Hilfe bei sexueller Gewalt – die “Initiative für Gerechtigkeit bei sexueller Gewalt”

Opfer von sexueller Gewalt haben in Deutschland einen schweren Stand. Nicht nur die sinkende Verurteilungsrate bei Vergewaltigung, sondern der Umgang von Justiz und Medien mit den Opfern sorgen dafür, dass viele Taten gar nicht erst angezeigt werden oder Anzeigen im Sande verlaufen. Auch bei einem Prozess stehen dem Opfer schlimmstenfalls viele demütigende und retraumatisierende Erlebnisse bevor. Die Initiative für Gerechtigkeit bei sexueller Gewalt ist ein ehrenamtlicher Zusammenschluss von Frauen, die sich für die Opfer sexueller Gewalt einsetzen. Ein großer Teil der ehrenamtlichen Arbeit besteht aus Prozessbeobachtung – so zum Beispiel beim Kachelmann-Prozess. In einem Medienradar stellen sie Pressemeldungen und Medienberichte zu Fällen sexueller Gewalt zusammen, in denen sexuelle Gewalt verharmlost wird.


Auf ihrer Homepage schreiben sie:

Im gesamten Strafverfahren bei sexueller Nötigung und Vergewaltigung sind die Prozesse der Endpunkt und die Spitze des Eisberges.

Eine Anzeige, die es bis hierhin geschafft hat und nicht vorher schon eingestellt wurde, ist somit schon weit gekommen.

Auch wenn die Aussicht auf eine Verurteilung des Angeklagten im Hauptverfahren vergleichsweise hoch ist, besteht zugleich die Mehrzahl der Verurteilungen aus Bewährungsstrafen. Dies wird dadurch möglich, dass Vergewaltigungen oft umdefiniert werden zu sexueller Nötigung oder Körperverletzung. Opferfreundliche Gesetze und geltende Grundsätze wie die „Ausnutzung einer schutzlosen Lage“ werden außerdem seitens des Bundesgerichtshof so interpretiert, dass der Spielraum zugunsten der Betroffenen wieder geschlossen wurde.

Statistisch ergibt sich daraus eine Weigerung der deutschen Justiz, Vergewaltiger zu Haftstrafen zu verurteilen: von 100 angezeigten Fällen gibt es nur in 13 Verurteilungen.

Wir möchten daher auch dadurch Einfluss nehmen, dass wir weitflächig die öffentliche Aufmerksamkeit auf diese Art von Prozessen richten, sie beobachten und dokumentieren.

Die Initiative für Gerechtigkeit bei sexueller Gewalt positioniert sich darüber hinaus klar für das Nordische Model der Freierbestrafung und dafür, legale Prostitution abzuschaffen.

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