dienstleistung” stimmte. Julie Bindels Interviews waren Teil einer Studie mit rund 700 Freiern. Die Männer wurden auch danach befragt, was geschehen müsste, damit sie nicht länger zu Prostituierten gehen. Die Antwort war eindeutig: Wäre der Sexkauf illegal, hätten sie also mit Folgen für ihr Privatleben zu rechnen, würden viele davor zurückschrecken.

john39

Screenshot von http://invisible-men-canada.tumblr.com/

Männer gehen zu Prostituierten, weil sie sie benutzen können. Für sie sind diese Frauen nur Objekte, die sie nach Herzenslust für ihre Triebe hernehmen können. Die Foren, in denen sie sich austauschen, nennen sich “Hurentest” oder “AO-Forum”. Unverhohlen lassen die Männer da ihrem Frauenhass freien Lauf. Einige haben Fotos der Frauen, die sie besucht haben, als Profilbilder. Spermabeschmierte Gesichter, rot verfärbte, geschwollene Genitalien werden wie Trophäen gezeigte. Selbst bleiben die Männer natürlich unsichtbar. Sie unterhalten sich darüber, wo sie was für ihr Geld bekommen – eines der wichtigen Themen: Ob es auch AO – also ohne Gummi geht und in wie viele Löcher. Frauen, die Schmerzen haben oder ein missgelauntes Gesicht ziehen, werden schlecht bewertet, bevor man zu einer Frau geht, wird die Community gefragt, ob es Infos zu ihr und ihrem “Service” gibt. Rassismus und Frauenverachtung werden dort ungeniert geäußert – und zeigen, wie oft diese beiden Formen der Diskriminierung zusammenauftreten.
Da ist dann von der “Türkenhure” die Rede oder von der geilen “Thaimuschi” oder dem “Kohleeimer”, der “aufgepflockt” wurde.

freiersblick6

Screenshot von www.freiersblick.wordpress.com

Untersuchungen zeigen, dass es den “typischen” Freier nicht gibt. Männer, die zu Prostituierten gehen, finden sich in allen Altersstufen und Gesellschaftsschichten. Die meisten sind auf der Suche nach gut aussehenden Frauen, die möglichst alles anbieten und wenig kosten – Geiz ist geil auch in der Prostitution. In Deutschland ist es verpönt, kein Bio-Gemüse oder Fleisch zu kaufen, Klamotten, die in Asien gefertigt wurden oder Eier aus Käfighaltung. Bei der Prostitution aber ist es vollkommen egal, wie arm und ausgebeutet die Frauen sind, dass sie Sex schon für einen BigMac haben. Die Freier sehen es praktisch – wenig Geld für “brauchbare Leistungen”. Vielen ist es wichtig, dass sich die Frauen engagieren, sie küssen, sich mit ihnen unterhalten und charmant umgarnen. Offensichtlich erleben sie das im realen Leben freiwillig nicht, so dass sie sich das Gefühl, begehrt zu werden, kaufen müssen.

Melissa Farley hat eine interessante Studie zum Vergleich von Sexkäufern und Nichtsexkäufern gemacht. Dabei zeigte sich, dass Männer, die Prostituierte aufsuchen generell eher zu sexueller Gewalt neigen und weniger Mitgefühl mit Prostituierten haben. Die Männer also, die am meisten mit Prostitution zu tun haben, sehen die Frauen darin am wenigsten als Menschen. Oder anders: Sexkauf brutalisiert und verstärkt Frauenhass – ganz im Gegensatz zu der Behauptung, die Prostitution würde uns vor Vergewaltigungen bewahren. Freier wählen die Frauen nach Alter und ethnischer Zugehörigkeit aus (“heute gönne ich mir mal was Asiatisches”) und reisen gezielt in andere Länder, um dort Prostitution zu nutzen. Die Frauen sollen sich möglichst wenig äußern zu dem, was mit ihnen gemacht wird – sind sie zu engagiert, heißt es in den Foren, das sei alles nur gespielt – oder aber die Freude am Sex ist den Frauen nicht gegönnt. Sind sie missmutig oder gar traurig, ziehen die Freier ebenfalls über sie her. 41 Prozent der befragten Freier räumten ein, schon einmal Sex mit einer Zwangsprostituerten gehabt zu haben und in beiden Gruppen, den Freier und den Männern, die keinen Sex kaufen gehen 68 Prozent davon aus, dass die meisten Frauen in der Prostitution dazu gezwungen werden. Offensichtlich hält das, wie oben bereits erwähnt, die Sexkäufer nicht davon ab, diese Frauen zu missbrauchen.

