Gewalt in der Gynäkologie: Geburt und Dammschnitt

Schema Hysterektomie

By Hic et nunc (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons

Gewalt in der Gynäkologie war in den 70er-Jahren ein sehr großes feministisches Thema, allerdings wurde durch den Neoliberalismus das Thema langsam, aber zuverlässig beerdigt. Vor kurzem hat endlich eine Frau in den Vereinigten Staaten wegen einer Episiotomie gegen ihren Willen ihren Arzt anzeigen wollen. Hoffentlich setzt sich das durch, denn immerhin konnte sie Widerstand leisten gegen diese Verstümmelung.

Die Gewalt, die in der Gynäkologie ausgeübt wird, umfasst Gewalt durch gynäkologische Eingriffe und Untersuchungen. Frauen haben gelernt, mehr oder weniger, diese Gewalt zu akzeptieren oder diese Gewalt nicht mal als Gewalt wahrzunehmen. Gerade für traumatisierte Frauen ist diese Form der Gewalt ein nochmals sensibleres Thema, aber es betrifft alle Frauen, denn im Patriarchat ist die Medizin von Männern geprägt und bestimmt. Die Gynäkologie ist keine Ausnahme, auch wenn immer mehr Frauen Medizin und Frauenheilkunde studieren. Das Wissen, die Ethik und die Wissensvermittlung sind unverändert männlich dominiert.

In den 70er-Jahren gab eine große feministische Frauengesundheitsbewegung und das Bewusstsein dafür, dass die Gynäkologie eine Spiegelung des Patriarchats war. Aus diesem Grund wurden damals zum Beispiel Selbstuntersuchungen propagiert, um die Kontrolle über den eigenen Körper zu erlangen und um Veränderungen selbst feststellen zu können. Dass sich die Schleimhaut und Ausfluss, je nach Zyklustag, verändert, war bekannt und dass sich hiermit einfach der Eisprung feststellen lies ebenso. Das Buch „Our Bodies, Ourselves“ wurde veröffentlicht und  der Titel „Unsere Körper, wir selbst“, spricht auch für sich. Es gibt übrigens eine Neuauflage, aber dies nur am Rande.

Die Fremdbestimmung von Frauenkörpern durch Männer war also kein Geheimnis, und die brutalen Auswüchse dieser männlichen Dominanz über Frauenkörper auch, insbesondere bezüglich der Reproduktion und natürlichen Lebenszyklen.

Heute sind das alles außergewöhnliche Ideen und Verhaltensweisen. Kaum eine Frau nimmt noch ihren Ausfluss war oder die Periode als natürlichen Prozess. Es ist auch oft unmöglich und sinnlos durch die Einnahme der Pille, die als solches eine massive Manipulation und Kontrolle des Körpers bedeutet, im Guten wie im Schlechten.

Auch die Geburt unterliegt dem Konzept der Kontrollierbarkeit und der Beschönigung. Diese Beschönigung bedeutet aber auch Entfremdung und letztendlich fehlende Vorbereitung auf Eingriffe. Angeblich, glauben wir den Medien und der jeweiligen Krankenhauswerbung, sind alle Geburten ganz toll, mit sanfter Musik in einer Badewanne und einem Mann dazu, der ganz wichtig ist für die Geburt und unterstützt. Sicherlich ist es wichtig, den Vater in die Geburt miteinzubinden, aber mittlerweile hat sich dies teilweise zu der makabren Idee entwickelt, dass der Vater eine relevante Rolle bei der Geburt übernimmt. Eine Geburt gemeinsam zu erleben stellt Nähe her. Nicht mehr und nicht weniger, aber das Patriarchat ist wirklich faszinierend, denn die Rolle von Männern muss immer überhöht werden, egal um was es geht.

