Schlagwort: frauen

Hommage an Frauen

Zwei Frauen

Pixabay, CC0

Vielleicht ist dieser Post nicht zu verstehen, der Anlass auch nicht.

Von außen vielleicht nicht – aber er kommt ja auch von innen.

Das ist eine Hommage an die Frauen in meinem Leben. Ganz einfach so.

Er ist ein Zeichen, ein Dankeschön, eine Würdigung für alle verlorenen, gewonnen und nicht ausgefochtenen Kämpfe, deren Teil sie sind.

Ein Widmung den Frauen, die wagen und resignieren, die jeden Tag aufstehen oder im Bett liegen bleiben. Für die, die Mütter sind und die, die keine sind. Eine Widmung denen, die still und heimlich Berge versetzen oder laut und unübersehbar Gipfel verschieben. Für die, die fehlbar sind, wütend, nett, zaghaft oder vehement. Für die, die Artikel schreiben, ganze Bücher gar – oder ihre Träume in die Zimmerdecke hauchen. Die, die Bücher verschlingen und für die, die sie fürchten.

Es sind Zeilen für jene, die ihren eigenen Kopf aus der Schlinge ziehen und für die, denen die Kraft dazu ausgeht.

Für alle Frauen, die im Schatten ihrer Männer blieben, weil das der göttlichen Ordnung entspricht.

Und für die, die Kopf und Kragen riskieren, weil sie sich dem verweigern, ihre Schwestern, Töchter und Mütter dem patriarchalen Fraß vorzuwerfen. Und für die, die aufgegeben haben.

Es ist eine Erinnerung an eine Mutter, die keine Liebe kannte.
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Mädelsache- Frauen in der Neonazi-Szene von Andrea Röpke und Andreas Speit

Buchcover: Mädelsache - Frauen in de Neonazi-Szene

Mädelsache - Frauen in de Neonazi-Szene, März 2011, Ch.Links-Verlag

Als Beate Zschäpes Bild Ende 2011 der Öffentlichkeit bekannt wurde,  war die Verwirrung groß. Eine so harmlos aussehende Frau sollte Teil einer neonazistischen Terrorgruppe sein,  die zehn Jahre lang mordend durch Deutschland zog? Die Irritation zeigt, dass Frauen in der Neonazi-Szene für die Öffentlichkeit nahezu unsichtbar sind. Das Buch Mädelsache – Frauen in der Neonazi-Szene von Andrea Röpke und Andreas Speit gibt einen umfassenden und gut recherchierten Überblick darüber, wie sich Frauen in allen Formen nationalistischen Gedankenguts engagieren – und dass Unsichtbarkeit eine erfolgreiche Taktik ist.

Frauen sind überall

Die Autoren zeigen, wie vielfältig die Möglichkeiten in der rechten Szene für Frauen sind. Als NPD-Abgeordnete und in der Parteiorganisation Ring Nationaler Frauen, wo man sich unauffällig und bürgernah gibt, im Zweifelsfalle aber den Männern den Vortritt lässt, wenn es um politische Ämter geht, in der leicht antiquierten Gemeinschaft deutscher Frauen oder in Kameradschaften, die vor Gewalt nicht zurückschrecken, überall dort sind Frauen zu finden, mal sind sie die Wortführerinnen, mal sind sie nur ein Manöver, um Mandate zu bekommen und diese postwendend an Männer abzutreten, mal fotografieren sie Gegendemonstranten oder prügeln gleich selbst mit.

Sie singen in Rechtsrockbands, dichten Lieder, interessieren sich für deutsches Essen und deutsche Handwerkskunst. Sie sind Mütter und Kameradinnen, organisieren Treffen, halten Kontakte, tauschen sich aus.
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Frauen und Militär

A woman Marine

Morning Calm Weekly Newspaper Installation Management Command, U.S. Army via Flickr, [CC BY-NC-ND 2.0]

Krieg und Gewalt nehmen zu, als Folge des zunehmenden Turbokapitalismus, der Ressourcenverknappung und der Klimaveränderung, und all diese Faktoren sind natürlich miteinander vernetzt. Deutschland spielt im Kontext von Krieg eine maßgebliche Rolle und der Reichtum Deutschlands begründet sich auch auf Waffenexporten. Deutschland ist der drittgrößte Waffenexporteur auf der Welt und es gibt sehr viele Vernetzungen von Politik und Waffenindustrie (Schwarzbuch Waffenhandel/Jürgen Grässlin).
Als Folge der zunehmenden Flüchtlingsströme wird über weitere Auslandseinsätze auch der Bundeswehr nachgedacht, zusätzlich zu den schon jetzt stattfindenden Einsätzen, zur „Grenzsicherung“.

