Schlagwort: lesbian porn

Pornos für Frauen? Kein Argument gegen Pornokritik!

Farmers daughters poster

By Employee(s) of Taurus Productions [Public domain], via Wikimedia Commons

Durch unsere Kritik an Pornografie hören wir oft immer wieder die gleichen Argumente. Zum Beispiel kommt bei dem Hinweis auf die gewalttätige und misogyne Ausrichtung des Pornos immer das Argument, es gäbe ja auch andere Pornos – von Frauen für Frauen. Zunächst: Der Anteil dieser Filme liegt bei 5 Prozent des gesamten Pornomarktes. Unsere Kritik richtet sich gegen die 80 Prozent der Pornos, die gewalttätige und erniedrigende Darstellung von Frauen zeigen: Gonzo-Pornos ohne Handlung, mit Beschimpfungen, Würgen, inszenierten Vergewaltigungen, aufgerissenen Körperöffnungen, schmerzverzerrten Gesichtern. Der Kritik an dieser Form des Pornos, der inzwischen den Hauptteil des gesamten Pornomarktes ausmacht, tut es keinen Abbruch, dass es DANEBEN auch noch eine geringe Anzahl von Filmen gibt, die diese Darstellungen nicht zeigen. Darüber hinaus gibt es nur sehr wenige Frauen, die als Pornoproduzentinnen tätig sind, aber der Umstand, dass eine Frau einen Film produziert, bedeutet noch lange nicht, dass sie die immer gleichen Inszenierungen des Pornos durchbricht: Nicht wenige zeigen Erniedrigungen und Gewalt mit dem Hinweis, damit ihre eigenen Fantasien zu verkörpern. Damit geben sie all jenen Recht, die behaupten, Frauen stünden eben auf diese Art von hartem Sex, es sei das geheime, unerfüllte Verlangen von Frauen, von einem brutalen Mann möglichst schmerzhaft vergewaltigt zu werden. Wenn Frauen versuchen, aus dem Porno-Mainstream auszubrechen und Pornos “für Frauen” zu drehen, so ist das zunächst eine positive Absicht. Doch, und das zeigen die minimalen Umsätze und Absätze, muss dieser Versuch in der kapitalistisch durchstrukturierten Pornoindustrie zwangsläufig scheitern.

Pornos sind gemacht für männliche Nutzer, die vor ihnen onanieren. Das ist der Kundenkreis, der seit jeher die größten Umsätze und die treuesten Anhänger verspricht. Pornos entstanden, damit Männer in der strengen Sexualmoral der bürgerlichen Gesellschaft eine Möglichkeit zum “Ausbrechen” haben, ähnlich wie bei der Prostitution. Aus diesem Grund sind Pornos seit ihrer Entstehung an ein männliches Publikum gerichtet, Frauen kommen nur als Darstellerinnen vor, die aber keine eigenen Interessen oder Gefühle anzumelden haben. Genau darin liegt der Reiz des Pornos für die meisten Nutzer: die rücksichtslose Bedürfniserfüllen an einem weiblichen Objekt. Dass Männer sich an expliziten Gewaltdarstellungen erregen, obwohl sie selbst keine begehen, hat etwas mit ihre Sozialisation im Patriarchat und DURCH die Pornografie zu tun: In einer Gesellschaft, in der Frauen seit jeher eine untergeordnete Rolle spielen und diese Unterordnung entweder sichtbar oder subtil mit den Forderungen nach Menschlichkeit und Anerkennung kollidiert, verspricht der Porno eine Welt ohne Widersprüche: Hier herrschen der Mann und sein Penis, der Mann und seine Bedürfnisse. Pornos werden nicht um ihrer selbst wilen gedreht, sondern weil sich mit ihnen Geld verdienen lässt. Pornoproduzenten haben kein Interesse am Sex, sondern am Profit. Und genau hier liegt der Widerspruch für Frauenpornos: Sie haben den Anspruch, sich mit Sexualität auseinanderzusetzen und eine Bedeutung über den reinen Konsum hinaus zu schaffen. Genau dafür ist im System Porno aber nur soweit Platz, wie diese Bedeutung für die Gewinnung neuer Kundenkreise oder das Image gut ist.

Weiterlesen