Aber, um ehrlich zu sein, spielt auch die Frau nur eine Nebenrolle bei der Geburt. Der Körper macht das nämlich ganz alleine, egal wie ich atme oder nicht, oder ob ich bade oder liege, nur eine Geburt beim Kopfstand könnte eventuell ineffektiv sein. Sicherlich kann eine Geburt schlimm oder weniger schlimm sein, aber letztendlich ist es ein natürlicher körperlicher Prozess, der seinen Gang geht. So oder so. Diese Idee der kontrollierten Geburt ist vielleicht auch eine männliche, die weibliche Idee ist traditionell eher ein Konzept der Begleitung des Geburtsprozesses. In jedem Fall ist auch das Konzept der netten Geburt angesichts der hohen Zahl der Kaiserschnitte lächerlich und über den Dammschnitt (Episiotomie) sollte vielleicht auch mal gesprochen werden. Oder viel besser, es sollte wieder darüber gesprochen werden. Ganz sicher hat es etwas mit dem Patriarchat zu tun, wenn diese massive Gewalt mit, zum Beispiel, Schwangerschaftsvorbereitungskursen unter den Teppich gekehrt wird. Wir haben uns sozusagen alle ganz doll lieb, auch wenn bei der Geburt das Messer zum Dammschnitt oder Kaiserschnitt gezückt wird. Wer will das denn kritisieren, denn es sollte doch alles so nett sein und die eigene Episiotomie oder der eigenen Kaiserschnitt war dann bestimmt die Ausnahme. Oder? Die Zahlen dieser Eingriffe sprechen allerdings eine andere Sprache, wie wir wissen. Aber merkwürdigerweise interessiert sich nicht tatsächlich jemand dafür. Es ist immer die andere Frau, die dies erleben musste, einen dieser Eingriffe, aber die Masse sagt, dass nur einer Minderheit kein Dammschnitt oder Kaiserschnitt von ÄrztInnen zugefügt wurde.

Früher wurde Männern übrigens häufig mit der Begründung von der Geburtsbegleitung abgeraten, dass diese sehr unschön sei und somit die Gefahr bestehe, dass dem Mann als Folge vielleicht die sexuelle Lust nach seiner Frau vergehen könnte. Das Frauen vielleicht reduzierte Libido als Folge einer traumatischen Episiotomie oder Geburt haben könnten, war natürlich nie von Interesse. Die Besorgnis zentrierte sich tatsächlich auf die armen Männer, die als Folge einer Geburtsbeobachtung sozusagen impotent werden könnten.

Ich selbst wollte schon vor Jahrzehnten bei meiner ersten Geburt einen Dammschnitt vermeiden. Dem Vater des Kindes wurde ebenso eingebläut, eine Episiotomie unter allen Umständen im Kreissaal zu verhindern. Hier könnte übrigens ein Aufgabenbereich für begleitende Männer liegen, aber meines Wissens war das Engagement  hier bisher sehr gering.  Dammschnitte und Kaiserschnitte sind immer noch ein sehr häufiger Eingriff, oder sogar noch häufiger, seitdem Männer die Geburten begleiten.

Feministische Frauengesundheitsratgeber rieten früher Frauen, für die Geburt so spät wie möglich in das Krankenhaus zu gehen, um unsinnige medizinische Interventionen zu vermeiden, denn so würde niemand Zeit für Quälereien haben. Eine Hausgeburt ist nicht immer möglich. Leider aber ist es schwer bei der ersten Geburt eine genaue Einschätzung zum Geburtszeitpunkt zu  treffen. Die Schmerzen sind einfach unerträglich. Ich tauchte in jedem Fall viel zu früh im Krankenhaus auf, obwohl ich auch diesen Ratschlag befolgen wollte. Während einer Geburt und den Wehen wird Frau leider nicht in Ruhe gelassen. Es muss unbedingt unter Geburtsschmerzen zum Beispiel am Muttermund herumgewühlt werden, um die Öffnung zu untersuchen. Mehrmals. Und persönlich finde ich schon eine Krebsvorsorgeuntersuchung im normalen Zustand eine Zumutung. Wie es Frauen schaffen, sich auch noch eine Spirale hindurchschieben zu lassen, war mir schon immer ein Rätsel.

Ich wurde dann während der Wehen auch noch gefragt, ob ich an einer Studie teilnehmen wolle zur Messung des Kopfumfangs des Kindes im Mutterleib. Die Ärztin wurde sehr aggressiv, als ich dies ablehnte, aber ich fand es spannend, dass sie diesen Zeitpunkt für ein Einverständnis wählte.  Wahrscheinlich wollten sie Löcher in den Kopf bohren oder so und so musste gerade für das Einverständnis eine besonders schmerzhafte Wehe abgepasst werden. Das mag sich wie ein Nebenschauplatz anhören, aber das ist es nicht. Gewalt in der Gynäkologie wird und wurde besonders an hilflosen Frauen ausgeübt, aber nicht nur.

