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Kampf gegen das Vergessen: Hartmut Hegelers Einsatz für die Opfer von Hexenprozessen

Hexenverfolgung

By Deutsch: unbekannter KünstlerEnglish: unknown artist (repro from artbook) [Public domain or Public domain], via Wikimedia Commons

Die Hexenverfolgung gehört zu den dunkelsten Kapiteln europäischer Geschichte. Entgegen landläufiger Meinung fand sie nicht im angeblich „finsteren“ Mittelalter statt, sondern begann in der Frühen Neuzeit und reichte bis in die Aufklärung, die Lebenszeit von Goethe und Schiller hinein. Etwa 60.000 Menschen fielen ihr zum Opfer. Ihre Geschichte, das Leid, das die Hexenverfolgung über sie und ihre Familien brachte, ist vielerorts vergessen. Genau dagegen kämpft Hartmut Hegeler. Er gab den Störenfriedas ein Interview über seinen Einsatz für die Rehabilitation der Opfer und zu den Hintergründen der Hexenverfolgung.

Die Störenfriedas: Hallo Herr Hegeler, wir danken Ihnen sehr, dass Sie sich Zeit für ein Interview genommen haben. Seit rund 15 Jahren engagieren sie sich im AK „Hexenverfolgung“ und konnten gemeinsam mit Ihren Mitstreitern bereits in mehreren Städten die Rehabilitation von Opfern der Hexenverfolgung erreichen, so zum Beispiel in Köln, Dortmund, Wittenberg und im hessischen Taunus. Was genau bedeutet Rehabilitation?

Hartmut Hegeler: Eine Rehabilitation in juristischem Sinne ist nach so langer Zeit fast unmöglich, da die genaue Rechtsnachfolge der damaligen Territorien und Gerichte unklar ist und da viele Akten verloren gingen oder (absichtlich) zerstört wurden.
Rehabilitierung ist ein symbolischer Akt, damit deutlich wird: Das Unrecht soll nicht das letzte Wort haben. Das Unrecht und das Leiden, welches Frauen und Männern damals zugefügt wurde, kann nicht wieder gut gemacht werden. Aber gegen Unmenschlichkeit gilt es immer neu Stellung zu beziehen. Eine moralisch-sozialethische Rehabilitation der Verurteilten soll im Sinne der Menschenwürde, der Menschenrechte und der Humanität, der Wiederherstellung ihrer individuellen Ehre sowie dem dauerhaften Gedenken an diese unschuldigen Opfer dienen.
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