#ichhabenichtangezeigt – ein Hashtag und seine Geschichte

Im Mai 2012 startete nach den Twitteraktionen in England und Frankreich auch in Deutschland das Hashtag #ichhabenichtangezeigt. Auf dem Blog können Betroffene anonym ihre Geschichten posten und erklären, warum sie die Täter bei sexueller Gewalt nicht angezeigt haben. Mehr als tausend Frauen posteten dort innerhalb weniger Wochen ihre Geschichten. Die eigentliche Aktion endete bereits im Juli 2012, doch sowohl der Blog als auch die Social Media Seiten sind nach wie vor aktiv. Polizei und Politik wurde die Auswertung der Beiträge vorgelegt – in der Hoffnung, etwas im Sinne der Betroffenen zu verändern. Die Vielzahl der seither dort geposteten Geschichten zeigt, dass die existierende Handhabe bei sexueller Gewalt und die Haltung der Justiz in Deutschland dafür sorgt, dass Überlebende sich nicht trauen, Anzeige zu erstatten. Zum einen fürchten sie das demütigende Verfahren, zum anderen wird das Erfahrende vom Umfeld relativiert oder die Chancen auf eine Verurteilung werden (nicht zu Unrecht) als viel zu gering eingeschätzt, um die Torturen auf sich zu nehmen. Um die Opfer aus der Unsichtbarkeit zu holen, wurden der Blog und das Hashtag etabliert. Den Initiatorinnen ist es außerdem wichtig, Hilfsangebote für Betroffene bekannter zu machen und sie informieren zu aktuellen Veränderungen in der Rechtssprechung und andere Entwicklungen.

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