freiersblick2

Screenshot von www.freiersblick.wordpress.com

Immer öfter werden die Frauen auch für private Pornovideos mitgenommen, gegen ein bisschen Extrageld finden sie sich dann auf Webseiten wie tubegalore. Die Frauen werden damit zu Pornodarstellerinnen, ihre Videos werden für immer im Netz herumgeistern. Einen Ausstieg gibt es nicht, kann es für sie unter diesen Umständen nicht geben. Die Freier tauschen sich darüber aus, ob und ab wann eine Frau zum Beispiel für Analverkehr bereit ist. Tipp der anderen: Schieb ihn einfach rein, ohne sie zu fragen. Oder: Zieh das Kondom ab, bevor du abspritzt. Es sind die Freier, die durch ihre Nachfrage die deutschen Dumpingpreise bestimmen, die durch die Nachfrage nach AO-Verkehr das Gesundheitsrisiko der Frauen erhöhen, es sind die Freier, die durch ihre Nachfrage nach käuflichem Sex dafür sorgen, dass Menschenhandel nach Deutschland ein einträglicheres Geschäft ist als Waffen und Drogen. Unverhohlen fragen die Männer, wo sie minderjährige Mädchen finden können – offen lesbar für jeden, der die Foren aufruft – Antworten mit konkreten Hinweisen bekommt er sofort. Den Hinweis, dass das, was er vor hat ein Verbrechen ist – und zwar nach einer ganzen Vielzahl von bereits geltenden Gesetzen nicht. Nur den Hinweis, sich vor einer Ansteckung zu schützen – dafür gibt es ein Freiergesundheitsforum. Was mit den Frauen ist, spielt keine Rolle. Im Gegenteil: Über ihre Körper werden abwertende Kommentare ausgetauscht, über zu kleine Brüste und schlaffe Popos. Auf der Suche nach einem “geilen Junkyfick” werden die Frauen direkt vor den Druckstuben aufgegabelt, ihre Bitte, ihnen etwas zu Essen zu kaufen, mit Lachen abgelehnt.

freiersblick6

Screenshot von www.freiersblick.wordpress.com

Freier sind Männer, die es für akzeptabel halten, Sex mit einem anderen Menschen zu praktizieren, der dabei keine Lust und sogar Schmerzen oder Ekel empfindet. Sie kaufen sich diesen Menschen. Deshalb ist die Argumentation, Prostituierte würden ja nur eine Dienstleistung und nicht sich selbst verkaufen, hinfällig. Die Freierseite sieht das ganz klar anders: Für 20, 40 oder 100 Euro gehört die entsprechende Frau ihnen. Die ehemalige dänische Prostituierte Tanja Rahm hat das in ihrem offenen Brief an die Sexkäufer sehr klar formuliert:

Wenn Du in regelmäßigen Abständen versucht hast, meine Grenzen zu überschreiten, indem Du mich geküsst oder Finger in mich gesteckt oder das Kondom ausgezogen hast – selbst wenn Du ganz genau wusstest, dass das nicht erlaubt war –, hast Du meine Fähigkeit getestet, mich zu wehren. Und Du hast es ausgenutzt, wenn ich nicht deutlich genug war oder viel zu nachsichtig. Das hast du auf eine kranke Weise ausgenutzt, wenn Du beim nächsten Mal ausprobiert hast, wie viel Macht Du hattest und wie weit Du meine Grenzen überschreiten konntest.

