Schlagwort: böllstiftung

Der Unterschied zwischen Ficken und Sex – ein Debattenbeitrag zur Prostitution

St. Pauli - Hamburg Reeperbahn

St. Pauli - Hamburg Reeperbahn by The world through my eyes via Flickr, [CC BY-NC-ND 2.0]

Derzeit wird gleich auf zwei Debattenblogs – einmal dem der Heinrich-Böll-Stiftung, einmal dem der Rosa-Luxemburg-Stiftung – „moderiert“ über Prostitution diskutiert. Moderiert bedeutet, dass alle von ahnungslos bis zynisch menschenverachtenden Pro-Prostitutionsartikel sogenannter „ExpertInnen“ dort veröffentlicht werden – jene, die sich gegen Prostitution einsetzen und ihre Artikel dort einreichen und an anderer Stelle eng zum Beispiel mit der Rosa-Luxemburg Stiftung zusammenarbeiten, werden gepflegt ignoriert. Das passt zum allgemeinen Gebaren der Linken, die beim Thema Prostitution auf dem linken Auge blind ist. Woran liegt das? Warum glaubt die Linke, eine 9-Milliarden-Dollar-Industrie würde sich ausgerechnet für sexuelle Freiheit einsetzen? Und warum wird versucht, die KritikerInnen eben dieser Industrie so gezielt mit Begriffen wie „Hurenhass“ und Shitstorms auf Twitter zum Schweigen zu bringen? Ich glaube, es liegt daran, dass die Linke den Unterschied zwischen Ficken und Sex nicht verstanden hat.

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Die Heinrich-Böll-Stiftung hat zum Thema Prostitution einen Debattenblog eingerichtet – “Streitwert” – auf dem bisher allerdings ausschließlich Beiträge veröffentlicht wurden, die Prostitution und auch Pornos super finden – auf akademisch gerade noch so angemessenem Niveau, wir sind ja hier nicht in der Gosse, da wo die Prostitution stattfindet. Sehr gelehrte Menschen machen sich also theoretische Gedanken zur Prostitution und kommen auf verschiedenen, teils sehr kruden Wegen immer wieder zum Ergebnis: Eigentlich ist dagegen nichts einzuwenden. Das wiederum hat etwas damit zu tun, dass diese Menschen aufgrund ihrer Lebenswege niemals in die Situation kommen werden, sich prostituieren zu müssen und daher aus der wohligen Distanz ihrer Elfenbeintürme ein soziales Phänomen in vollkommener Herablassung abschließend bewerten können. In dieser Haltung steckt ein menschenverachtender Zynismus, den ich bereits an anderer Stelle kritisiert habe. Nun hat das Niveau des neusten Blogbeitrags allerdings einen Tiefpunkt erreicht, dass ich mich wirklich fragen muss, ob in diesem Land überhaupt noch jemand seine Doktortitel dank irgendeiner Anstrengung erreicht, oder ob die im Lotto – oder gegen Bezahlung oder Sex – verteilt werden. Da wird in unglaublicher Ignoranz mit Begriffen und Zusammenhängen um sich geworfen, die weder belegbar noch nachvollziehbar sind – und beides sollte man, wenn man einen Doktortitel hat und Expertin ist, zumindest hinkriegen. Oder nicht, Bildungs- und Prostitutionsmekka Deutschland?

Im Folgenden meine Auseinandersetzung mit dem neuesten Erguss auf dem Böll-Blog, in Anführungszeichen das Original, darunter meine Antwort.

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