Radfem Basic Writings: Kathleen Barry und ihr Kampf gegen die sexuelle Versklavung von Frauen

Kathleen Barry ist eine amerikanische Feministin und Soziologin. Sie besitzt zwei Doktortitel und gehört zu den prominentesten Vertreterinnen der 2. Frauenbewegung. Bis heute engagiert sie sich gegen sexuelle und männliche Gewalt und die Ausbeutung von Frauen. Bekannt wurde sie 1979 mit ihrem Buch „Female Sexual Slavery“ – Deutsche Ausgabe: „Sexuelle Versklavung von Frauen“, in dem sie den Zusammenhang von Vergewaltigungskultur, patriarchaler Gesetzgebung, sexueller Gewalt und Prostitution beschrieb. Das Buch wurde in sechs Sprachen übersetzt und gilt als Grundstein für eine neue, feministische Bewegung gegen Sexkauf und Ausbeutung in der Prostitution. In dem Buch zeigt Kathleen Barry auf, wie der Kampf Josephines Butlers und später die Diskussion um die „White Slavery“, die ihrem Ursprung nach feministische Bewegungen waren, von bürgerlichen Moralisten für politische Zwecke und gegen die Prostituierten instrumentalisiert wurden und deshalb scheiterten. In der auch von Frauen akzeptierten Spaltung in Hure und Heilige sah sie eine der wichtigsten Ursachen für die Toleranz von Sexkauf, gefolgt von der Bereitschaft, Gewalt und Elend in der Prostitution einfach zu übersehen und von Freiwilligkeit zu sprechen. Viele Diskussionslinien, die sich in der heutigen Debatte rund um Prostitution zeigen, analysierte und entlarvte sie bereits 1979.

So beschreibt sie in dem Buch das sogenannte „Vergewaltigungsparadigma“, das jede Vergewaltigung als singuläres Ereignis beschreibt, zu dem nur ganz besondere Faktoren geführt haben, an denen der Frau in den meisten Fällen eine Mitschuld gegeben wird, um auf diese Weise die Täter unsichtbar zu machen und eine generelle Analyse für die gesellschaftlichen Ursachen von Vergewaltigung zu vermeiden. Polizei, Presse und andere beteiligen sich daran, das Vergewaltigungsparadigma aufrechtzuerhalten und es weist direkt in die Rolle der Prostituierten, der ebenfalls entweder in Form einer „Entscheidung für die Prostitution“, die es so nur in seltenen Fällen gibt, oder aber sogar als „Schuld“ an ihrer eigenen Prostitution zugewiesen wird, je nachdem, mit welchem politischen Spektrum man sich beschäftigt. Grundlegend für den Kampf gegen Vergewaltigung ist nach Barry zunächst die Erkenntnis, dass Frauen Opfer sexueller Gewalt sind, nicht Handelnde oder Mittäterinnen. Allerdings hat die Gesellschaft bestimmte Vorstellungen an ein Opfer, es muss besonders „unschuldig“ und „wehrlos“ daherkommen. Frauen, die nicht in diese Erwartungen passen, werden nicht als Opfer betrachtet und können häufig keine Empathie erwarten. Das zeigt sich auch an der Spaltung in Opfer von Menschenhandel und angeblich freiwillig Prostituierte. Erstere werden von allen als Opfer sexueller Gewalt anerkannt, letztere nicht. Barry plädiert deshalb für den Begriff „Überlebende“, da dieser die Summe aller Gewalterfahrungen inklusive der sie begleitenden Zwänge umfasst, gleichzeitig aber auch das Überleben in den Vordergrund.

„Um den Überlebensakt einer Frau zu verstehen, gibt es nur eine Möglichkeit: sich in ihre Lage zu versetzen. Hierzu müssen wir die Situation kennen, mit der sie konfrontiert ist, die objektiven Bedingungen begreifen, mit denen sie fertig werden muss, wenn sie einem Vergewaltiger, Zuhälter oder gewalttätigem Ehemann gegenüber steht. Die beschränkte Sichtweise des Viktimismus verwechselt aktives Überleben mit Komplizenschaft und erschwert es dadurch zu verstehen, warum eine Frau so denkt oder handelt, wie sie es tut.“ (Barry (1983): Sexuelle Versklavung von Frauen, S. 62)

Wenn nur als Opfer gilt, wer mit Gewalt und Ketten in die Prostitution gezwungen wurde, dann werden die anderen Frauen, die mit Erpressung, psychischer Gewalt, der Loverboy-Methode oder schlicht ökonomischer Not in die Prostitution getrieben werden, unsichtbar.