Wenn ich dann endlich Nein gesagt und Dir klargemacht hatte, dass Du nicht wiederkommen solltest, wenn Du meine Grenzen nicht akzeptierst hast, dann hast Du Deine Ehre wiederhergestellt, indem Du mich in meiner Rolle als Prostituierte erniedrigt hast. Du hast von oben herab mit mir gesprochen, warst drohend und grob.

freiersblick5

Screenshot von www.freiersblick.wordpress.com

Die Äußerungen der Freier zeigen, dass Prostitution eine Institution des Patriarchats ist, der Unterdrückung der Frau, die nur darauf abzielt, die Verfügbarkeit von Körpern für Männer sicher zu stellen. Da wir im Kapitalismus leben, ist sie natürlich nach kapitalistischen Gesetzen ausgerichtet: Geld und Dienstleistung und ganz nach dem Amazon-Prinzip darf die Bewertung hinterher nicht fehlen. Der betrogene Freier ist der, der nicht genug für sein Geld bekommen hat. Die Prostituierten selbst, ihre Lebensgeschichte, ihre Persönlichkeit kommen darin überhaupt nicht vor. Es wird nicht wahrgenommen, dass sie keine Ware, kein Produkt sind, das an den Mann gebracht wird, sondern Menschen mit einem Leben, mit Gefühlen und Wahrnehmungen. Sie reisen quer durch Deutschland, werden von Haus zu Haus weitergereicht, damit die Männer ständig ein neues Angebot an Frauen haben. Sie werden misshandelt, ihre Grenzen kontinuierlich überschritten – wenn das gelingt, wird es in den Foren sogar gefeiert – also Analverkehr ohne Erlaubnis oder Weitermachen trotz Wimmern oder “Nein”-Sagen. Der Mann, der es ihr weiter besorgt, ist der Held dieser Community. Ein Vergewaltiger, ein Frauenmisshandler, ganz legal. Weil es das Gesetz erlaubt. Der gleiche Mann geht dann hinaus und begegnet uns, den nicht prostituierten Frauen, mit all seinen Urteilen, mit seinem Siegeserlebnis im Kopf. Wundern wir uns dann, warum Vergewaltigung so gut wie straffrei ist und Sexismus und sexuelle Gewalt trotz allem Widerstand auf dem Vormarsch sind? Wie können wir annehmen, wir könnten in einer gleichberechtigten Gesellschaft leben, so lange Männer für 20 Euro legal diesen Interessen, in jeder Stadt, jeder Kleinstadt, ja jedem Dorf nachgehen können, auf Kosten der Frauen, die sie dort benutzen?

Freier interessieren sich nicht für die Ware, das Produkt Frau, das sie kaufen. Sie zahlen nicht in eine Gesundheitsversorgung ein, sie zahlen keine Vergünungssteuer, sie scheren sich noch nicht einmal um Kondome. Sie verteidigen die Prostitution noch nicht einmal offen, sondern schicken auch dafür wieder die Frauen in die Öffentlichkeit, die Bordellbesitzer, die an ihnen verdienen. Freier sind Kunden – so will man uns beibringen. Doch die Wahrheit ist: Freier sind Frauenhasser, Frauenmisshandler. Der einzige Weg, sie davon abzuhalten, ist, den Sexkauf zu verbieten. Für Freier sind Prostituierte keine Menschen, sondern Mittel ihrer Triebbefriedigung und diese Einstellung ist durch die Legalisierung der Prostitution salonfähig geworden. Wollen wir in einer Gesellschaft leben, in der Frauen konsequent entmenschlicht werden?

