#shoutingback – jede von uns erlebt Sexismus

We Can Do It - Poster

By J. Howard Miller, artist employed by Westinghouse, poster used by the War Production Co-ordinating Committee [Public domain], via Wikimedia Commons

Es war ein einzelnes, unangenehmes Erlebnis, dass die britische Gründerin von #shoutingback im März 2012 dazu bachte, mittlerweile mehr als 38.000 Frauen dazu zu bringen unter dem Hashtag #shoutingback Tweets an @everydaysexism zu senden, die von den permanenten Belästigungen, Begrabschungen, Anmachen, Übergriffen und der sexuellen Gewalt zu reden, denen sie alle alltäglich ausgesetzt. Aus dem Hashtag wurde eine Bewegung, die bis heute läuft und sogar eine mehrsprachige Webseite hat. #Shoutingback ist ein weiterer Beweis dafür, wie Frauen sich heute via den sozialen Netzwerken gegen Alltagssexismus wehren, gemeinsam eine Möglichkeit finden, ihre Erfahrungen zum Ausdruck zu bringen und damit das ewige Dogma der “Einzelfälle” oder “Übertreibungen” zu brechen, das allgemeine Schweigen und die uns als Frauen auferlegte Sprachlosigkeit zu finden. Mira schrieb es bereits an anderer Stelle: R.I.P. Postfeminismus, die Vierte Wolle rollt und sie rollt weltweit und jede eurer sexistischen Aktionen macht aus uns Frauen einen Schläfer, der plötzlich aufwacht und bereit ist, sich mit sehr erfolgreichen Aktionen der sexistischen Kackscheiße entgegenzustellen – und sich mit anderen auf der ganzen Welt zu verbinden Ich habe mir mal sagen lassen, dass so der Anfang von Revolutionen aussieht. Die feministische Revolution haben wir sicher bitter nötig.

Hier ist das Video zu #shoutingback

Man hätte denken mögen, dass sich seit der zweiten Welle des Feminismus so einiges bewegt hat in Sachen sexistischer Werbung. Doch das Gegenteil ist der Fall. Werbung wird immer sexistischer. Inzwischen regt sich dagegen auch immer stärkerer Widerstand. Pornobilder auf großflächigen Werbeflächen in unseren Städten, in unseren Zeitungen, Frauen als Objekte, dumm, schön – und die Ausrede ist immer: Werbung ist doch Kust, ist doch alles nur ironisch – versteht ihr keinen Spaß, Mädels? Diese Bilder prasseln jeden Tag tausendfach auf uns ein, wir sind ihnen ausgeliefert – seit es Fernsehen und Zeitungen gibt, wie das folgende Video zeigt:

Doch der Widerstand wird immer breiter. Der Sexismus in der Werbung wird bereits in vielen Video-Clips auf Youtube ins Lächerliche gezogen – absurd sind die Geschlechterstereotype, die da verkauft werden. Ein gutes Beispiel dafür ist das hier – es zeigt nämlich, dass die Geschlechter in beide Richtungen funktionieren. Männer sollen sich wie echte Männer fühlen, Frauen jede Menge Blödsinn kaufen, um sich nicht mehr so wertlos zu fühlen.

Doch es gibt auch entschlossene Gegenwehr. Seit 2012 dokumentiert The Representation Project, den Sexismus in Werbung und in Fernsehen. Da gibt es die Entgleisungen von Fernsehkommentatoren, die Unterrepräsentation von Frauen in Politik und sehr viele Beweise für das entwertete Bild der Frau im Allgemeinen. Ihr Youtube Video “How the Media failed Women in 2013” war ein Hit auf Youtube.
Ihr neues Projekt setzt an der vielleicht wichtigsten Stelle an. Es geht um unsere Kinder, die ebenso wie wir mit diesen überzeichneten Männlichkeits- und Weiblichkeitsstereotypen geradezu vollgestopft werden, es geht darum, Freiräume für Vielfalt zu finden, die frei sind von dieser Enge und damit bereits im Kinderzimmer anzufangen.
Hier ist das aktuelle Video dazu:

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