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Wenn schon Kritik an ProstitutionsgegnerInnen – dann schon richtig – oder: Lasst euch doch mal was Neues einfallen

Zuganstüren in einem Bordell

By Usien (Own work) [GFDL or CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Dieser Tage geht es rund um die Frage zur Prostitution hoch her. Die Regierung aus CDU/SPD streitet um eine Neuregelung des Prostitutionsgesetz, doch schon jetzt macht die SPD deutlich, dass mit ihr nicht viele Veränderungen drin sein werden. Sie stellt sich quer beim Mindestalter für den Einstieg in die Prostitution sowie die Bestrafung von Freiern, die zu Zwangsprostituierten gehen. Immerhin, so heißt es aus SPD-Kreisen, habe die Erfahrung gezeigt, dass Freier oft mithelfen, um Zwangsprostituierten zu helfen.

An dieser Stelle sei nur kurz hinzugefügt, dass die Freier sich erst melden, nachdem sie sich an der Frau vergangen haben und dass es ihre Nachfrage ist, die Zwangsprostitution überhaupt notwendig macht. Vielleicht arbeiten wir demnächst auch unter Straffreiheit mit Liebhabern von Kinderpornografie zusammen – denn die kennen sich ja aus und können die Ermittler zu den Quellen führen.

Begleitet wird diese Possenspiel von neuen Beiträgen auf den bereits bekannten Debattenblogs der Rosa-Luxemburg-Stiftung – die sich Ende Juni zumindest dazu durchringen konnte, den Beitrag der prostitutionskritischen Manuela Schon abzudrucken, sowie die Stellungnahme der “Initiative für Gerechtigkeit bei sexueller Gewalt” pro Nordisches Model, und dem unsäglichen Blog der Böll-Stiftung.
Dort werden Klischees, tausendfach entkräftete Argumente und Vorurteile wiedergekaut, so langweilig und durchschaubar, dass man gähnen möchte.

Feministinnen? Böse und sexfeindlich, Hurenhasserinnen aus Überzeugung. Prostituierte? Sexuell befreite Frauen, von denen die Gesellschaft noch etwas lernen kann. Freier? Diskriminierte Randgruppe, die dringend mehr Akzeptanz braucht. So reden wir uns die schöne, neue Sexarbeitswelt schön!

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