Schlagwort: geschichte der frauenbewegung

Die Geschichte der Frauenbewegung: Deutschland

100 Jahre Frauenpower

By Haeferl (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Die Geschichte der Frauenbewegung in Deutschland, ist, wie sollte es anders sein, eine besondere. Sie ist eng verbunden mit der Geschichte des Deutschen Kaiserreiches, der gescheiterten Revolution von 1848, den Weltkriegen, dem Nationalsozialismus und schließlich der 68er Revolution. Sie erzählt nicht nur von den Konflikten mit dem bürgerlichen Patriarchat, sondern auch von internen Auseinandersetzungen zwischen bürgerlichen, proletarischen, sozialistischen und radikalen Feministinnen, deren Spuren bis in die Gegenwart des Feminismus reichen. Umso wichtiger, sich diese Geschichte einmal anzusehen. Kritik und Forderungen unterschieden sich bereits in den Anfängen der Frauenbewegung oftmals so sehr, dass ein gemeinsamer Kampf unmöglich wurde, ein Problem, das den Feminismus bis heute kennzeichnet. Offenbar verstehen Frauen schon immer unter den Ideen der Freiheit und Gleichberechtigung unterschiedliche Dinge.

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Die Geschichte der Frauenbewegung (I): Frankreich, England, USA

Suffragettes, Votes for Women

By The Library of Congress [Public domain], via Wikimedia Commons

Frauengeschichte wird gern belächelt, unterschlagen, klein geredet. Das hat System im Patriarchat. Umso wichtiger, sich die Vergangenheit anzusehen, zu erkennen, was mutige Frauen überall auf der Welt seit Jahrhunderten für die Frauenbewegung leisten. Teil 1 unserer Serie über die Geschichte der Frauenbewegung.

Für Freiheit, Gleichheit, Schwesterlichkeit – die Frauenbewegung in Frankreich

Die Französische Revolution als bürgerliche Revolution im Herzen Europas läutete den Anfang vom Ende der Herrschaft von Feudalismus und Monarchie in Europa ein, sie war zugleich auch der Anfang der Frauenbewegung. Der revolutionäre Diskurs in den Salons blieb nicht auf die Männer beschränkt, auch Frauen stellten Fragen über Gerechtigkeit und Gleichberechtigung, darüber, ob Menschen frei geboren werden und ob die Freiheiten, für die die Männer zu kämpfen bereit waren, nicht auch für sie galten. Dabei setzten sie sich großen Risiken aus. Eine Frau, die bereit war, für ihre Rechte zu kämpfen, galt im vorrevolutionären Frankreich für irre und landete in der Irrenanstalt.
Auch in Frankreich entschied die gesellschaftliche Stellung darüber, welche Freiheiten eine Frau genießen konnte. Frauen der Oberschicht, die in den Salons verkehrten, konnten auch vor der Revolution schon sehr viel freier ihre Gedanken äußern, über Geld verfügen, Liebhaber haben. Zwar existierten formal moralische und gesellschaftliche Zwänge, doch die Wirklichkeit sah für die Damen der Gesellschaft oft anders aus. Arme Frauen hingegen blieben von diesen Freiheiten ausgeschlossen, sowohl Bildung als auch Teilhabe waren für sie unerreichbar. Die großen Denker der Freiheit, der bürgerlichen Revolution wollten von der Gleichheit der Geschlechter nichts wissen. In hochtrabenden Traktaten fanden sie viele Gründe, warum es Frauen verwehrt bleiben sollten, an der politischen Gestaltung der Gesellschaft teilzuhaben.

Als die Französische Revolution ihre Schatten voraus warf, hielten sich die Frauen nicht zurück und schreckten auch vor Gewalt nicht zurück.  Immerhin waren sie von der Armut und dem Elend besonders betroffen, ihre Familien hungerten und litten unter der sozialen Ungerechtigkeit besonders. Sie griffen die Truppen des Königs mit Steinen an, so wie 1788 in Grenoble oder drohten sogar mit einem Gebärstreik. Sie forderten kostenlose Schulen für ihre Töchter und zwangen das Königspaar zur Rückkehr nach Paris, als dieses vor den aufständischen Horden fliehen wollte. Der „Brotmarsch“ von 7000 hungernden Frauen nach Versailles brachte den König nach Paris.

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