Sind Seelenrückführungen wirklich möglich? – ein Bericht einer Seelenreisenden

Taxila. Standing Female

By Kushana Period, 1st century C.E. (Brooklyn Museum) [No restrictions], via Wikimedia Commons

Es ist ein Thema, auf das wir in der letzten Zeit immer häufiger stoßen. Prominiente lassen sich hypnotisieren und finden dann unter Begleitung eines Kamerateams heraus, dass sie natürlich in ihren früheren Leben keine einfache Magd oder ein Sklave waren, sondern es kommen zumeist ganz ansehnliche Lebenläufe heraus, mit denen man sich auch im heutigen Leben noch gut anfreunden kann. Aber was ist, wenn man zum Beispiel im früheren Leben ein Dieb, ein Mörder, ein wirlich schlimmer Mensch war? Die Buddhisten haben dafür das Karma – wenn es dir also heute ganz gut geht, dann kannst du in deinen früheren Leben nicht allzu viel falsch gemacht haben. Doch wie funktioniert das alles eigentlich? Wie oft werden wir wieder geboren und warum? Haben manche besonders alte Seelen und waren schon oft hier? Sind andere nur besonders jung und blicken deshalb im kosmischen Plan so wenig durch? Man mag so den Eindruck gewinnen bei der Sturheit in Sachen Umweltschutz, Krieg und Fleischkonsum. Wir alle waren und sind miteinander auf Gedeih und Verderb verbunden und das Prinzip, das unsere Welt eigentlich beherrscht, ist die Liebe. Sie kommt nur so selten dazu.

Ich fand die Idee einer Seelenrückführung spannend. Seit ich ein Kind gewesen bin bin ich der felsenfeste Überzeugung, dass das Schicksal bei mir einen Fehler gemacht hat und mich einfach in die falsche Welt gebaut hat. Mittelalterliche Gemäuer jagten mir schon mit 7 einen kalten Scheuer über den Rücken. Wer hier wohl gegangen geliebt gestorben ist? Manchmal war als könnte ich das Hufgetrappe hören, das laute Lauchen aus den Burgküchen. Ich habe mir oft vor dem Schlafengehen gewünscht, einfach am nächsten Morgen aufzuwachen und endlich in meiner richtigen Zeit aufzuwachen, irgendwo im Mittelalter. Das ist natürlich nicht passiert. Auch meine mittelalterlichen Gewandungen, meine nervige Klugscheißerei im Geschichtsunterricht verbesserte die Lage nicht gerade. Also studierte ich Geschichte. Und lernte, das zwischen Geschichte und Geschichtswissenschaft ein riesengroßer Unterschied lag. Dröges Einhämmern von wem wer jetzt wie die Mütze vollgehauen bekommen hat und ja, die Frauengeschichtswissenschaft, also das ist ja ein ganz eigenes Thema, da wissen wir so wenig drüber und wir fragen heute auch nicht mehr nach Ursachen, wir sehen da mehr die kontextuelle Bedeutung. Ich habe es trotzdem geschafft, dieses Studium zu überstehen, auch wenn es mich manchmal heute noch abwechselnd graust oder zum Lachen brint, an diesen Türmen vorbeizugehen.

Faszination Geschichte

Nun Geschichtswissenschaftlerin wurde ich also auch nicht und trotzdem ist da bis heute diese überbordende Faszination für alles Vergangene, das was hinter uns lag, was vorher da war, was uns, unsere Kultur gemacht und geprägt hat und was alle immer so langweilig finden.
Bieb immer noch die Chance, selbst eine Zeitreise zu machen. Zumindest mit meiner Seele. Vielleicht würde das auch so viele meiner Ängste und Besonderheiten erklären, wer weiß, was da alles geschehen würde.
Also besorgte ich mir zuerst einmal ein Buch: Ursula Demarmels ist eine der bekanntesten und wohl auch erfahrensten Frauen in spiritueller Rückführung, die in ihrem Buch “Wer war ich im Vorleben” auf wenigen Seiten sehr umfassen darüber aufklärt, was denn so eine spirituelle Rückführung nun bedeutet, wie sie abläuft und wie man sie verarbeitet. SIe beantwortet in ihrem Buch so ziemlich jede Frage, die im Verlauf einer Rückführung auftreten kann, zum Beispiel ob ma sich schuldig fühlen sollte, wenn man in einem früheren Leben kein besonders netter Zeitgenosse war, sie erklärt uns die Funktion unseres spirituellen Führers, der bei vielen wohl ein Tier ist, bei mir ist es Ian Somerhalder (-ich denke, ich muss das nicht kommentieren). Ursula Demarmels Buch enthält viele Beispiele aus ihrer Praxis und ist randvoll gefühlt mit Erfahrung, die Vertrauen und Verständnis schafft.