In jedem Fall wurde während der Presswehen behauptet, das eine Episiotomie notwendig sei, da der Kopf sonst nicht durchpassen würde  und auch alles zerreißen könnte. Dies scheint die übliche, Standardbegründung zu sein. Merkwürdig. Frauen scheinen letztendlich alle gebärunfähig zu sein. Nur Teenager schaffen es noch unauffällig auf Toiletten nebenher Kinder zu gebären, wahrscheinlich ohne ein Küchenmesser zu Hilfe zu nehmen.

Während der Presswehen intelligente Entscheidungen treffen, ist übrigens unmöglich. Der einzige Wunsch, der in diesem Moment besteht (ohne Periduralanästhesie, die ich ablehnte wegen der Risiken) ist es, Allem sofort durch den Tod ein Ende zu setzen. Die Schmerzen sind so überwältigend, ja. Auf den Mann zur Verhinderung des Schnittes war kein Verlass, und letztendlich wird während der Presswehe ein Schnitt mit dem Messer gemacht. Ohne Betäubung. Es ist eine sehr unerfreuliche Sache mit dem Messer im Vaginalbereich ohne Betäubung zerrissen zu werden, auch wenn sich alle Artikel zum Thema Dammschnitt ganz harmlos anhören. Aber wie bei vielen anderen Sachen auch, hilft es, hier einfach den Verstand zu nutzen, um zu wissen, dass ein Schnitt Schmerzen verursacht. Mein Mitgefühl übrigens für die zartbeseiteten Männer und Jungen in Bezug auf männliche Beschneidung ist gering, vielleicht auch deshalb. Auch hier ist es bezeichnend, dass sich niemand für Dammschnitte interessiert, aber bei einem kleinen Schnitt bei einem männlichen Säugling geht die Welt unter und die zarte Seele wird für immer zerstört. Beide Eingriffe sind unnötig. Ich bin hier zynisch, aber möchte nur einfach bewusst machen, dass das Zerschneiden von Frauen niemanden wirklich interessiert hat oder jetzt interessiert. Ich selbst musste noch Wochen an dieses Schneiden und ekelte mich vor den Fäden, dem Duschen und dem Urinieren. Oder bevor sich einige mit weiblicher Genitalverstümmelung beschäftigen, wäre es gut, wenn die Schneiderei in den Krankenhäusern hier ein Ende hätte und die Verstümmelung auch durch Dammschnitt bekämpft würde. Zugegebenerweise ist noch keinem Arzt oder Ärztin die Hand ausgerutscht, so dass die Klitoris mit dran glauben musste, aber ein Schnitt ist ein Schnitt.

„Dammschnitte sind weibliche Genitalverstümmelung.“ sagte  Marsden Wagner, der längjährige Chef der europäischen Abteilung für Mutter-Kind-Gesundheit der WHO. Und ich sehe das auch so. In jedem Fall.

Wirklich alle Artikel zum Thema Dammschnitt allerdings behaupten das Gegenteil und sind übrigens sehr amüsant zu lesen aus der sicheren Distanz betrachtet. Ein Dammschnitt ist nämlich laut den meisten Artikeln überhaupt nicht schmerzhaft, da das Gewebe am Damm nicht schmerzempfindlich und der Schnitt sehr klein sei. Die Lüge ist schon hier erkennbar, auch wieder bei Nutzung des Verstandes, denn kleine Schnitte kann man auch einfach lassen. Aber auch kleine Schnitte verursachen Schmerzen.

Germaine Greer schrieb schon 1999 in „the whole Woman“, dass  unnötige Dammschnitte, Kaiserschnitte und Hysterektomien Angriffe auf die Weiblichkeit darstellen, die schwer als solche erkannt werden, da sich die betroffene Frau zwangsläufig in der isolierten Position der Unterwerfung befindet. Es gibt tatsächlich kaum eine isoliertere Position der Unterwerfung als während der Wehen im Krankenhaus mit Partnern, die anscheinend, gemessen an der Häufigkeit der Interventionen, ihrer Aufgabe als kompetenter Geburtsbegleiter nicht nachkommen können oder wollen.