 

10 Kommentare

  1. Danke für diesen Artikel. Selbst bei Artikeln gegen Prostitution findet man kaum etwas gegen Freier. Als ob es Prostitution ohne die überhaupt gäbe. Mit gesundem Menschenverstand ist es schon unglaublich, dass Sex etwas käufliches sein kann, dass es sein kann, dass man Löcher von Menschen mieten kann. Es kann niemals um einen Orgasmus gehen, denn den kann man sich auch anderes besorgen. Es ist sexueller missbrauch. Ich finde Menschen die “Sex kaufen”, (bzw. dies angeben, denn das ist gar nicht möglich, als ob man die eigene innere Erregung oder Befriedung käuflich erwerben könnte,) pervers und/oder mental/emotional gestört. Und natürlich geht es in der Regel nicht um Sex.
    Freier begehen eine Straftat und sollten auch bestraft werden. Aber was die Bestrafung von sexuellem Missbrauch angeht, ist das in Deutschland scheinbar sowieso eine Bagatelle, wenn man die Dauer und vor allem Verjährung betrachtet.
    Manchmal frage ich mich, ob es dazu gekommen ist, dass Frauen in der Opferrolle rumhängen, oder ob es immer schon so war.
    Ich für meinen Teil werde niemals Prostitution als einen Beruf ansehen.
    Übrigens Hausfrau auch nicht. Ich kann keine Einsicht entwickeln, warum eine Frau, die Wäsche eines erwachsenen Mannes waschen sollte, statt dass er es selber macht. Es sei denn als Arbeitskraft in einer Reinigung, bei Lohn und Brot und Urlaub.
    Aber zurück zum Artikel 😉 :
    Den finde ich gut!

  2. @Ich:

    Laut neueren Forschungen/Theorien werden Frauen erst unterdrückt, seit dem es Agrikultur und Privatbesitz gibt also seit ca. 12000 Jahren, zu deiner Frage seit wann wir “in der Opferrolle rumhängen”.

  3. Ich bin selbst Prostituierte und finde diesen Artikel extrem einseitig und verletztend. Ich spreche mich vollumfassend gegen jede Zwangsprostitution aus, ebenfalls gegen jene die aus finanzieller oder anderer Not heraus geschieht.
    Ich habe Spaß daran, suche mir die Männer gezielt aus und empfinde Spannung dabei mich von Fremden für Sex bezahlen zu lassen. Ich komme nicht selten zum Höhepunkt, schon allein weil es mich kickt von sehr viel älteren Männern begehrt und angefasst zu werden. Trotzdem bin ich mir bewusst, dass es eine von vielen Rollen ist die ich liebend gern spiele. Ich identifiziere mich weder damit, noch tue ich es aus anderen im Artikel genannten Gründen. Ich finds geil, finds auch geil Geld dafür zu bekommen und fühle mich erst erniedrigt wenn jemand so pauschal gegen SexarbeiterInnen wettert. Soll mir damit mein freier Wille abgesprochen werden? Was soll das?
    Es ist so wichtig gegen jegliche Art von Unterdrückung – gerade in der Prostitution – vorzugehen, aber hier wird versucht einer Vielzahl von Frauen ihre freie Entscheidung zur Sexarbeit abzusprechen – und sie damit zu unmündigen Opfern zu degradieren.
    Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen und kann auch gern meine Erfahrungen berichten, die nicht immer aber sehr oft positiv waren.

  4. Im Moment frage ich mich leider dazu nur noch 2 Dinge:
    1.) Wie kommt ihr, bei 2 Millionen legalisierten Erpressungen / Bestechungen um an “Sex” zu kommen täglich (ohne Geld würden die Frauen das ja nicht machen …) – warum meint ihr das würde nur jeder zweite Deutsche regelmässig tun? Ich meine, diejenigen müssten ja dann gleich ca. 1,5-2 legalisierte Vergewaltigungen im Monat im Schnitt … mit sich selbst als Täter … mindestens … in Kauf nehmen …
    2) Da der Staat ja nicht eingreift: Denkt ihr, dass Frauen vielleicht irgendwann zu einer Art von Selbstverteidigung greifen sollten? Also sagen wir, z.B. In ihrem Bekannten- und Freundeskreis und in der Familie versuchen, Freier ausfindig zu machen – und sie dann z.B. überall outen, beschimpfen, ihnen genau einen Spiegel vor halten, was sie tun, sie immer wieder genauestens nachfühlen lassen, wie extrem schlecht sich unerwünschter … Pseudo-“Sex” anfühlen kann, sowas in der Art vielleicht..?

