Schlagwort: hurenhass

Freier sind Frauenhasser

Freier

by Juhu via Wikicommons, CC BY-SA 2.5

In der aktuellen Debatte um Prostitution geht es vor allem um die Frauen in der Prostitution. Sie sind es, die den Kampf um die Legalisierung der Prostituion kämpfen, Freier äußern sich wenn nur in der Anonymität des Internets. Doch das Geschäft mit der Prostitution würde es nicht geben, wenn es von Männerseite keine Nachfrage gäbe. Eigentlich also müsste sich die ganze Debatte sehr viel mehr um die Männer drehen, die zu Frauen gehen und sie kaufen. Wenn wir von 400.000 Prostituierten in Deutschland ausgehen (und diese Zahl stammt aus dem Jahr 2002, es besteht kein Zweifel daran, dass die Zahl der Prostituierten seither noch angestiegen ist), dann gehen pro Tag zwischen 1,5 und 2 Millionen Männer zu Prostituierten, also vermutlich war jeder zweite Mann schon einmal im Puff. Unsere Brüder, Ehemänner, Freunde und Kollegen. Studien zeigen, dass die Legalisierung der Prostitution und die Steigerung ihrer gesellschaftlichen Akzeptanz zu einem Anstieg von Prostituiertenbesuchen führen. Deutlich gesprochen: Wo Prostitution verfügbar und legal ist, wird sie auch bereitwillig genutzt.

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Hurenhass – oder wer hasst hier wen?

Witch crash landing

by J J via Flickr, [CC BY-NC-ND 2.0]

Die Debatte um Protestitution nimmt zuweilen groteske Züge an. So grotesk, dass es einen eigenen Artikel wert ist. Als Antwort auf meinen Artikel in der taz hat Sonja Dolinsek eine Erwiderung geschrieben – in der sie keines meiner Argumente widerlegt, sondern mich am Ende stumpf des Hurenhasses bezichtigt. Es ist amüsant, dass sie das tut – denn ich habe mich noch nie auch nur herablassend über Prostituierte geäußert. Im Gegenteil – ich kenne viele persönlich. Genau deshalb bin ich davon überzeugt, dass Prostitution ebenso abgeschafft und verboten gehört wie die Sklaverei, die Leihmutterschaft oder der Organverkauf.

Wenn man den Kapitalismus gewähren lässt, dann macht er alles zur Ware. Vor nicht allzulanger Zeit war Kinderarbeit normal, es gab keine Gesetze zum Schutz für Schwangere, keine Arbeitsrechte für Arbeitnehmer. Diese wurden in einer langen Reihe von Arbeitskämpfen erkämpft – und die Interessen der Frauen und Kinder waren da beileibe nicht an erster Stelle.
Erst der Feminismus, die Frauenbewegung hat sie auf die Tagesordnung gebracht – und kämpft seitdem dafür, dass sie dort bleiben.

Es gehört zum Wesen des Kapitalismus, dass ihm nur mit gemeinsamem Widerstand Räume, Freiheiten und Rechte abzutrotzen sind. Wer still hält, wird überrollt, ausgebeutet. Genau hier liegt der Ursprung der “Linken” – in diesem Widerstand gegen den Kapitalismus – und seines bürgerlichen Rahmen in der Gesellschaft.

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