Es ist wichtig, gerade und insbesondere angesichts zunehmender Kriegseinsätze, das Gesicht des Krieges weiblicher, und somit weniger bedrohlich zu machen. Wenn Frauen in den Krieg ziehen, oder als Verteidigungsministerin über humanitäre Kriegseinsätze sprechen, dann werden diese Einsätze als eher notwendig betrachtet und weniger als imperialistischer Machtkampf.

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Warum das Gender-Konstrukt toxisch ist – ein Beitrag zur Trans*-Debatte

Wordle

Wordle erstellt mit WordItOut

Vorbemerkung

In den vergangenen Tagen gab es auf der Facebook-Seite des von uns eigentlich hochgeschätzten Blogs Indyvegan eine heftige Diskussion, die sich um das Konglomerat „Transphobie“, „Cis-Sexismus“, Gender, biologisches Geschlecht und die Legitimation vermeintlich „neutraler“ Fremdbezeichnungen wie T(W)ERF (TERF = Trans Excluding Radical Feminist, TWERF = Trans Woman Erasing Radical Feminists) – analog zu SWERF (Sex Worker Excluding Radical Feminists) – drehte.

Zunächst einmal ist es sehr begrüßenswert, dass Indyvegan hier zunächst keine vorschnellen Schlüsse gezogen hat, sondern sich interessiert gezeigt hat an der Ebnung einer Debattenkultur, die eine – weitgehend – sachliche Auseinandersetzung ermöglichen soll. Das ist im hiesigen Feminismus, der vom Queerfeminismus und dem liberalen – oder auch postmodernen – Feminismus dominiert wird, äußerst selten.

Im Laufe der Debatte änderte sich diese Haltung jedoch zusehends. Während die Menschen von Indyvegan zunächst noch „mangelnde Fachkompetenz“ ihrerseits proklamierten (dessen öffentliches Eingeständnis von Größe zeugt und damit unseren Respekt verdient) und um niedrigschwellige ErklärbärInnentexte von beiden Seiten baten, bezog die Seite dann jedoch schnell Position für die „Betroffenenseite“. Sich erklären durften nur noch Trans*personen und den an der Diskussion beteiligten RadikalfeministInnen wurde die Betroffenenposition im Patriarchat abgesprochen. Später wurde ihnen mit dem – auch auf Nachfragen nicht näher erläuterten – Vorwurf von „Transfeindlichkeit“, unter Androhung von der Seite gebannt zu werden, das Wort verboten. Lediglich das Recht „Verständnisfragen“ an die Betroffenen zu stellen, wurde eingeräumt.

Ironischerweise wurde dieses Vorgehen als „emanzipativ“ bezeichnet, denn den irregeleiteten „TERFS“ solle ja die Möglichkeit gegeben werden sich fortzubilden und ihre Meinung zu ändern. Realsatirisch wurde es, als eine Kommentatorin einen Beitrag postete, mit dem sie durch Zitate von Trans*personen mit eindeutigen Hassbotschaften und Morddrohungen gegen „TERFS“ belegen wollte, dass „TERF“ eben keine „neutrale Bezeichnung“ sei, sondern in der Tat eine Beleidigung, die eigentlich nicht mit den Diskussionsregeln von Indyvegan im Einklang steht. Begründung: Die Webseite („Terf is a Slur“), der diese Zitate entnommen wurden, habe „transfeindliche Inhalte“ beinhaltet. Spannend: Sind diese zitierten Trans*personen selbst „transfeindlich“ oder wie soll das verstanden werden? Offenbar konnte Indyvegan das selbst nicht so genau erklären: Auch hier wurden entsprechende Nachfragen nicht beantwortet.