    Oder dass es am Ende doch bald wirklich gelingen wird, dass sich hier viel mehr Menschen politisch für das nordische Modell hier stark machen werden, als … Mindestens mal 20 Millionen Freier es regelmässig für das deutsche tun?

    Zumal diese Freier ja auch noch … pro Fick jede Menge Geld an die Sex-Industrie spenden …

    Man merkt, dass mich diese Sachverhalte von hier unglaublich wütend auf die Freier, unsern Staat und diese Männer-Bespassungs-Industrie machen und ich also wirklich null sinnvoll damit umzugehen weiß… Und Angst habe ich auch – um die Frauen, die das Tag für Tag mitmachen…
    Und auch, dass ich selbst mit meiner Meinung im Moment viel zu weit aus der Bahn schlage…

  5. https: // www. freiermagazin.com / freier-forum, ao-nutten.de…
    Aber auch mal z.B. Kauf-mich.com usw. …

    Ich möchte jeder Frau ans Herz legen dort regelmässig mitzulesen …

    Schließlich: Ihre Freunde, ihre Männer, ihre Väter,,, vergnügen sich auch regelmäßig auf diesen Seiten (sorry – aber davon muß man wirklich ausgehen, auch wenn man es sich kaum vorstellen kann – es MUSS ja so sein! Und auch registrieren, was für ein Traffic dort herrscht – das kenne ich bisher noch von keinem andern Forum im Internet…)

  6. Gabypsilon

    @Natalja:Du glaubst ernsthaft, dass eine gesamtgesellschaftliche Analyse in sich zusammenfällt, weil es einzelne Mädchen oder Frauen gibt, die sagen, dass sie gerne als Prostituierte arbeiten?
    Egal wie viel oder wenig ein Individuum ihre Tätigkeit mag, Prostitution bleibt das Gleiche: Der Sexkäufer kauft sich Zugang zum Körper eines anderen Menschen; er zahlt dafür, dass die prostituierte Person ihre eigene Sexualität auslöscht, er zahlt dafür, dass aus dem “Nein” ein “Ja” wird.

    Eine weitere Schwierigkeit ist es die Tatsache zu ignorieren, dass Frauen, die nicht mehr in der Prostitution arbeiten anders davon sprechen als wenn sie noch mittendrin sind – es handelt sich um eine Strategie um mit der Realität umzugehen.

    Aber auch wenn es jemand tatsächlich mag sich zu prostituieren, könnte sie vielleicht dennoch darauf verzichten – in Rücksicht auf die Mehrheit der Frauen die darunter leiden, im Rücksicht auf Frauen- und Menschenrechte und vielleicht auch im Hinblick auf den Kampf um Geschlechtergerechtigkeit.

    Weibliche Sexualität beschränkt sich nicht darin Männer zu befriedigen – auch wenn eine prostituierte Frau ihrem Sexkäufer das Glauben machen will (und muss). Guter Sex zu gleichen Bedingungen beruht auf wechselseitiger Lust, egal ob mit einem Fremden oder mit dem Partner, mit dem du seit 30 Jahren zusammenlebst.

    Prostitution, auf der anderen Seite, beschränkt sich auf den “Sex” den der Mann bestellt und für den er bezahlt – ganz egal wer sie ist oder was sie möchte oder nicht möchte.

    Genau das ist das Problem. Prostitution ist sexueller Missbrauch, meistens von Männern gegen Frauen. Als Feministin lehne ich dies entschieden ab.

    Ich kann hier übrigens nicht erkennen, dass jemand pauschal gegen prostituierte Menschen wettert.

