Plädoyer für einen radikalen Tierrechtsfeminismus

Wir wollen den feministischen Diskurs beleben und unterschiedliche Ansätze zur Diskussion stellen. Deshalb erscheinen bei uns regelmäßig Gastbeiträge, die nicht zwangsläufig die Haltung der oder aller Störenfriedas wiedergeben, aber wichtige Impulse für die feministische Debatte geben können.

Seit einigen Wochen lebe ich beim Land der Tiere, einem Lebenshof für Tiere aller Art in Mec-Pom. Gnadenhof paßt natürlich nicht, weil die Tiere nichts verbrochen haben, Gnade also fehl am Platz ist. Meiner Wohnung gegenüber grasen jugendliche Kühe auf der Weide, die hier zur üblichen „Landwirtschaft“ gehören – ihr derzeitiges Leben sieht friedlich aus – sie ahnen nicht, wieviel Gewalt sie in ihrem kurzen Leben noch erwartet: regelmäßige Vergewaltigungen, Kindsraub, Enge, Dunkel- und Eintönigkeit und am willkürlichen Ende werden sie alle ermordet.

Mord? Vergewaltigung? Paßt das denn auf Tiere? Ist das nicht arg übertrieben? Ich bin Feministin und suche seit langem nach Gleichgesinnten, für die zum Feminismus auch der Kampf für die Tiere gehört.
Denn was ihnen angetan wird, ähnelt sehr dem, was die Männerherrschaft den Frauen seit Jahrtausenden antut, es hat denselben Ursprung: die Herrschaft über und den Ge-bzw. Mißbrauch bei gleichzeitiger Verachtung alles Weiblichen.

Unsere Puten, die nur ein paar Wochen lang vor ihrer Rettung dauerzwangsbesamt wurden, legen sich – wenn sie einen Menschen sehen – noch nach über einem Jahr der Freiheit flach mit erhobenem Gefieder hin, konditioniert auf die Gewalt am Fließband. Übrigens könnten sie locker 12 Jahre alt werden, wenn sie nicht so überzüchtet wären, daß ihr Füße 20 Kilo (!!) statt 3 kg tragen müssen. Nach spätestens zwei Jahren sind diese verkrüppelten, uralt wirkenden Lebewesen am Ende, auch wenn sie als Küken gerettet wurden. (Was nur einem von einer Million glückt.)
Heute die Nachricht für Chile „Abtreibungsverbot aufgehoben“ mit einem Foto jubelnder Frauen. Ja, aber nur bei Vergewaltigung oder Lebensgefahr für die Mutter. In Nicaragua, Haiti und Malta z.B. bleibt es so. Wie bescheiden wir Frauen doch sind. 6 Richter haben gegen 4 dafür gestimmt, vermutlich alles Männer.

Am Wochenende ist die Premiere des Films “The end of meat“ in Verbindung mit einem Tierrechtskongress in Berlin. Ich gucke mir die TeilnehmerInnen des Podiums im Internet an: 8 Männer, 2 Frauen. Warum? Mich ärgert das Mißverhältnis. Fast noch mehr ärgert mich die Begründung:

„Wir waren bemüht, ein vielfältiges, aber inhaltlich treffendes Programm zusammenzustellen. (..) Leider überwiegt der Anteil der männlichen Vortragenden deutlich. Da wir mit der Konferenz ein sehr spezielles Thema bedienen (??), war die Auswahl der potentiellen Speaker sehr gering. Von den eingeladenen Personen (??) haben überwiegend Männer zugesagt.“

„Sehr spezielles Thema“??? Es geht um eine Zukunft, in der wir ohne den Mord an Milliarden Lebewesen leben könnten. Männer wollen sich mal wieder profilieren statt endlich in sich zu gehen und Erkenntnisse zu wagen, die auch an ihren Privilegien rütteln könnten.
Ich bin frustriert, wie wenig feministisch die vegane Tierrechtsbewegung noch zu sein scheint, hoffe aber sehr auf Veränderung und Annäherung beider Befreiungsbewegungen.
Bereits vor über 20 Jahren hat Christa Mulack konstatiert:

„Eigentlich müßten Männer freiwillig – oder durch Gesetze gezwungen – zurücktreten, wo sie sich zu weit vorgewagt haben. Sie müßten sozusagen besetztes Terrain zurückgeben; denn diese Gesellschaft leidet an männlicher Überrepräsentanz.“ (in: Die Wurzeln weiblicher Macht)

Es gibt so viele Tierschutz- und Tierrechtsorganisationen, aber vor allem Lebenshöfe, die von Frauen gegründet und betrieben werden. Sie wirken offensichtlich mehr im Stillen und sind bei den Tieren und nicht so sehr in der Öffentlichkeit, wie z.B. Johanna und Natascha Wodke, die seit mehr als 35 Jahre Tausende Tiere mit ihrem Verein pro animale gerettet haben und keinen Unterschied machen zwischen Hunden, Katzen, Hühnern, Kühen und Schweinen.

„Wen essen? Wen streicheln?“ fragt die Albert-Schweizer-Gesellschaft mit einem Bild von Hund und Ferkel. Auf dem Podium werden also in der Hauptsache männliche Philosophen und Ethiker sitzen, u.a. Herr Precht, der neulich in einem Radiointerview doch tatsächlich leugnete, daß die Suffragetten das Wahlrecht für Frauen erkämpft hätten.

Ich glaube, es wäre viel gewonnen, wenn in der Tierrechts- und veganen Szene erkennen würde, daß der Kampf zur Befreiung der Tiere viel mit dem zur Befreiung von Frauen zu tun hat, und wenn das zusammen gedacht werden könnte. Denn die Ausbeutung und Verfügungsgewalt über das Leben und seine Reproduktion – Gebärmaschinen sollen eben nicht nur Schweine und Kühe sein, sondern von Patriarchats wegen auch Frauen – muß weltweit beendet werden, und zwar für alle Lebewesen.

Forschungen haben übrigens ergeben, daß es bei Sexualstraftätern einen Anteil von 70% Tierquälern gibt.

Zurück zu den Kälbern auf der Weide, die vor meinem Fenster auf der anderen Straßenseite herumtollen: In wenigen Wochen werden sie dran sein: Knast, Vergewaltigung, Trauma, Kindsverluste für unsere tägliche Milch, Mord.

Maria Schmidt, 23.8.2017

9 Kommentare

  1. Liebe Maria, danke für deinen unglaublich wichtigen Artikel. Auch ich lebe seit vielen Jahren aufgrund ethischer Aspekte vegan und bin mit Leib und Seele eine Feministin, die sich dafür einsetzt, dass dieses kategorische Denken endlich aufgebrochen wird und wir uns sensibler mit dem uns nahezu IMMER umgebenden subtilen (oder auch nicht) Sexismus kritisch auseinandersetzen.
    Leider gibt es immer noch so unglaublich viele Feminist*innen, die sich teilweise zwar leidenschaftlich für die Gleichberechtigung und gegen Sexismus einsetzen, mir jedoch auf die Nachfrage, warum sie das nicht auch für andere Lebewesen tun können, vorwerfen, dass ich doch nicht Menschen mit Tieren vergleichen könne und dann mit ihrer fuck*** GUCCI-Lederhandtasche herumwedeln (allen voran diese unsägliche Suzie Grime).
    Manche Menschen schaffen es eben nicht, über den eigenen Tellerrand hinauszublicken. Sie interessieren sich dann nur für eine gewisse Thematik, weil sie selbst davon betroffen sind, aber vor allem anderen wollen sie nichts wissen. Dabei ist es das einfachste der Welt, vegan zu werden. Man muss keiner Sekte, Religion etc. beitreten, man muss niemandem Geld zahlen und auch nichts unterschreiben. Mittlerweile gibt es tausende phantastische Lebensmittelangebote, die super lecker schmecken. Es gibt also wirklich keine einizige Ausrede dagegen. Und sich zwar einerseits dafür stark zu machen, dass Frauen und andere sozial benachteiligte Menschen wie alle anderen in dieser Gesellschaft wahrgenommen und verstanden werden, aber gleichzeit die Haut eines Tieres mit sich herumzutragen oder in Leichenteile ausgebeuteter und ermordeter Lebewesen zu beißen, ist äußerst heuchlerisch.