Danach wurde ich ohne Betäubung vernäht, da angeblich die Betäubungsspritze so schmerzhaft sei wie das Nähen selbst. Das war super. Bei späteren Geburten wurde ich wenigstens betäubt vor dem Nähen, aber die süßen Bilder von Mamie und Kind direkt nach der Geburt, die wir im Kopf haben stimmen nicht. Mamie wird fast sofort vernäht, was zumindest mich zutiefst angewidert hat, oder sie liegt zumindest aufgeschnitten mit dem Baby herum, was nicht so ein schönes Gefühl ist. Ich konnte mich jedenfalls zerschnitten nicht sehr entspannen.

Viel Spaß ist übrigen das Urinieren die nächsten Tage nach der Geburt mit vernähtem Schnitt.  Zum Kaiserschnitt kann ich nichts sagen, aber dies ist bestimmt auch eine tolle Sache, die mir allerdings erspart wurde. Verständlicherweise habe ich mich also riesig gefreut, dass endlich eine Frau klagt gegen ihre durchgeführte Episiotomie.

Es soll übrigens Frauen geben, die eine natürliche Geburt ganz wichtig finden, denn nur dann sind sie eine richtige Frau oder so was. Ein spannender Mythos. Ich kann nur sagen, es kommen zwar nur die Harten in den Garten, aber ob traumatische Geburtserlebnisse besonders relevant sind für irgendetwas, abgesehen von der Entwicklung von Ängsten, weiß ich nicht. Betäubt geht das alles vielleicht.

In jedem Fall singen während oder nach der Geburt keine Engel, und sie spielen auch nicht auf Harfen. Genauso wenig ist die schmerzhafte Geburt vergessen, aber vernünftigerweise ist es einem klar, dass das eigene Kind nicht dafür verantwortlich war. Trotzdem machen und machten mich die Sprüche “Wenn das Baby da ist, ist alles vergessen …“wütend. Eine Geburt führt schließlich nicht zu einer Demenzerkrankung und die Schmerzen sind auch noch ein wenig länger da.

Die Dammschnittrate liegt heute bei 60%, allerdings ist unklar, ob die anderen 40% dann Kaiserschnitte sind …

Das Leid und die Gewalt von Geburt und Eingriffen in diesem Zusammenhang herunterzuspielen, erfüllt eine wichtige Aufgabe im Patriarchat.  Die Benutzbarkeit von Frauen zur Reproduktion wird somit gefördert, denn es wird so dargestellt, als sei es mit Hilfe medizinischer Technik fast wie ein Familientreffen, ein Kind im Krankenhaus zu bekommen. Ich befürworte nicht das biologistische Modell der weiblichen Essenz, aber Frauen sind diejenigen, die schwanger werden, ihre Körper teilweise unwiderruflich hierdurch zerstören und unerträgliche Schmerzen erleiden. Das macht aber nichts, denn Männer sind schließlich bei der Geburt dabei und ihre Präsenz ist unsagbar wichtig. Für ihre Samenspende am Anfang einer Schwangerschaft steht ihnen dann auch das Sorgerecht zu. Die Weiblichkeit wird negiert.

Susanne Maier-Wahl

Germaine Greer  „The whole woman“, Anchor Press.

http://www.windeln.de/magazin/schwangerschaft/geburt/dammriss-dammschnitt.html

https://www.yahoo.com/parenting/woman-doctor-go-to-war-over-episiotomy-117712155292.html

 

 

12 Kommentare

  1. Es gibt so viel ärztliche Übergriffe auf Frauen. Meine Geschichte spricht da eine klare Sprache. Schlimm ist, dass Ärzte, Staatsanwälte, Gerichtsgutachter und Richter zusammen gegen mich als Frau vorgingen, die Opfer eines Chirurgen wurde.
    „Die Wunde in mir – Misshandlung auf Krankenschein“
    Bitte unbedingt meine Petition unterzeichnen und teilen!
    http://www.change.org/ patientenrechtegesetz-beweislast