Laut Barry schaffen die Verbreitung und die Akzeptanz sexueller Gewalt ein Klima des Terrorismus für Frauen, für alle Frauen, da diese ihr Leben und ihr Verhalten entlang dieser Gefahr ausrichten müssen. Sie zeigt auf, dass Prostitution immer da besonders intensiv institutionalisiert und sogar staatlich geschützt wird, wo viele Männer weit weg von zu Hause aufeinander treffen: Militärbordells in Vietnam, japanische Trostfrauen, Rotlichtviertel in Häfen- und Messestädten wie die Reeperbahn und das Frankfurter Bahnhofsviertel.

Das Argument der Freiwilligkeit und der angeblichen Alternative, die Prostitution für Frauen darstellt, die auf dem Arbeitsmarkt sonst keine Chance haben, entkräftet sie mit der Frage: Wer verdient an der Prostitution? Keine der Frauen wird reich, so dass Prostitution eben keine Lösung für Armut ist, eine Erkenntnis, die sich auch bis Bulgarien und Nigeria herumgesprochen hat. Der Umstand, dass die Frauen alle durch professionelle Anwerber nach Deutschland, in die USA und Kanada kommen, zeigt, dass sie zur Profitmasse anderer gehören und ausgebeutet werden.

Sie macht deutlich, dass Pornografie nicht nur eine Form von Prostitution ist, da auch hier andere und nicht die Frauen selbst von der Prostition profitieren, sondern zugleich auch selbst eine riesige Anwerbemaschine für Frauen und Kinder ist, um diese in die sexuelle Ausbeutung zu führen. Sie nennt sie die „Ideologie des kulturellen Sadismus“, in der Frauen wie in der Prostitution oder durch Vergewaltigung zu „Wegwerffrauen“ werden:

„Die Pornographie veranschaulicht nicht nur, was mann mit einer Hure, sondern auch was mann mit seiner Geliebten, seiner Ehefrau und sogar seiner eigenen Tochter alles machen kann. […] Pornographie ist eine Erscheinungsform des kulturellen Sadismus sowie ein Mittel, um ihn in den allgemeinen Trend für akzeptables Verhalten und damit in die individuelle Privatsphäre einzubauen. Durch sie wird der kulturelle Sadismus ins Sexualverhalten integriert.“ (Barry (1983): Sexuelle Versklavung von Frauen, S. 232-233).

Auch die Familie spielt eine entscheidende Rolle. Sexuelle Gewalt in der Kindheit ist für Kathleen Barry einer der Hauptgründe für junge Frauen, um in der Prostitution zu landen. Den Staat als Zuhälter benennt und kritisiert sie mit scharfen Worten und tritt bereits 1979 entschieden für das abolitionistische Modell ein, dass Freiertum und Zuhälterei unter Strafe stellt. Über Deutschland schreibt sie (1983):

„Die BRD rühmt ihr System als Modellbeispiel für die Regelung der Prostitution. In Deutschland darf die Prostitution in Städten mit mehr als 20.000 Einwohnern nicht verboten werden: […] Die Einkünfte der Prostituierten werden besteuert, doch haben Prostituierte keinen Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung oder Sozialrente. […].“ (Barry (1983): Sexuelle Versklavung von Frauen, S. 149)

und weiter:

„Der deutsche Durchschnittsbürger wird mit dem Problem der Prostitution nicht konfrontiert. Man könnte hier jahrelang leben, ohne je etwas davon zu bemerken. Sorgsam in Sperrbezirke verbannt, sind Prostituierte, sowie der Missbrauch mit ihnen für den Rest der Stadt oder der Welt inexistent. Um die Mädchen in den Eros-Centern herrscht noch größeres Dunkel. Angesichts dessen, was die Geschichte über Vertuschung von Greueln in Deutschland lehrt, überlief es mich kalt, als mir einige Soziologinnen in Bonn mitteilten, es sei unnötig, die Prostitution in Deutschland zu untersuchen. Das Problem, so wurde mir mit großem Nachdruck gesagt, sei gelöst. Die Prostitution sei staatlich kontrollliert, hygienisch und von der Bildfläche geräumt.“ (Barry (1983): Sexuelle Versklavung von Frauen, S. 150).

