Schlagwort: Frauengesundheit

Der Ursprung der Welt

Als ich zuletzt über Vaginaltraining schrieb, wurde mir der Comic “Vom Ursprung der Welt” der Künstlerin Liv Strömquist wärmstens an das Herz gelegt – Grund genug, sich das Buch gleich zu bestellen – und hier zu rezensieren. Der Titel geht zurück auf das weltberühmte Gemälde “Der Ursprung der Welt” des französischen Künstlers Gustave Courbet von 1866, das eine Vulva zeigt und verspricht nicht zu viel.

Liv Strömquist hat sich einem uralten Thema auf zeitgenössische Weise angenähert- in Form einer Graphic Novel erzählt sie in humorvollen Comics eine kurze Kulturgeschichte der Vulva. Sie berichtet von Unkenntnis und Tabuisierung, von Scham und Schmerzen, von verschüttetem Wissen über weibliche Lust, von Männern wie Freud, die sich im Namen der Wissenschaft wahnhaft mit Frauen und ihren Vulvas beschäftigten und es am Ende besser sein gelassen hätten. Warum wissen so wenige von uns, wie ihre Vulva aussieht und was eine Vagina ist? Warum wird immer noch behauptet, Frauen seien ihre Orgasmen gar nicht so wichtig und warum ist Menstruationsblut etwas, für das wir uns schämen?

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Gewalt in der Gynäkologie: Geburt und Dammschnitt

Schema Hysterektomie

By Hic et nunc (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons

Gewalt in der Gynäkologie war in den 70er-Jahren ein sehr großes feministisches Thema, allerdings wurde durch den Neoliberalismus das Thema langsam, aber zuverlässig beerdigt. Vor kurzem hat endlich eine Frau in den Vereinigten Staaten wegen einer Episiotomie gegen ihren Willen ihren Arzt anzeigen wollen. Hoffentlich setzt sich das durch, denn immerhin konnte sie Widerstand leisten gegen diese Verstümmelung.

Die Gewalt, die in der Gynäkologie ausgeübt wird, umfasst Gewalt durch gynäkologische Eingriffe und Untersuchungen. Frauen haben gelernt, mehr oder weniger, diese Gewalt zu akzeptieren oder diese Gewalt nicht mal als Gewalt wahrzunehmen. Gerade für traumatisierte Frauen ist diese Form der Gewalt ein nochmals sensibleres Thema, aber es betrifft alle Frauen, denn im Patriarchat ist die Medizin von Männern geprägt und bestimmt. Die Gynäkologie ist keine Ausnahme, auch wenn immer mehr Frauen Medizin und Frauenheilkunde studieren. Das Wissen, die Ethik und die Wissensvermittlung sind unverändert männlich dominiert.
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HPV: Gesundheitsprävention oder großer Wurf für die Pharmaindustrie?

Tabletten, Medikamente

By Peter Franz via Flickr, [ CC BY 2.0 ]

Wie das Berliner Frauengesundheitszentrum berichtet, hat die Ständige Impfkommission (STIKO) eine neue Empfehlung herausgegeben, nach der nun alle Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren (statt bisher zwischen 12 und 17 Jahren) gegen HPV (Humane Papillomaviren) durchgeimpft werden sollen,  da die Impfung am wirksamsten sei, wenn sie vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolge. Mit dieser neuen Empfehlung sollen die Impfzahlen, die momentan um die 40% liegen, erhöht werden. Auch die Weltgesundheitsorganisation empfehle die Impfung ab 9 Jahren.

Dies ist ein weiterer Schritt hin zu einer immer früheren Medikamentalisierung von jungen Mädchen. Genauso unkritisch wie Gynokälog*innen heutzutage die Pille (ein absoluter Hormonhammer) als Arznei gegen beispielsweise Regelbeschwerden verschreiben, wird von ihnen und der STIKO zu dieser höchst umstrittenen Impfung geraten:

  1. Es lagen zum Zeitpunkt der Zulassung noch keine Studien zur klinischen Nutzen vor.
  2. Alle bisherigen Studien lieferten ernüchternde Ergebnisse über die Wirksamkeit.
  3. Die Impfung führte in zahlreichen Fällen zu gravierenden Nebenwirkungen bis hin zu massiven Impfschäden.

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