  2. Jawoll,der Artikel bringt´s auf den Punkt. – Meine zwei Geburten,eine Anfang der 70-er Jahre,eine Anfang der 80-er Jahre,waren an Demütigung und Erniedrigung nicht zu überbieten.Bei der 2. Geburt musste ich mich noch gegen den anwesenden Vater des Kindes (Arzt von Beruf!!!) wehren,der unbedingt einen Dammschnitt wollte,obwohl er wusste,dass ich dies vehement ablehnte. Im Nachhinein erklär ich mich selbst zur Heldin,dass ich das trotz unerträglicher Wehenschmerzen geschafft habe. Ich darf an die zwei Geburten gar nicht denken,sonst könnte ich platzen vor Zorn.
    Übrigens analysiert auch Mary Daly in „Gynökologie“ sehr fundamental die Rolle der patriarchalen Gynäkologie als frauenverachtend und frauenmörderisch. – Ebenso haarsträubend ist das Unwissen bzw. das Nicht-Wissen-Wollen von GynäkologInnen,was weibliche Sexualität anbelangt. Man lese mal dazu Sherfey „Die Potenz der Frau“ (oder lasse das eigene Körpererleben zu Wort!).

  3. Susanne Düsenberg

    Sehr guter und wütend machender Artikel. Deshalb und aus anderen gesellschaftlichen Gründen war ich nie schwanger und gehe seit 10 Jahren nicht mehr zur Gynäkologin.

  4. Du sprichst wahre Worte. Ich hab leider alles durch gemacht. Erstes Kind Kaiserschnitt. Total traumatisiert durch diesen wollte ich beim Zweiten im Geburtshaus entbinden, doch diesmal war das Köpfchen wirklich zu groß, darum der Dammschnitt (den ich zum Glück aber nicht wahrnahm). Und ganz ehrlich, ich empfand die Strapazen des Dammschnittes noch als Segen gegenüber dem was ein Kaiserschnitt mit sich bringt. Aber wenigstens die dritte Geburt, war somit ein absolut voller Erfolg. Und ja, ich bin (leider) auch so eine Frau, die sich danach definierte, ob sie es auch alleine schafft. Wäre die erste Geburt nicht so verlaufen, glaube ich wäre es beim zweiten Kind auch ganz anders gewesen… Du sprichst wahre Worte, zuviele Eingriffe an der Frau unter der Geburt. Das ist echt traurig…

  5. Susanne Maier-Wahl: „Mein Mitgefühl übrigens für die zartbeseiteten Männer und Jungen in Bezug auf männliche Beschneidung ist gering, vielleicht auch deshalb.“

    So richtig der Beitrag sonst auch ist, zeigt er doch, dass die Feministin Susanne Maier-Wahl genauso menschenverachtend ist wie diejenigen Gynäkologen und Gynäkologinnen, die sie ohne Betäubung aufschneiden und wieder zunähen. Sie, liebe Frau Maier-Wahl, waren Ihren eigenen Werten ausgeliefert. Lassen Sie uns dieses Wertesystem ändern. Für weibliche und männliche Menschen. Die Wahrnehmungsfähigkeit für Menschenrechte lässt sich nicht nach Geschlecht spalten. Anderes zu behaupten, ist ein Trugschluss.

  6. Die fast schon strukturelle Gewalt durch ‚Autoritäten‘ wie Ärzte, Juristen etc. begegnet einem ja an jeder Ecke. Ich hatte nie mit Ärzten zu tun, aber ab der 1. Schwangerschaft wurde mir sehr schnell klar, dass mich dieses ‚Sie müssen dann…‘ doch sehr ankotzt. Der Ton macht die Musik und der Ton ist öfter mal kasernenhaft.
    Ich habe auch diese Geburtserlebnispropaganda nie verstanden. Ohne Dammriss oder KS, aber höllisch war es trotzdem. Ich würde Kinder von DHL liefern lassen, wenn das ginge. Und ich habe festgestellt, dass da mit Selbstbestimmung nicht viel ist. Unter Wehen bin ich geistig nicht in der Lage vernünftige Entscheidungen zu treffen. Zum Glück hat das der Mann bisher perfekt im Griff gehabt. Und ich bin bisher bei der Geburt selbst wirklich sehr gut behandelt worden. Die Gängelei fand eher vorher statt.

    Was man den Frauen ja ab dem ersten SSTest dazu sagen muss: Dein Körper gehört dir! Und nur dir! Deine Persönlichkeitsrechte sind niemals weniger wichtig, als die eines offiziell rechtlosen ungeborenen Kindes.
    Das sollte auf den Testpackungen draufstehen. Das schlimme ist – auch bei der aktuellen Hebammensituation – es geht immer nur um die Kinder, aber viiiidl zu wenig um die Mütter!

