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Unsere Störenfrieda der Woche: Adelheid Popp

Adelheid Popp

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Adelheid Popp war eine entschlossene Frauenrechtlerin und Arbeiterin. Sie wurde im Februar 1869 in der Nähe von Wien geboren und musste bereits als Kind in einer Fabrik arbeiten. Es waren ihre Brüder, die sie an den Abenden mit auf Versammlungen von Arbeitern nahmen – und hier fing Adelheid Feuer. Sie lernte Lesen und Schreiben und verfasste flammende Reden über die Lage der ArbeiterInnen. Selbst nach zwölf Stunden Arbeit in der Fabrik nahm sie stundenlange Fußmärsche auf sich, um zu Versammlungen zu gehen. Sie organisierte mehrere Frauenstreiks und wurde dafür mit Gefängnis bestraft. 1891 trat sie dem Arbeiterinnnen Bildungsverein Wiens bei, ab 1892 schrieb sie für die Arbeiterinnen-Zeitung und ab 1919 war sie sogar die Herausgeberin der Zeitung. Sie stand in intensivem Austausch mit August Bebel und Friedrich Engels. Ihr Mann und ihre beiden Söhne verstarben früh – für Adelheid, die sie beide pflegte und gleichzeitig gegen die bittere Armut ihrer Familie ankämpfte, eine entscheidende Erfahrung. Für sie war klar, dass die Unterdrückung der Frau nur einer der vielfältigen Unterdrückungsmechanismen des Kapitalismus war. Sie wurde die Nachfolgerin Clara Zetkinks im internationalen Frauenkomitee und starb 1939 kurz nach der Annexion Österreichs durch die Nationalsozialisten.