  2. Mit Verlaub, aber dieser Artikel ist meiner Meinung nach in einigen Punkten kritikwürdig. Die Analyse, dass die vegane Bewegung u.U. ziemlich sexistisch ist, teile ich! Einige Verbindungen, die die Autorin zwischen Feminismus und Veganismus sieht hingegen nicht.
    Meine Antwort ist sehr lang geworden und nicht als persönlichen Angriff auf die Autorin oder die Friedas zu werten. Ich möchte aber gerne eine Gegenposition formulieren und damit zum Nachdenken anregen.

    Ich bin selbst Veganerin und Feministin, aber die Behandlung von Tieren mit der von Frauen gleichzusetzen, verfehlt in meinen Augen sowohl das feministische Ziel als auch den guten Geschmack bei Weitem. Zwangsbesamung, Schlachtung und Ausbeutung von Tieren sind absolut furchtbar und etwas, was es zu bekämpfen gilt.
    Aber bitte, bitte, separat vom Vergleich zu Frauen.
    Ich empfinde es als ziemlich krass, die Zwangsbesamung mit der Vergewaltigung von Frauen gleichzusetzen.

    Frauen sind keine Tiere. Punkt. Das gilt in jegliche Richtung.
    So gut es für weibliche Tiere gemeint ist, ihr Leid aufzuwerten, indem man es zu vermenschlichen gedenkt, so sehr senkt ein solcher Vergleich nunmal auch das weibliche menschliche Leiden auf die Ebene eines Tieres.

    Obwohl Tiere definitiv Empfindungen und Gefühle haben, die es zu achten gilt, ist es in meinen Augen schon ein Unding, diese mit den Empfindungen – vor allem Schrecken der Versklavung und Ausbeutung von Menschen, allen voran Frauen und ihrer jahrtausendalten patriachalen Leidensgeschichte – gleichzusetzen. Es ist einfach kein Äquivalent. Man kann absolut Respekt vor dem Leben und der Autonomie von Tieren haben und sie in Würde leben lassen und gleichzeitig anerkennen, dass Menschen aufgrund ihrer Kognitionsfähigkeit mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit einen weiteren bewussten Erlebnisschatz als Tiere haben. Das mögen manche Veganer/innen als speziezistisch einstufen, aber das schreckt mich nicht ab. Denn diesen sexistischen Vergleich sehe ich nicht zum ersten Mal und ich möchte ihn nicht so stehen lassen. Ich finde dafür im Gegenzug die Gegenposition unwissenschaftlich.

    Ich empfinde es genauso als einen Schlag ins Gesicht, wenn vegane Aktivist/innen andersherum (also ohne feministischen Anspruch) versuchen, diese Parallelen zu ziehen. (Es ist dem veganen Aktivismus ja zumindest in meiner Erfahrung nicht fremd, Frauen auf Bildern in Ketten zu legen und dies mit vielsagenden Sprüchen wie “Stellt euch vor, wir würden menschliche Frauen so behandeln wie Kühe”…….. Ich lasse das jetzt einfach mal so stehen.) Der Vergleich wird aber nicht besser, wenn man ihn feministisch zu stützen versucht. (Selbiges gilt natürlich auch für rassistische vegane Aktionen wie der Gleichsetzung von Tierhaltung und z.B. der Versklavung von Schwarzen.)

    Dass sich die eigene Empathie durch Aktivismus generell erweitert und man diese auf Tiere überträgt, auf der Basis, dass sie Lebewesen sind und Schmerzen fühlen, ist absolut valide, aber diese Übertragung kann völlig losgelöst vom Kontrastieren mit Menschengruppen stattfinden und eine Empathie sein, die sich alleine aus der Sache der Tiere heraus begründet.

    Entschuldigt wie gesagt diesen langen Text, aber es ist nicht das erste Mal, dass ich so etwas sowohl in der feministischen als auch veganen Szene sehe. Und so sehr ich hinter den Störenfriedas stehe und stehen werde, möchte ich auch meine Meinung teilen, wenn ich mit einem Standpunkt nicht einverstanden bin. Ungeachtet dessen schätze ich den Blog unverändert.

    Meine Bitte ist daher: Veganismus: Ja, definitiv. Vegan und feministisch sein, definitiv! Aber wenn veganer Feminismus als in sich geschlossene Strömung solch eine Position vertritt, dann kann ich nur bitten, diese zu überdenken, kritisch auf den Grund dessen zu gehen, was hier eigentlich verglichen wird und ob das in großer, zynischer Manie nicht in sich hochsexistisch ist.