  7. Alexander

    Ergänzung: Ein ähnliches Verhalten legen Männer bei kostenlosen Sextreffen an den Tag, wo Frauen aus verschiedenen Gründen (schlechter Sex in der Beziehung, Abenteuerlust, Suche nach Bestätigung, …) unverbindlichen Sex suchen. Die Männer finden es genial, nicht zahlen zu müssen, was deren Ego aufbaut und die Frau abwertet, da sie aus Sicht der Männer so geil und dumm ist. Die kostenlose Offerte hindert viele Männer nicht daran, ihre Frauenverachtung auszuleben. Da wird im Bett gecheckt was geht, da werden Gummis heimlich abgezogen und die Frau nicht selten erniedrigt. Nach Drehgenehmigung, Nacktfotos und Masturbationsvideos wird gefragt, oder auch heimlich ne Kamera aufgestellt, um die Videos als Trophäen in diversen Foren zu präsentieren. Die Frau wird als 0 cent-Hure gesehen und ggf. auch so behandelt, wie im Prostitutionsartikel dargestellt. Als ob das immer noch nicht reicht, werden Frauen unter Umständen mit Fotos und Videos erpresst und einige der im Vertrauen gemachten Fotos und Videos landen in den Foren und werden genau so kommentiert, wie das bei Prostituierten gang und gebe ist. Als besondere Trophäe wird der Personalausweis der Frau veröffentlicht, meistens mit abwertenden Kommentaren wie „Fickschlampe Gabi Schmidt aus …“ oder „Ehehure … aus …“, usw. Dieses Verhalten der Männer zeigt den Frauenhass, der heimlich und heimtückisch ausgelebt wird. Die Männer sehen die 0-Cent-Frau als 6er im Lotto und sie soll natürlich immer wieder so dumm sein und vorbeischauen. Eine Frau, die in einer festen Beziehung ist, hat wenig Möglichkeiten sich zu wehren. Die Geheimhaltung wäre nicht mehr gegeben, die Beziehung gefährdet und die Schmach kann so groß sein, dass eine derartig drangsalierte Frau sich umbringt. Diese Männer sind wie bei Prostituierten meist nicht daran interessiert, den Frauen zum Dank für die kostenlose Gelegenheit, wenigstens guten Sex und Respekt zu bieten. Je mehr Praktiken sie durchziehen können und je weniger Spaß für die Frau im Spiel ist, umso besser. Diese Männer sind ähnlich wie die Freier der Prostituierten gepolt, nur mit dem Unterschied, dass sie den kostenlosen Sex online mit ein paar Mails anbahnen müssen. Wenn die Frau keine weiteren Treffen mehr will, wird sie ggf. erpresst, der den Kumpels in der Community samt Kontaktdaten präsentiert, d.h. anderen 0cent-Freiern zum weiteren Gebrauch vermittelt. Dieses ganze Thema ist bisher unbeachtet, weil die Frauen notgedrungen schweigen und hoffen, dass eine neue eMail-Adresse und Handynummer den Spuk beendet. Eine Frau, die sich offenbart, wird nicht selten hören, dass sie selber schuld sei. Verständnis Fehlanzeige.

  8. Alexander: Du hast Recht, leider! Solche Geschichten passieren immer wieder und öfter als man denken würde. Es ist eine Zuhältermentalität. oft schicken diese frauenverachtenden Idioten auch noch ihre Freunde vorbei, welche die Frau bedrängen.
    Was sagt das eigentlich über die Männer aus?
    Was muss geschehen, damit aus solchen Männern wieder Menschen werden?
    Woher kommt diese Frauenverachtung?
    Wieso verachten sich solche Männer nicht selbst?
    Einfach für mich unfassbar!
    Als mann mit so einem Charakter würde ich mich selbst verachten, aber sicher nicht die Frauen die ich erniedrigt habe. Was ist da nur los? Sind die alle Plemplem? Haben die keine Mütter und Schwestern, denen sie nachher nicht mehr in die Augen schauen können? Sollten solche Typen nicht aus dem Verkehr gezogen und in einer Anstalt untergebracht werden, da sie totale Psycho- oder Soziopathen sind?

