Mit Männern zu schlafen macht mich nicht zu einer schlechteren Feministin

Photo by Lili Kovac on Unsplash

Es sind Argumente, so absurd, dass Außenstehende sie gerne als Beleg dafür nehmen, dass der Feminismus obsolet ist. “Solange du mit Männern in das Bett gehst, kannst du das mit dem Feminismus nicht ernst meinen.” In einigen feministischen Kreisen gilt es als Kollaboration mit dem Feind, wenn Frauen sich als Feministinnen bezeichnen und trotzdem mit Männern schlafen.

I call it bullshit

Sexuelle Orientierung ist keine freie Entscheidung. “I was born this way” von Lady Gaga funktioniert in beide Richtungen. Wen wir begehren, ist keine Frage bewusster Wahl, sondern inhärent in uns angelegt. Sexualität wird durch viele Faktoren geprägt und wer anfängt, Menschen für das, was sie lieben oder wollen zu attackieren, der begibt sich auf ganz dünnes Eis. So wie lesbische Frauen nicht für ihre Vorlieben angegriffen werden wollen, so gilt das andersherum auch für heterosexuelle Frauen. Auf Männer zu stehen, setzt weder meine intellektuellen Fähigkeiten in der Analyse struktureller Unterdrückung herab, noch führt Sex mit Männern dazu, dass ich auf wundersame Weise durch ihr Sperma fremdgesteuert werde. Verstand und Kritik existieren unabhängig von unserem Begehren, sonst wären wir ja alle nur triebgelenkte Wesen, dem eigenen Verlangen hilflos ausgeliefert. Mit Männern zu schlafen oder Beziehungen mit ihnen zu führen, macht uns nicht zu Unterstützerinnen unser eigenen Unterdrückung. Im Gegenteil: Zu schlafen und zu lieben, wen man möchte, ist Teil unserer individuellen Freiheit und der Freiheit von uns Frauen als Klasse. Wir treten an, um genau dafür zu kämpfen: Freiheit. Liebe zehn Männer oder nur einen, liebe Frauen und Männer, liebe Frauen, aber lass dir nicht von irgendwelchen äußeren Normen hineinreden. Das gilt für die bürgerliche Moral ebenso wie für feministische Strukturen.

Being heterosexual and a feminist sucks

Ja, das stimmt. Es ist anstrengend, Feministin zu sein und heterosexuell. So ziemlich 100 Prozent der Männer, auf die frau trifft, stehen auf Pornos. Viele waren schon mal im Puff. Die meisten haben auf irgendeine Weise irgendein sexistisches Verhalten verinnerlicht und legen es auch an den Tag. Einen zu finden, mit dem man in die Auseinandersetzung zu seinem Verhalten gehen kann, ist schwer. Und trotzdem: Niemand kann etwas daran ändern, warum der Geruch des Einen eben Herzklopfen auslöst, während Händchenhalten mit einer Frau einfach nur eine freundschaftliche Geste ist. Die Absage an die Heterosexualität, die Verweigerung, ist keine Lösung, sie ist eine weitere Beschränkung von Frauen, die zu akzeptieren ich nicht bereit bin. Mal ganz davon abgesehen: Ich ziehe einen Sohn groß. Wäre ich nicht davon überzeugt, dass aus ihm mal ein “Guter” wird, wie sollte ich dann seine Mutter sein? In einem patriarchalen System wird eine Beziehung zu einem Mann immer aus Kompromissen bestehen. Doch die Alternative “politisches Lesbentum” ist nicht so einfach, wie das gerne hingestellt wird.

