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Wider den akademischen Zynismus der Prostitutionsdebatte – Romanas Geschichte, eine von 400.000 Prostitutierten in Deutschland

Ich habe lange überlegt, ob ich diese Geschichte aufschreibe. Sie ist nicht meine Geschichte, sie ist die Geschichte einer fremden Frau, die kaum Deutsch spricht, die diesen Blog nicht liest und die auch sonst nicht viel liest. Was mich dazu bewegt, es doch zu tun, ist der menschenverachtende Zynismus, der sich auf gleich mehreren Blogprojekten zum Thema Prostitution zur Zeit breit macht. Da wird in akademischer Borniertheit über den Streitwert von Prostitution und sexueller Dienstleistung philosophiert, da ergeht sich ein studierter Experte nach dem anderen in dem für und wider einer freiwilligen Prostitution, während da draußen 400.000 Frauen sind, von deren Lebenswelt die gelehrten Damen und Herren nicht den Hauch einer Ahnung haben. Deshalb werde ich Romanas Geschichte erzählen, exemplarisch für all die anderen Frauen, mit denen ich in der Zwischenzeit gesprochen habe, weil mich wirklich interessiert, was es bedeutet, im Jahr 2014 in Deutschland eine Prostituierte zu sein und nicht ob Prostitution nun gesellschaftlich akzeptabel ist, trotz des bisschen Ausbeutung und patriarchaler Vorrechte, wie es gerade auf diesen angeblich kritischen Blogs der Rosa-Luxemburg- und Heinrich-Böll-Stiftung geschieht.

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