Meine Bilanz zur Wende

Juggling on the Berlin Wall

By Yann Forget (Own work) [GFDL, CC-BY-SA-3.0 or CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons

Wir wollen den feministischen Diskurs beleben und unterschiedliche Ansätze zur Diskussion stellen. Deshalb erscheinen bei uns regelmäßig Gastbeiträge, die nicht zwangsläufig die Haltung der oder aller Störenfriedas wiedergeben, aber wichtige Impulse für die feministische Debatte geben können.

Mit der Wende hat sich die Zahl derjenigen vervielfacht, die mich für ziemlich mißraten halten. Meine DDR-Sozialisation wirkt sich für Beobachter nicht zu meinem Vorteil aus. Dabei hat sich an mir oder meinem Leben nicht viel geändert: Ich reagiere auf geänderte Umstände und mehr und andere Menschen reagieren auf mich.

Ich wohne in der gleichen Plattenbauwohnung, in der auch schon meine Eltern wohnten, zahle aber das Fünffache an Miete, im verharmlosten Verhältnis Ostmark gegen Euro. Verdiene aber nur das Doppelte, wieder Ostmark gegen Euro. Allerdings arbeite ich genauso lange, mindestens 40-Wochenstunden und habe dabei mehr Angst, es morgen nicht mehr zu dürfen. Unser Haus ist jetzt cremetortenfarbig, nicht mehr rostschotterrot. Es wohnen noch ein paar Leute da, die schon immer da gewohnt haben. Man kennt sich. Wir borgen uns Zucker und Mehl und gießen im Urlaub die Blumen. Heute habe ich zwei Kinder, aber das war schon in der DDR so geplant. Die Wende hat mich politisiert, ich bin jetzt Anarchistin. Daß darf ich heute sein, aber das muß ich auch heute sein, weil auch die BRD nicht die blühende Landschaft ist, die uns versprochen wurde, und auch sonst liegt vieles im Argen…

Den Artikel weiterlesen könnt ihr hier: http://das-blaettchen.de/2010/09/meine-bilanz-2381.html

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