Dieser Beitrag ist ein Versuch, einen Beitrag zu dieser Debatte zu leisten und Standpunkte zu den Kernthemen, an denen die „Diskussion“ chronisch eskaliert, beizusteuern. Er ist auch ein Versuch, die Differenz zwischen Radikal- und Queerfeminismus, die im hiesigen Feminismus kaum Raum bekommt oder bekommen soll, zu beleuchten. Es ist eine Einladung an Indyvegan und alle anderen Interessierten zur Diskussion und Aufarbeitung der Geschehnisse der letzten Woche.
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Hey girl, where is my cookie?

Dies wird wieder einer dieser Texte, für die mensch sich sicher nicht gerade beliebt macht. Aber manche Dinge müssen einfach mal gesagt/geschrieben werden. Weil es eine beschäftigt. Weil es eine schier zur Verzweiflung bringt. Weil etwas irgendwie total strange verläuft. Die hier niedergeschriebenen Gedanken sind nicht fertig. So sind sie auch zu behandeln: Als Ermutigung zur Diskussion. Als Einladung zum Nachdenken. Sicher finde ich irgendwann einen Text einer klugen Feministin, die all das schon vor langer Zeit viel besser und prägnanter aufgeschrieben hat. Ähnlich habe ich es natürlich schon bei Shulie (Shulamith Firestone) gelesen. Nichtsdestotrotz hier mein eigener Versuch:

Juni 2014, Nordiskt Forum, Malmö/Schweden im Anti-Porn-Workshop mit Gail Dines: Ein Mann meldet sich zu Wort, im ganzen prall gefüllten Raum sind vielleicht insgesamt maximal 10 Männer anwesend. „Ich und mein Kumpel hier wir schauen ja keine Pornos …“. Applaus. Kein Witz.

April 2015, Marburg, Veranstaltung zu „Stop Sexkauf“: Männer werden applaudiert, weil sie bei einer Veranstaltung zu Prostitution A N W E S E N D sind. Ebenfalls kein Witz.

L E I D E R  K E I N  W I T Z.

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Flüchtlingsfrauen werden laut

Arbeitsbesuch Libanon

By Österreichische Außenministerium (Arbeitsbesuch LibanonUploaded by High Contrast) [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

Die Women in Exile haben nach ihrer Floßtour durch Deutschland in rund 40 Flüchtlingslagern in sieben Bundesländern ein Memorandum veröffentlicht. Dieses möchten wir euch sehr ans Herz legen.

Darin heißt es unter anderem:

Flüchtlingsfrauen leiden besonders unter rassistischen Asylgesetzen. Zusammen mit vielen anderen Flüchtlingsfrauen fordern wir deshalb ein Leben in Sicherheit und Würde. Meistens sind es die Frauen, die sich verantwortlich fühlen, den Alltag für ihre Kinder und Familien zu organisieren – unter menschenunwürdigen Bedingungen.

Wir haben gesehen, dass es oft am Notwendigsten fehlt: An Platz für ein Babybett, an genügend Waschmaschinen, an Platz zum Spielen für die Kinder, an warmem Wasser… Außerdem berichteten uns Flüchtlingsfrauen, wie entmündigend und entwürdigend das Leben mit Essenspaketen oder Gutscheinen ist. Viele Frauen leiden auch sehr darunter, um jede Krankenbehandlung für sich oder ihre Kinder beim Sozialamt betteln zu müssen.

und

Die Frauen, mit denen wir gesprochen haben, fühlen sich in den Lagern unsicher. Sie müssen Höfe durchqueren oder ein bis zwei Stockwerke durchs Treppenhaus gehen, um zur Toilette zu gelangen.

Wenn es dunkel wird, trauen sie sich oft nicht ihre Zimmer zu verlassen. In vielen Fällen müssen sie in Zelten oder Containern leben, die eher für Waren als für Menschen geeignet sind. Sie haben keine Privatsphäre – selbst die Duschkabinen sind meist nicht abschließbar. So sind sie Gewalt und sexueller Belästigung ausgesetzt.In dieser Situation müssen Frauen oft Jahre auf die Entscheidung über ihr Asylverfahren warten.