Um es noch einmal zu betonen: Barry schrieb das alles 1979 (Datum der Originalveröffentlichung) und dennoch klingt es, wie aus einer der Debatten in Deutschland seit 2002, so wenig hat sich geändert und so wenig stimmen die ständigen Behauptungen, Prostitution sei vor 2002 in Deutschland verboten gewesen.

In ihrem Buch erteilt sie den zahlreichen linksliberalen Statements zu Prostitution eine Absage:

„All diese Argumente und Debatten gehen von einer einzigen These aus: Die Prostitution sei ein notwendiger und unvermeidlicher, gesellschaftlicher Dienst, ein universelles Kulturgut. Da es sie nun schon einmal gebe und immer geben werde, sollten wir das beste daraus machen. […] Die Romantisierung der Prostitution, die Beschönigung ihrer Kulisse und Dienste am Kunden durch Glanz, Vergnügen und Aufregeung, gibt ihr in den Augen der Öffentlichkeit den Anstrich einer legitimen gesellschaftlichen Einrichtung und lenkt die Aufmerksamkeit von der Gewalt , die sie umgibt, und von der Versklavung der Frauen darin ab. Der Blick durch die romantische Brille zeigt ein Leben extravaganter Reisen, befriedigten und befreiten Sexes, ein Leben in teuren, exotischen Kleidern und in Saus und Braus. Es ist das Leben der „glücklichen Nutte“, wo man „Liebe macht“, statt „abspritzt“, und wo der Kunde ein „Liebhaber“ ist statt ein „Freier“. Es ist bezahlter Sex, wobei der Kunde seine Bedürfnisse schildert und beide Partner sich zu phantastischen Orgasmen hochschaukeln. Das große Geld und die beständige sexuelle Befriedigung werden nur von gelegentlich störenden Razzien der Polizei unterbrochen.“ (Barry (1983): Sexuelle Versklavung von Frauen, S. 154-155).

Der letzte Teil ihres Buches beschäftigt sich mit der sexuellen Versklavung innerhalb von Familien, wie sie vor allem im muslimischen Raum anzutreffen ist und sie kritisiert, wie für die einen kulturrelativistische Argumente gelten („Dort ist das Tradition, man kann das nicht mit Europa vergleichen“), während beim Lobbyismus für Prostitution das Gegenteil hochgehalten wird („Prostitution ist sexuelle Freiheit, das muss international gelten, ohne Rücksicht auf lokale Wertvorstellungen“). Beide Argumentationen dienen nur einem Ziel: Den Zugriff der Männer auf die Frauenkörper zu sichern. Barry zeigt auf, dass alle Frauen von der sexuellen Versklavung betroffen sind, entweder direkt, oder in Form einer latenten Bedrohung. Sie nennt das „Geschlechtskolonisation“. Nur Solidarität und politischer Kampf können gegen dieses patriarchale Unterdrückungssystem etwas bewirken.

Geschlechtskolonisation ist heimtückisch. Nicht nur, dass Frauen als Gruppe beherrscht werden – gesellschaftlich, politisch und wirtschaftlich. Im Gegensatz zu jeder anderen kolonisierten Gruppe müssen sie mit ihrem Kolonialherren auch noch Tisch und Bett teilen.“ (Barry (1983): Sexuelle Versklavung von Frauen, S. 221).

Um die sexuelle Versklavung der Frau zu rechtfertigen, wird mal die Religion, mal eine andere Ideologie wie die der sexuellen Befreiung in Form von Pornos herangezogen. Machtvoll ist auch das Diktum des „Teile und herrsche“, das sich damals wie heute zum Beispiel in der Diskussion um den Schleier/das Kopftuch zeigt:

„Frauen werden dazu angestiftet, sich gegenseitig zu bekämpfen und dabei gleichzeitig ihren individuellen Kolonialherren sowie Männerinstitutionen und Kulturen, die sie kolonialisieren, die Treue zu halten.“ (Barry (1983): Sexuelle Versklavung von Frauen, S. 228)

