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Pornland – wie die Pornoindustrie uns unserer Sexualität beraubt

Buchcover: Pornland

Gail Dines: Pornland - Wie die Pornoindustrie uns unserer Sexualität beraubt, VAT Verlag André Thiele, 2014

Gail Dines aufrüttelndes Buch “Pornland- wie die Pornoindustrie uns unserer Sexualität beraubt” ist in diesem Sommer auch auf Deutsch erschienen. Das Buch ist eine Pflichtlektüre für jeden, der sich kritisch mit Pornos beschäftigt. In acht Kapiteln setzt sich Gail Dines darin mit dem Einfluss der Pornoindustrie auf unseren Alltag auseinander. Mit klaren Worten beschreibt sie den Weg der fortschreitenden, subtilen Grenzüberschreitungen vom Playboy der 50er Jahre bis zum Hardcore-Gonzo-Porno der Gegenwart und zeigt dabei auf, wie die Frauen in den Pornos in immer drastischeren Schritten ihrer Menschlichkeit beraubt wurden und Sexualität mit Gewalt verknüpft wurde.

Dazu werden die Darstellerinnen konsequent als “Schlampen” oder “Fickstücke” degradiert, so dass der Pornokonsument kein Mitgefühl mehr für sie empfindet. Sie verdienen, was ihnen im Porno angetan wird, sie wollen es sogar, weil es ihnen Lust bereitet, gewürgt, dreifach penetriert und beschimpft zu werden. Das ist die große Erzählung des Porno, die an Frauenverachtung nicht zu überbieten ist. Frauen werden zu “Huren”, die eine Vergewaltigung genießen.

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“How Porn Creates the John: Porn, Trafficking and the Social Construction of Masculinity”

Porn Kills Love - Fight For Love - Streetart

by torbakhopper via Flickr, [CC BY-ND 2.0]

Gail Dines Rede in Jerusalem – wie der Porno Männlichkeit, Sexualität und die Entmenschlichung der Frau konstruiert – leider ohne deutsche Untertitel. Trotzdem hörenswert. Ihr Buch “Pornland” erscheint in wenigen Tagen auch auf Deutsch.

Über das Wesen des Porno

Peep show, Porn Cinema

By Gates of Ale (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Porno, was heißt das eigentlich? Das Wort Pornografie setzt sich aus zwei griechischen Wörtern zusammen, aus „Pornä“, dem Wort für Hure und „Graphie“, der Darstellung, also der Hurendarstellung. Bereits an dieser Stelle muss über den Zusammenhang von Prostitution und Pornografie gar nicht erst weiter diskutiert werden. Doch tatsächlich geht es in diesem Text darum, das Wesen des Pornos, seine Funktion und seine Zusammenhänge und seine vielfältigen Deutungen zu durchdringen, um, so die zunächst mal nur als Hypothese im Raum stehende Formulierung zu belegen, dass er Frauen erniedrigt und zu Objekten macht und eine Institution des Patriarchats ist, die es abzuschaffen gilt, wollen wir in einer wahrhaft gleichberechtigten Gesellschaft leben.

Die Behauptung, Pornografie sei ein Mittel der sexuellen Befreiung der Frau und nicht ihrer Versklavung ist so alt wie die Debatte um Pornografie selbst.

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