Ich bleibe eine Tochter des Lichts – Meine Flucht aus den Fängen der IS-Terroristen

Die Jesidin Shirin ist 19, als im August 2014 der IS ihr Dorf im Irak überfällt und sie entführt. In “Ich bleibe eine Tochter des Lichts” erzählt sie ihre Geschichte. Shirin will 2014 Abitur machen, sie hat einen Jungen kennengelernt, eine junge Frau am Anfang ihres Lebens. Als die Männer in ihr Dorf einfallen, fürchtet sich Shirin nicht, denn unter den Männern sind viele ihrer muslimischen Nachbarn, Ärzte, Lehrer Freunde sogar, Menschen, mit denen ihre Familie und andere Jesiden lange friedlich zusammenlebten. Doch Shirin findet sich schon bald in einem Albtraum wieder. Es war ihr eigener Lehrer, ein Sunnit, der sie verraten hat. Der IS entführt sie und viele weitere jesidische Frauen und Mädchen und versklavt sie. Die Frauen und Mädchen werden immer wieder vergewaltigt – “verheiratet” nennt das der IS. Ihr erster “Ehemann” verprügelt sie nur, verkauft sie dann aber weiter. Neunmal wird sie “verheiratet”, wie ein Gegenstand unter den IS-Kämpfern weitergereicht. Schläge, Misshandlungen, Essensentzug und andere Folter wechseln sich mit Vergewaltigungen ab. Als Shirin schwanger wird, treibt sie das Kind ohne fremde Hilfe ab. Nach Monaten Folter gelingt ihr schließlich die Flucht.

Ein schwer auszuhaltender Bericht aus erster Hand

Was Shirin in ihrem Buch beschreibt, ist schwer auszuhalten und gerade deswegen ist ihr Buch so wichtig. Das Schicksal der Jesidinnen als Opfer von sexueller Gewalt als Kriegswaffe und Werkzeug ethnischer Vernichtung taucht oft nur als Randnotiz auf, wenn es um den IS geht. Aufgewachsen in einer strenggläubigen Community befürchtet Shirin, nach den Vergewaltigungen nie mehr zu ihrer Familie zurückkehren zu können und versucht sogar, sich umzubringen. Viele der anderen Frauen bringen sich um aus Scham und Verzweiflung.

Shirin lebt heute in Deutschland, ihr Name ist ein Pseudonym. Ihre beiden Schwestern sind noch immer in den Fängen des IS, auch der Verbleib ihrer restlichen Familie ist ungewiss. Wie viele Frauen genau durch den IS gefangengehalten werden, ist unklar.

Wenn ich zurückblicke, sehe ich nichts außer Finsternis. Und Angst. Nichts Menschliches darin…

schreibt Shirin in ihrem Buch  und legt mit ihrer Geschichte Zeugnis ab über eines der größten Verbrechen unserer Gegenwart: Den Völkermord an den Jesiden und die gezielte Versklavung der Jesidinnen, um die Gemeinschaft der Jesiden zu demütigen und zu destabilisieren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.