Was sie vor 40 Jahren über Porno und BDSM schrieb, klingt, wie als sei es erst gestern als Antwort auf „50 Shades of Grey“ verfasst worden:

„Die von der Pornographie erzeugten Verzerrungen werden in moderne Liebesgeschichten hineingefiltert und durch Verbrauchsgüter und Werbung zu kulturellen Symbolen udn Bildern herangezüchtet; sie sind das Ergebnis der Verdinglichung von Frauen und Sexualität. Indem Frauen und Sexualität aus ihrem realen Bezugsrahmen entfernt und dem nunmehr Entfernten ausgewählte Phantasieeigenschaften angehängt werden, wird die Wirklichkeit der sexuellen Erfahrung für Frauen neu definiert: Sadismus wird zu einer Lustquelle für Frauen, Sadomasochismus wird von der menschlichen Natur abgeleitet und Auspeitschungen, Schläge und Folter hinterlassen keine sichtbaren Spuren. Die Frau wird, um sie auf den Nutzwert zu reduzieren, den sie als sexueller Konsumartikel darstellt, verdinglicht und entwürdigt.“ (Barry (1983): Sexuelle Versklavung von Frauen, S. 247).

„Sexuelle Versklavung von Frauen“ ist sehr viel mehr als nur eine Momentaufnahme, es ist ein Grundlagenwerk, das sehr genau aufzeigt, an welchem Punkt der oben beschriebene kulturelle Sadismus einsetzt und wie er von modernen Überzeugungen wie „Demokratie“ und „Individualismus“ getragen wird. Die sexuelle Versklavung von Frauen in ihrer gegenwärtigen Form ist kein Überbleibsel einer alten Zeit, sondern wurde neu geschaffen und institutionalisiert, um die Herrschaft der Männer auch für die Zukunft zu sichern. Die äußere Unterdrückung ist zu einer inneren geworden. Kathleen Barry fordert, neue Werte zu entwickeln, die eindeutig festlegen, was gut und richtig ist – sexuelle Gewalt und Ausbeutung können nie und unter keinen Umständen gut sein, auch nicht, wenn man sie mit Begriffen wie „Freiwilligkeit“ und „individueller Lust“ dekoriert.

„Die sexuelle Versklavung von Frauen existiert in dem Vakuum zwischen der Gleichgültigkeit gegenüber sozialen und politischen Problemen, die dem wertleeren Individualismus entspringt, und der Werteverwirrung, die die Verfechter der traditionellen Moral heraufbeschworen haben. Die Untragbarkeit der sexuellen Versklavung von Frauen erfordert, dass wir die dringenden Notwendigkeit von Werten wieder anerkennen – nicht Werte, wie sie waren, sondern Werte, die sich von der neuen Definition dessen ableiten, was recht und was unrecht ist, was für Menschen erhebend und was für sie erniedrigend ist und was zu einer positiven Bewertung von Leben führt gegenüber allem, was Zerstörung und Entmenschlichung bringt.“ (Barry (1983): Sexuelle Versklavung von Frauen, S. 301).

1995 erschien „The Prostitution of Sexuality“, in dem sie sich dezidiert mit der Frage nach dem Consent in der Prostitution beschäftigte. Sie zeigte auf, dass ein in einer alternativlosen Situation gegebener Consent, wie ihn Prostituierte gegenüber Freiern gegen Bezahlung einräumen, kein Consent ist und damit den Menschenrechten widerspricht, denn laut diesen kann kein Individuum der Gewalt gegen sich selbst zustimmen.

Sie ist Mitbegründerin der Coalition Against Trafficking in Women CATW, arbeitete mit Frauen in Vietnam und schrieb eine Biografie über Susan B. Anthony.

Ihr jüngstes Buch „Unmaking War, remaking men“ beschäftigt sich mit toxischer Männlichkeit, Gewalt, Krieg und deren gesellschaftlichen Ursachen.

Seit einiger Zeit bietet Kathleen Barry interessierten Frauen das mehrstündige Programm „Feminist Knowing and Action an“, in dem sie via Skype über die Geschichte, Zusammenhänge und Möglichkeiten der Frauenbewegung informiert und das in der Tradition des feministischen Consciousness-Raising steht. Alle Frauen, die bisher daran teilgenommen haben, berichten mit Begeisterung davon.