    Eine überzeugte, vegane Feministin

    (P.S. Abgesehen von den oben genannten Punkten teile ich auch die Analyse, dass die Versklavung von Tieren auf ihrer Weiblichkeit beruht, nicht. Bei Tieren werden meines Wissens sowohl männliche als auch weibliche Exemplare ausgebeutet und ermordet – siehe Kükenschreddern, Töten von männlichen Kälbern usw. Und zu Fleisch werden sowieso beide verarbeitet. Das kann man ruhig so anerkennen, ohne das auf die menschliche Analyse der Geschlechter zu beziehen.)

  3. @Koga:
    Wieso ist tierisches Leid niedriger einzustufen als menschliches? Weil du selber ein Mensch bist? Kognitionsfähigkeit ist a) keine rein menschliche Eigenschaft und hat b) keine stärkere Gefühlsintensität zur Folge. Und genauso könnte man ja argumentieren dass weniger intelligente Menschen weniger leidensfähig sind als intelligentere, was natürlich nicht der Fall ist.

  4. Gabypsilon

    @Koga:
    Da weibliche Tiere den Nachwuchs gebären, beruht die Versklavung nicht doch auf ihrem Geschlecht? Weitergedacht, welche Möglichkeiten ergeben sich in der Zukunft in der Männerherrschaft, durch die künstliche Befruchtung bei Frauen und der Forschung an extrauterinen Gebärmaschinen? Abgesehen davon, was mit dem männlichen Nachwuchs geschieht, der vielleicht u.a. für das Führen von Kriegen benötigt wird….Die nächste Assoziation kommt mir bei dem sexuellen Missbrauch von Tieren, wobei ich nicht weiß, aber annehme, dass es überwiegend weibliche Tiere sind. Zusammenhänge sehe ich schon, teile aber Deine Argumente im 6. Absatz:” Dass sich die eigene Empathie durch Aktivismus generell erweitert und man diese auf Tiere überträgt,……”

  5. Ein Mensch, wie stolz das klingt. Was ist ein Mensch? Vom biologischen Standpunkt aus “ein höheres Säugetier aus der Ordnung der Primaten (Primates). Er gehört zur Unterordnung der Trockennasenprimaten (Haplorrhini) und dort zur Familie der Menschenaffen (Hominidae).” Zitat Wikipedia.
    Menschen sind nicht die Krone der Schöpfung, sondern ein Teil davon.
    Menschen sind eine Art von Tier unter vielen anderen Arten. Katzen fressen Mäuse, aber sie quälen sie vorher nicht.
    Früher mag der Mensch mal Allesfresser gewesen sein, heute ist er vor allem ein Aasfresser. Lassen wir mal das Mitgefühl beiseite, und lassen alleine den sogenannten gesunden Menschenverstand walten: was da in der modernen Tierhaltung produziert wird, ist kein Fleisch, das ist Sondermüll. Und wir essen das auch noch.
    Vegan aus purem Egoismus, das wär doch mal was.

    PS: auch in der modernen Pflanzenhaltung wird jede Menge Sondermüll produziert und dann als Nahrungsmittel etikettiert. Es ist wirklich nicht einfach, satt zuwerden …

  6. „Stellt euch vor, wir würden menschliche Frauen so behandeln wie Kühe“
    Genau das wird doch getan!

    Sorry, für mich sind Tiere im feministischen Diskurs kein Hauptthema. Solange Frauen tatsächlich noch wie Tiere behandelt werden und weltweit für ihre Menschenrechte kämpfen müssen, würden wir uns und unserer “Sache” damit keinen Gefallen tun; denn das Synonym Frau-Tier wird ja eh in der männlichen Sprache z.B. ganz häufig als Metapher verwendet (z.B. die Zwangsprostituierte wird “zugeritten” um sie gefügig zu machen, die sexuell aktive Frau ist “läufig” und hat als Mutter ein Kind “geworfen”).