Deshalb fordern wir: Keine Lager für Frauen! Alle Lager abschaffen!

 

Das ganze Memorandum kann hier aufgerufen werden.

Militär und Frauen – keine Liebesgeschichte

First Female Air Force Crew

By Master Sergeant Alfred A. Gerloff Jr., United States Air Force (All-female combat crew takes it in stride image) [Public domain], via Wikimedia Commons

Das Thema Frauen und Militär wird seit einiger Zeit wieder aktueller, insbesondere auch in Deutschland.

Teilweise bedingt sich dies dadurch, das eine Frau, Ursula von der Leyen, erstmalig in der Geschichte Deutschlands Verteidigungsministerin wurde. Zu diesem Zeitpunkt konnte schon nichts Gutes erahnt werden und zunehmende Kriegseinsätze vorausgesehen werden. Wieso?

Einige mögen es als Zufall gesehen haben, dass Frau von der Leyen Verteidigungsministerin geworden ist. Allerdings gehe ich eher von eine sehr strategischen Planung aus, denn Deutschland ist der drittgrößte Waffenexporteur auf der Welt und es gibt sehr viele Vernetzungen von Politik und Waffenindustrie (Schwarzbuch Waffenhandel/Jürgen Grässlin). Hier wird also wohl kaum herumgestümpert worden sein. Aus Imagegründen musste es eine Frau sein, denn eine Frau kann Krieg glaubhafter verkaufen. Bei einer exorbitanten Anzahl an möglichen weiblichen Ministerinnen hätte es vielleicht andere Gründe gegeben, aber unter den gegebenen Umständen nicht.

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Mörderische Frauen – oder: morden Frauen anders?

Portrait Erszébet Báthory

By Oldbarnacle (Own work) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons

Frauen wird immer unterstellt, dass sie sanftmütig und friedfertig sind, dass ihnen Aggression weniger liegt als Männern. Damit stehen Frauen fast automatisch immer in der Opferrolle. Doch Frauen können ebenso Täter werden wie Männer – ihre Art von Gewalt drückt sich nur anders aus. In der öffentlichen Wahrnehmung kommen kriminelle Frauen jedoch kaum vor – obwohl es von ihnen eine ganze Menge gibt.  Das Bild der Frau als Mörderin läuft der verbreiteten Wahrnehmung von der Frau als fürsorglichen Lebensgeberin entgegen. Doch Verbrechen hat kein Geschlecht, Frauen sind aus den unterschiedlichsten Gründen – von Männerhass bis Habgier ebenso dazu in der Lage, doch laufen sie damit den festgelegten Geschlechterrollen zuwider. Verbrechen ist, so zeigen es zahlreiche Serien, Filme, Bücher, männlich – wenn Frauen ein Verbrechen begehen, dann aus “Leidenschaft” oder “Liebe”. Eiskalte Berechnung, Rache oder Selbstverteidigung, die zu Mord führt, wird Frauen weitaus weniger zugetraut als Männern. Trotzdem haben schon in den 50er Jahren Männer Frauen bei Mord einen “Frauenbonus” unterstellt, der sie vor Verurteilungen bewahrte – bei nährer Betrachtung nicht hinnehmbar. Wie oft Frauen zu Mord bereit sind, zeigt die Tatsache, dass die Hälfte von Mordversuchen, die das Opfer überlebt, von Frauen begangen wird. Um Klischees rund um Frauen und ihre Fähigkeit zum Verbrechen aufzubrechen, stellen wir im Folgenden einige berühmte Verbrecherinnen und ihre Geschichten vor.

Die amerikanische Soziologin Ann Jones schrieb 1979:

Die Geschichte der Frauen, die töten, ist die Geschichte der Frauen.” Das bedeutet, dass es möglich ist, etwas über Zeitumstände, Mentalitäten, Frauenbilder und deren Veränderung zu erfahren, wenn man sich anschaut, wen Frauen wann und warum ermordet haben. [1]

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