Meine Seele auf die Reise schicken

Da es mir aber an Zeit und auch Geld fehlt, um nun einen der inzwischen unendlich vielen Rückführungsexperten (die Preise beginnen bei 120 Euro)  für so eine Sitzung zu bezahlen, kaufte ich mir im Anschluss die Audio-CD “Deine Seele erzählt” von Kristine Weitzels, eine Anleitung zur Selbstrückführung. Die Dauer der CD ist 73 Minuten, man sollte sich einen ruhigen, dunklen und angenehmen Raum suchen und möglichst vorher noch einmal die Toilette aufsuchen. Dann setzte ich mir meine Kopfhörer auf und es ging los. Die Hypnose begann mit mehren Entspannungübungen, auf die ich mich sehr gut einlassen konnte, da die Stimme der Autorin zwar sehr klar, aber auch sehr sanft ist. Dann, als ich so weit war, setztn ich und mein spiritueller Führer (Ian Somerhalder) hinüber zu meinem anderen Leben.
Es dauerte eine Weile, bis ich merkte, dass ich nicht mehr ich war, dass ich in einem vollkommen anderen Körpersteckte. Kristina Weitzels ruhige Stimme führt durch den Prozess und lässt auch immer wieder genug Pausen, um sich selbst orientieren zu können. Ich befand mich offensichtlich beim Aufstieg auf eine Burg, aber so eine Burg hatte ich in meinem ganzen Leben noch nie gesehen, auch eine solche Landschaft nicht. Mir war das alles zutiefst unheimlich. Ich hatte große Schmerzen in meiner Schulter, und als ich danach griff, war meine Hand voller Blut. Weitzel bittet während der Hypnose, dann immer wieder Alltagssituationen einzunehmen, durch die wir mehr über unsere Kindheit, unsere Familie, unseren Namen, das Land, in dem wir Leben und die Jahreszahl herauszufinden. Mein eigener Name war so fremd, dass ich ihn kaum sagen konnte; “Rohan” . für einen Verstand, der sich ja mit auf diese Reise begeben hatte, klang das keltisch, aber die Burg und auch die Männer um mich herum wirkten nicht keltisch, obwohl sie eher zartgebaut und klein waren. Dann traf ich auf einen jungen Mann den ich bisher nicht gesehen hatte sein Name war “Kirin” und wir freuten uns unbändig einander zu sehen. Er musste mein Bruder oder Cousin sein. Ich bin mir jetzt im Nachhinein sicher dass wir uns auch in diesem Leben kennen. Frau Weitzel ließ mich dann einen Zeitsprung machen, bis kurz vor meinen Tod. Krieg war über das Land gekommen und auch über diese Burg. Ich hatte eine Familie gehabt und weil ich gekämpft hatte, hatte ich sie schutzlos zurückgelassen. Das Gefühl der Schuld überwältigte mich. Ich starb als alter Mann, mit vielen Kriegsverletzungen, zu dem die jungen Männer kamen, wenn sie Geschichten von früher hören wollten. Auch Kirin muss tot gewesen sein, denn ich traf ihn nie wieder.

Zurück ins Hier und Jetzt

Als ich aus der Trance erwachte, konnte ich an meinen spirituelen Führer noch einige Fragen stellen, doch in ich war zuerst vollkommen von dem überwältigt, was ich erlebt hatte.
Zu jedem Zeitpunkt war mir klar gewesen, dass ich da untern in meinem Zimmer lag, doch gleichzeitig hatte mit Rohan ein Stück seines Lebens gelebt, seine Freude und seinen Schmerz erlebt. Natürlich machte ich mich sofort an meine Recherchen und fand heraus, dass Kirin und Rohan indische Namen waren, die in der Kuschana-Zeit in Indien besonders beliebt waren, diese Phase dauerte bis kurz vor dem Datum, dass ich in der Trance genannt hatte 318. Wie alle Übergangszeiten, war auch diese von beständigen Kriegen und Gebietskämpfen geprägt gewesen.
Seelenrückführungen sind also möglich. Ich habe es selbst erlebt und ich war dem Ergebnis gegenüber vollkommen neutral. Indische Geschichte stand nie auf meinem Lehrplan, ebenso wie die Namenskunde. Es war ein sehr berührendes Ereignis und eine triefgreifende Erfahrung. Besonders deshalb, weil ich damals mit dem Gefühl starb, Kirin nie wieder zu sehen, doch ich bin mir ziemlich sicher, dass ich ihm oder besser seiner Seele im hier und jetzt sehr nahe bin. Es war eine wundervolle Erfahrung, die zeigt, wie limitiert und selbstbegrenzt wir unseren Geist einsetzen, wie wenig und wie viel zu selten wir unsere Seele auf die Reise schicken, nicht nur solche.