Lieben und Begehren sind keine Entscheidung

Ich kenne die reflexhaften Antworten, die auf meine Argumente folgen. Dass ich mir das mit den Männern schönrede, weil ich gerne weiter mit meinen Unterdrückern schlafe. Dass ich an einer Art Stockholm-Syndrom leide. Aber wisst ihr was? Spart euch diesen Scheiß einfach. Er ist übergriffig und er ist vor allem völlig inhaltsleer. Er reduziert das, was zwischen zwei Menschen geschieht einzig und allein auf das System, innerhalb dessen sie agieren. Ja, es stimmt. Männer unterdrücken Frauen und auch die Männer, die Frauen nicht aktiv unterdrücken, profitieren vom System der Unterdrückung. Ja, alle Männer, ausnahmslos. Aber wir Menschen sind keine eindimensionalen Wesen. Unsere Identität lässt sich nicht nur entlang der patriarchalen Ordnung verorten, sondern viele andere Faktoren spielen dabei auch noch eine Rolle. Wir sind auch Individuen mit einem freien Willen und der Fähigkeit, sich zu entwickeln und zu wachsen. Der Schlüssel dazu ist Ehrlichkeit. Sei dir im Klaren darüber, dass in einer Beziehung zu einem Mann immer auch sexistische Muster eine Rolle spielen werden – und zwar auf beiden Seiten. Auch du wirst dich der Macht der Normen beugen und dich dabei ertappen, wie du dich in diese Rollen hineinpressen lässt oder er sie von dir fordert. Wie sollte ein Mann, der im Patriarchat sozialisiert wird, sich auch anders verhalten? Doch das bedeutet nicht, dass er sie nicht reflektieren kann. Sei ehrlich und erkenne, ob er dazu bereit ist, dann wirst du nicht auf Dauer Kompromisse schließen, mit denen du nicht glücklich bist. Trotzdem: Liebe und Begehren funktionieren auf einer nicht bewussten Ebene. Uns schlecht dafür zu fühlen, was wir begehren, löst Scham und Selbsthass aus und das ist so ziemlich das Letzte, was Frauen brauchen können.

Ein Werkzeug der Unterdrückung

Scham ist ein Mittel patriarchaler Unterdrückung. Frauen werden beschämt, wenn sie mit zu vielen Männern schlafen, wenn sie zu dick sind, wenn sie ihre Tage haben, wenn sie zu laut reden, wenn sie vergewaltigt werden. Mit der sexuellen Gewalt ist die Scham das mächtigste Instrument der sexistischen Unterdrückung. Sie wird bereits gegen uns eingesetzt, wenn wir noch gar keine Frauen sind. Sie wird von Generation zu Generation weitergegeben und sorgt dafür, dass Frauen in der Spur bleiben. Beschämt zu werden ist soziale Disziplinierung. Frauen schämen sich viel häufiger und viel intensiver als Männer. Sie schämen sich für ihre Sexualität, ihre Körper, ihre Menstruation, ihre Stimme. Scham ist ein so machtvolles Werkzeug, weil sie uns bereits in unserer Kindheit eingepflanzt wird und dann ihre zerstörerische Saat unser ganzes Leben lang ausbreiten kann. Sie hält uns davon ab, so zu leben, wie wir es möchten. Sie nimmt uns die Freiheit, sie errichtet ein unsichtbares, inneres Gefängnis. Einen anderen Menschen zu beschämen, kann zerstörerischer sein als ihn zu schlagen. Warum tun wir Frauen uns das gegenseitig an? Warum verwenden wir die Werkzeuge unserer Unterdrückung, indem wir uns gegenseitig für unser Begehren beschämen, nur um in einer Debatte die Oberhand zu behalten? Um uns als die besseren Feministinnen zu profilieren? Scham einzusetzen, heißt, verinnerlichte Unterdrückung gegen andere Frauen auszuleben, sich zur Handlangerin des Patriarchats zu machen, also genau das zu sein, was heterosexuellen Feministinnen vorgeworfen wird.

Toxische innerfeministische Debatten

Mir fällt immer wieder auf, wie unfähig Feministinnen sind, auf einer inhaltlichen Ebene zu diskutieren und Argumente auszutauschen. Stattdessen wird sehr schnell auf die persönliche Ebene gewechselt. Die Bemerkung “Solange du mit Männern schläfst, kann ich dich als Feministin nicht ernst nehmen” ist ein klassisches ad hominen Argument und damit ein Mittel der schwarzen Rhetorik. Mit einer ernsthaften Auseinandersetzung mit gegensätzlichen Positionen innerhalb des Feminismus hat es nichts zu tun und ist überdem ein Instrument sprachlicher Gewalt. “Ich mache dich mundtot” sagt man eigentlich damit. Wollen wir als Feministinenn so miteinander umgehen? Ist das die berühmte Sisterhood?