  9. Alexander

    Yvonne: Ich kann mal versuchen, die Ursachen für das Verhalten der Männer zu erklären, die Spaß an der Erniedrigung der Frau haben. Mögliche Ursache 1: Vielleicht haben sie in der Kindheit ihre Mutter als übermächtig und sich selbst als ohnmächtig empfunden? Das brennt sich ein und diese Männer sind ggf. ein Leben lang auf der Suche nach Kompensation.
    Mögliche Ursache 2: Vielleicht haben diese Männer im Leben von den Frauen nicht das bekommen, was sie wollten. Es hat einfach nicht funktioniert, vlt. wollten sie nicht in eine Beziehung investieren, sich nicht öffnen, sind Einzelgänger. “Wer ficken will muss nett sein!” hab ich gestern gelesen. Manche schaffen das vlt. nicht, sind nicht interessant als Mann, beruflich gescheitert, ggf. nicht gutaussehend und gehen letztendlich bei Frauen leer aus. Die Ablehnung schafft Ängste, noch mehr Isolation und ggf. Hass, der latent oder offensichtlich ausgelebt wird. Für diese Männer ist der eigene Trieb ein Problem: Sie spüren ihren Trieb, erinnern sich aber auch an das Desinteresse der Frauen. Was liegt näher, als die Frauen für dieses Problem verantwortlich zu machen? Den Fehler bei sich suchen wäre besser, aber schwer – wo der Blick zurück und der in den Spiegel ohnehin schon schmerzt. Der Gedanke ist vlt. “Ich will nicht mehr Opfer sein, also zeige ich der arroganten Gegenseite bzw. Frauenwelt, dass ich auf deren Zuneigung pfeife. Ich nehm mir was ich will und je weniger Spaß die Frau dabei hat, je mehr ich an Aggression und Ablehnung zurückgeben kann, umso besser!” Diese Männer sollten ne Therapie machen. Kleine Ergänzung: Auch Frauen leben ihren Männerhass aus. Wenn eine nymphomane Frau in einer Ehe gefangen ist, kommt es zu den gleichen Handlungen, d.h. sie achtet darauf, dass der Sex keinen Spaß hat und demütigt ihren Mann. Es gibt da draußen ne Menge kranker, toxischer Menschen und Frau/Mann sollte einfach nen Bogen drum machen. Ich glaube, die meisten ändern sich nicht, auch wenn man Liebe und Zeit investiert. Im Gegenteil: Diese instinktgesteuerten Menschen interpretieren das Wohlwollen, wenn sie eine Chance bekommen, rein als Schwäche und genießen den empfundenen Machtgewinn. Außerdem haben diese Menschen ja aktuell ein Spielzeug-Opfer-Versuchsobjekt = Warum etwas ändern? Wer sich daran versucht, diesen Menschen zu soziallisieren, bindungsfähig und zärtlich zu machen, wird meiner Meinung nach in geschätzt 95 Prozent der Fälle scheitern und läuft Gefahr, mit ein paar Narben aus dem Versuch vom Hof zu gehen.

  10. Alexander: Ich glaube nicht, dass dies so einfach zu erklären ist. Diese Männer wollen irgendwie andern Männern imponieren. Also wäre da auch abzuklären, WER ihnen dieses Männerbild vermittelt hat. Und: Wie ist der Vater mit der Mutter umgegangen.
    Ausserdem scheint Frauenhass und Gewalt an Frauen in allen Kulturen weit verbreitet. In Afrika und dem nahen Osten, aber auch Mexiko und Südamerika ist es ja noch schlimmer. Das hat andere Gründe, als “mächtige Mütter”. Auch ist dies eine endlose uralte Geschichte, welche seit Jahrhunderten ständig wieder neu eingespielt wird. Bereits in der Bibel……

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.