  7. Nanette

    Sehr guter, wichtiger Artikel! ( Auch wenn ich männliche Zwangsbeschneidung nicht weniger Menschen verachtend finde) Ich habe 7 Kinder geboren, leider bei den ersten beiden noch keine Hebamme gefunden, so war ich der Gewalt im Kh ausgeliefert, bis zur Ohnmacht und zum Kaiserschnitt..Es war grausam für mich und die Kinder! Die anderen 5 waren 1x ambulant und 4 Hausgeburten und die Wellen zu Hause sind nicht mit den Wehenschmerz im Krankenhaus vergleichbar! 3 Geburten (2 davon allein, nur mein Mann war dabei) würde ich sogar als schmerzfrei bezeichnen, es war eher eine ungeheure Kraft! Schade und sehr traurig das viele, viele Frauen sich und ihrer Intuition nicht mehr trauen und sich den Krankenhäusern ausliefern, ich habe wie gesagt den Vergleich… Und das die Geburt dann nur als schreckliches, schmerzhaftes Erlebnis hängen bleibt kann ich verstehen Ich möchte allen Frauen sagen vertraut euch und eurem Körper! Ihr wisst was zu tun ist!!!

  8. Auch ich habe alles was mit meiner Schwangerschaft und der Geburt meines Kindes in Zusammenhang stand, als einzige durchgehende Gewalterfahrung in Erinnerung. Allerdings habe ich den Dammschnitt dabei von allen Erlebnissen als das harmloseste eingestuft. Ich habe ihn tatsächlich nicht gespürt und hatte auch keine größeren Probleme mit der Heilung. Aber das empfindet sicher jede individuell. Für mich gab es schlimmere Aspekte.
    Den Vater des Kindes hätte ich im Leben nicht in meiner Nähe geduldet während des Gebärvorganges. Ich kann gar nicht nachvollziehen warum sich das in den letzten zehn Jahren derart einbürgern konnte. Ich höre andere Frauen immer davon sprechen, dass sie sich von der Anwesenheit ihrer Männer „Unterstützt“ fühlen. Keine der Empfindungen die ich während der Geburt hatte, kam auch nur in die Nähe von etwas was nach Unterstützung verlangt hätte. Ich hätte eher mit Gegenständen geworfen, wenn ich dazu die Kraft gehabt hätte…

  9. Dieser Erfahrungsbericht bestätigt meine Befürchtungen. Wenn ich je ein Kind kriege, dann nicht in Deutschland. Das Kind wird also auch kein deutscher Steuerzahler werden. Punkt. Und das könnt ihr so zitieren. Ich bin eine junge Akademikerin, der die Lust aufs Kinderkriegen dank Hebammenschikaniererei und Krankenhauszwang gründlich vergangen ist.

    Nur mit Hebamme als einziger Anwesender wäre eine Geburt für mich überhaupt in Frage gekommen. Nachdem die selbstständigen Hebammen in Deutschland nun systematisch aus dem Geschäft gedrängt werden, kann ich den Politikern nur sagen: Bringt eure neuen Steuerzahler und künftigen Wähler doch bitteschön selbst auf die Welt.
    Ich jedenfalls hab keinen Bock mehr.

  10. sternenfrau

    ich wollte nie kinder aus versch. gründen und auch eben aus diesen.
    ich weiß aus erster quelle (arzt) das der dammschnitt gemacht wird,
    damit die angehenden ärzte schneiden und nähen üben können.
    aber auch ich habe gyn-gewalt erfahren ohne das ich davon unter-
    richtet wurde. es wurde einfach operiert in narkose.
    aber das ist nur ein aspekt von männergewalt. ich finde Deinen artikel
    sehr informativ und er maxht es deutlich wo überall subtil das patriarchat
    ganze arbeit leistet.

  11. sylvia kreuzer

    Ja, 30 Jahre leite ich ! 3 Episiotomie’n, der Versuch einer vaginalen Plastik, Sterilisation, Tepp op und nun starr op, Ausgang ungewiss ! Welche Frau soll das in einem Leben aushalten. Von der psychischen Problemen mal garnicht geschrieben! Aber die Täter haben sicher ein gutes Leben. Es ist immer noch zu viel Raum für solche perversen Verstümmelumg !

  12. Britta WeberBritta

    Es ist wirklich Genitalverstummelung unter der Frau lange zu leiden hat

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