Ich lasse mich nicht beschämen. Ich schlafe, mit wem ich will und wie ich es will. Das zu leben und zu äußern ist nicht nur ein individueller Akt, sondern auch eine politische Handlung. Frauen lieben, wen sie wollen. Das lassen wir uns weder von den Spießern noch von anderen Feministinnen vorschreiben. Lebt damit und behaltet eure schwarze Rhetorik und eure Versuche, uns zu beschämen, für euch.

21 Kommentare

  1. Sehr gut,danke! Sowohl die Beschreibung von freier Lust als aich die der antrainierten,quälenden weiblichen Schambereitschaft deckt sich vollkommen mit meiner Gedanken- und Gefühlswelt. Aber ich lebe schon recht lange sexlos,weil ich auch nichtmehr jung bin,weil ich allzu tief verletzt worden bin von Männern,weil ich mir eine Beziehungzu einem Mann im Alltagsleben einfach nicht mehr vorstellen kann,zu anstrengend. Aber glaube nur ja keiner,dass auch der alternde Frauenkörper nicht signalisieren würde bisweilen,dass er mächtig Lust hat und der Satisfaktion bedarf. Oder dass er das eine oder andere Männergesicht,den einen oder anderen Männerkörper, Stimme oder die Art zu lachen z.B. nicht immer noch irre erotisch und aufregend fände. Das schäme ich mich nicht zu sagen.

  2. Ich stimme zu dass es wichtig für die Fauenbefreiung ist dass frau mit wem und mit so vielen Personen sie will Sex haben kann ohne als unmoralisch zu gelten und beschämt zu werden. Männer gelten schliesslich auch nicht als Schlampen wenn sie promiskuitiv sind, es wird vielmehr sogar von ihnen erwartet.

    Ich bin eine heterosexuelle Frau und kein bisschen bi – “straight as an arrow” wie mensch im englischen Sprachraum sagt. Und als solche erlebe ich natürlich in unserer patriarchalen Gesellschaft dass ich von Männern, die ich begehre, wie Dreck behandelt werde. Und natürlich rege ich mich in feministischen Kreisen darüber auf. Und eben in diesen feministischen Kreisen habe ich selbst schon von Lesben gehört, dass sie ein Problem damit haben, wenn ich das zum Thema mache, weil ich bräuchte mich ja nicht für Männer interessieren. Das empfinde ich als Entsolidarisierung und verletzend. Darin stimme ich dem Artikel ebenfalls zu.

    Was ich aber schon zu bedenken gebe ist die Tatsache, dass gerade das Begehren für Frauen oft eine Falle ist. Ich sage das aus eigener, leidvoller Erfahrung. Viele Frauen begehren gewalttätige Machomänner; oder gefühlskalte, Frauen hassende Chauvies; oder Typen, von denen sie abgelehnt werden (mein eigenes Probelm mit Männern); oder auch misogyne, verletzende Frauen. Dadurch öffnen sie sich für die eigene Unterdrückung auf einer grundlegenden Ebene die dann bis in die fundamentale Existenz reicht. Ich halte es deshalb für unbedingt nötig für die Befreiung der Frauen dass jede, deren Begehren toxisch ist, analysiert warum sie gerade Menschen begehrt die sie körperlich oder seelisch verletzen. Durch die Bewusstmachung der unbewussten Muster und Mechanismen, die zu einem toxischen Begehren führen, kann dieses Begehren verändert werden. Sicher ist das ein schwieriger Weg, aber es zahlt sich aus wenn frau dann die Arschlöcher nicht mehr in ihrem Leben hat.

