Schlagwort: frauenhäuser

Solidaritäts-Erklärung des Frauenverbands Courage mit den LAG autonomer Frauenhäuser, Beratungen und Notrufe in NRW

Stop Violence Against Women

via Pixabay, Public Domain CC0

Wir überbringen Euch solidarische Grüße unsres Bundesvorstandes und des ganzen Frauenverbands Courage. Wir sichern Euch unsere Unterstützung zu bei der Durchsetzung Eurer Forderungen unter dem Motto: „Gewaltschutz geht vor – für starke Frauen und Mädchen in NRW“.

Auch viele unserer Frauen mussten und konnten in höchster Not Beratungsstellen, Notrufe, enge Betreuung und Unterkunft in den Frauenhäusern in Anspruch nehmen.

So musste auch unsere Couragefrau Nicole Semek aus Kamerun in einem
Frauenhaus in Essen Zuflucht nehmen, weil ihr deutscher Ehemann sie zur Prostitution zwingen wollte, nachdem sie gerade mal ein halbes Jahr in Deutschland mit ihm lebte. Nach deutschem Gesetz hätte sie bei ihm bleiben, seinen Forderungen nachkommen sollen, und 3 Jahre mit ihm in dieser Ehe leben müssen. Dann erst hätte sie ein eigenständiges Bleiberecht erhalten. Im Klartext: Es gibt bei uns ein gesetzliches 3-jähriges „Rückgaberecht“ für Männer, die ihre Frauen aus dem Ausland holen! Nachdem unsere Nicole
nun zu früh aus ihrem ehelichen Martyrium in ein Frauenhaus floh, sollte sie abgeschoben werden.

Prostitution oder Abschiebung? Wir nennen dies Menschenverachtung.

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Die alltägliche Wut – 26 Jahre später

In der letzten Zeit ist es schwer in Mode gekommen, den Feminismus entweder für alles, was in dieser Gesellschaft so schief läuft verantwortlich zu machen, weil der feministische Diskurs angeblich alles beherrsche und keinen Widerspruch zulasse. Das läuft der Wahrnehmung der feministisch orientierten Frauen zuwider, die ganz im Gegenteil die Wahrnehmung haben, dass Alltagssexismus und patriarchale Unterdrückung wieder auf dem Vormarsch sind. Feminismus ist entweder Lifestyle, den man wählt, oder etwas, das man verächtlich kritisiert. Kapieren tun ihn beide Seiten nicht. Geld damit verdienen zumindest ein Teil der ersten Kategorie.
Mir ist vor ein paar Tagen zufällig das Buch „Die alltägliche Wut – Gewalt – Pornografie – Feminismus“ aus dem Jahre 1987 in die Hände gefallen, laut Klappentext ein BilderLeseBuch über „Männergewalt“, über „Mißbrauch an Mädchen“, über „Prostitution“, „verschwänzte Ästhetik“ und „Pornografie im Zetgeist“, das „den wagemutigen Versuch unternimmt, diese unterschiedlichen Formen von sexistischer und struktureller Gewalt gegen Frauen nicht in 16 Textbeiträgen zu analysieren und zu beschreiben, sondern auch in über 250 Illustrationen und Dokumentationen sichtbar zu machen“. Ein Buch also, das 26 Jahre alt ist. 26 Jahre, in denen die Gleichberechtigung angeblich verwirklicht wurde, wir leben doch, so wird uns doch erklärt, im Postfeminismus und wir Feministinnen sollen endlich aufhören zu nerven.
Ich habe dieses Buch zum Anlass genommen, einmal zu vergleichen, was sich denn verändert und verbessert hat von dem, was die Frauen, die dieses Buch damals schrieben, zu heute, zum Jahr 2014.

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