Schlagwort: das Inzesttagebuch

Der Bericht einer Überlebenden: “Das Inzesttagebuch”

In den vergangenen Wochen seit dem Erscheinen von “Anonyma – das Inzesttagebuch” gab es so gut wie keine Büchergruppe, in der das Buch nicht heftig diskutiert wurde. Eins steht fest: Es rüttelt auf, es schockiert. Und das ist, liest man die Sprache, auch eine seiner Absichten. Viele Sätze sind dazu gemacht, der Leserin/dem Leser mit voller Wucht eine Wahrheit in das Gesicht zu schleudern, die ihnen den Atem nimmt. Da ist ein kleines Mädchen, eines, wie viele kleine Mädchen, aus einer ganz normalen Familie, und dieses Mädchen hat ein schreckliches Geheimnis: Es wird vom eigenen Vater missbraucht, seit es im Kindergartenalter war. Um die heftigen Übergriffe des Vaters, bei dem es nicht nur beim Berühren bleibt, sondern regelmäßig zu Penetration und sogar Verstümmelungen kommt, zu überleben, beginnt die anonyme Schreiberin, Lust zu entwickeln, die sich bis in wahnsinnige Orgasmen steigert, schon als Kind. Lust ist ihr Überlebensmechanismus, für den sie sich schämt, den sie aber auch nicht leugnet und der am Ende ihr ganzes weiteres Leben überschatten wird.

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