Schlagwort: Mode

Buch: Beauty and Misogyny. Harmful Cultural Practices in the West (Sheila Jeffreys)

Sheila Jeffreys ist Professorin an der Universität von Melbourne, an der sie Sexualpolitik und internationale feministische Politik lehrt. Seit 1973 setzt sie sich für lesbische Politik ein und ist Aktivistin gegen Pornographie und Gewalt gegen Frauen. Sie ist Mitglied der Coalition Against Trafficking in Women und hat insgesamt neun Bücher über Sexualitätsgeschichte und –politik veröffentlicht. Auf Deutsch erschienen ist ihr Buch „Die industrialisierte Vagina. Die politische Ökonomie des globalen Sexhandels“. Dieses Review bezieht sich auf die zweite Edition des bei Routledge in englischer Sprache erschienenen Buches „Beauty and Misogyny. Harmful Cultural Practices in the West“.

In ihrem Vorwort verleiht Jeffreys ihrer Verwunderung Ausdruck, dass die Ablehnung der Schönheitsindustrie zwar Konsens in der so genannten zweiten Welle des Feminismus war – in erster Linie beruhend auf den Analysen dergleichen von Catharina MacKinnon und Andrea Dworkin – dass diese Linie jedoch nicht bis heute fortgeführt wurde. Von den postmodernen Feministinnen nachvollziehbarer Weise nicht –  jedoch auch nicht von den Aktivistinnen des “radikalfeministischen Revivals” (S. 1).

The „grip of culture on the body“. Beauty practices as women`s agency or women`s subordination

In ihrem ersten Kapitel erläutert Jeffreys Grundlagen radikalfeministischer Kritik, die insbesondere auf der Durchbrechung der Öffentlichkeit/Privat-Dichotomie beruht: Die Unterdrückung der Frau ist allgemein deshalb so erfolgreich, weil sie durch die Betonung der Privatsphäre geschützt wird. „Das Private ist Politisch“ war und ist deshalb ein wichtiger Ansatz um dies zu durchbrechen.

Eine besondere Bedeutung für einen Backlash gegenüber den radikalfeministischen Analysen kam dem Buch „The New Feminism“ von Natasha Walter zu, welches jene Dichotomie im Feminismus wieder einführte und die Sexualisierung von Ikonen wie Madonna zu einem Ausdruck von weiblicher Unabhängigkeit und Sexualität erhob. Während viele nachfolgende Bücher in die gleiche Kerbe schlugen, veröffentlichte Walter zehn Jahre nach „The New Feminism“ ihr Buch „Living Dolls. The Return of Sexism“, wo sie alle ihre vorherigen Thesen über den Haufen warf und sagte:

„Ich bin bereit zuzugeben, dass ich komplett falsch gelegen habe“ (S. 11, 13)

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„Modetrends, die Männer hassen“

 

Der Sommer kommt! Ihr freut euch! Aber VORSICHT! Vorsicht und Alarm!

Der Sommer ist nicht so nett, wie ihr immer gedacht habt. Der Sommer ist eine böse Falle! Gott sei Dank ploppen in den Facebooktimelines momentan wieder massenweise gesponsorte Beiträge auf wie „Diese Beautytrends hassen Männer“, „Auf welche Looks du verzichten solltest“, „Mit diesen Stylingtrends kommst du bei Männern nicht an“. Dieses Phänomen begegnet uns alle Jahre wieder, und wir sollten dankbar dafür sein, dass es Menschen gibt, die sich wirklich, ich meine WIRKLICH Gedanken um uns Frauen machen. Denn jetzt mal ehrlich, nichts  wäre schlimmer für eine Frau, als etwas zu tragen, was Männer nicht MÖGEN. Die reine Katastrophe. Stellt euch das mal vor, ihr zieht früh eure neue supertolle High-waisted-Jeans an, ihr tragt sie den ganzen Tag, ihr fühlt euch super, und abends dann lest ihr in irgendeiner Frauenzeitschrift, dass Männer High-waisted-Jeans an Frauen HASSEN. Und ihr seid also den ganzen Tag rumgerannt und habt keine Wichsvorlage für die Herren der Schöpfung abgegeben. Ihr habt euer Verhalten, euer Make-up, eure Frisur, eure Klamotten, euer VERHALTEN nicht darauf ausgerichtet, Männern zu gefallen. Wie schrecklich! Eure Welt stürzt ein. Habt ihr überhaupt noch eine Lebensberechtigung?

Aber es gibt Abhilfe! All die Frauenzeitschriften, die euch beibringen möchten, wie ihr RICHTIG Frau seid, wie ihr die RICHTIGEN Blowjobs gebt, wie ihr RICHTIG reagiert, wenn euer Wertester Pornos schaut (nicht zicken! Cool bleiben! Mitschauen! Nachmachen! Da steht er total drauf!), mit welchem Lipgloss ihr ihn dazu bringt endlich lieb zu euch zu sein, eilen um euch zu helfen: damit ihr nicht aus Versehen sowas tragt wie Ankle Boots, Dutts, Blümchenmuster, Bubikragen, Pullover in oversize oder Jumpsuits (ja! Männer hassen sie! Das wusstet ihr noch nicht, was? Das gibt ne 6 für eure lahme Recherche!).

 

Jetzt dachte ich mir, dass das eigentlich eine gute Sache ist. Regeln für das andere Geschlecht aufstellen, das gefällt mir. Das ist der Verständigung unter den Geschlechtern zuträglich und verbessert das Miteinander. Und im Sinne der Gleichberechtigung dürfen Frauen ja auch mal was fordern, gell? Es ist ja nicht so, dass hier völlig einseitig massiv überzogene, übergriffige Anforderungen an Frauen gestellt werden dürfen. (Ist euch das bisher so vorgekommen? Macht euch keine Gedanken darum. Geht euch lieber abschminken. Männer hassen dunkelrote Lippenstifte!)

 

Deswegen jetzt hier meine top 7 der Trends, die Frauen an Männern hassen:

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