Als ich „Sexuelle Versklavung von Frauen“ zum ersten Mal las, konnte ich nicht glauben, dass dieses Buch bereits fast vierzig Jahre alt ist, so aktuell sind all die Punkte, die Barry anspricht und miteinander verbindet. Es bleiben zwei Erkenntnisse: Patriarchat verändert sich ständig und passt sich Veränderungen an, die Annahme, es lasse sich einfach durch „Fortschritt“ überwinden, ist falsch. Aus feministischer Sicht haben wir in den vergangenen Jahrzehnten nicht genug erreicht, aber auch: Wir müssen nicht alles neu erfinden. So viele gute Analysen wurden bereits von Jahrzehnten von klugen Frauen wie Kathleen Barry geschrieben und vergessen, es ist an der Zeit, sie wieder zu entdecken. Kathleen Barry ist eine der wenigen, die in ihrer Person eine Kontinuität zwischen den Ansätzen der 2. Frauenbewegung und radikalem Feminismus heute darstellt und von der wir lernen, auf deren Ansätzen und Forderungen wir aufbauen können.

4 Kommentare

  1. Mir graut, wenn ich daran denke, wie viele dieser gescheiten Feministinnen, die noch die Sachen klar benennen konnten; verschwunden sind. Einige sind bereits gestorben. Wenn man sich dieser gescheiter Frauen nicht mehr erinnern kann, muss das Rad (zum wievielten Mal jetzt?) wieder neu erfunden werden. Diesmal sind die Radteile jedoch bis zur Unendlichkeit
    verbogen und zerstreut worden. Selbstverständlich auch das gewollt.
    (Wem könnte das jetzt wohl nützen, hmmm ?) Diese weibliche Sklaverei und Ausbeutung ist einfach nur eine riesengrosse Schande, vor allem für ein Land, das sich seines „Humanismus“ zu rühmt. Und immer noch wird Sachbeschädigung schlimmer bestraft als die Misshandlung von Kindern und Frauen. Täterschutz und Vertuschung auf ganze Linie. Und niemand will sich die Hände schmutzig machen. Lieber feige wegschauen. Wer natürlich nur glotzen oder wegschauen kann, sieht auch keinen Handlungsbedarf. Glotzen und Wegschauen, die neue Sichtweise, die bereits zum vornherein voller Vorurteile die Prostituierten als Menschen und Frauen wegdenket und zur Ficksache degradiert. Immer noch! Oder noch mehr als früher. Denn heute darf man das ja aus „politischen Gründen“
    gar nicht mehr sagen.

  2. Thank you Mira Sigel for this beautiful tribute to my early work against Female Sexual Slavery which I am pleased to say was translated and published in Germany in the 1980s. I am very moved by your article and especially that you find Female Sexual Slavery as relevant today as it was in 1979 when it was published. The tragedy is that so little has changed, so much of sexual exploitation has gotten worse since them. As the „German model“ for promoting prostitution of women has been replicated around the world, I am excited about the possibilities of German feminists destroying that model by winning criminalization of men who buy women to sexually use and abuse. Thank you for carrying this banner forward.

  3. Thank you Kathleen Barry for all your great work and brilliant analyses. You were one of the heroes of Ellen T. She fought against the pro-sexwork-movement in the beginning of this century. She died way too early to see that there’s a change coming.
    The situation for prostitutes here in Germany isn’t better as it was since the release of your corresponding books, but now there’s a bit of hope because feminist organizations like Terre des Femmes (they’ve changed the POV regarding prostitution finally!) or SISTERS are fighting back and maybe they are able to have some influence on politics in the future to open their eyes that prostitution is continuous rape instead of the cynic view that it’s a kind of self-actualization.

  4. Mira Sigel

    Dear Kathleen thank you so much for your comment – it means so much to me! Your book left me deeply impressed and I hope I helped younger feminists to discover it. What really shocked me was, exactly how you described it, that so little has changed, and so many things even got worse. In Frankfurt the tragedy happening to the women in prostitution lacks any description. We hope for a translation of „Prostitution of sexuality“ as well. I marked and wrote down so many of your sentences to keep them in mind. Thank you so much for your awesome work and I hope we get the chance to meet in person – maybe – I really, really hope to get that organized soon – in one of your online workshops.

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