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Unsere Störenfrieda der Woche: Pauline Staegemann

Pauline Staegemann war eine der Gründerinnen der proletarischen Frauenbewegung in Deutschland. 1838 im Oderbruch geboren, arbeitete sie später als Dienstmädchen in Berlin. Die Arbeitsbedingungen für Bedienstete waren schlecht, viele der Frauen waren sexuellen Übergriffen ihrer Arbeitgeber ausgesetzt. 1873 gründete Pauline Staegemann den “Berliner Arbeiterfrauen- und Mädchenverein. Sie setzte sich für Lohnerhöhungen, Kündigungsschutz und eine bessere Ausbildung von Arbeiterinnen ein. Männer waren von ihren Treffen ausgeschlossen. Die damals noch geltenden Sozialistengesetze erschwerten ihr Engagement – sie wurde mehrfach verhaftet und musste Gefängnisstrafen absitzen – was sie jedoch von ihrer politischen Arbeit nicht abbringen konnte.

1886 organisierte sie einen Streik der Textilarbeiterinnen, der zu einer Gesetzesänderung führte, der verhinderte, dass Arbeitgeber für das Material überhöhte Preise verlangen konnte.

Pauline Staegemann starb 1909 in Berlin. Die Berliner SPD verleiht bis heute ihr zu Ehren den Pauline Staegemann Preis für für Zivilcourage, Einsatz für Gleichberechtigung und gesellschaftliche Gerechtigkeit.