    Ich stimme Koga auch zu, es würde die analytische Schärfe des Feminismus beeinträchtigen, Tiere mit einzubinden. Feminismus ist ein Diskurs, den wir nicht durch verschwommene Zusatzthemen schwächen sollten. Alles Unklare, Unscharfe schwächt den Fokus und das Profil.
    Und selbsverständlich ist Feminismus anthropozentrisch (menschenzentriert); denn wir sind ja schließlich Menschen.

    Für mich gehört Tierschutz zu Umwelt- und Naturschutz. Auch ein sehr wichtiges Thema. Und es gibt tatsächlich viele Schnittmengen mit dem Feminismus, z.B. den fragwürdigen, männlich geprägten Naturzugang, der die gesamte Natur zur ausbeutbaren Ressource degradiert. Aber Tiere müssen ein eigenständiges Thema bleiben.
    Aufschlußreich übrigens: In Neuseeland sind bereits 1999 den Menschenaffen Menschenrechte zugesprochen worden.

  7. maria schmidt

    Danke für die spannenden Reaktionen und eure Auseinandersetzungsbereitschaft zu meinem Text. Weder möchte ich Leid auf- noch abwerten noch die analytische Schärfe des Feminismus verwässern, sondern eine Annäherung beider Befreiungsbewegungen, weil die Ausbeutung, gegen die sich beide richten, ähnlichen Ursprungs ist.
    Anthropozentrisches Denken hat sich historisch gesehen immer am Mann bzw. am als Mann gedachten Menschen orientiert und tut es auch heute noch. In der veganen Szene, wie wir es auch von vielen anderen Befreiungsbewegungen kennen, setzen sich mehrheitlich Männer in Szene. Ich denke dabei z.B. an die vielen veganen Köche, die sich ähnlich wie die TV-Köche zu eitlen Stars empormanövriert haben. Auch das Hochglanzmagazin “Vegan” ist äußerst männlich. So gibt es in der Ausgabe vom Jan. 2017 unter dem Titel “Deutschland wird vegan” Piktogramme, aus denen hervorgeht, daß 1,3 Millionen Menschen vegan leben, davon 81% Frauen und nur 19% Männer. Und jetzt ratet mal, wie das dargestellt ist?: die 1,3 Mio. Menschen als Männer (wie auf einer Toilettentür) – die Männer haben die Frauen also mal wieder unkenntlich gemacht. Das selbe Piktogramm gilt dann für die 19% Männer, daneben die große 81%ige Frau – sozusagen als Ausnahmeerescheinung. Warum sind Männer in der veganen Szene die Macher, die Frauen aber die deutlich mehrheitlichen Trägerinnen dieser Bewegung? Wie in der linken Szene überhaupt. Auch deshalb wünsche ich mir einen Tierrechtsfeminismus, weil der Feminismus m.W. die einzige Befreiungsbewegung ist, in der Frauen maßgeblich sind und bleiben. Und weil ich es wichtig finde, daß männliche Tierretter nicht vor lauter Aktionismus vergessen, daß das, was sie bekämpfen, nämlich vor allem die unsägliche industrielle Massentier”haltung”, seinen Ursprung im Patriarchat hat, einem System, das ihrem Geschlecht viele Privilegien veschafft.
    Maria

  8. “Warum sind Männer in der veganen Szene die Macher, die Frauen aber die deutlich mehrheitlichen Trägerinnen dieser Bewegung? ” Weil sie auch in diesem Bereich als “Pfützensegler” unterwegs sind, auf fahrende Züge aufspringen, wenn es Profit bringt und Geltungsbedürfnisse befriedigt. Frauen, Feministinnen bereiten den Boden und laufen in vielen Bereichen Gefahr, dass die Männerherrschaft sich ans Steuerruder setzt, bevor wir es bemerken. Vielleicht gibt es bald ein männliches Magazin, dass einen Artikel veröffentlicht, der “Deutschland wird feministisch” als Überschrift trägt und die hier beschriebenen Piktogramme gleich mitliefert.

    Nebenbei bemerkt wundere ich mich auch darüber, dass es wenige Schriftstellerinnen gibt, die Sience Fiction Romane schreiben und auch politisches Kabarett und Comedy fest in männlicher Hand sind.

  9. danke Maria für die erinnerung daran, dass feminismus sich für ALLE Achtung des Lebens einsetzen sollte und gegen jedwede Form von Gewalt!!! gegen KEINE!!!
    Ich bin dabei!

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