  3. Ich stimme dem Artikel vollumfänglich zu. Allerdings sind meine eigenen Erfahrungen mit Frauen etwas anders, praktisch gesehen, weniger theoretisch. Sobald nämlich ein Prinz am Horizont auftaucht, werden Freundinnen gnadenlos “entsorgt”, oder in die hinteren Ränge verfrachtet, sprich als völlig “uninteressant” abgehakt, um sie dann ein paar Wochen oder Monate später wieder “auszugraben oder hervorzuholen”. Nämlich spätestens dann, wenn sich auch dieser “sexuelle Einstein” nur als Würstchen mit schlechten Manieren entpuppte. Dann werden die “entsorgten Freundinnen” als “Trostfrauen” missbraucht; und mit endlosen tränenreichen Telefonaten zu Tode gelangweilt. —Bis, ja bis,…. der nächste Prinz und sexuelle “Befreier” am Horizont auftaucht. Es handelt sich hierbei um eine Endlos-Geschichte, welche sich in vielen verschiedenen Variationen wiederholen kann. Logisch haben einige zölibatäre Frauen (Singles) von dieser Rollenzuschreibung auch etwas die Nase voll, resp. sind diesbezüglich etwas “abgenervt”. Ansonsten JA! Jede kann wie sie will!

  4. Gabypsilon

    Margarete Stokowski setzt sich mit dieser Thematik in ihrem Buch “Untenrum frei” gelungen auseinander, finde ich. Denn die, die untenrum nicht frei ist, ist auch im Denken nicht frei. Und auch das Buch von Wilfried Wiek “Männer lassen lieben” war für mich erhellend.

  5. @ Yvonne:
    Die beschissene Rolle der kostenlosen Therapeutin kenne ich auch sehr gut. Wobei es oft nichteinmal mehrere Märchenprinzen hintereinander waren. Wenn die ach so gute Freundin wieder mal mit ihrem tollen Hecht gestritten hatte war ich gut genug zum Ausheulen. Aber wenn Versöhnung angesagt war dann war ich abgeschrieben und nur mehr der Typ wichtig. Ich hab das jahrelang mitgemacht weil mir Freundschaft und Frauensolidarität immer sehr wichtig war. Aber das wurde nie erwiedert. Inzwischen bin ich ziemlich dedsillusioniert was das Konzept Freundinnenschaft/Frauensolidarität betrifft. Weil ich doch immer wieder erlebt habe dass den Frauen die Männer wichtiger sind als ich, ganz egal wie arschlöchrig sie sich benommen haben.

    Ich glaube frau tut der Freundin auch nichts Gutes wenn sie sich Therapeutin-Ersatz missbrauchen lässt. Weil die Freundin kann dann immer soweit die Spannung durch das Ausheulen abbauen dass sie nie wirklich eine echte Therapie macht und ihrem Problem auf den Grund geht.

  6. @Charybdis, Genau so ist es! Ausserdem ist es eben irgendwie auch Verrat an Frau, Freundin, Freundschaft, Solidarität und Hilfsbereitschaft. Schwierig das Ganze.

  7. Gabypsilon

    Ich persönlich kann es als heterosexuelle Frau und Feministin annehmen, wenn politische, lesbische, radikalfeministische Aktivistinnen, keine feministische Hetera in ihren Reihen haben wollen. Kann inzwischen ihr Misstrauen verstehen und auch, dass sie sie als potentielle Gefahr betrachten. Es ist wohl nicht selten vorgekommen, dass Aktionen verraten wurden, weil die heterosexuelle Feministin einem Mann gegenüber aus dem Nähkästchen geplaudert und damit die Aktion verraten hat. Ich kann ihr Bedürfnis, sich zu schützen, nachvollziehen. Die schmerzhafte Reflektion über meine eigene Kollaboration läuft noch.

  8. Gabypsilon

    Wo ist denn mein zweiter Kommentar geblieben, der sich noch in der Moderation befunden hat? Mögt Ihr den nicht freischalten?

  9. Mira Sigel

    Nein. Wenn du schreibst, wir ziehen unsere eigenen Unterdrücker groß, dann geht das zu weit.

  10. Was vielleicht nicht hierhin gehört, aber für mich einfach sehr wichtig ist, ist die Definition und der Umgang mit Erotik. Was Frauen darunter verstehen, unterscheidet sich oft 180° Grad von dem was Männer darunter verstehen. Dort fängt für mich nämlich das Problem an; und dort hört für mich auch das “mein weibliches Begehren” eben auf. Die männliche Erotik scheint mir viel mehr “Objekt- Sex-und Rein-/Raus (sprich sexueller Akt und Orgasmus) bezogen zu sein. Oft mit Macht- Gewalt und weiblicher Unterwerfung verbunden. Meine “weibliche” Erotik hat jedoch sehr viel mehr mit Gemeinsamkeit, Nähe, Lachen, Leben und Natur zu tun; und viel weniger mit dem Sexakt als solchen. Irgendwie gelingt es mir NIE, dies auch an den Mann zu bringen. Aber auch viele Frauen scheinen das NICHT so zu sehen wie ich; und verquicken Erotik ebenfalls “nur”mit dem Sexakt, Reizwäsche, etc. Das wäre ja vielleicht auch mal ein Thema, über das hier diskutiert werden kann/könnte. (Oder bin ich da wieder mal die Einzige, die so empfindet?)

  11. Gabypsilon

    @ Mira Sigel: Du hast mich nicht korrekt zitiert. Ich schrieb Peiniger, nicht Unterdrücker. Abgesehen davon, ist dieser Satz aus dem Zusammenhang des ganzen Kommentars genommen worden. Und auch meine Antwort auf Deine Antwort hast Du nicht veröffentlicht. Gerne gönne ich Dir das letzte Wort. Aber diese Art von Zensur einer Meinung, auch wenn sie Dir nicht behagt, finde ich mehr als bedenklich.

  12. Gabypsilon

    @Yvonne. Ja, das könnte man durchaus beleuchten. Weshalb wir der Meinung sind, dass unsere Vorstellung von Sexualität mit denen der Männer überhaupt übereinstimmt. Oder eben auch durch patriarchale Konditionierung übernommen wurde, so, dass wir es zu unserer eigenen machen. Da in der Männerherrschaft das Götzenbild des Phallus omnipräsent ist, ist allein schon das angebliche Bedürfnis der Frauen, penetriert zu werden, unter die feministische Lupe zu nehmen.

  13. “Sexuelle Orientierung ist keine freie Entscheidung.” Das sehe ich auch so, auch wenn argumentiert wird, dass wir schon frühkindlich entsprechend sozialisiert werden. Doch da die sexuelle Orientierung ja nicht bei allen Frauen gleich ist, halte ich dagegen, dass diese Sozialisation dann ja nicht so allumfassend sein kann. Und wie auch schon an anderer Stelle geschrieben, halte ich eine willentlich gesteuerte sexuelle Orientierung aus politischen Gründen für eine sehr rationale Gesichte, denn für mich kommt es in dieser Beziehung einzig auf die Liebe an und was ich liebe, möchte ich nicht rational manipulieren.

    Das Mundtotmachen findet frau jedoch innerhalb der feministischen Welt leider an so vieler Ecke. Wie leicht wir heute als Rassistin oder als transphob bezeichnet werden, haben sicherlich schon viele erlebt.

    Ich denke daher, dass wir im radikalfeministischen Lager die Reihen möglichst Schulter an Schulter stehend geschlossen halten sollten, da wir hinsichtlich der queeren Libertinage, die gerne unter dem Label Feminismus segelt, schon genug zu tun haben, den Feminismus zu retten.

  14. Mira Sigel

    Gaby, spar dir das Zensur-Gerede. Eine “Meinung” zu haben, berechtigt noch lange nicht, solchen Hass auszusenden. Mein Sohn ist kein Peiniger und dein Mütterbashing kannste auch gleich für dich behalten. Das ist unsere Seite und wir schalten nur frei, was wir möchten. Wenn dir das nicht passt – das Internet ist frei.

  15. @Mira Sigel:
    Ich würde es sehr begrüssen wenn du Gabypsilons Kommentare freischalten und die Diskussion darüber ermöglichen würdest. Gabypsilon kommentiert sehr oft hier, und wir wissen alle dass sie keine trollende Antifeministin ist, sondern eine gleichgesinnte Radikalfeministin. Kontroverse Meinungen müssen innerhalb einer ernstzunehmenden Gruppe möglich sein, solange sie nicht den Zweck haben, Unfrieden zu stiften.

    @Yvonne:
    Nein, du bist nicht die einzige die so empfindet. Mir geht es ähnlich.

  16. Mira Sigel

    Nein, der Kommentar wird so nicht freigeschaltet. Unsere Söhne sind nicht unsere Peiniger. Gabypsilon kann ihren Kommentar gerne neu formulieren. Das hier ist unsere Seite, wir stehen in der Verantwortung für das, was hier steht, auch die Kommentare und ein solcher Kommentar geht nicht. Noch dazu hat Gabypsilon nicht davon abgesehen, mich persönlich zu attackieren, was meine Lust, mit ihr in irgendeiner Form zu interagieren sehr herabsetzt. Und das auf meiner/unserer Seite. See the problem? (Mira)

  17. silverdrizzle

    “So ziemlich 100 Prozent der Männer, auf die frau trifft, stehen auf Pornos. Viele waren schon mal im Puff. Die meisten haben auf irgendeine Weise irgendein sexistisches Verhalten verinnerlicht und legen es auch an den Tag.”

    Puffbesuch ist so eine Bankrotterklärung, das ist mit der Bezeichnung lowlife nicht begrifflich zu fassen, das geht wesentlich drunter. Pornos-mögen ist eine andere Kategorie, das ist natürlich abhängig vom Kontext zu problematisieren, aber nicht auf einer Ebene wie Puffgehen.

  18. Seit einer “Liverecherche” über mehrere Monate in einer reichen deutschen Großstadt, ist mir klar: Selbst von denen, die nicht in ein Bordell gehen, haben viele (aus allen Berufen, allen Altersgruppen, allen politischen Lagern, allen Familienständen, sogar allen möglichen Leveln an irgendwie auf eine Art zumindest scheinbarem Mitgefühl für die Welt und “sogar” Frauen,…) “Dates” mit Escorts. Da ist es dann wichtig, vorgegaukelt zu kriegen, der einzige zu sein, etwas gutes zu tun mit der finanziellen Unerstützung, weiterhin einer der Guten (und nicht so ein Ausbeuter wie “die, die zu Prostituierten gehen”) zu sein, und dass der Frau klar ist: Der Mann könnte ja auch so eine Frau kennen lernen, aber sich erst drum bemühen, puh, und dann arbeite er immer so viel, da bleibe gar keine Zeit,….
    In Bezug auf Sexkauf bzw. Vergewaltigung-die-als-einvernehmlicher-Sex-gilt-weil-Geld habe ich seitdem kein Vertrauen mehr in egal welchen Mann.

  19. Ich denke es ist verständlich, aber nicht sehr produktiv, wenn sich Feministinnen derart voneinander abspalten. Ein totaler Separatismus wird ein System nicht verändern können. Dennoch ist es verständlich.

    Es geht darum auf der individuellen Ebene Geschlechterrollen umzustoßen, und auf der kollektiven Ebene darum die Legislationen hervorzubringen, die allen Frauen und Mädchen helfen können. Das ist eine an der biologischen und sozialen Realität angelehnte Strategie.

  20. Danke für den Text, ich hatte ganz ähnliche Gedanken nach der Lektüre des Textes zum politischem Lesbentum von vor einer Weile. Entscheidend ist das Stichwort Solidarität, Solidarität mit anderen feministischen Frauen egal ob lesbisch, hetero o. a. Sex mit Männern haben oder Männer lieben, muss doch nicht unfeministisch sein. Wenn man Männer per se zum Feindbild deklariert, agiert man genauso kategorisch und oft biologistisch wie Männer, die Vorurteile über Frauen pflegen. Es kommt auf den Menschen und seine Überzeugungen an.
    Stimme aber Charybdis zu, dass jede Frau gut daran tut, ihr Begehren (sexuelles, oder auch nur das, abzunehmen oder sich zu schminken oder hohe Schuhe zu tragen, etc.) in Frage zu stellen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.